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Verdacht = Fall wird noch untersucht W = Wasserhose

Datum Ort Stärke Beschreibung
22.05.1695 Eilenburg
Sachsen
n.bek. "Den 12 May / als an dem ersten Hl. Pfingst-Feyertage Nachmittags / ist es gantz trübe und finster am Himmel worden / und ein starcker grausamer Wind entstanden / der den Staub in die Lufft geführet / also daß man fast nirgends hin dafür sehen können / worauff ein schweres Gewitter erfolget / welches an vielen Orten / sonderlich hinter Merseburg / Schaffstädt / Naumburg und Querfurt etc. durch Schlossen und sonst sehr grossen Schaden / so wohl an Feldfrüchten / als auch an Fenstern und Dächern gethan." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Simon, Jeremias, Eilenburgische Chronica [...], S. 832 f. - Leipzig, 1696)

30.06.1694 Breitenbrunn, Kirchberg
Sachsen
n.bek. "Anno 1694 den 20 Junii geschach die fast unvergleichliche Inundation, welche nach 4 tägigem starcken Land-Regen an der Zwickauischen Mulda / Elster / Tzschopa / Chemnitz / auch der Elbe grossen Schaden an Menschen / Vieh und Gebäuden gethan.
Jn der Nacht zwischen dem 13 und 14 Junii merckten etliche Bergleute aus der Sosa am Steinbach unter der Säu-Schwemme an der Joh. Georgen-Städter Holtzung / daß ein Regen und Donner kommen wolte / da sie sich nun in ihre Kau salviren wollen / sehen sie im Grunde nach Breiten-brunn einen großen wie Schwefel stinckenden Dampff aufsteigen / und hören einen schrecklichen Sturmwind aus der Erden ausbrechen / mit grossem Krachen und Prasseln / also daß er gantze Stücke der Erden mit allen darauff stehenden großen Bäumen etliche Stuben hoch in die Lufft geführet / und die Bäume mit den Gipffeln wieder zur Erden gestürtzet. 8 Tage darnach spürete man zum Eibenstock wiederumb eine grosse Erschütterung der Erden.
Der grosse Felß zur Schwefel-hütte oder Neidhartsthal ist zerklöbet und stückweise eingefallen. Auf so erschüttettem Erdboden ist die grosse Fluth mit ungläublicher Geschwindigkeit gedachte Nacht vor dem 20 Junii gewallet kommen / daß die Fuhrleute / so mit Last-Wägen auf dem Lande gegen Zwickau gewesen / alles müssen stehen lassen / umb ihr Leben zu retten. Das Erdreich war alles locker und bebend / und haben die Leute umb Kirchberg eine Meile hinter Schneeberg gemercket / wie das Wasser häuffig aus der Erden heraus gewallet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. XVII. - Leipzig, 1747)

26.06.1694
Verdacht
Johanngeorgenstadt
Sachsen
n.bek. "Anno 1694 ergoß sich ein gewaltsamer Wettersturm über die Jngol- und Johann Georgen Stadt / welche die Claß-Hütte vom Grund wegrisse / mit grosser Gewalt bey gedachter Stadt vorbey grassirte / Pferde und ander Vieh ersäuffte." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. XVII. - Leipzig, 1747)

18.09.1693
Verdacht
Eilenburg
Sachsen
n.bek. "Anno 1693. wurde den 8. Sept. wiederum ein Erdbeben so starck verspüret, daß die Frau und Kinder auf S. Wipperti Thurn umgefallen. Der Sturm-Wind ließ sich zu dreyenmahlen hören, und thät in den Wäldern grossen Schaden, risse auch auffm Walle etliche Linden-Bäume aus der Erden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Simon, Jeremias, Eilenburgische Chronica [...], S. 822 f. - Leipzig, 1696)

27.08.1693 Jüterbog
Brandenburg
n.bek. "Den 17 Aug. Nachmittages zwischen 4 und 5 Uhren / erhub sich jähling (nachdem zuvor den gantzen Tag schön hell und klar Wetter und Sonnenschein gewesen /) ein grausam starcker Sturmwind / nebenst einem schweren Gewitter / also daß von Abend her / die schwartzen Wolcken gantz nidrig / gleichsam gewaltzet / herkahmen / gleich als ob sie auff die Erde fallen / und eine Wolckenbrust verursachen wolten / darbey der ungeheure starcke Sturmwind / den Staub und alles von der Erden empir hub / und in der Lufft forttriebe / davon es fast stockfinster wurde: (t) [=Anm.: Ibidem /Höpffner/ pag. 36 & seq. Item Leipzigsche Relation, Continuat. 14. sub mense Augusto, c. 9. Num. 5.]
Wie denn solcher Sturmwind nicht nur alles Grummet auff den Wiesen / so entweder nur gehauen war / oder in Schöbern stunde / deßgleichen auch alles Getreide / so auff dem Felde abgehauen lag / als Gerste / Hafer / Wicken / Erbsen / Heidekorn und dergleichen auffhobe / und in die Lufft berstöberte / ja die Garben von den Mandeln genommen / und sehr weit im Felde / über und über gestürtzet / also daß nur die blossen Sturtzeln / ohne Frucht / daran geblieben; sondern auch die Ziegel von den Dächern auffgehoben und herunter geworffen / daß man also auff der Gassen nirgends sicher darvor gehen können; deßgleichen die Obst- und andere Bäume in den Gärten und auff den Feldern theils zerbrochen / theils mit den Wurtzeln aus der Erde gerissen / und zu Boden geschmissen, sonderlich aber viel tausend Hoff-Stangen in den Hopff-Gärten mit sampt der Frucht darnider geleget / oder doch von denen stehend-bleibenden den Hopffen abgewehet / und abgerissen / viel Wagen auff den Feldern und Wiesen umbgekehret / wie denn solcher Sturm insonderheit einen Wagen mit Gerste beladen / (so dem Gastwirth zum schwarten Adler zuständig) / nicht weit von der Baderey auff der Brücken / als der Knecht darüber fahren wollen / plötzlich umbgeschmissen / und mit sampt dem Knechte und 4 Pferden / in die Mulda oder Mühlgraben hinunter gestürtzet / da denn durch Gottes wunderbahre Schickung der Knecht und das Sattelpferd (als welches er im Wasser noch loßgeschnitten) noch errettet worden und beym Leben geblieben / die übrigen 3 Pferde aber ersoffen: Ingleichen soll dieser Sturmwind zu Jüterbock 8 oder 10 Windmühlen umbgeworffen / auch ein Stück vom Kirchthurme herabgeschmissen / und alle Krahmer-Buden auff dem Marckte / (weil gleich Jahrmarckt daselbst gewesen / umgekehret haben / wie auch sonst an andern Orten viel Häuser und Scheunen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Simon, Jeremias, Eilenburgische Chronica [...], S. 822 f. - Leipzig, 1696) - Weiter: "Den andern Tag darauff / als den 17. dito [August], erhub sich nach Mittags halb fünff Uhr / ungeachtet es zuvor den gantzen Tag schön hell und klar Wetter gewesen / ein grausam starcker Sturm-Wind / nebenst einem Schweren Gewitter / also daß von Abend her die schwartzen Wolcken gantz niedrig / gleichsam gewaltzet / herkamen / gleich als ob sie auf die Erde fallen / und eine Wolckenbrust verursachen wolten / darbey der ungeheure starcke Sturm-Wind den Staub und alles von der Erde empor hub / und in der Lufft forttriebe / davon es fast stock finster wurde. In denen Gärten und Wälden hat dieser Wind viel Bäume theils zerbrochen / theils mit denen Wurtzeln aus der Erde gerissen und umgeworffen; Wer auff denen Wiesen Grummet stehen oder auff denen Feldern Hafer / Gerste /Erbsen /Wicken / Heidekorn und dergleichen liegen hatte / fand nichts darvon wieder / weil der Wind alles in die Höhe gehoben und zerstöbert hatte. Die Garben / welche in Mandeln gestanden / waren im Felde herum geworffen / über und über gestürtzet / und sahen nicht anders als ob sie abgeforschelt wären. Insonderheit hat der Wind vorm Peters-Thor ein Stück Schindel-Dach von einem Pferd-Stalle abgehoben / herunter geworffen / und einer vorbeygehenden Soldaten- (Andreä Walthers) Frau ihr auf denen Armen tragendes Kind von 19. Wochen erschlagen / dem Weibe aber war wenig Schaden geschehen. [...] Bald darauf brachten die Zeitungen / daß um gemeldete Zeit eine grosse Menge Heuschrecken aus Ungarn /Oesterreich und Böhmen ins Voigtland kommen / und bey Oelßnitz und Plauen gefallen wären / welche innerhalb wenig Stunden / das Getreide / Graß und Laub von den Bäumen abgefressen / und wo sie sich gelagert / alles verderbet hätten." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Johann Jacob Vogel, Leipzigisches Geschicht-Buch oder Annales. - Leipzig, 1714)

22.05.1692 Zöblitz
Sachsen
n.bek. "Anno 1695 indem am H. Pfingsttag entstanden schröcklichen Sturmwind, der strichweise in Hölzern, Gebäuden, Feldern großen Schaden angerichtet, hat Samuel Fritzsche zu Zöblitz gesehen, wie über den Gottesacker daselbst ein Knabe anzusehen 13 oder 14 Jahren, in der Luft mit angezogenen Beinen fortgeführet wurde." (Quelle: Familienforschung von Bernhard Pabst)

Sturm trägt Knaben fort (Wetterchronik)

Juli 1692 Ravensberg
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Wirbelsturm über dem Ravensberger Lande (Raum Bielefeld), "wobei auch Erderschütterungen bemerkt werden" (Erdbeben in Holland, September 1692?, Quelle: Seevewetter und F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976)

05.04.1685
Verdacht
Winningen
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Den 26. Mart. war ein gewaltiger Windsturm, der zu Winningen und anderswo grossen Schaden, eben als der Hagelschlag zwischen Bielveld und Hervorden gethan." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Abel, Caspar, Caspar Abels Stiffts - Stadt - und Land - Chronick, Des jetzigen Fürstenthums Halberstadt. - Bernburg, 1754, S. 589)

09.07.1683 unbek.
Brandenburg
n.bek. "Winde, welche in dem Lande selbst [Mark Brandenburg] hin und wieder gewütet und schaden angerichtet. [...] A. 1683. zu anfange des Julius erhub sich abermahl ein grosser Sturmwind, welcher insonderheit die baumfrüchte haüfig herunter riß die Luft aber ganz mit dampf anfüllete, dergestalt, daß man mit verwunderung die Wolken ganz niedrig gehen, und wie ein rauch mit gewalt forttreiben gesehen: [...]." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Bekmann, Bernhard Ludwig, Historische Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg. Bd. 1. - Berlin, 1751, S. 501)

18.04.1683
Verdacht
Oldenburg
Niedersachsen
n.bek. "An diesem Tage ward auch im Oldenburgischen und Land tho Wusien ein erschröckliches Ungewitter auß allen 4 Theilen der Welt sich versamblend / verspühret / welches viel Mühlen / Thürme und Dächer umbwarff / auch einen unsäglichen Schaden verursachte." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Happel, Eberhard Werner, Des historischen Kerns oder so genandten kurtzen Chronica Ander Theil. - Hamburg, 1690, S. 25)

08.12.1681
Verdacht
Leipzig
Sachsen
n.bek. "Den 28. Novembr. war ein grosser und gewaltiger Wind / welcher an Dächern in der Stadt und ausserhalb derselben an den Bäumen grossen Schaden that / warf auch einen auf der Wache stehenden Schumacher Abends umb 7 Uhr / von der Peters Pastey in den Graben / daß er den Rückgrad und den Arm 3 mahl zerbrach / darüber er auch nach wenig Stunden Todes verblichen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Vogel, Johann Jacob, Leipzigisches Geschicht-Buch oder Annales. - Leipzig, 1714, S. 813)

13.06.1680 Josbach
Hessen
n.bek. "Am 3 [Juni] war ein sonderlicher fatal- und Unglücks-Tag vor viele Tausend Seelen in Teutschland hin und wieder; In Westphalen war ein erschröcklicher Sturm mit ungemeinem Hagel vermischet / welcher alle Früchte auf dem Lande zernichtete / doch betraf er nur diejenigen Oerter / die von den Feinden in diesem letzten Krieg nit waren getroffen worden / welches sonderlich zu mercken / unnd Gottes Gerechtigkeit und Barmhertzigkeit darauß zu sehen.
Umb Braunschweig erschlug derselbe gewaltige Sturm und Hagel auff 2 Meilen herum gleichfals alle Feld-Früchte / und in Hessen thäte er noch grösseres Wunder / von dem Korn auff dem Feld / (wo nemblich der Strich hinkam) blieb nichts / als das zermalmete Stroh übrig / die Fenster wurden gäntzlich zerbrochen / (wie man dann auch von Mecheln schreibet / daß dieser Sturm an den Kirchen-Fenstern über 200 Rthlr. Schaden gethan) gantze Stück Wälder wurden mit den Wurtzeln außgerissen / und zehlet man bey einem Dorff Josbach derselben über 4000 / die Erde hat sich daselbst auch beweget / und die Häuser erschüttert / der ankommende Postwage wurde in die höhe gehoben / die Pferde übern Hauffen geworffen / und die Schlossen waren an etlichen Orthen grösser als Gänse-Eyer." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Antonius Weck, Der Chur-Fürstlichen Sächsischen weitberuffenen Residentz- und Haupt-Vestung Dresden Beschreib- und Vorstellung, Seite 539. - Nürnberg, 1679)

08.09.1672
Verdacht
Cunnersdorf
Sachsen
n.bek. "Anno 1672. den 29. Augusti fienge es an zu regnen / und stürmete dabey ein solcher Wind / der den Leuten hin und wieder die Häuser zerrisse / in Dörffern die Scheunen / Gärten und Feld-Zäune / den Hammerherren die Hütten und Kohlhäuser / die Bretmühlen und Waldhäuser nieder warff und in mancher Gemein 2 biß 300 fl. werth an Höltzern Schaden gethan.
Jn Arensfeld / Steinbach / Grumbach / Reitzenhahn / in der Schmaltzgruben / zu Cunerdorff / auff Geyer / zum Breitenbrunn / um Schwartzenberg her / hat er grausem gestürmet / Häuser und die Bäume mit der Wurtzel aus der Erden umgewehet und niedergerissen. Auff den Churfl. Höltzern hat er über 6000 Thl. Schaden gethan." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges. - Leipzig, 1747, V. Eint., Cap. Xs)

26.06.1670 Radeburg
Sachsen
n.bek. "Im Jahre 1670. den 16. Jun. Nachmittags 2. Uhr / entstunde alhier / bey sonst stillem Wetter / ein unversehener starcker Sturm und Wirbel-Wind / welcher auf dem Alten Marckte etliche noch verhandene: insonderheit die Weissen-Zeug: und Klöppel-Spitz-Buden übern hauffen warff / und die Wahren in die Lufft führte / daß theils vor den Thoren in Gärten / thiels auf den Wällen und Pasteyen / theils auf den hohen Dächern der Häuser liegen blieben / es geschahe ziemlicher Schade / und ward für einen übernatürlichen Wind gehalten." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Antonius Weck, Der Chur-Fürstlichen Sächsischen weitberuffenen Residentz- und Haupt-Vestung Dresden Beschreib- und Vorstellung, Seite 539. - Nürnberg, 1679)

07.07.1666 Hannover
Niedersachsen
n.bek. "Ein Wirbelsturm geht über Hannover hin" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976 und Seevewetter). Über den Umfang der Schäden ist nichts bekannt.
05.06.1664
Verdacht
Geyersdorf
Sachsen
n.bek. "Den 26. Mai, war der Donnerstag abends umb 7 Uhr, hat sich ein solcher Regen mit einem solchen starken Wind erhoben, daß man hat vermeinet, es wird alles zu Grunde werfen und alles zerbrechen. Es ist ja so stark erbebet, als ob ein Erdbeben darbei ist gewesen .So hat es in Städten solchen Schaden gethan, daß es bei David Lintzen seinen steinern Giebel hat eingeworfen samt der Feueressen und hat die Unterstubengewölbe eingeschlagen und das Stubengewölb und im Hausgewölb und hat seine Tochter, als Christina, erschlagen. [...] Bei der Gevatter Georg Schmitin der jüngeren ist die Feuereß auch eingefallen und hat die obern Fensterstöck auch mit runter geschlagen. Bei Hanß Zimmermann zwei Essen eingeworffen, die eine rauß auf den Markt, die andere in den Hof. Bei Christoff Meurer zwei Jubel runter geworfen, den einen in sein Haus, den andern in Bürgermeister Georg Schmiten Haus. Bei Gabriel Frentzel auch die Feueresse raus auf die Gassen, bei Wolf Groschob auch die Feueress auch eingeworfen. Und den andern Schaden, der in der Stadt geschehen ist." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Spreckel, Harms zum (Hrsg.), Des Kupferschmiedemeisters Ludwig Kleinhempel Hauschronik. Im Anhang: Die große Teuerung zu Annaberg im Jahre 1771. Nach den Originalen des Annaberger Ratsarchivs hrsg. von Dr. H. zum Spreckel, Medizinalrat. - Annaberg, 1927, S. 87)

Mai 1661
Verdacht
Großenhain, Blattersleben
Sachsen
n.bek. "Ew. kurfürstlichen Durchlaucht gebe ich in Unertänigkeit zu vernehmen, es ist auch deroselben ohnedies gnädig bewußt, wie das der große ungeheure Sturmwind in dem ganzen Lande einen unaussprechlichen Schaden hin und wieder getan als auch gleichfalls mir und meinen armen Untertanen zu Blattersleben, indem es und viele Scheunen und Häuser zerissen und umgeworfen, daß es zu beklagen, auch wohl gar meinen und des Dorfes Ruin sein wird, wo ferner Euer kurfürstlichen Durchlaucht mir nicht die landesväterliche Mildigkeit gleich anderen wiederfahren lassen und mit etwas Bauholz mir und meinen Untertanen zu Wiederaufbauung zu Hilfe kommen und weil dann die Heiden ziemlich weit abgelegen, ausgenommen die Gävernitzer Heide [SSW. v. Großenhain], allwo der Wind gleich anderen großen Schaden getan. Als gelangt an Eure kurfürstliche Durchlaucht mein untertänigstes Bitten und Suchen, Sie wollen an den Forstmeister Friedrich Sieber die gnädigste Verordnung tun, damit er mir und meinen Untertanen ein 200 Stück Windbrüche, so zum Bau tüchtig, aus obgedachter Heide auf gnädigsten Befehl folgen lassen. Solches in Untertänigkeit vermögens nach hinwiederum zu verdienen, bin ich bereit und geflissen. [Dresden, den 8. Mai 1661: Befehl zu unentgeltlichen Ausreichung des Bauholzes]" (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie SächsHStA, IRA Großenhain 1645/1646)

19.12.1660 Roßwein, Nossen
Sachsen
n.bek. "Anno 1660. am 2. Advents-Sonntage, da man von den Zeichen des Himmels zu predigen pflegt, wütete ein grausamer Sturm-Wind durchs gantze Land, der viel Thürne und Dächer, Häuser, Scheunen und andere Gebäude ruinirte, in Gärten und Wäldern die Bäume aus der Erde risse, insonderheit zu Roßwein den vorderen Spitz-Thurn übern Kirch-Chore gar abstürtzte, und das Tach abdeckte, auch vom grossen Glocken-Thurne die Bleche abriß und in der Lufft rumführte, daß es schrecklich anzusehen gewesen. Dieser entsetzliche Sturm soll damahls fast durch gantz Deutschland unsäglichen Schaden gethan haben, wovon auch Professor Notnagel zu Wittenb. als ein berühmter Mathematicus selbiger Zeit, eine bsondere Disputat. publiciret, und selbigen als einen Vorboten neuer Land-Plagen gedeutet, [...]." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Johann Conrad Knauth, Alt Zellischer Chroniken Siebendter Theil, [...], S. 231. - Dresden; Leipzig, 1721)

19.12.1660
Verdacht
bei Meißen
Sachsen
n.bek. "Anno 1660. den 2. Advent. [...] gab sich an ein unerhörter Wind als ein Vorbote desselben an / der ein gantz Dorff bey Meissen / mit Wohnungen / Ställen / Scheunen und Bäumen biß auf 3 Höfe umgewehet / den Torgauischen Wald fast gar niedergeleget / bey Dippoldiswalde eine Schäferey niedergerissen und 100 Schafe erschlagen. Am gantzen Gebirge herauf hat er gantze Riegel Holtz auf den Bergen / auf den hohen Höltzern viel 1000 Bäume / auch Häuser und Scheunen niedergeworffen / auf Annen- und Marienberg hat er etliche 100 Thl. an Ziegeln- und Kirchen-Fenstern Schaden gethan / zu nahe Rückerswalde / Cunersdorff / Bärenstein / in Krandorff / Grunstädtel / Breittenbrunn / Pöle und Rittersgrün die Häuser zerrissen / aus den Kämmen geschoben und gar eingeworffen / und viel 1000 Bäume auf ihren Höltzern umgewehet. Bey der Preßnitz auff dem Reuschberg hat der Sturm einen mit 8 Strichen beladenen Korn-Karren mit samt dem Pferd umgestossen / als die Leute in Scheibenberg aus der Kirchen gehen wollen / meynte iedermann / der Sturm würde die Kirche eindrucken und die Leute in Lüfften wegführen / welche der Wind in die Höhe hube und wider GOttes Boden warff / sie wider ihren Willen an die Mauern schmisse / risse ihnen die Hüte / Mützen / Schleier / Schauben vom Halse und führte sie weg / jagte die Leute im Sprung und lauffend auff die Thüren zu / und warff sie um auff der Strassen und auff ebenem Weg / daß theils auff allen vieren kriechen müssen. Also haben die Winde auch Anno 1667. 1669. in diesem Gebirge gestürmet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. X. - Leipzig, 1747)

19.12.1660
Verdacht
diverse Orte
Sachsen
n.bek. "Anno 1660. den 2. Advent. [...] gab sich an ein unerhörter Wind als ein Vorbote desselben an / der ein gantz Dorff bey Meissen / mit Wohnungen / Ställen / Scheunen und Bäumen biß auf 3 Höfe umgewehet / den Torgauischen Wald fast gar niedergeleget / bey Dippoldiswalde eine Schäferey niedergerissen und 100 Schafe erschlagen. Am gantzen Gebirge herauf hat er gantze Riegel Holtz auf den Bergen / auf den hohen Höltzern viel 1000 Bäume / auch Häuser und Scheunen niedergeworffen / auf Annen- und Marienberg hat er etliche 100 Thl. an Ziegeln- und Kirchen-Fenstern Schaden gethan / zu nahe Rückerswalde / Cunersdorff / Bärenstein / in Krandorff / Grunstädtel / Breittenbrunn / Pöle und Rittersgrün die Häuser zerrissen / aus den Kämmen geschoben und gar eingeworffen / und viel 1000 Bäume auf ihren Höltzern umgewehet. Bey der Preßnitz auff dem Reuschberg hat der Sturm einen mit 8 Strichen beladenen Korn-Karren mit samt dem Pferd umgestossen / als die Leute in Scheibenberg aus der Kirchen gehen wollen / meynte iedermann / der Sturm würde die Kirche eindrucken und die Leute in Lüfften wegführen / welche der Wind in die Höhe hube und wider GOttes Boden warff / sie wider ihren Willen an die Mauern schmisse / risse ihnen die Hüte / Mützen / Schleier / Schauben vom Halse und führte sie weg / jagte die Leute im Sprung und lauffend auff die Thüren zu / und warff sie um auff der Strassen und auff ebenem Weg / daß theils auff allen vieren kriechen müssen. Also haben die Winde auch Anno 1667. 1669. in diesem Gebirge gestürmet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges. - Leipzig, 1747, V. Eint., Cap. X)

26.11.1660 Frankfurt/Oder
Brandenburg
n.bek. "Winde, welche in dem Lande selbst [Mark Brandenburg] hin und wieder gewütet und schaden angerichtet. [...] Eine gleichmäßige Beschaffenheit [wie der Winter 1647/48] hat es mit dem winter von A. 1660. bis 61 gehabt, dessen anfang gleichfalls den 16. Nov. welches damahls der Freitag in der Frankfurter Martinimesse war, abends gegen 8 Uhr mit einem sehr grossen Sturm sich eraüget, und hielt der wind mit den buden auf dem Markte übel haus, so daß man aus etlichen derselben den folgenden morgen die leinwand und spitzen hin und wieder zerstreuet liegen, auch zum theil auf andere buden hinauf geworfen sahe.
Der Urheber der Beschreibung des Oderstrohms s. 181. meldet, er hätte auch unter andern das Herrenhaus, darin die vornemste hochzeiten gehalten würden, niedergeworfen, welches iedoch nur ein einzelner steinerner giebel nach der Oder zu gewesen, welcher an gedachtem hause noch übrig war, und damahls herunter geworfen ward, das haus aber sonsten schon lange vorher wüste, dach und fachlos und zu allem gebrauch untüchtig gestanden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Bekmann, Bernhard Ludwig, Historische Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg. Bd. 1. - Berlin, 1751, S. 500)

16.11.1660
Verdacht
Peitz
Brandenburg
n.bek. "Der Festungsgouverneur Generalmajor von TROTT teilt dem Kurfürsten mit, "daß der neulichste Sturmwindt, die Eine Windtmühle auf dem Cavallir undt die Ziegelscheune vor der Vestung umb undt herunter geworffen" hat." (Quelle: Festung Peitz)

Festungsgeschichte (Festung Peitz)

12.11.1660
Verdacht
Halle
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Ao. 1660. den 2. Novembr. in der Nacht ist ein ungewöhnlicher Sturmwind entstanden, welcher zu Halle in dem Schulgäßlein eine Mauer nebst etlichen Häusern eingeworffen, in welchen einer bey nahe erschlagen worden, der in 15 Jahren nicht hier gewesen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Dreyhaupt, Johann Christoph, Pagus Neletici et Nudzici oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des [...] Saalkreises [...]. - Halle, 1749, S. 614)

09.10.1660 Teuchern
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Zehn Jahre nach Einsturz des Turmes (Anm.: 16.04.1650) wurde die Kirche dreimal kurz nach einander, abermals durch Sturmwind, schwer beschädigt. Sturm schreibt in seiner „Kleinen Chronik der Stadt Weißenfels“ hierüber: „Ein fürchterlicher Orkan wüthete am 9.October, entdachte Häuser und Scheunen, stürzte Häuser über den Haufen und entwurzelte Tausende von Bäumen; zu Teuchern wurden Rathaus, Pfarre, Kirche, Schule und viele andere Gebäude über den Haufen gestürzt. Leute, welche sich im Freien befanden, wurden von den Winde fortgerissen, stellenweise viele Schritte weit fortgetragen und oft bewusstlos zu Boden geschleudert“." (Quelle: Heimatverein Teuchern e.V.)

Von Bünau, von Berlepsch und von alten Steinen (Heimatverein Teuchern e.V.)

Jahr 1651/1652
Verdacht
Tremsbüttel
Schleswig-Holstein
n.bek. "Tremsbüttelische Ambtrechnung
Von Meytag Ao. 1651 urg.(?) 1652
1. Einnahmen gehen ab bey der pension von der Schäfferey (= Schäferei) 40 Rhr. (Rheichstaler) ab, rühret daher, das durch Sturmwindt das Schaffhaus eingefallen und viele erschlagen, deren Zahl ersetzet werden mus." (Quelle: Alte deutsche Schriften)

Tremsbüttelische Ambtrechnung (Alte deutsche Schriften)

16.04.1650
Verdacht
Teuchern
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Am 16. April 1650 gegen Abend erhob sich ein orkanähnlicher Sturm, der überall die größten Verwüstungen anrichtete. In Teuchern stürzte er den starken westlichen Kirchturm um, der im fallen das Schulhaus, einen Teil der Pfarrgebäude und das Kirchendach zertrümmerte. Die Bruchstücke der drei zerschlagenen Glocken wurden bis in den Steinweg hineingeschleudert, nur eine Glocke blieb unversehrt. Es war dies ein harter Schlag für die durch den 30jährigen Krieg fast ganz verarmte Gemeinde, die nicht einmal die Kosten für die Wiederinstandsetzung der Pfarr- und Schulgebäude aufbringen konnte. An einen Wiederaufbau des Turmes war unter solchen Umständen nicht zu denken." (Quelle: Heimatverein Teuchern e.V.)

Von Bünau, von Berlepsch und von alten Steinen (Heimatverein Teuchern e.V.)

Jahr 1648
Verdacht
Schönfeld
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Die Kirche zu Schönfeld liegt im Haufen bis auf einen Giebel und beide Seiten mit dem Leichhäuschen. Den Turm hat der große Sturm 1648 samt der Kirche in einen Haufen geworfen, der Kirchhof ist mit Dornen bewachsen." (Quelle: Georg Krüger, Die Pastoren im Lande Stargard seit der Reformation)

Die Pastoren im Lande Stargard seit der Reformation (Hochschulbibliothek Wismar)

23.02.1648
Verdacht
Bad Bramstedt
Schleswig-Holstein
n.bek. "Neues Ungemach bringt das Jahr 1648. »Am Montag nach Esto mihi in der Nacht umb 11 Uhr (ist) ein groß Erdbeben entstanden von datt Sturmwindt, wodurch der Kirche Turm herunter geschlagen und dadurch die Kirche großen Schaden gelitten, daß 6 Nye Balken müssen wieder darin sampt dem Sparrenwerk gebracht werden. Und ist zu erbauungh von dem Herrn Amptmann Casper von Buchwalt beliebet worden, wyle die eingepfarrten sampt und sonders gleiche Gerechtichkeit In der Kirche (haben), als an Kirchstenden, Klocken und Begräbnis, daß Sie erste Zulage gleich (viel) geben, hernach aber nach Advenant: die Howener den gantzen, die Kotener den halben und die Insten den vierten Teil, und ist gegeben worden von jedem 2 Reichstaler." (Quelle: Alt Bramstedt)

Chronik von Bramstedt (Alt Bramstedt)

31.07.1647
Verdacht
Halle
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Ao. 1647. den 21. Julii ist ein grausamer Sturmwind, fast wie ein Erdbeben gewesen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Dreyhaupt, Johann Christoph, Pagus Neletici et Nudzici oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des [...] Saalkreises [...]. - Halle, 1749, S. 614)

04.06.1646 Ritteburg
Thüringen
n.bek. "Ao. 1646. den 25. May ist ein grausames Ungewitter gewesen, dabey ein grosser Hagel, wie welsche Nüsse und theils als Hüner-Eyer gefallen; hat zu Halle Melchior Wachsmuths Mittelhaus und ein Haus vorm Galgenthor umgeworffen, die Bäume aus der Erden gerissen, zu Rideburg die Kirchhalle samt der Thür weggeführet, und alles mit Wasser überschwemmet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Johann Christoph Dreyhaupt, Pagus Neletici et Nudzici oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des [...] Saalkreises [...], S. 614. - Halle, 1749)

22.05.1645 Grossenhain
Sachsen
n.bek. "22. Mai: Grosse Wasserhosen bei Meissen und Grossenhain" (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Wolf, F. Franz: Die klimatischen Verhältnisse der Stadt Meissen. Meissen 1890)

22.05.1645 Meissen
Sachsen
n.bek. "22. Mai: Grosse Wasserhosen bei Meissen und Grossenhain" (Quelle: Dr. R. Hennig, Katalog bemerkenswerter Witterungsereignisse. Berlin 1904; Originalquelle: Wolf, F. Franz: Die klimatischen Verhältnisse der Stadt Meissen. Meissen 1890)

28.07.1627
Verdacht
Muckensturm
Baden-Württemberg
n.bek. "Den 18. [Juli] war so ein grausamer Wind (wie vor einem Jar) daß er vil Gebäw im Westerich / Breißgaw / Rheinstrom / vnd Schwaben / sonderlich zu Muckensturm eingerissen / im Westerich hat es 18. Fürst / zween KirchenThurn / auch sonsten vil Gebäw hin vnd wider eingerissen. Auch mit Hagel vnnd Gewässer / Menschen / Vieh vnd vil Schwein ersäufft / auch vil Tausendt wildter vnnd haimischer Bäum / verschlitzt vnd auß der Erden geworffen / daß Männiglich vermeint der Jüngste-tag sey vorhanden." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ginschopff, Johann, Chronica / Oder Eygendtliche Beschreibung vieler Denckhwürdigen Geschichten / die sich im Fürstenthumb Württemberg / sonderlichen vmb Stutgart her zugetragen [...]. - 2. Aufl. - Durlach, 1631, S. 132)

27.07.1627
Verdacht
Gera
Sachsen
n.bek. "Den 17. Julii ist allhier zu Gera ein grausamer / schrecklicher / und zuvor unerhörter Wind unversehens und gleichsam in einem Augenblick entstanden mit starcken Platzregen. Hat etwa eine gute viertel Stunde gewhret; aber in der kurtzen Zeit so grossen Schaden gethan / daß zu verwundern. Eine Scheune / welche vor wenig Jahren von Hans Zschacken erbauet worden / hat dieser Wind über einen Hauffen und das untere zu oberst gekehret. Ein groß Werckstück von Barthol Ammelung neu erbautem Hause hat er auf den Marckt herab geworffen: Die Spintel auf dem Rath-Hauß-Thurm / darauf der Knopff und Fahne gestanden / hat er herumb gedrehet und nieder gebogen / ein Hauß vorm Bader-Thor hat es auch gantz über einen Hauffen geworffen. Sonsten hat dieser ungeheure Wind / an Fenstern / Läden und Dächern / sonderlich aber in Gärten an Obst-Bäumen viel und grossen Schaden gethan. Am Dache des reinen Hospitals hat er sehr viel Ziegel heraus gerissen / und auf dem Dach zerbrochen / daß die Helffte herab gefallen / und die andere Helffte stecken blieben." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Zopf, Joh. Caspar, Reußische Gerauische Stadt- und Land Chronica, [...]. - Leipzig, 1692, S. 94)

21.06.1626
Verdacht
Eilenburg
Sachsen
n.bek. "Am 11. Jan. ist in angräntzenden Ländern ein Erdbeben gewesen / in hiesiger Stadt und Gegend aber sind umb dieselbige Zeit erschreckliche und schädliche Sturmwinde befunden worden / welche an Dächern grossen Schaden gethan." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Simon, Jeremias, Eilenburgische Chronica [...]. - Leipzig, 1696, S. 667)

11.07.1619
Verdacht
Eisleben
Sachsen-Anhalt
n.bek. Heftiger Sturm in Eisleben (Landkreis Mansfelder Land), dem laut Chronik ein Erdbeben folgte, bei dem Mauern rissen und "viel Gewölbe zugeschüttet" wurden. Quelle: Ereignisse im Monat Juli im Mansfelder Land.

vermutlich Windhose in Eisleben (Wetterchronik)

Dezember 1612 Ullrichsberg
Sachsen
n.bek. "Im Decembri entstunden abermahl grausame Sturm-Winde, so unzehlich viel Bäume zerbrachen und aus der Erde rissen, auch viel Häuser verderbten und theils gar umstürtzten: wie unter andern nächst bey Roßwein der Troschauer grossen Forwergs-Scheune begegnet, welche der Wind vom Berge herunter geworffen, und die Stücken weit und breit herum gestreuet." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Knauth, Johann Conrad, Alt Zellischer Chroniken Siebendter Theil, [...], S. 164. - Dresden; Leipzig, 1721)

21.12.1612 Scheibenberg
Sachsen
n.bek. "Zum Scheibenberg hats 2 Häuser abgestürtzet und 2 Scheunen am Gesparr und Balcken so ruinirt / zerzerret und mit den Schindeln / Latten und Brettern in der Lufft so wunderlich gespielet / daß die Leute es vor gar nichts guts gehalten." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. X. - Leipzig, 1747)

21.12.1612 Elterlein
Sachsen
n.bek. "Zu Elterlein hats 2 Häuser gar und die Vorwercke auf und vor dem Brunels halb eingerissen und etliche 40 Fuder Heu in die Lufft geführet und als in Elterlein im Mittage eine Leiche solte zum Grabe getragen werden / nahm der Wind einen Schulknaben aus dem Hauffen in die Lufft und warff ihn über einen Holtzstoß unter die Trauer-Weiber ohne Schaden [...] wie denn der Sturm unterdeß ein Hauß auf der Kirchgassen hatte niedergerissen / und bald hernach die lange Kirchspitze von der Kirchen glatt abgebrochen und herab gestürtzet hat." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. X. - Leipzig, 1747)

21.12.1612
Verdacht
Freiberg, Marienberg
Sachsen
n.bek. "Anno 1612. im December erhub sich ein unerhörter Wind im Meißnerland / deßgleichen kein Mensch gedacht hat / also daß er vor dem Jüngsten Tag einer der größten gehalten worden / der hat an Kirchen / Gebäuden / Wäldern / Gärten / an Menschen und Viehe unbeschreiblichen Schaden gethan / von Kirchen die Thürme und Spitzen mit samt den Glocken gestürtzt und abgebrochen in der Stadt Meissen / zu Langenau / Wallisdorff Cunnersdorff / zum Elterlein / zu Brix in Böhmen und an vielen andern Orten / zu Freyberg hat es die Ziegelhäuser aufgedeckt / die steinerne Giebel und Aesten herab gerissen / zu Marienberg viel neue Häuser / die kaum ein Jahr gestanden / eingeworffen und drunter 1 Mäglein erschlagen.
Zu Elterlein hats 2 Häuser gar und die Vorwercke auf und vor dem Brunels halb eingerissen und etliche 40 Fuder Heu in die Lufft geführet und als in Elterlein im Mittage eine Leiche solte zum Grabe getragen werden / nahm der Wind einen Schulknaben aus dem Hauffen in die Lufft und warff ihn über einen Holtzstoß unter die Trauer-Weiber ohne Schaden [...] wie denn der Sturm unterdeß ein Hauß auf der Kirchgassen hatte niedergerissen / und bald hernach die lange Kirchspitze von der Kirchen glatt abgebrochen und herab gestürtzet hat.
Zum Scheibenberg hats 2 Häuser abgestürtzet und 2 Scheunen am Gesparr und Balcken so ruinirt / zerzerret und mit den Schindeln / Latten und Brettern in der Lufft so wunderlich gespielet / daß die Leute es vor gar nichts guts gehalten.
Jn Annaberg ist fast kein Hauß unbeschädigt blieben und hat der Wind die Kirchen-Fenster jämmerlich zerrissen / und die Leute von der Gassen an die Häuser geschmissen. Jn Böhmen hat er viel Schäfereyen eingeworffen und die Schafe erschlagen / die Getreyd-Schöber im Felde gewaltsam zerrissen / zerstreuet und über halbe und Viertel Meilweges weit fortgeführet.
Zwischen Neudorff und Crotendorff hats einen gantzen Busch umgewehet / und bey Scheibenberg den halben Wald der Schletner an der Viehetrifft / als wenn eine Schlacht geschehen wäre unter den Bäumen.
Jm Raths-Wald der Stadt Annaberg sind über 12000 Schrägen Holtz niedergebrochen / daß sie etliche Jahr drüber aufzuhauen gehabt. Auf den Böhmischen und Churfl. hohen Wäldern hat der Wind auf 200000 Schragen Holtz Schaden gethan und niedergerissen / die schönsten alten 3 und 4 kläffterige Bäume und Tannen sind creutzweise über einander gelegen / haben Wege und Stege verbrochen / daß man 4 Wochen lang die Landstrassen über das Gebirge räumen müssen / die Bäume haben viel Wild erschlagen und auch den Berggeschwornen von der Preßnitz.
Wofern die Leute sich nicht in auf die Waldhäuser hätten rettirirt / die aus Böhmen gereiset / wären sie von Bäumen erschlagen worden: die auch nicht anders denn mit übersteigen und durchkriechen über und durch den Wald haben kommen können.
Die wilden Thiere / Bären / Schweine / Hirschen / und andere sind zum Theil erschlagen / theils von Sturm und Geprassel der Bäume so scheu worden / daß sie auff den Blösen / also wütend hin und wieder gelauffen und vor Furcht und Angst nicht gewust / wo sie bleiben solten. Endlich haben sie sich an die Waldhäuser / die voller Leute / vor dem Toben des Windes salvirt / in die Höfe gelauffen und bey den Menschen Schutz gesucht / und weil der Wind viel Bäume an der Wurtzel loß und ledig gemacht / sind dieselben bey schlechtem Wind entweder vollend umgebrochen oder stehend verdorret." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Ausführliche Beschreibung des [...] Ober-Erzgebürges, V. Eint., Cap. X. - Leipzig, 1747)

08.12.1612 Görlitz
Sachsen
n.bek. "Ein hefftiger Sturmwind hat zu Görlitz den 8. Decembr. [1612] dem Kupffer-Dache der Kirchen ein groß Stücke herauß gerissen / auff der Laubnischen Strasse ein Hauß umbgekehrt / viel Gebäude beschädiget / viel tausend Bäume in Gärten und Wäldern umbgerissen / und zerbrochen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Heinrich Roch, Neue Laußnitz- Böhm- und Schlesische Chronica [...], S. 422. - Torgau, 1687)

08.12.1612
Verdacht
Zittau
Sachsen
n.bek. "Die eod. [.12.08.1612] hat auch der Sturmwind zur Zittau / den Thurm zum heiligen Creutze / von dem Rath-Thurme das obere Durchsichtige mit der Viertel Glocken / und von dem Mönchen Thurme in der Mitten grosse Spitzen von den Werckstücken hinunter geworffen / viel Häuser auffgedecket / die Bäume aus der Erden gerissen / und in denen Gärten und Wäldern unaussprechlichen Schaden gethan." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Heinrich Roch, Neue Laußnitz- Böhm- und Schlesische Chronica [...], S. 422f. - Torgau, 1687)

27.03.1606 Gera
Thüringen
n.bek. "1606. Den 17. Martii um 4. Uhr auf den Abend hat sich ein gewaltiger / grosser / und in viel Jahren unerhörter Sturmwind erhoben / daß sich männiglich des jüngsten Tages versehen. Er hat die Häuser / Ställe / Scheunen / Schupffen / so wol andere Gebäude an vielen Orten abgedeckt und zerrissen / eines theils gar weggeführet / die Teichthämme abgebrochen / die Wälder sehr beschädiget / die Bäume mit Wurtzeln umgekehret / zum theil mitten von einander geschlagen / und hin und wieder im Lande also Hauß gehalten / daß der Schade mit viel Tonnen Goldes nicht zu ersehen gewesen. Er hat allein in unser Nachbarschafft über ettliche tausend Gülden Schaden gethan. Und solcher Wind hat aneinander / ohn einiges inne oder stillhalten / von besagter Stunde an die gantze Nacht durchaus gewehret / wie denn auch die folgenden zween Tage / wiewol etwas linder." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Joh. Caspar Zopf, Reußische Gerauische Stadt- und Land Chronica, [...], S. 66-67. - Leipzig, 1692)

27.03.1606 Grünberg
Hessen
n.bek. "Auch weheten das gantze Jahr über unerhörete Sturmwinde / besonders den 17 Martij / welche nicht allein viel tausende bäume in den wälden und gärten / besonders aber bey Grunberg [Grünberg] fast einen gantzen waldt außgerissen und über einander geworffen / sondern auch die häuser und gebäu heftig beschedigt / theils die tache aufgehaben / theils auch darnieder gelegt / und etliche menschen erkältet und ersticket. In dem Dorf Zwern [Zwergen] bey Cassel [Kassel] warf dieser windt ein scheur / darin ein knabe um eyer zu suchen gegangen war / über hauffen und blib dannoch der knabe unbeschädigt." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Dilich, S. 355)

27.03.1606
Verdacht
Zwergen
Hessen
n.bek. "Auch weheten das gantze Jahr über unerhörete Sturmwinde / besonders den 17 Martij / welche nicht allein viel tausende bäume in den wälden und gärten / besonders aber bey Grunberg [Grünberg] fast einen gantzen waldt außgerissen und über einander geworffen / sondern auch die häuser und gebäu heftig beschedigt / theils die tache aufgehaben / theils auch darnieder gelegt / und etliche menschen erkältet und ersticket. In dem Dorf Zwern [Zwergen] bey Cassel [Kassel] warf dieser windt ein scheur / darin ein knabe um eyer zu suchen gegangen war / über hauffen und blib dannoch der knabe unbeschädigt." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Dilich, S. 355)

02.06.1605
Verdacht
Berlin
Berlin
n.bek. "1605 Ein »großer und schrecklicher Sturmwind« richtet an den »Heusern, Techern, Scheunen und Gerten« großen Schaden an. Unter anderem wurden »7 Scheunen vor Coln uber einen Hauffen geworffen«. " (Quelle: Berlin von A bis Z)

Berlin am 2. Juni (Berlin von A bis Z)

Jahr 1602
Verdacht
Belzig
Brandenburg
n.bek. "A. 1602 haben die Sturm-Winde viel Gebäude zu Boden geworffen, etliche 1000 Bäume zerbrochen, und aus der Erde gerissen." (Quellen: Stefan Militzer, Klima - Umwelt - Mensch (1500-1800), 2004 sowie Eilers, Johann Christoph, Chronicon Beltizense. - Wittenberg, 1741, S. 225)

Anmerkung:
Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erweitert. Sollte ein Ihnen bekannter Tornado fehlen, dann mailen Sie mir bitte.


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