Crimmitschau (Sachsen),
Werdau (Sachsen)

 31.08.2017 / Stärke (n. bek.) Verdacht
Zeitpunkt: zwischen 02:25 und 02:45 Uhr MESZ. Aus einer Meldung von Tag24 vom 31.08.2017: "Schweres Unwetter: Baum stürzt auf Wohnwagen - Rund um Neukirchen/Pleiße blockierten umgestürzte Bäume die Straßen. Zwickau - Im Landkreis Zwickau hat in der Nacht zu Donnerstag eine heftige Gewitterzelle gewütet. Besonders heftig traf es das Gebiet rund um die Koberbachtalsperre, wo zahlreiche Bäume umstürzten. Ein Baum traf einen Wohnwagen auf dem Campingplatz. Verletzt wurde zum Glück niemand. In der Niederalbersdorfer Dorfstraße stürzte eine Esche auf ein Fachwerkhaus und richtete schwere Schäden am Dach an. In Crimmitschau und Meerane stürzten ebenfalls Bäume um, Dächer wurden abgedeckt und Stromleitungen heruntergerissen. Auch am Donnerstag kann es zu heftigen Gewittern kommen. Ab Freitag bringt Tief "Nepomuk" den Herbst nach Sachsen (TAG24 berichtete). [...] Update, 8 Uhr: Wie Radio Zwickau berichtet, ist bei dem schweren Unwetter zwischen 2.45 Uhr und 3 Uhr eine Windhose über Werdau, Neukirchen und Crimmitschau hinweggefegt. Rund 60 Bäume sollen dabei umgestürzt sein. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren in der Nacht im Einsatz, in der Rettungsleitstelle musste das Personal aufgestockt werden. Auch die S-Bahn nach Leipzig ist von dem Unwetter betroffen. Die Strecke ist derzeit noch gesperrt. Die Aufräumarbeiten laufen." - Aus einer Meldung der Freien Presse vom 31.08.2017: "Spuren der Verwüstung nach Sturm in Westsachsen - Niederalbersdorf/Meerane/Glauchau. Eine Windhose hat in der Nacht zu Donnerstag eine Spur der Verwüstung im Landkreis Zwickau hinterlassen. Auf dem Campingplatz an der Koberbachtalsperre Crimmitschau stürzten Bäume auf mindestens zehn Campingwagen. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Zwischen 2.30 und 3 Uhr war das Unwetter über die Region Werdau/Crimmitschau gezogen, teilte das Landratsamt Zwickau mit. Für Rolf Teicher war die Nacht auf dem Campingplatz an der Koberbachtalsperre zwischen 2.15 und 2.30 Uhr beendet. Ein Unwetter riss den 65-Jährigen aus dem Schlaf. "Es ging mit Hagel und Blitz los. Dann hat der Sturm auch schon die ersten Bäume umgeknickt", sagte der Geraer. Teicher, der seit 1995 seinen Wohnwagen auf dem Campingplatz stehen hat, stellte selbst nur kleinere Schäden am Vorzelt fest. Viel schlimmer hatte es einen Teil der Nachbarn getroffen. Dazu gehörte Ines Schiller. Eine riesige Kiefer landete auf ihrem Wohnwagen. "Zum Glück bin ich mit meinen Hunden da lebend rausgekommen. Das hätte auch ganz anders ausgehen können", sagte sie. Nach dem Schock hat sie Trost bei Verwandten, die ebenfalls auf dem Campingplatz sind, gefunden. Nachbarn halfen am Donnerstagvormittag bei den ersten Aufräumarbeiten. "Wir haben in dieser Nacht gespürt: Die Camper sind eine eingeschworene Gemeinschaft", sagte der Werdauer Gemeindewehrleiter Henning Tröger. Er war in der Nacht an der Koberbachtalsperre im Einsatz. Die Helfer haben umgestürzte Bäume von den Straßen geräumt und Camper beruhigt. Zwei Leichtverletzte mussten vom Rettungsdienst behandelt werden. Auch die Crimmitschauer Firma Walther Technik ist vom Unwetter schwer getroffen worden. Eine alte Eiche sei auf die Produktionshalle gefallen, teilte das Unternehmen mit. Auch die Crimmitschauer Firma Walther Technik ist vom Unwetter schwer getroffen worden. Eine alte Eiche sei auf die Produktionshalle gefallen, teilte das Unternehmen mit. Rund 90 Campingwagen stehen am Ufer der Koberbachtalsperre. "An zehn Campingwagen gibt es größere Schäden", sagte der Langenbernsdorfer Bürgermeister Frank Rose (parteilos). Er hatte sich am Vormittag gemeinsam mit dem Werdauer Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) einen Überblick über die Schäden verschafft. Auf dem Areal sind mindestens 20 Bäume umgestürzt. Seit Mittag war der Campingplatz gesperrt. Eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es. Denn die angekündigten Unwetter könnten weitere beschädigte Bäume umstürzen lassen.Betroffen war auch die Crimmitschauer Firma Walther Technik. Eine tonnenschwere Eiche war auf die Produktionshalle gefallen. Der Schaden belaufe sich auf rund 100.000 Euro. Die Produktion wurde vorerst eingestellt. "Die Auftragslage ist gut. Die Zwangspause wirft uns zurück. Unsere Mitarbeiter waren zuletzt schon neun Stunden am Tag und an einigen Samstagen im Einsatz", sagte Geschäftsführer Thomas Walther. Der Inhaber hofft auf eine rasche Regulierung durch die Versicherung. Das größte Problem: Die umgestürzte Buche hat an einigen Stellen auch Löcher in das Dach der Produktionshalle gerissen. Dadurch sei ein Teil des Regenwassers in die Dämmung gelaufen. Offen ist, ob so Sicherheits- und Elektrotechnik beschädigt wurde. Ein Lob verteilte Thomas Walther für die Arbeit der Feuerwehr. "Das läuft professionell und zuverlässig", sagte der Firmenchef. Dabei gab es für die Brandschützer in Crimmitschau viel Arbeit. 60 Frauen und Männer kümmerten sich in der Südstadt sowie in Rudelswalde und Langenreinsdorf um die Beseitigung der Schäden. In einer ersten Statistik tauchten rund 30 Einsatzstellen auf. In Meerane stürzten ebenfalls 20 Bäume um. Die Meeraner Feuerwehr musste 25-mal ausrücken. Laut dem stellvertretenden Wehrleiter Sven Hertwig wurden allein 20 umgestürzte Bäume gezählt. Die Verwüstung zog sich unter anderem vom Ortsteil Waldsachsen, über die Chemnitzer Straße, die Glauchauer Straße, den Niklasbusch, die Oststraße und die Talstraße in Richtung Pfaffroda und Schönberg. Viermal schlugen zudem Brandmeldeanlagen Alarm. "Wir vermuten, dass die Anlagen durch einen Blitzeinschlag ausgelöst wurden", sagt Hertwig. Die Sturmschäden in Meerane fielen auch Eltern auf, die ihre Kinder morgens in die Evangelische Grundschule an der Hospitalstraße gebracht haben. Laut Titus Gibbert, Vorsitzer des Fördervereins, ist ein Kastanienbaum auf das Schulgelände gefallen. Ein weiterer Baum landete im Garten des angrenzenden Pflegeheims. Außerdem wurden ein Ballsportnetz und ein Trampolin der Schule während des Gewitters zerstört. Dachziegeln seien ebenfalls hinunter gefallen. "Wir sperren den Schulgarten vorläufig ab, bis die restlichen Bäume untersucht worden sind", sagte Gibbert. In Glauchau musste die Feuerwehr laut Wehrleiter Mike Wunderlich ebenfalls mehrmals ausrücken. Dort landete an der Straße Am Staubholz ein Ast auf einer Stromleitung. Außerdem mussten die Feuerwehrleute zweimal nach Oberwiera fahren. Dort war im Ortsteil Wickersdorf gegen 4 Uhr nachts ein Baum auf eine Gaststätte gestürzt. Gegen 9 Uhr landete ein Kirschbaum auf einem Hausdach an der Waldenburger Straße. "So einen heftigen Sturm haben wir hier noch nicht erlebt", sagte Bürgermeister Bernd Geringswald (CDU). Er und seine Frau hätten unter dem Dach geschlafen und sind durch die Feuerwehreinsätze immer wieder aufgewacht. "Uns ist richtig Angst geworden", fügte er hinzu. Dass es sich tatsächlich um einen besonders starken Sturm gehandelt hat, bestätigt auch Feuerwehrmann Hertwig. "Wir waren erstaunt, welche großen Schäden in so kurzer Zeit entstanden sind", sagte er."

Schweres Unwetter: Baum stürzt auf Wohnwagen (Tag24, 31.08.17)
Spuren der Verwüstung nach Sturm in Westsachsen (Freie Presse, 31.08.17)
Radarbild zum betreffenden Zeitpunkt (kachelmannwetter.com)