Leipferdingen (Baden-Württemberg)

 18.08.2017 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: gegen 19:02 Uhr MESZ. Aus einer Meldung des Südkurier vom 21.08.2017: "Tornado wütet im Leipferdinger Forst - Sturmtief "Kolle" knickt viele Bäume um. Großer Schaden für die Forstwirtschaft. Der Name "Kolle" ist zumindest bislang unter einem Begriff für Generationen als Aufklärer bekannt. Nun gibt es auch ein Sturmtief Namens "Kolle", das am Wochenende über das Land zog und sich nunmehr vorwiegend im Leipferdinger Gemeindewald in einer ganz anderen Art und Weise eine bleibende Erinnerung verschafft. Liegen in der gesamten Region mal hier ein Baum und dort Äste herum, sieht es jetzt im Stadtwald auf Gemarkung Leipferdingen auf einer riesigen Fläche ziemlich trostlos aus. Mindestens 2000 Festmeter Holz liegen am Boden. Revierleiter Hartmut Bertsche ist schockiert. Auf teilweise den besten Standorten der Raumschaft liegen reihenweise Bäume übereinander. Flächenwürfe mit weniger als einem Hektar, aber Schneisen durch den Wald, dann wieder einzelne Bäume. "Hier hat ein Tornado getobt, wobei das Epizentrum des Sturms auf der Länge in Fürstenberg war", erklärt Hartmut Bertsche. Denn die Bäume liegen in alle Richtungen – zum Teil nach Süden und dann wieder nach Norden. Und es wurden die schönsten Bäume entwurzelt. Bäume, die kerngesund sind, zirka 80 bis 100 Jahre alt, mit einem Volumen von einem bis eineinhalb Festmetern. Die wurden teilweise mitsamt dem Wurzelteller umgelegt, aber auch in unterschiedlicher Höhe einfach abgeknickt und abgerissen. Nicht nur Fichten, sondern auch mächtige Buchen. Viele der Bäume liegen auf Flächen, auf der mühsam Naturverjüngung herangezogen wurde. Dieser Schaden kommt noch hinzu. Und beschädigt sind nicht nur die umgerissenen Bäume, viele Bäume müssen gefällt werden, weil sie bereits Schieflage durch den Sturm haben. "Auch die müssen wir in die Naturverjüngungen hinein fällen", bedauert Bertsche, der damit seine und die der Forstwirte waldbauliche Nachwuchsarbeit in größter Gefahr sieht. [...] Manches Holz, das durch den Sturm zersplittert ist, kann aber nur mit qualitativen und preislichen Abschlägen verkauft werden. Eine große Gefahr sieht der Förster derzeit für die Pilzsammler im Wald. Er appelliert an die Bevölkerung, in den betroffenen Gebieten zwischen Neufertal und dem Gebiet oberhalb des Sportplatzes, dem Kohlhau oder Schmitts-Hölzle, den Wald zu meiden. Schräg hängende Bäume und angebrochene Äste sind eine große Gefahr für Spaziergänger und Pilzsammler. [...] Auch südlich der Aitrach, wie zum Beispiel im "Ackerholz", hat Kolle ebenfalls zugeschlagen und zahlreiche Bäume buchstäblich abrasiert. Auch hier ist Vorsicht geboten und der Wald sollte nicht betreten werden. Ähnliche Schäden wie in Leipferdingen sind beim Kreisforstamt bisher nicht bekannt. "Die Verwüstungen sind punktuell", wie der Leiter des Kreisforstamtes, Frieder Dinkelaker, auf Nachfrage mitteilte. Es sieht so aus, dass der Süden des Kreises besonders betroffen ist. So hat die Gemeinde Neuhausen rund 200 Festmeter auf dem Boden liegen."

Tornado wütet im Leipferdinger Forst (Südkurier, 21.08.17)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)