Oldenburg 05.07.1890 von
Thomas Sävert
Umgebungskarte
(Auszug aus Top200, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie)
Aus einer Meldung der Neuen Deister-Zeitung vom 10. Juli 1890: "Oldenburg, 6. Juli. Eine Windhose hat in der Nähe von Oldenburg schreckliche Verheerungen angerichtet. Gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr erhob sich in der Gegend von Tweelbäk und von dort hinüber nach Großenmeer und Hammelwarden ein sehr schweres Gewitter. Während desselben verdunkelte sich plötzlich der Himmel fast bis zur Finsterniß; dann hörte man ein furchtbares Brausen und Tosen durch die Luft. Erschreckt, eilten die Leute vor die Thür und gewahrten zu ihrem Entsetzen, wie ein Wirbelwind hier Bäume zu Boden streckte, dort Häuser ihrer Dächer beraubte, wie Zweige, Stroh und Ziegel in der Luft herumwirbelten, als ob eine tolle Schaar Luftgeister hier ihre Walpurgisnacht begingen. Schreiber dieses begab sich heute an den Schauplatz dieser Verheerungen, und es bot sich ihm ein Anblick dar, welcher unvergeßlich bleibt. Rechts von der Nach Bremen führenden Chaussee, eben hinter Tweelbäk, hatte die Windhose ihr Zerstörungswerk begonnen, indem sie einige Häuser ihrer Dächer beraubt, andere stark beschädigt, Bäume einfach abgeknickt hat, und zwar so, als ob dieselben gleich über der Wurzel förmlich abgedreht waren., denn die Bruchstelle ist ganz zersplittert, andere widerstandsfähigere Bäume mit der Wurzel aus dem Boden herausgehoben hat. Dann kann man ihre Spuren, an abgeknickten Aesten, zerzausten Dächern, umgelegten Bäumen dieselben erkennend, über die Chaussee hinüber verfolgen, wo sie erst recht schrecklich gehaust hat. Hier sieht man über einen Fuß im Durchmesser haltende Tannen etwa 1/2 Meter über der Erde total abgeknickt; überall, wohin man blickt, dasselbe Zerstörungswerk. Eine Strecke weiter gelangt man zu einer Stelle, wo verschiedene Mal 6-8 nahe bei einander stehende starke Bäume zugleich mit der an den Wurzeln haftenden ERde umgelegt sind, die Kronen dieser Bäume sind wie ein Knäuel durch einander geweht; auch sieht man eine circa 3 Fuß im Durchschnitt messende Eiche auf dieselbe Weise zu Boden gestreckt. Ganze Stellen erscheinen hier wie abrasirt; staunend steht man vor der furchtbaren Kraft einer solchen Naturerscheinung. Immer weiter und weiter treten die verderblichen Spuren dieser gewaltigen Windsbraut auf. Jenseits des Tweelbäker Kanals hat sie in ihrer Zerstörungswuth mehrere Häuser theils ganz abgedeckt, theils total dem Erdboden gleich gemacht. Glücklicherweise ist kein Menschenleben zu beklagen; eine Frau hat dadurch einen Armbruch erlitten, daß ihr ein herabstürzender Balken auf den Arm fiel."

Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 11.07.1890: "Oldenburg, 6. Juli. (Eine Windhose) hat in der Nähe von Oldenburg schreckliche Verheerungen anerichtet. Gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr erhob sich in der Gegend von Tweelbäk und von dort hinüber nach Großenmeer und Hammelwarden ein sehr schweres Gewitter. Während desselben verdunkelte sich plötzlich der Himmel fast bis zur Finsterniß; dann hörte man ein furchtbares Brausen und Tosen durch die Luft. Erschreckt eilten die Leute vor die Thür und gewahrten zu ihrem Entsetzen, wie ein Wirbelwind hier Bäume zu Boden streckte, dort Häuser ihrer Dächer beraubte, wie Zweige, Stroh und Ziegel in der Luft herumwirbelten, als ob eine tolle Schaar Luftgeister hier ihre Walpurgisnacht begingen. Schreiber dieses begab sich heute an den Schauplatz dieser Verheerungen, und es bot sich ihm ein Anblick dar, welcher unvergeßlich bleibt. Rechts von der nach Bremen führenden Chaussee, eben hinter Tweelbäk, hatte die Windhose ihr Zerstörungswerk begonnen, indem sie einige Häuser ihrer Dächer berraubt, andere stark beschädigt, Bäume einfach abgeknickt hat, und zwar so, als ob dieselben gleich über der Wurzel förmlich abgedreht waren, denn die Bruchstelle ist ganz zersplittert, andere widerstandsfähigere Bäume mit der Wurzel aus dem Boden herausgehoben hat. Dann kann man ihre Spuren an abgeknickten Aesten, zerzausten Dächern, umgelegten Bäumen dieselben erkennend, über die Chaussee hinüber verfolgen, wo sie erst recht schrecklich gehaust hat. Hier sieht man über einen Fuß im Durchmesser haltende Tannen etwa 1/2 Meter über der Erde total abgeknickt; überall, wohin man blickt, dasselbe Zerstörungswerk. Eine Strecke weiter gelangt man zu einer Stelle, wo verschiedene Mal 6-8 nahe bei einander stehende starke Bäume zugleich mit der an den Wurzeln haftenden Erde umgelegt sind, die Kronen dieser Bäume sind wie ein Knäuel durcheinander geweht; auch sieht man eine circa 3 Fuß im Durchschnitt messende Eiche auf dieselbe Weise zu Boden gestreckt. Ganze Stellen erscheinen hier wie abrasirt; staunend steht man vor der furchtbaren Kraft einer solchen Naturerscheinung. Immer weiter und weiter treten die verderblichen Spuren dieser gewaltigen Windsbraut auf. Jenseits des Tweelbäker Kanals hat sie in ihrer Zerstörungswuth mehrere Häuser theils ganz ebgedeckt, theils total dem Erdboden gleich gemacht. Glücklicher Weise ist kein Menschenleben zu beklagen; eine Frau hat dadurch einen Armbruch erlitten, daß ihr ein herabstürzender Balken auf den Arm fiel." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Gleichlautend aus einer Meldung des Cuxhavener Tageblattes vom 11.07.1890: "Oldenburg, 6. Juli. Eine Windhose hat in der Nähe von Oldenburg schreckliche Verheerungen angerichtet. Gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr erhob sich in der Gegend von Tweelbäk und von dort hinüber nach Großenmeer und Hammelwarden ein sehr schweres Gewitter. Während dessen verdunkelte sich plötzlich der Himmel fast bis zur Finsterniß; dann hörte man ein furchtbares Brausen und Tosen durch die Luft. Erschreckt eilten die Leute vor die Thür und gewahrten zu ihrem Entsetzen, wie ein Wirbelwind hier Bäume zu Boden streckte, dort Häuser ihrer Dächer beraubte, wie Zweige, Stroh und Ziegel in der Luft herumwirbelten, als ob eine tolle Schaar Luftgeister hier ihre Walpurgisnacht begingen. Schreiber dieses begab sich heute an den Schauplatz dieser Verheerungen, und es bot sich ihm ein Anblick dar, welcher unvergesslich bleibt. Rechts von der nach Bremen führenden Chaussee, eben hinter Tweelbäk, hatte die Windhose ihr Zerstörungswerk begonnen, indem sie einige Häuser ihrer Dächer beraubt, andere stark beschädigt, Bäume einfach abgeknickt hat, und zwar so, als ob dieselben gleich über der Wurzel förmlich abgedreht waren, denn die Bruchstelle ist ganz zersplittert, andere widerstandsfähigere Bäume mit der Wurzel aus dem Boden herausgehoben hat. Dann kann man ihre Spuren, an abgeknickten Aesten, zerzausten Dächern, umgelegten Bäumen dieselben erkennend, über die Chaussee hinüber verfolgen, wo sie erst recht schrecklich gehaust hat. Hier sieht man über einen Fuß im Durchmesser haltende Tannen etwa ½ Meter über der Erde total abgeknickt; überall, wohin man blickt, dasselbe Zerstörungswerk. Eine Strecke weiter gelangt man zu einer Stelle, wo verschiedene Male 6-8 nahe bei einander stehende starke Bäume zugleich mit der an den Wurzeln hängenden Erde umgelegt sind, die Kronen dieser Bäume sind wie ein Knäuel durcheinander geweht; auch sieht man eine circa 3 Fuß im Durchschnitt messende Eiche auf dieselbe Weise zu Boden gestreckt. Ganze Stellen erscheinen hier wie abrasiert; staunend steht man vor der furchtbaren Kraft einer solchen Naturerscheinung. Immer weiter und weiter treten die verderblichen Spuren dieser gewaltigen Windsbraut auf. Jenseits des Tweelbäker Kanals hat sie in ihrer Zerstörungswuth mehrere Häuser theils ganz abgedeckt, theils total dem Erdboden gleich gemacht. Glücklicherweise ist kein Menschenleben zu beklagen; eine Frau hat dadurch einen Armbruch erlitten, dass ihr ein herabstürzender Balken auf den Arm fiel." (Quelle: Stadtarchiv Cuxhaven)



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