Möst (Sachsen-Anhalt)

 18.08.2017 / Stärke (F1) Bestätigt
Zeitpunkt: gegen 19:15 Uhr MESZ. Beobachtung einer Trichterwolke. Aus einer Meldung der Mitteldeutschen Zeitung vom 19.08.2017: "Tornadoverdacht in Anhalt-Bitterfeld "Da kam eine schwarze Wolke auf uns zu" - Das Örtchen Möst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat nach den Unwettern am Freitagabend heftige Schäden davongetragen. Auf dem Möster Berg knickten zahlreiche Bäume um und richteten Schäden auf mehreren Grundstücken an. „Ich hatte lange keine Angst mehr, aber das war krass“, sagt Anwohner Mario Langer. Offenbar wütete die Natur in dem kleinen Gebiet zwischen Wolfen und Dessau besonders heftig. Die Winde enthaupteten mehrere Eichen und Kiefern. Die Einwohner sprechen sogar von einem Tornado. "Da kam eine schwarze Wolke auf uns zu, alles drehte sich. Es war so laut, dass wir gar nicht gehört haben, wie die Bäume gefallen sind", erzählt Gerd Könighaus. Er bedankte sich bei der Feuerwehr die noch am späten Freitagabend damit beschäftigt war, die Straßen wieder zu beräumen und gefallene Bäume zu zersagen." - Aus einer Meldung der Mitteldeutschen Zeitung vom 21.08.2017: "Tornadoverdacht in Möst Umgeknickte Bäume und beschädigte Gebäude - Das Geräusch von Motorsägen dominiert am Wochenende im Örtchen Möst. Dort tobte am Freitagabend gegen 19 Uhr ein heftiges Unwetter. Auf dem Möster Berg knickten starke Windböen zahlreiche Bäume um, Kronen von Eichen und Kiefern brachen ab. Mehrere Einwohner sprechen danach von einem Tornado. „Wir saßen gerade draußen bei einem Wein, da kam eine schwarze Wolke auf uns zu, alles drehte sich. Es war so laut, dass wir gar nicht gehört haben, wie die Bäume gefallen sind“, erzählt Gerd Könighaus. Mehrere Bäume stürzten auf sein Grundstück. Der Möster ist froh, dass niemand verletzt wurde. "Das ging alles so schnell, ich habe dagesessen und kein Wort rausbekommen." Seine Frau meint: "So etwas will ich nicht noch mal erleben." Ein Nachbar des Ehepaars ist der gleichen Ansicht: "Ich hatte lange keine Angst mehr, aber das war krass", berichtet Mario Langer. "Ich habe es gar nicht mehr geschafft, meine Jalousie zu schließen, so schnell ging das." Auffällig ist, dass die Bäume auf dem Möster Berg in unterschiedliche Richtungen umgekippt sind. Noch in den Abendstunden zersägten Raguhn-Jeßnitzer Feuerwehrleute viele umgeknickte Bäume und räumten damit wieder die Straßen frei. "Hut ab vor den Männern, die noch tief in der Nacht hier gearbeitet haben", bedankt sich Gerd Könighaus. Laut dem Raguhn-Jeßnitzer Stadtwehrleiter Steffen Münter waren am Freitagabend bis auf Retzau und Jeßnitz alles Ortsfeuerwehren der Stadt im Einsatz. "Möst hat es besonders schlimm erwischt." Aber auch in anderen Ortsteilen seien Schäden aufgetreten. Die Kameraden aus Lingenau und Marke kümmerten sich laut Münter um die B 184, die durch Bäume blockiert war. "Da ging teilweise gar nichts mehr." Der Feuerwehreinsatz war erst gegen 23 Uhr beendet, berichtet der Stadtwehrleiter. "Das war schon eine Herausforderung für uns." Nicht nur auf dem Möster Berg, auch einige hundert Meter weiter im Möster Dorfkern steckt den Einwohnern das Unwetter am Samstag noch in den Knochen: "Ich habe gedacht, die Fenster gehen kaputt. Sowas habe ich noch nicht erlebt, das kam so plötzlich", erzählt eine Frau. Vom Möster Berg her sei das Unwetter über die Häuser gerauscht. Wenige Minuten haben gereicht, um auch hier Bäume umzuknicken und Äste herunterzureißen. Auf einem Dach lösten sich Blechteile und flogen durch die Luft. Ein Teil wurde dabei gegen eine Fassade auf der anderen Straßenseite geweht und verursachte dort einen Schaden. Die Anwohner schlossen das Loch provisorisch mit zwei Holzleisten und Folie. Ansonsten sind 24 Stunden nach dem Unwetter viele Spuren der Naturgewalt in Raguhn-Jeßnitz verschwunden und die Straßen und Wege wieder frei. Gleiches gilt für den Schienenverkehr. Dort sorgte das Extremwetter für Beeinträchtigungen, wie die Deutsche Bahn auf Nachfrage erklärt. Zwischen Bitterfeld und Dessau gab es ab 19.18 Uhr Störungen im Zugverkehr. "Es ist am Abend zu Kollisionen auf der Strecke zwischen Dessau und Raguhn gekommen: Zum einen war ein Ast auf die Oberleitung gefallen, zum anderen lag ein Baum auf dem Gleis", erklärte eine Sprecherin. Die Züge wurden daher notgedrungen über Wittenberg umgeleitet. Ast und Baum mussten in der Nacht beräumt werden. "Das Gleis Raguhn-Dessau war um kurz vor sechs Uhr wieder befahrbar, das Gleis Dessau-Raguhn um 8.20 Uhr."" - Aufgrund der Schäden innerhalb einer mindestens 1,7 Kilometer langen und ca. 25 bis 40 Meter breiten Schneise sowie der Beschreibungen ist ein Tornado bestätigt.

Tornadoverdacht in Anhalt-Bitterfeld (Mitteldeutsche Zeitung, 19.08.17)
Tornadoverdacht in Möst: Umgeknickte Bäume und beschädigte Gebäude (Mitteldeutsche Zeitung, 21.08.17)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)