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Verdacht = Fall wird noch untersucht W = Wasserhose

Datum Ort Stärke Beschreibung
11.03.1598
Verdacht
Görlitz, Geißdorff
Sachsen
n.bek. "Anno 1598. erhob sich den 11. Martii umb Görlitz ein Wind / fügte den Bäumen und Gebäuden grossen Schaden zu: In der Vorstadt rückte er eine Scheune 9. Viertel der Ellen weit / von der Stelle hinweg / und warff viel tausend Stämme Holtz in den Wäldern und Häyden umb. Zu Geißdorff warff er auf des Raths Vorwerck einen grossen Schaf-Stall übern Hauffen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Heinrich Roch, Neue Laußnitz- Böhm- und Schlesische Chronica [...], S. 412. - Torgau, 1687)

11.03.1598
Verdacht
Grimma
Sachsen
n.bek. "Anno 1598 am Fastnachten [28.02.] ist 3 tage an einander ein erschrecklicher großer windt gewesenn, Vnndt hatt in Stedten die Ziegel von Dechern geworffen, Die blancken nieder gelegt, vndt vf etzlich Dorffern die heuser, scheunen vndt stelle eingerissen, auch in weldenn die beume auß gerißen vndt etzlich nieder geschlagenn, Das erschrecklichen wahr zu sehen vndt zu horen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Chronicon Ascaniense, [-1728], S. 643. - In: Abel, Caspar, Sammlung etlicher noch nicht gedruckten Alten Chronicken [...]. - Braunschweig, 1732, S. 524-688)

12.02.1598
Verdacht
Berlin n.bek. "Den 2. Februarij hat sich ein großer vngestümer windt erhoben, der im Schlosse zu Collen einen geladenen wagen mit langen bretern, so man zur Brücken, darauf man im Churfürstlichen begengnis bis ins Thumstifft gangen, gebraucht, vmbgeworfen, auch ein Fach bredter aus derselbigen brücken loß gerissen vnd vber sich geworfen hat." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Microcronicon Marchium. - In: Riedel, Adolph Friedrich, Riedel’s Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Mark Brandenburg und ihrer Regenten. [...] Des Vierten Hauptteils oder der Urkunden-Sammlung für die Orts- und spezielle Landesgeschichte erster Band. - Berlin, 1862, S. 161)

06.08.1596 Aschersleben
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Den 27. Jul. kam ein grausamer Sturm, der die Schwad von den Stücken weit wegführete, und grosse Korn-Wagen umwarff;" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Chronicon Ascaniense, [-1728], S. 643. - In: Abel, Caspar, Sammlung etlicher noch nicht gedruckten Alten Chronicken [...]. - Braunschweig, 1732, S. 524-688)

16.06.1594 Annaberg
Sachsen
n.bek. "[01.06.: schwerer Sturm, Bäume entwurzelt, Häuser zerstört]" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie App. 1710: Jenisch, Paul, Historia / Der Stadt St. Annabergk zu Meißen / gelegen. In zweyen Büchlein begriffen. [...], I.1. - Annaberg, 1628, I.1, S. 86 b; Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)

19.06.1591
Verdacht
Werneuchen
Brandenburg
n.bek. "Jm neunden Junij / gegen Abend entstundt ein gros wetter von Westen her / vnd zog sich hinüber nach Cüstrin. Im selben wetter warff der wind die windmühle vor Bernewichen [Berneuchen?] herumb. Und zu Kuhnersdorff ward das getreyde von grossen vnd sehr eckichten hagelsteinen sehr zerschlagen. [...]" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Andreas Engel, Annales Marchiae Brandenburgicae. - Frankfurt/Oder, 1598) und "[1591] Den 9. Junij gegen abendt ward die Mülle für Bernewicken vmbgeworffen vnd zu Kunerstorff das getreide von großen vnd schreckliche Hagelsteinen sehre zerschlagen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Microcronicon Marchium. - In: Riedel, Adolph Friedrich, Riedel’s Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Mark Brandenburg und ihrer Regenten. [...] Des Vierten Hauptteils oder der Urkunden-Sammlung für die Orts- und spezielle Landesgeschichte erster Band, S. 148. - Berlin, 1862, S. 304-320.)

02.07.1587 Augsburg
Bayern
n.bek. "Es war kurz nach Mittag, als es dunkel wurde über Augsburg. Und aus den schwarz-grauen Wolken brach eine Windhose hervor, "wie der Schwanz eines großen Drachen", sagte ein Zeuge." Zitat aus einer Flugschrift von Hanns Schulthes. Zwischen 12 und 13 Uhr (Quelle: Alfred Wegener: "Wind- und Wasserhosen in Europa") soll dieser Tornado aufgetreten sein. Hans Schultes der Jüngere verewigt das ungewöhnliche Ereignis einer Windhose über Augsburg auf der Flugschrift, zusammen mit der ältesten bekannten Darstellung eines Tornados. Weiter aus der Flugschrift: "Anno 1587, den 2.Juli / zwischen 12. und 1. Uhr / nachmittag / hat sich inn der Lufft ein grosses ungeheures Gewülckh zusammen gehausset / gleichsam als ob eins chweres Wetter / mit Hagel / Donner / und Blitz anziehen und sich herfür thon wolte / Inn sollichem begibt sich augenscheinlich/das sich ganz scheulich und schröcklich / gegen Mitternacht / ein greulicher Wölckh / geformiert wie ein Schwanz eines grossen Drachen / oder Lindwurms / (Wie er dann hie in diser Figur sichtbarlich abgemahlt / oder entworfen ist.) hat sehen lassen. Wellicher jetzt auff die Rechte / bald auff die Lincke Seyten sich gekrümmet / und gewunden / Ja sich zu letzt / unden herab verkleinert / ganz scharpff unnd spitzig gemachet hat / Ist also nahend bey einer halben Stund lang gestanden / und hernach allgemach verschwunden." (Quelle: Gustav Hellmann (Hrsg.): Wetterprognosen und Wetterberichte des XV. und XVI. Jahrhunderts, Neudrucke von Schriften und Karten über Meteorologie und Erdmagnetismus No. 12, Asher, Berlin 1899, recherchiert von Johannes Hofmeister, (geo-geschi.blog.de/)

11.10.1585
Verdacht
Eilenburg
Sachsen
n.bek. "Den 1. Oct. ist ein ungeheurer grosser und bey Menschen-gedencken unerhörter und ungewöhnlicher Wind gewesen / welcher an Dächern und Häusern grossen Schaden gethan / ingleichen Bäume außgerissen / Wind-Mühlen umbgeworffen etc." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Simon, Jeremias, Eilenburgische Chronica [...]. - Leipzig, 1696, S. 601)

20.11.1582
Verdacht
Strausberg
Brandenburg
n.bek. "Den zehenden Nouembris war allenthalben in der Mittel vnnd Newen Marck ein grosser vnd fast vbernatürlicher Wind / der sehr grossen vnd mercklichen schaden an vielen Häusern that / auch zu Straußberg das Dach vom Kirchthurme etlicher massen herunter warff. Br. Autor." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Engel, Andreas, Annales Marchiae Brandenburgicae. - Frankfurt/Oder, 1598, S. 392)

20.11.1582
Verdacht
Berlin n.bek. "Den 10. Nouembris ist allenthalben in der Mittel- vnd New-Marcke ein vngehewrer vnd vbernatürlicher wind gewesen, der großen schaden an Kirchen, gebewen, welden, windtmüllen vnd sonsten gethan. Vnd ist damals das vnterdach an S. Marien Kirch Thurn zum Berlin zu beiden seiten gantz vnd gar herrunter gerissen worden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Microcronicon Marchium. - In: Riedel, Adolph Friedrich, Riedel’s Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Mark Brandenburg und ihrer Regenten. [...] Des Vierten Hauptteils oder der Urkunden-Sammlung für die Orts- und spezielle Landesgeschichte erster Band. - Berlin, 1862, S. 140)

20.11.1582 Freiberg
Sachsen
(1 Toter)
n.bek. "Den 10. Novembr. ist ein grawsamer Wind gewesen / welcher die drey steinern Creutze auff dem Wege nach dem Brande / davon ich sub Anno 1574. meldung gethan / eingeworffen / die Werckstücke dran zerschmettert / und eine Magd / so Semlen aus der Stadt getragen / und drunter geruhet / erschlagen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Moller, Andreas, Theatrum Freibergense Chronicum, Beschreibung der alten löblichen BergHauptStadt Freyberg in Meissen [...]. - Freiberg, 1653, S. 344)

24.08.1582 Prenzlau
Brandenburg
n.bek. "[...] Winde, welche in dem Lande selbst [Mark Brandenburg] hin und wieder gewütet und schaden angerichtet. [...] welcher in der Nähe von Prenzlau einen Schäfer samt seinen Schafen aufgehoben, und auf das nähste feld gesetzet: welches um destoweniger unglaublich sein darf, da wir zu unsern zeiten 1738. von dergleichen Wind vernommen haben, daß er in Franken zu Tiefendorf gleichmäßige würckung gehabt, und unter andern ein Bauerhaus aufgehoben, und an eine andere stelle versetzet. Man nennet solchen Wind Typhon oder Vortex, der sonst in Teutschland und benachbarten Reichen nicht unbekannt, und 1679. 2 Sept. in Italien erstaunlich gewütet, wie es vom Ludolph Hist. Aethiop. L.I.c.V.S. 103. zu lesen: und 1703. 6. Dec. hat ein solcher Wirbelwind die größeste bäume aus der erde gedrehet, Menschen, Vieh, wagen u.s.w. und ebenfalls Häuser an andere stellen versetzet. S. Hrn Prof. Winklers in Leipzig Abhandl. de Vento Tiffendorfiano, und Varen. Geogr. General. L.I.C.XXI. Prop. 2, Diesen hat die Mark auch empfunden, indem er an häusern und bäumen gewaltigen schaden verursachet, unter andern auch den hölzern Thurm zu Radun in der Neumark aus seinem fundament gehoben, und einen fuß weit fortgerukket." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Bernhard Ludwig Bekmann, Historische Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg. Bd. 1., Seite 499 - Berlin, 1751)

15.07.1582 Rockhausen
Thüringen
F4 "Ja, es war ein rechtes Unglücksjahr. Zu der Pest gesellten sich die Verheerungen der Elemente. Im Juli wurde das Amt Käfernburg von einem entsetzlichen Ungewitter mit Hagelschauer und Sturm heimgesucht. Eine Windhose vernichtete das Dorf Rockhausen fast gänzlich. Es ist leicht begreiflich, wie unter diesen Umständen der Neubau der armen Stadt nur sehr langsam vorwärts- ..." (Quelle: G. Fischer, Thüringische Geschichte, 1885). Weiterer Hinweis: "... Pfingsten-Winter: Die Pest fordert 1.762 Menschenleben. Juli: Schwere Unwetter mit Hagel und Sturm in Arnstadt und Umgebung, insbesondere im Amt Käfernburg. Das Dorf Rockhausen wird durch eine Windhose fast gänzlich vernichtet." (Quelle: Andrea Kirchschlager, Ulrich Lappe, Peter Unger, Chronik von Arnstadt: Festschrift zur 1300-jahrfeier der Stadt Arnstadt, 2003) Weiterer Hinweis: "Grosse Sturmwinde: Den 5. Julij / Donnerstag nach Vdalrici / Hat der Sturmwindt / ein gantzes Dorff / eine meyle von Erffurdt / vber der Waget gelegen / heist: Rockhausen / bey LX. Heuser / mit allen scheunen vnd stellen / vber einen hauffen gestürtzet / Doch keinen Menschen erschlagen / Denn sie alle in Stuben vnd Keller gewichen / Ausgenommen Zwey Heuser / seind stehendt blieben / Nemlich: Das Hirten hauß / vnd ein ander Bawerßhaus / Vnzehlich viel grosser Bewme / mit jhren wurtzeln / vmbgeworffen / Dem Schultheissen ein Bein entzwey geschlagen. Dieser Sturmwindt / ist einem Erdtbeben zuuergleichen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Valentin Rudolph, Zeitbüchlein. - Erfurt, 1586) und "Den 5. Iulii, hat der Sturmwind ein gantz Dorff / Rockhausen Genannt / eine Meile von Erffurt / uber der Wagete gelegen / ubel verderbet / denn er sechtzig Häuser mit allen Scheunen unnd Stellen uber einen Hauffen gestürtzt [...] Unzälich viel Bäume sind mit ihren Wurtzeln umbgeworffen [...]" (Quelle: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Johann Becherer, Newe thüringische Chronica [...], Seite 595. - Mühlhausen, 1601)

12.08.1580
Verdacht
Kindelbrück, Roßleben
Thüringen
n.bek. "Grosse Sturmwinde. Am 12. tage Augusti / theten die grossen sturmwinde / sonderlich zu Kindelbrücken vnd Rostleben im Thale / an den Gebewden / grossen schaden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Rudolph, Valentin, Zeitbüchlein. - Erfurt, 1586)

27.03.1580
Verdacht
Prignitz
Brandenburg
n.bek. "27. März: Getreideregen [im März?] in der Priegnitz" (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Engel)

13.08.1579
Verdacht
Buttelstedt bis Camburg
Thüringen
n.bek. Mehr als 30 Kilometer lange Zugbahn - "Grosser Hagel in Düringen / etliche Flüre an Winter vnd Sommerfrüchten weggeschlagen. Den 3. Augusti / nach mittage / zwischen zwey vnd dreyen / Erhub sich ein grewlich Sturmwetter / mit grossem Hagel / vnd starcken Schlagregen / Fieng an in Düringen / am Behmer Berge / zwischen Grossen Brempach vnd Newenmarckt / Schlug zu Heygendorff / vnd traff ein theil des Sommerfeldes / im Buttelstedter Flure / den Haffer gar hinweg / Die Gerste war das meiste theil geschnitten vnd hingelegt / doch hatte es dieselbe sehr ausgeschlagen / Die aber noch stund / gar hinweg / Insonderheit hat der Hagel / zu Oberreissen / den grösten schaden gethan / Nicht allein / Nicht allein alle jhre Winter vnd Sommerfrüchte / gar hinweg geschlagen / Sondern auch 45. Wonheuser / ohne stelle vnd scheunen / Item / viel grosser Birnbeume / vnd starcke dicke Nußbeume / vmbgeworffen / Schaff vnd Gense erschlagen. Desgleichen Budtstedter / Wenigen Budtstedter / Nider vnd Oberreissen / Item / Nemesdörffer vnd Rurbacher Flüre betroffen / Von dannen ist das Wetter gezogen vff Mattstedt / Wickerstet / Zottelstedt / Nieder Roßla / Schmiedehausen / Camburck / vnd ins landt zu Meyssen kommen / daselbst auch alles weg geschlagen / Beym Königsee / hat das Wetter auch drey Flüre gar hinweg geschlagen. Zu Erffurdt / hat das Wetter / an fünff örthen / eingeschlagen" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Rudolph, Valentin, Zeitbüchlein. - Erfurt, 1586)

12.12.1576
Verdacht
Buttelstedt
Thüringen
n.bek. "Winterzeit groß Wetter / mit Donnern / Wetterleuchten / Blitzen vnd Sturmwinden. Den andern Decembris / am Sontag des Aduents / frühe vmb 8. vhr / Erhub sich ein grawsamer Sturmwindt / mit grossen vnd vielen Donnern / Wetterleuchten vnd Blitzen / Warff viel Gebewde / hin vnd wider / ein / Reiß viel Beume / mit jhren wurtzeln / aus der erden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Rudolph, Valentin, Zeitbüchlein. - Erfurt, 1586)

27.07.1571 Mansfeld, Hettstedt
Thüringen
n.bek. " [KB S. Andreaskirche:] Den 17. Julij ist ein eilendes greulich wetter komen, desgleichen kein alter Mensch gedenckt, vnd hat weit vnd breit schaden gethan, sonderlich an gebeuden, welche es zerschlagen, eingeworffen vnnd auffgedeckt hat. Zu Hettstedt hat es die Kirchspitze niedergeworffen vnd das halbe Rathaus verderbet; ist eine greuliche Windbraut gewesen vnd verstockte Finsternis, als legen die Wolken vff der Erden; an etlichen enden ist plitz vnd hagel mit vnter gewesen, an andern ortten ist es nur ein hefftiger wind gewesen; hie zu Eisleben hat es nit grossen Schaden gethan." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Grössler; Sommer, S. 40) - "[17.07., Nachmittag] [...] hat gar ein wenig zuregnen oder zuspreen mit angefangen / aber plötzlich / und ehe man sichs versehen können / ist der Himel gantz schwartz worden [...] Und ist zugleich gar ein ungestummes hart und starckes Wetter mit grewlichen Sturmen / Donderschlegen / Blixen / Wetterleuchten Regen und Schlossen herein gefallen [...] Und war der Platzregen / so mit drein kam / so starck / das er wie eine grosse Flut vom Himmel herab schos / und zugleich Schlossen mitbrachte / erstlich wie Kirschkernen / darnach wie gantze Kirschen und grösser / darunter auch etlich so gros als Ortgroschen uns halbe Thaler im Thal Mansfeld gefallen [...] Wiewol nue dieser Sturm und ungehewres Wetter nicht gar eine viertel stunde geweret / hat es doch trefflich grossen schaden gethan an vielen orten / im Thall Mansfeld hat es viel Heuser abgedecket und zerissen [...] In den Garten umb das Thall Mansfeld / ist unermeßlicher schaden an Bewmen und Zeunen geschehen [...]" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Spangenberg, Cyriacus, Mansfeldische Chronica [...]. Der erste Theil. - Eisleben, 1572, S. 498) - "Ao. 1571. den 17. Julii hat das Ungewitter mit Wind und Schlossen allhier an Getreyde, Obst und Wein, zu Hettstedt und andern Orten aber auch an Gebäuden und Kirchthurm grossen Schaden gethan." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Dreyhaupt, Johann Christoph, Pagus Neletici et Nudzici oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des [...] Saalkreises [...]. - Halle, 1749, S. 613)

14.06.1570
Verdacht
Ort unbekannt
Bayern
n.bek. "14. Juni: Getreideregen in Bayern" (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Flugschrift, Anm.: Quelle aus Flugschriften verschiedener Art, im Besitz des Herrn Geh. Reg.-Rat Professor Dr. G. Hellmann und des Königl. Preussischen Meteorologischen Instituts)

06.08.1568
Verdacht
Buchholz, Eppendorf bis Freiberg
Sachsen
n.bek. In der Ortschronik von Eppendorf wird von einem "schrecklichen Sturmwind" berichtet, der Angst, Schrecken und Zerstörng angerichtet habe. Datum: 27.07.1568 (nach heutiger Rechnung 06.08.1568). Aus weiteren Quellen: "Den 27. Julii früh zwischen ein und zwey uhr hat sich ein jehlinger Sturmwind zu und umb Freybergk erhoben / darauff ein Erdbeben im gantzen Ertzgebürgischen Kreise mit grossen heulen und brausen gespüret worden / daß alles geschüttert / und sich jederman drüber entsetzet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Moller, Andreas, Theatrum Freibergense Chronicum, Beschreibung der alten löblichen BergHauptStadt Freyberg in Meissen [...]. - Freiberg, 1653, S. 293) und "Am 27. July hat sich ein mächtiger Sturmwind erhoben, dorauff in gantzen ertzgebürgischen Creise ein Erdbeben, mit großen Brausen gehöret worden, das alles erschüttert, und sich jedermann drob entsetzet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Arnold, S. 200)

08.10.1564
Verdacht
Biesenrode
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Den 29. Septembris / als es ein feiner mittelmessiger tag gewesen / ists gegen den Abend umb 6. uhr / gar schweles Wetter worden / und ein so warme Lufft gangen / als der Brodem aus einer Badestuben / das auch feisten Leuten gleich bange dabey worden. Darauff ein starcker ungehewrer Sturmwind erfolget / so an etlichen Gebewden schaden gethan / und unter andern dasselbige mall das Pfarrhauß zu Wiesenrode im Ampt Rammelburg / uber einen hauffen geworffen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Spangenberg, Cyriacus, Mansfeldische Chronica [...]. Der erste Theil. - Eisleben, 1572, S. 485) - Anmerkung: Der im Text genannte Ort Wiesenrode heißt heute "Biesenrode". In der betreffenden Zeit hieß der Ort aber, was mehrere Quellen, z.B. auch Karten etc. belegen: Wiesenrode. Wiesenrode gehörte damals zum Amt Rammelburg. Der heutige Ort Rammelburg ist Ortsteil der Gemeinde Friesdorf; Biesenrode ist seit 2005 Ortsteil der Stadt Mansfeld, gehörte als Gemeinde zuvor zur gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Jahr 1563
Verdacht
Erfurt
Thüringen
n.bek. "Das folgende Jahr [1563] war wieder ein dergleichen Wind, welcher das Back-Hauß auf der Misten einriß, worbey die Beckin und ein Mägdlein erschlagen wurden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Falckenstein, S. 640)

31.03.1563
Verdacht
Buttelstedt
Thüringen
n.bek. "Item den 21. Martij / am Sontage Letare / wurffen die grawsamen Sturmwinde / in Städten / Flecken vnd Dörffern / viel Gebewe ein / theten grossen schaden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Rudolph, Valentin, Zeitbüchlein. - Erfurt, 1586)

13.08.1562
Verdacht
Heilbronn
Baden-Württemberg
n.bek. "Disen vorgeschriben jamer kompt mir je lenger mer zu handen, wird bericht, doch selbs auch gesechenn, so weit es gereicht, auff die vir meil weg schaden gettan an fensterwerk auff die fünffzig tusent fl. Zu Heilbronn fast auff denn tächer alle ziegell zerschlagen und hingebracht, so man hette die gantzen ziegel zusamen gettan, wirde man nytt ein hus darmit bedekt haben. Nach wie zuvor in Stutgartter zechend nit ein fuder wein mocht gesamlet werden, das sit ein jamer. Ferner in disem wetter zu Tallen bey Heilbron gelegenn ein flekenn ist gleicher gstalt so hartt mit hagell verderbt, wein, kornn, die heiser tächer eingeschlagenn, das kein ziegel mer gantz beliben und der edelman, so iber den flekenn Tallen geherrschett, sich des jamers thet erbarmen, auch die jemerliche not, sich nemant des gnugsam ergrinden mocht, der edellman inen dem volck briter, stro kaufft, die heiser mit zu betteken, auch inen zugesagt, sie sollen gettrost sein, er welle inen tusent fl leichen, wan dieselben ein end haben, welle er noch tusent leichen, bis got in wider gebe, das was ein trost." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Diehl (Hg.), S. 237-239)

13.08.1562
Verdacht
Waiblingen, Plochingen
Baden-Württemberg
n.bek. "Und ging das wetter mit seinem gwallt auff Weiblingen, Stetenn, Strempffelbach, zu Plochengen sich geendett, auff die Filder auff etliche seiten. Den habern hat es in boden geschlagen, das man sagt, denen, so solcher schaden was begegnett, 6 morgen haben nit mer dan ein semere oder metzen geben, das stro ist zerflogen. [...] Es vermeinten auch etlich, die solche zu Stutgarten gesechenn, im gantzen zechenden solle nit ein fuder wein werden, auch dergleichen mancher weingart um zwo mas zu lesenn wer zu gelasen. [...]." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Diehl (Hg.), S. 237-239)

13.08.1562
Verdacht
Stuttgart, Esslingen
Baden-Württemberg
n.bek. "Auff montag denn 3 Augustus im 1562 jar zweischen 11 und zwelff ur kam ein solchs schwartz finster wolck und grusamer wi[n]d, das es so finster scheint, [...], dergleichen wein, alle fruchten, so auff dem feld gewesen, ales zu grund geschlagenn, das laub von den stekenn, die traubenn herunder, keinen gelasenn, das holtz gantz zerhackett, kraut, darauff grose hoffung stund dem armen man, was alles, das sich das gantz volck hartt bejamertt und auch sich verderbens und sterbens gantz verwegen.
Item auch zu Stutgartten, do es ist auffgangen, dem furstenn an dem lusthus vermeinen bey tusent gulden fenster zerschlagen, auch alhie zu Eslingen manchem um 8 und 9 fl 2 fl 3 fl fenster zuschmettertt, [...]. Es schwamen das obs mit groser meng in den waserflüsen, das es die leut mit wanenn bey ettlichen zu hundertt korb voll zusamen raspetten.
Und ging das wetter mit seinem gwallt auff Weiblingen, Stetenn, Strempffelbach, zu Plochengen sich geendett, auff die Filder auff etliche seiten. Den habern hat es in boden geschlagen, das man sagt, denen, so solcher schaden was begegnett, 6 morgen haben nit mer dan ein semere oder metzen geben, das stro ist zerflogen. [...] Es vermeinten auch etlich, die solche zu Stutgarten gesechenn, im gantzen zechenden solle nit ein fuder wein werden, auch dergleichen mancher weingart um zwo mas zu lesenn wer zu gelasen. [...].
Disen vorgeschriben jamer kompt mir je lenger mer zu handen, wird bericht, doch selbs auch gesechenn, so weit es gereicht, auff die vir meil weg schaden gettan an fensterwerk auff die fünffzig tusent fl. Zu Heilbronn fast auff denn tächer alle ziegell zerschlagen und hingebracht, so man hette die gantzen ziegel zusamen gettan, wirde man nytt ein hus darmit bedekt haben. Nach wie zuvor in Stutgartter zechend nit ein fuder wein mocht gesamlet werden, das sit ein jamer. Ferner in disem wetter zu Tallen bey Heilbron gelegenn ein flekenn ist gleicher gstalt so hartt mit hagell verderbt, wein, kornn, die heiser tächer eingeschlagenn, das kein ziegel mer gantz beliben und der edelman, so iber den flekenn Tallen geherrschett, sich des jamers thet erbarmen, auch die jemerliche not, sich nemant des gnugsam ergrinden mocht, der edellman inen dem volck briter, stro kaufft, die heiser mit zu betteken, auch inen zugesagt, sie sollen gettrost sein, er welle inen tusent fl leichen, wan dieselben ein end haben, welle er noch tusent leichen, bis got in wider gebe, das was ein trost." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Diehl (Hg.), S. 237-239)

21.03.1562
Verdacht
Glöbig
Sachsen-Anhalt
n.bek. "[Michaelis 1561 bis Ostern des Folgejahres] Die Sonne erschien bei der Annäherung an den Punkt der Frühlings- intersectio [?] am Tag der Tag- und Nachtgleiche [21.03] mit seltsamen Wehen der Winde, durch das viele Häuser zerstört oder abgedeckt wurden und auf der Elbe einige mit Getreide beladene Schiffe untergingen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Album Academiae Vitebergensis ab A. Ch. MDII usque ad A. MDCII. Volumen secundum sub auspiciis Bibliothecae Universitatis Halensis ex autographo editum. - Halle, 1894)

11.03.1562
Verdacht
Erfurt
Thüringen
n.bek. "Im Jahr 1562. entstund den 1. Martii im Mittag ein so grosser Wind, welcher Häuser und Scheuren niederrisse, auch grosse Bäume umschmisse. Von dem Thurne auf S. Peters-Kirche warff er das Creutz herunter, welches Manns hoch war. Auf dem Peters-Berge bey S. Leonharts-Kirche riß er zwey Häuser vom Grunde aus der Erden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Falckenstein, S. 640)

Januar 1562
Verdacht
Grimma
Sachsen
n.bek. "Anno 1561 den Freitag nach dem heiligen Christage, das ist der 27. Decembris [falsche Datierung: Freitag nach dem Christtag war der 26.12.], am tage der Vnschuldigenn Kinderlein [28.12] [Feuerzeichen, darauf:] 2. Ist auch eine grosse Dürrigket eingefallen vnndt sindt grosse gefehrliche wetter kommen, vnndt haben grossen schaden gethan an vielen orttenn, 3. Seindt auch vber aus große winde kommen auff die Durrung vnndt haben welde, Dörffer, gemauerte Turme, Schaff stelle nieder gerissen vnndt gefellet, auch große Eychenn auß der Erdenn mit wurtzeln gerissen vnndt vmbgeworffen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Grimmische Chronica, darinnen viel vnndt mancherley alte Geschichte von Anno Christi sieben biß Anno 1600 begriffen vndt beschrieben werden. - Grimma, nach 1600.)

04.05.1561
Verdacht
Zossen, Mittenwalde
Brandenburg
n.bek. "Anno Christi 1561, Donnerstag nach Misercordias Domini [24.04.], ist in einem grausamen Wetter vnd regen ein grosser hagel gefallen, welche viel tage gelegen, dadurch zur Zossen, Gallin [Gallun] vnd Krummen See bey Mittenwalde viel Getreide verderbt vnd für den Thoren viel Keller vnd Scheunen eingerissen vnd mehr als 200 fl. werd bier vnd getrencke verseufft worden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Microcronicon Marchium, S. 121. - In: Riedel, Adolph Friedrich, Riedel’s Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Mark Brandenburg und ihrer Regenten. [...] Des Vierten Hauptteils oder der Urkunden-Sammlung für die Orts- und spezielle Landesgeschichte erster Band. - Berlin, 1862, S. 304-320.)

Jahr 1560
Verdacht
Bad Langensalza
Thüringen
n.bek. "Im Jahre 1560 hat ein fürchterlicher Orcan sich erhoben und zwar nach den älteren Chroniken, denen wir hier am meisten trauen, am 13ten September Dienstags nach Mariä Geburt, nach Stielers Berichte am 16ten Mai. In der Sache selbst treffen alle Nachrichten zusammen. Es war ein großes schweres Wetter, oder vielmehr ein Unwetter, welches mehr als 100 Gebäude besonders auf der Tränke in der Neustadt und in der Jüdengasse aus dem Grunde gerissen hat. Vor dem Augustiner Kloster stand damals eine große Linde, vielleicht von einem frommen Mönche oder gar von des Klosters Stifter in grauer Vorzeit gepflanzt; diese riß der Wind mit allen Wurzeln tief aus der Erde heraus. Von einem Pfeiler am Bonifaciusthurme schleuderte es einen Quaderstein mit solcher Gewalt herab, daß er in die Erde fuhr. Die meisten Baumgärten wurden umgerissen: Schaden entstand überall. Das Klauenthor, wahrscheinlich der Thorthurm, wurde abgedeckt." (Quelle: Carl Friedrich Göschel, Christian Friedrich Hentschel, Chronik der Stadt Langensalza in Thüringen. 1818) - Tornadoverdacht besteht hier vor allem wegen der Intensität der Schäden.

09.05.1560 Mansfeld a.d. Wipper
Thüringen
n.bek. "Gleicher Gestalt war den 29. Aprilis ein ungestümmer Wind / und gegen Nacht ein schreckliches Donderwetter mit grossen Regen / der Wind hub an etlichen orten die Dache von den Heusern auff / und fürete sie hinweg / riß Bewme aus der Erden. So schlug das Wetter und der Hagel die Saat in die Erde. Zum Arnstein sind viel Fenster zurschlagen / und sunst an Dachen schaden geschehen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Cyriacus Spangenberg, Mansfeldische Chronica [...]. Der erste Theil, S. 480. - Eisleben, 1572)

24.08.1559 Freiberg
Sachsen
F3-F4 " Den 14. Augusti hat sich zu Freybergk der Himmel nach Mittage umb zwey uhr mit Ungewitter plötzlich überzogen / daß es so tunckel und finster worden / als wenn es abend were / und ist erstlich ein hefftiger Sturmwind mit gewaltigen prasseln entstanden / welcher unter andern einen Mühlwagen mit vier Pferden auff dem Marckte drey mal umb ring geführet / und so grausam auff die Häuser gestürmet / als wenn alles in grund gehen wolte;
Darauff geschwinde ein harter Donnerschlag nach dem andern mit steten wetterleuchten und plitzen erfolget / auch solche grosse ungehewre Schlossen und Hagelsteine gefallen / dergleichen man kaum dieser Gegend erfahren;
Denn etliche sind als zimliche Boßkugeln groß / am Gewichte drey Pfund und drey Viertel schwer gewesen / andere wie Gänse und Hünereyer / grösser und kleiner / in mancherley gestalt und formen / theils rund / theils viereckigt / theils mit Zacken wie Creutze / Spangen und Rosen an Gürteln / dadurch die meisten Fenster / und viel tausend Ziegel auff den Dächern zerschlagen / die stücken davon mit grosser ungestüm von einem Hause zum andern / auch zun Fenstern hinein geworffen / viel Arbeiter im Felde verwundet / Pferde / Kühe / und sonderlich das Geflügel / zahm und wild niedergeschmissen / die Bäume verderbet / und die Gebäwde also beschädiget worden / daß man nur an Dachziegeln nicht so viel in einem gantzen Jahr brennen können / als man zu wiederbelegung der abgedeckten Häuser bedürfftig / und unter dessen Schindeln brauchen müssen.
Noch ists zu Bobritz / da obengedachte Hand vorigen Tages gesehen worden / viel ärger zugangen / denn eben diese zeit der gantze Himmel allda voll Fewer gewesen / auch etliche klumpen herab gefallen / die viel Bäume und Gebüsche versenget / und grosses schrecken verursachet.
Drauff ein gewaltiger Wirbelwind sich erhoben / der etliche Bawerhöfe mit Scheunen / Ställen / Backhäusern und andern Gebäwden in einem Hui mit grossen krachen in Hauffen geworffen / die Dächer stückweise über den Torantischen Wald in Lüfften weggeführet / das Holtz / Bettgewand / Leilach und Kleider in eine fast ungläubliche weite verwehet / und also gewütet / daß es nicht wol mit Worten zu schreiben / und die meisten gemeinet / der letzte Tag des HERRN were verhanden / und Himmel und Erde würde über einen hauffen gehen.
In des einen Bawers Garten hat es viertzig starcke fruchtbare und tragende Obstbäume mit den Wurtzeln aus der Erden gerissen / und en einen / welcher klafftrich gewesen / über eine Scheune hinweg ins Wasser gestürtzet / auch einen grossen Wacken und Stein / der halb in der Erde an eines andern Baums Wurtzel gelegen / und sechs Ellen in umbfange gehabet / mit solcher gewalt sambt dem Baume heraus gehoben / daß der Stein neun Schritte zurücke geprellet / der Baum aber vierzehn Schritte von seiner stäte funden worden.
Für einer Witwen Hause hat er einen Rüstwagen hinweg genommen / und in der Höhe über fünff und achtzig Schritte weit biß ans Wasser geführet / da er ihn wider eine alte zerstümmelte Linden geworffen / daß die Räder davon gesprungen / und die Axen zerbrochen. Im Garten neben diesem Hause hat er alle Obstbäume entzwey geschlagen / etliche wie Wieden umbgedrehet / auch den einen / der unten am Berge gestanden / hoch auff den Berg hinauff gesetzet / und sonst alles wunderlich umb und umb gekehret / und trefflichen schaden gethan.
Doch hat bey so grausamen gefährlichen Wetter der gütige Gott / gleich wie in der Stadt / also auch in diesem Orte die Menschen gnädigst behütet / daß keiner umbkommen. etliche sind zwar in ihren Häusern verfallen / und hat man zu ihnen räumen müssen / haben doch am Leibe keinen schaden genommen.
Peter Grimmer ein Bawersman / der nur zwey Jahr zuvor ein gantz new Hauß auffgebauet / als die ungestüme angangen / ist er mit seiner Frawen und fünff kleinen Kindern in die Stube gelauffen / und in einen Winckel gekrochen / unterdessen hat das Wetter das Dach mit dem Obertheil der Stuben hinweg gerissen / und davon geführet / auch alsbald drauff den Leym / sambt den Trämen und Balcken / die Stubenwände / Fenster / Ofen / Thür / und das gantze Hauß in hauffen gestossen / daß nichts stehen blieben / so nicht zerbrochen oder zufallen / als der kleine Winckel oder Räumlein / etwan fünff Schuch lang und breit / da die armen und betrübten Eltern mit den kindern / welche sie mit ihren Armen und Leibern bedecket / gesessen.
Eine Witfraw die Martin Lehmannin / als sie ihre Kinder und Magd zum Gebete vermahnet / und auff die Knie niedergefallen / ist das Hauß und Stube über und neben ihr eingangen / nur an dem Orte / da sie mit den Kindern auff den Knien gelegen / sind die Breter der Stubendecke / durch Gottes wunderbare Schickung / an einem Balcken behangen blieben / als auch der Sturmwind einen grossen langen Sparren von des Nachbars Hause / über zwey und dreissig Schritte weit / zum Stubenfenster hinein wie ein Pfeil / gleich nach dieser Fraw und den ihrigen geschossen / hat doch Gott der HERR solches abgewendet / daß gedachter Sparren ihnen nichts geschadet / sondern nechst bey ihnen weg in Ofen hinein gefahren.
Dergleichen wunders mehr ist in diesem schrecklichen ungewitter geschehen / welches theils in einer besondern relation, theils in D. Andr. Muscul. tractat von des Teufels Tyranney / Macht und Gewalt / ingleichen in speculo mundi indurati Sigismundi Svevi und andern Orten umbständiglich erzehlet wird / wie es auch M. Mich. Hempel Carminicè beschrieben / und in Druck gegeben. Dabey denn zu notiren / daß die Bäume / die in diesen ungestümen Wetter von Sturmwinde niedergeschlagen worden / und noch etwas in der Erden mit den Wurtzeln stehen blieben / und Michaelis so schön geblühet haben / daß man sich drüber verwundern müssen / weil an den andern Bäumen / die keinen schaden von Wetter genommen / solches nicht geschehen. >" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Andreas Moller, Theatrum Freibergense Chronicum, Beschreibung der alten löblichen BergHauptStadt Freyberg in Meissen [...], S. 271-274. - Freiberg, 1653)

19.08.1556
Verdacht
Elterlein
Sachsen
n.bek. "Anno 1556. am Abend S. Laurentii [09.08.] um 8 Uhr kam ein grausam Wetter mit einem Sturmwind / Donner und Blitzen über Elterlein / daß die Lufft erschrecklich brausete / es warff Feuer wie Kugeln / die auff dem Marckt herum lieffen / als wolte es alles anzünden. Andreas Unger / der Zeit Pfarrer / ließ die Leute zum Gebet vermahnen und das kleine Kirchen-Glöcklein im spitzigen Thurm läuten / da risse der Sturmwind den halben küpfern Kopf / drein 6 Metzen Korn gegangen / von der Kirchspitzen / und warff ihn auf den Hüttenhof / deckte die Kirche / Pfarre / Schul- und andere Häuser auf / alle Gassen lagen voller Schindeln und Bretter von Giebeln / und haben die Leute nicht anders gemeynet / es klingen Paucken und Posaunen unter einander." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Beschreib. des...Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. X)

23.11.1555
Verdacht
Mansfeld
Thüringen
n.bek. "Den 13. Nouembris / entstund zu Nacht ein grawsamer Sturmwind mit solchem Brausen / als wolt er das Schloß in hauffen stossen / rieß auch auf dem Lande / etliche wiewol wiewol wenig Gebewe und Bewme umb." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Spangenberg, Cyriacus, Mansfeldische Chronica [...]. Der erste Theil. - Eisleben, 1572, S. 473)

Jahr 1554
Verdacht
Brughowe
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Sturmereignis aus Brughowe. Der Ort wurde letztmalig 1554 erwähnt und dies vermutlich in Zusammenhang mit Verwüstungen durch schweres Wetter. Der Ort befand sich nahe Wanzka, 6 km östlich vom heutigen Neustrelitz. Dazu aus Wikipedia: "Die letzte Erwähnung ist aus dem Jahr 1554 bekannt, in der dieses Dorf als Einzeldorf unter dem Namen "Brauche" verzeichnet ist[3]. Ein Grund für die Aufgabe des Dorfes ist nicht überliefert."

01.09.1552
Verdacht
Stralsund
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Van grotem storme. Anno 1552 deß sondages vor Bartholomei [21.08.] vp de middernacht vmme 12 waß so einn grot storm-windt, deß blixent vnd donnerent vnnd vnstumicheitt, datt me meinde, de jdt segen vnnd horden, datt de weldt scholde vorgann. (So kumpt de here mitt sinem ordell vnnd gerichte!) Vnnd schach so grott schade, datt ock vth der erdenn vele bome weieden, nicht jn einer wegen, sonder jn vele dorper vnnd stede vnnd lande darauer klagedenn, datt auett vann denn bomenn, de bome vth der erden. Jck hedde einenn schonenn walbom, dar jck konde alle jar j. t. note van krigen, vnnd stunde doch seker tusschenn der stadt murenn vnnd hogenn huseren; noch waß he mitt wortelen vth der erdenn geweigett." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Berckmann, S. 133-134)

31.08.1552
Verdacht
Meißen
Sachsen
n.bek. "Desgleichen windt war auch im lande zu Doringen, Meißen und der Margke etc. Zu Brunschwig warff er auch einen großen thurm hernieder. An etlichen orten (wie woll ungleublich düncken mocht) hats die menschen aufgehoben und in den lüfften viel wegs umbgefüret und ohne schaden wider nider gesatzt. Viel leut wolten halten, es were ein Erdbibungk gewesen, welchs dan auch woll gleublich ist." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Forts. Magdeb. Schöffenchr., S. 77)

31.08.1552
Verdacht
Doringen
Thüringen
n.bek. "Desgleichen windt war auch im lande zu Doringen, Meißen und der Margke etc. Zu Brunschwig warff er auch einen großen thurm hernieder. An etlichen orten (wie woll ungleublich düncken mocht) hats die menschen aufgehoben und in den lüfften viel wegs umbgefüret und ohne schaden wider nider gesatzt. Viel leut wolten halten, es were ein Erdbibungk gewesen, welchs dan auch woll gleublich ist." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Forts. Magdeb. Schöffenchr., S. 77)

31.08.1552
Verdacht
Magdeburg
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Den 21 Augusti dieses 52 Jares zu nacht umb mitternacht entstundt ein ungeheurer windt, desgleichen in ettlichen hundert Jaren nicht gewesen war, das viel leut meineten, der jüngste tagk würde komen. Er warff die eine hohe spitzen von S. Jacobs thurm, die vor dem feinde war bestehen blieben, und die eine spitzen von S. Ulrichs thurm, die da stundt nach der Sudenburgk warts umb, und wurden diese beide kirchen von dem fall schendtlich zerfallen, dan die thürme und sonderlich der zu S. Ulrich fiel auff die kirche und Orgell.
Er warff auch den steinern gangk, der von des Bischoffs hofe auffm Newenmarckte in die thumbkirche gehet, hernieder. Er riß große beume aus der Erden und that großen schaden an gebew, menschen und viehe.
Desgleichen windt war auch im lande zu Doringen, Meißen und der Margke etc. Zu Brunschwig warff er auch einen großen thurm hernieder. An etlichen orten (wie woll ungleublich düncken mocht) hats die menschen aufgehoben und in den lüfften viel wegs umbgefüret und ohne schaden wider nider gesatzt. Viel leut wolten halten, es were ein Erdbibungk gewesen, welchs dan auch woll gleublich ist." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Forts. Magdeb. Schöffenchr., S. 77)

31.08.1552 Braunschweig
Niedersachsen
n.bek. "Zu Brunschwig warff er auch einen großen thurm hernieder. An etlichen orten (wie woll ungleublich düncken mocht) hats die menschen aufgehoben und in den lüfften viel wegs umbgefüret und ohne schaden wider nider gesatzt. Viel leut wolten halten, es were ein Erdbibungk gewesen, welchs dan auch woll gleublich ist." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Forts. Magdeb. Schöffenchr., S. 77)

31.08.1552 Regensburg
Bayern
n.bek. "21. August: In Thüringen und in der Mark Brandenburg, in Meissen und in Braunschweig sehr heftiger Sturm, stellenweise Wirbelsturm" (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Chronicon Magdeburgense, Magdeburger Schöppenchronik bis 1565. In Chroniken deutscher Städte, Bd. VII und XXVII. Leipzig 1869 und 1899)

29.05.1552
Verdacht
Schleusingen
Thüringen
n.bek. "Den 19. Maij / bin ich deneben etlichen hohen Personen bey Schleusingen auff einer Glaßhütten gewesen / da hat sich / als wir wider nach der Stadt gezogen / ein ungehehwres Donderwetter / Blitzen und Leuchten / und zugleich auch ein grawsamer Sturmwind erhoben / der ein gewaltigen Strich Kieselsteine mit sich gefüret [...]." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Spangenberg, 1572, S. 467)

22.01.1552 Relbehausen, Lützelwig
Hessen
n.bek. "den 12 ist ein sturmwindt entstanden /darauff zwischen zwoelf und ein uhr ein schrecklich wetter und bixen mit einem untergemengten erdbidem geschehen / von welchem sich an etlichen staetten und graebern die mawren und leichstein tieff gesencket : zu Relbehausen im ampt Homburgk eine behausung in einander geworffen / und dennoch das weib / so mit einem kinde im bett gelegen / in dem sich ein grosser balck ueber das bette gestuertzet / mit sampt dem kinde nicht beschediget / doch ist die wiege vor dem bette zu kleinen truemmern geschlagen. Zu Lutzelwig in eben bemeltem ampt hat dieser sturm an eines junckernhauß die stube an ein ander ort verruckt / einem andern bawren das obertheil des hauses hinweg gerissen und den boden voll korns darmit / welches doch alles unbeschediget blieben." (Quellen: Wilhelm Dilich, Hessische Chronica, Cassel 1605, p. 319-320 sowie Wettergeschichte Hessen sowie Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004)

14.01.1542
Verdacht
Jena
Thüringen
n.bek. "Auf Mittwoch nach dem neuen Jahr [04.01.] kam ein grausam stark unerhörter Wind, der that merklichen Schaden, er warf Häuser und Scheunen ein und riß große Bäume aus der Erde, und fiel Feuer vom Himmel." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Herbert Koch (Hrsg.), Chronologus Jenensis seu Annales Germano-Thuringo-Jenenses. - Jena, 1914)

August 1537 Annaberg-Buchholz
Sachsen
n.bek. "Jm August hat sich alhier der Himmel Mittags mit Ungewitter plötzlich überzogen, daß es so dunckel und finster worden, alß wenn es Abend wehre, und ist ein hefftiger Sturmwind mit gewaltigen Praßeln entstanden, welcher ein Mühlwagen mit 4 Pferden auff dem Marckt etliche Mahl umb rings geführet, wie auch sonst ein Rüstwagen hinweg genommen, und in der Höhe über die Stadtmauren geführet, ja so grausam auff die Häuser gestürmet, alß wann alles zu Grund gehen wollte.
Dorauff ein harter Donnerschlag nach den andern mit steten Wetterleuchten und Blitzen erfolget, der gantze Himmel voll Fewer gewesen, daß etliche Klumpen herab gefallen, welche viel Bäume versenget, und groß Schrecken verursachet, daß jederman vermeinet, der jüngste Tag wehre vorhanden, Himmel und Erden würden über einen Hauffen fallen.
Johann Fligger ein Kupferschmied, sehr dick von Leib, ist von des Rathhauses-Thürmlein, welches er mit Kupfer gedecket, herunter in den Bleyhoff gefallen, aber durch den Schutz der Engel also behütet, daß er an seinen Leibe gantz keinen Schaden genommen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Arnold, S. 170-171)

09.07.1536
Verdacht
Naumburg
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Jn Petri-Pauli Markt ist ein solch großer Sturm zu Mittage ungefähr um 1 Uhr und Regen darauf kommen, dergleichen kein Mann gedenkt, und dieser Sturm führte den Buchführern die Bücher aus den Buden, etliche viele Quadern auf S. Wenzelsturm hinaus, der Spitze gleich und höher, auch weit und ferne in die Gassen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Braun, S. 231)

19.08.1535 Regensburg
Bayern
n.bek. "19. August: Starkes Gewitter mit Hagel und Wirbelsturm in Regensburg" (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Leonhart Widmann (gest. 1557): Regensburger Chronik. In Chroniken deutscher Städte, Bd. XV. Leipzig 1878)

29.01.1535
Verdacht
Jena
Thüringen
n.bek. "Auf Sanct Sebastian Abends [19.01.] spät erhob sich ein grausamer Wind, riß Häuser ein und zerriß sie. Der Wind währete bis auf Montag [25.01.] früh." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Koch, Herbert (Hrsg.), Chronologus Jenensis seu Annales Germano-Thuringo-Jenenses. - Jena, 1914/1937, S. 11)

07.06.1530
Verdacht
Osnabrück
Niedersachsen
n.bek. "Ein orkanartiger Sturm schädigt Waldungen um Osnabrück schwer und vernichtet viele Häuser in der Stadt" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976)

04.02.1530
Verdacht
Alt-Zella bei Nossen
Sachsen
n.bek. "In anno 1530 jar an S. Sebastianstag [20.01.] so weyet der windt zue Weyga den kirchenthurn umb und veil heüsser in derffern, auch baum in walden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Roder (Hg.), S. 191)

30.01.1530
Verdacht
Weigheim
Baden-Württemberg
n.bek. "In anno 1530 jar an S. Sebastianstag [20.01.] so weyet der windt zue Weyga den kirchenthurn umb und veil heüsser in derffern, auch baum in walden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Roder (Hg.), S. 191)

18.02.1526
Verdacht
Kleve bis Dortmund
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Schwerer Sturm in Westdeutschland; in Dortmund, Wesel und Kalkar werden Kirchtürme umgeworfen (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Dietrich Westhoff (gest. 1552): Dortmunder Chronik von 750 - 1550. In Chroniken deutscher Städte, Bd. XV. Leipzig 1878) - "Donderstaegs na Marien Lechtmissen [08.02.] (und was sumpers dag [Anm.: Ueber den Simperstag vgl. Schiller-Lübben, Mittelniederdeutsches Wörterbuch IV, 208; keiner der dort angeführten Tage paßt auf Westhoffs Angabe. Die Dominikanerchronik (A 18 a) hat das unrichtige Datum: "die Agathe, que erat dies jovis / in Wirklichkeit Montag / volgariter "Simpeldach".] als man in nompt) was binnen und buten Dortmunde und umher so geweldig und stark wint, dat es torne, huser, ja kerken up einander dael geworpen, nam ouch domals die vannen von Sanct Reinholts torn und beide stangen beneven dem klote, und brachte villen menschen groten schaden. / To Calcar heft er einen kerktorn dale geworpen und to Wesel ein deil des torns darneder slagen. To Till [Anm.: Till sö. von Cleve] ein groet isern cruez van dem torne geworpen, desgelijchen ouch binnen Dortmunde van dem Predigercloester torn dat cruez afgeworpen und vel in Johan Wernens unses huesvaders dak [Anm.: Den Sturm erwähnt auch die oben S. 418 Anm. 4 citirte kleine Kölnische Chronik S. 13. - Ueber den Sturz des Kreuzes vom Thurm der Dominikanerkirche berichtet das Chron. Dom. A 18 a: "que crux ceceidit in stramineum tectum Werneri Fabri op der Wort". Auf der Wort (Mönchewort) hieß der Platz, auf dem sich die Dominikanerkirche erhob.). Seint ouch etliche scheppe [Anm.: "Zu Rees" setzt die Dominikanerchronik hinzu.] ufeinander gedrungen durch die gewalt des Wints verdrunken mit villem volke."" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Chronik des Dietrich Westhoff von 750-1550. - In: Die Chroniken der westfälischen und niederrheinischen Städte. Bd. 1. - Leipzig, 1887. - S. 420f)

Jahr 1525
Verdacht
bei Torgau
Sachsen
n.bek. "1410 verheerte ein Sturmwind - denn von Sturm und Wetter wimmeln die Chroniken - ganz Meißen und Thüringen und 1525 raste einer so heftig bei Torgau, daß 54 Kühe durch einen Windstoß in den Teich geworfen wurden." (Quelle: Friedrich Joseph Grulich, J. Chr. A. Bürger, Friedrich Joseph Grulich's Denkwürdigkeiten der altsächsischen kurfürstlichen Residenz Torgau aus der Zeit und zur Geschichte der Reformation, nebst Anhängen und Lithographien. 1855)

30.06.1520 Werd
Bayern
n.bek. Genauer Ort unbekannt, eventuell heute Wörth? "30. Juni: 200 Häuser werden bei Werd in Bayern durch einen Wirbelsturm umgeworfen" (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Wilhelm Rem (gest. 1529): Cronica newer geschichten. In Chroniken deutscher Städte, Bd. 25. Leipzig 1896)

06.07.1517
Verdacht
Bohlingen
Baden-Württemberg
n.bek. "Item im selben jar uff fritag nach sant Johanstag im sumer [26.06.] am aubend do kam ain solich graußam wetter mit ungestieme aines windes durch alle land im Hegow, zu Bolingen warf der wind fill hußer nider, desgelich in des von Wurtenberg land etlich schloß ab den bergen und zu Norlingen in der stat fill hußer darnider un tett in allen landen so unseglich großen schaden, darvon nit zu redend noch zu schriben ist. Item uff den selbigen fritag nach sant Johanstag im selben wetter warf der wind das tach hie ob der bruck for dem Bickenthor gantz und gar hinab in den bach gegen dem Niderthor und thet hie an den hußern, desgelichen an den techern fast grosen schaden. Item in des von Wurtenberg land nam das selbig wetter durch das gantz land win und korn und alle frucht, der grosst hunder im land, das ie gehortt ward." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Roder (Hg.), S. 67)

26.06.1517
Verdacht
Nördlingen
Bayern
n.bek. "Am 26. Iuni 1517 Abends stürmte eine Windsbraut mit furchtbarer Gewalt über das Ries hin, „warf das langkhaus zu sant Haimprandts kirchen auf dem perg, von einer guten, newlicher jar ernewten, doch einer alten, dicken maur on pfehler, bis auf das erdtrich gar ernieder vnd beschedigte den chor hart." (Quelle: Anton von Steichele, Das Bistum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben, 1872)

Verdachtsfall Nördlingen (Skywarn)

26.04.1513
Verdacht
Ruhrgebiet
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Dis jaers am 16. Aprilis ist binnen Nues der kerktorn durch groet wintstorm nider geworpen bij nacht tiden und heft ein junkvrauw darselbs doet gevallen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Chronik des Dietrich Westhoff von 750-1550. - In: Die Chroniken der westfälischen und niederrheinischen Städte. Bd. 1. - Leipzig, 1887. - S. 397)

11.06.1511
Verdacht
Regensburg
Bayern
n.bek. "Am 11. Tag des Junius war hierauf ein groß grausam Ungewitter von Regensteinen (Hagel) begleitet; den mehrern Theil hin ob der Stadt. Zu Prüfling hat es im Kloster merklichen Schaden gethan an Vieh und anderm; an einem Barn vier Roße ertränkt, die Mauern oben im Hof am Stall eingerissen; die Roße und den Barn, daran sie geheft seyn gewesen, Steine (darunter gehaute Stücke zu 6 Centner gewesen,) aufs Feld hinausgeführt, viel Vögel erschlagen und ertränkt, auch auf dem Freudhofe zu Niedermünster auf den Linden viele Krähen zu Tod geschlagen. Item in den Winzer-Bergen in einer Wiegen hat's einen guten Theil eines Weingarten (der Trainer genannt) Stöcke und Erde herabgetragen, und ein Wint oder Biethaus mit Grund und Boden, Bottich und allem Geschirr in die Donau gerissen und hinweggeführt. - Einige behaupten, der Bodeb hätte dabei gebebet, und die Stöße im Abgrunde der Erde seyen im ganze Lande bemerkt worden." (Quelle: Carl Theodor Gemeiner, Die Regensburgische Chronik. 1824)

Anmerkung:
Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erweitert. Sollte ein Ihnen bekannter Tornado fehlen, dann mailen Sie mir bitte.


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