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Verdacht = Fall wird noch untersucht W = Wasserhose

Datum Ort Stärke Beschreibung
Juni 1850
Verdacht
Brunn
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Im Juni (bald nach einem voraufgegangenem Gewitter?) sah Hr. v. Oertzen auf Brunn eine Windhose über seine Feldmark ziehen; sie eilte sehr schnell dahin, hob aus mehreren kleinen Teichen, die sie berührte, das Wasser empor, und ließ es auf dem Felde wieder fallen" (Quelle: Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. Ernst Boll. 1856) - Ein Tornado ist sehr wahrscheinlich, ein Staubteufel kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden.

[Plausibel] Juni 1850 - Brunn (MST|MV) (Skywarn)

30.05.1850 Schwedt
Brandenburg
W Der Tornado trat auf der Oder bei Schwedt auf, Näheres ist nicht bekannt. (Quelle: Fleming, J.R. and R.E. Goodman, 1994: International Bibliography of Meteorology. Diane Publishing Company, Upland, Pennsylvania, 701 S.)

Jahr 1848
Verdacht
Gröben
Brandenburg
n.bek. "Auch das Jahr 1848, das verdoppelt die Forderung einer Rückkehr in das staatliche Leben an ihn stellte, riß ihn nicht heraus; im Gegenteil, er schloß sich inniger an die Seinen an, [337] die seine Treue mit Treue lohnten, und während das ganze Preußen erschüttert hin und her schwankte, wurde Gröben von keinem anderen Sturm getroffen als von einem wirklichen Orkan, der denn auch die mehrhundertjährige, vor dem Herrenhause wachehaltende Linde niederwarf. Er sah sie den Morgen darauf entwurzelt am Boden liegen und ordnete an, daß sie zu Brettern geschnitten und ein Teil derselben für seinen Sarg beiseite gelegt werde." (Quelle: Theodor Fontane, Gröben und Siethen unter den neuen Schlabrendorfs)

Jahr 1848 Großbeuthen
Brandenburg
n.bek. Kommentar eines Anwohners: "Im Jahr 1848 gab es nachweislich hier einen ebensolchen Sturm. Es ist verbürgt, dass der Ort schwer beschädigt wurde. Dabei gab es zusätzlich noch einen Hagelschlag. Federvieh wurde auf den Wiesen vom Hagel erschlagen, die gesamte Ernte wurde vernichtet." (Quelle: Tornado im Münsterland, WDR, 22.07.08)

06.06.1848 Biesenthal
Brandenburg
n.bek. Nach Auskunft der evangelischen Gemeinde trat bei Biesenthal eine Windhose auf: "In hiesigen Chroniken ist von einer zerstörerischen Windhose die Rede, das war am 6. Juni 1848, 30.000 Bäume fielen damals im Biesenthaler Stadtforst." (Quelle: Bericht von Thilo Kühne). Weiterer Hinweis, aber mit falscher Jahresangabe: "Der eine Turm gehört zur evangelischen Pfarrkirche, die im 13. Jahrhundert erbaut, 1756 den Flammen zum Opfer gefallen war und in den Jahren 1764 - 1767 neu aufgebaut wurde. 1891 riss ein Sturm Kirchen- und Turmdach ab, das in der heutigen Form 1858/59 hergerichtet wurde." (Quelle: Chronik der Stadt Biesenthal).

29.09.1846 Schleswig
Bayern
n.bek. Aus Mémoires de l'académie des sciences, arts et belles lettres de Dijon Années 1845-1846 p. 474: "Le 28 ((septembre 1846)), trombe à Hurum, dans le duché de Schleswig" - Trombe im Herzogtum Schleswig (recherchiert von François Paul)

25.07.1846 Hermannstein
Hessen
n.bek. Nach Recherchen (1998/1999) von Martin Gudd trat dieser Tornado in Hermannstein bei Wetzlar auf, Näheres ist nicht bekannt.

06.07.1846
Verdacht
Schwarzenbach, Großkonreuth
Bayern
n.bek. Innerhalb eines rund 70 Kilometer langen und recht schmalen Bereiches gab es erhebliche Hagelschäden, lokal aber auch Sturmschäden, deren Ursache aber derzeit unbekannt ist. "Erwähnenswert ist noch ein Ereignis aus dem vorigen Jahrhundert. Am 6. Juli 1846 verwüstete ein Unwetter die gesamte Ernte in der Gemeinde Schwarzenbach. "An diesem Tag entlud sich um dreivierteldrei Uhr nachmittags ein Gewitter mit einem so furchtbaren Hagelschlag, wie der älteste Mann in dieser Gegend eines solchen nicht entsinnen konnte. In wenigen Minuten waren alle Fenster, die nach Westen schauen, in Scherben, alle Bäume entblättert, alle Saaten dem Boden gleichgelegt, nicht wenige Häuser der Dächer beraubt." Eine sehr gute Ernte im darauffolgenden Jahr ließ das Unwetter vergessen. Aus Dankbarkeit für die gute Ernte im Jahr 1847 wurde ein gußeisernes Kruzifix gestiftet. Dieses Kreuz wurde zum Erntedankfest 1848 feierlich auf dem Friedhof aufgerichtet. Wie sehr das Dorf mit seiner Vergangenheit verbunden ist, geht daraus hervor, daß mit einem Festwagen beim Erntedankfestzug 1971 in der Kreisstadt Tirschenreuth der Mißernte von 1846 und der guten Ernte von 1847 gedacht wurde." (Quelle: Schwarzenbach) - Aus der Pfarrchronik Großkonreuth: "Nachdem bis zu diesem Jahre immer Mangel und Teuerung geherrscht hatte, war uns im Frühjahr 1846 die Hoffnung einer segensreichen Ernte gegeben. Alle Früchte standen prachtvoll, und es wurden schon die Sensen zum Getreidmähen zubereitet, als mit einem Male alle Hoffnung vernichtet war. Am 6. Juli brach um 1/2 8 früh bei großer Schwüle ein heftiges Gewitter aus, worauf sich der Himmel wieder aufklärte, die Schwüle dauerte fort. Um 4 Uhr nachmittags stieg ein düsteres Wolkenmeer im Westen auf, jedoch ahnte man nicht, was daraus folgte, weil man in der hiesigen Gegend noch niemals einen allgemeinen Hagelschlag erlitten hatte. Da stürzten die Schloßen in ungeheuerer Menge und in der Größe von Hühnereiern hernieder unter ununterbrochenem Donnerrollen und schrecklich dumpfen Brausen, wodurch die Feldfrüchte gänzlich zerstört wurden. Kein Grashalm, keine Pflanze, kein Blatt am Baum war mehr zu sehen. Die Dächer wurden teils beschädigt, teils abgehoben, alle Fenster gegen West und Süd zertrümmert. Wegen plötzlich erfolgten Sturmes konnte man die Fensterläden nicht schließen. [...] Das Hagelwetter fing bei Auerbach an und erstreckte sich über Pressath, Eschenbach, Beidl, Tirschenreut, längs der Straße über Griesbach, Mähring bis Marienbad, wo fast alle Fenster in Trümmer gingen. [...] Im Pfarrgarten dahier (Anm.: Poppenreut, zwischen Tirschenreut und Mähring) wurden mehrere Bäume abgebrochen."

Aus der Vergangenheit des Dorfes und der Pfarrei Schwarzenbach (Schwarzenbach)

Jahr 1845 Seckenheim
Baden-Württemberg
n.bek. Datum eventuell 29.07.1845. Der Tornado trat in Seckenheim auf, Näheres ist nicht bekannt. (Quelle: Fleming, J.R. and R.E. Goodman, 1994: International Bibliography of Meteorology. Diane Publishing Company, Upland, Pennsylvania, 701 S.)

20.08.1845 bei Trier
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 28.08.1845: "In der Nähe von Trier hat ein orkanartiger Wirbelwind viele Gebäude ganz abgedeckt und die größten Bäume wie Strohhalme geknickt, ja dieselben weit fortgeschleudert; doch kam glücklicherweise Niemand dabei um." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern) - Weiter aus einer übersetzten Meldung des "Union provinciale, gazette d'Auvergne, du Bourbonnais et du Limousin" vom 03. September 1845: "Trier, den 20. August: [...] Eine Trombe verursachte große Verwüstungen entlang der Mosel, wütete in den Vororten von St. Matthäus und St. Croix, und sie drückte eine Vielzahl von Fliesen aus Glas, Fenster und Dächer ein und entführte Türen. Eine große Anzahl von Pappeln, Obstbäumen, Nussbäumen wurden durch den Wind entwurzelt oder gebrochen, und ihre Trümmer über eine große Entfernung transportiert. Der Turm einer kürzlich gebauten Kirche wurde umgekehrt wie ein Kartenspiel. Felder in der Umgebung sind völlig zerstört. Die Straßen sind verstopft von einer Vielzahl Bäume. [...] Glücklicherweise ist niemand in dieser Katastrophe umgekommen, mit Ausnahme der Schiffer, die sich mit der Gondel auf der Mosel befanden. [...] Es ist zu befürchten, daß die Trombe beträchtliche Schäden auf ihrem Weg hinterließ." (recherchiert von François Paul)

Tornado bei Trier 1845

29.07.1845 Reilingen
Baden-Württemberg
F3 "So beschrieb der in Schwetzingen lebende Wissenschaftler und Naturforscher Dr. Karl Friedrich Schimper die Katastrophe, bei dem besonders, unsere Gemeinde Reilingen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Am Dienstag, den 29. Juli 1845, fegte zwischen 11.00 und 12.00 Uhr mittags ein gewaltiger Wirbelsturm (Tornado) in nordöstlicher Richtung über die Rheinebene hinweg und streifte dabei unsere Gemeinde. [...] Begonnen hat dieser "Tornado" in der Nähe von Graben und zog in nordöstlicher Richtung über die Rheinebene bis Dossenheim. Seine letzten Auswirkungen wurden bei Flockenbach im Odenwald registriert. Er hat dabei eine ca. 40 km lange und bis zu 200 m breite Schneise der Verwüstung hinterlassen." (Quelle: Spargel-Gemeinde Reilingen; weitere Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917) - Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 11.08.1845: "Am 29. April hat eine sogenannte Windhose im St. Leoner Forstbezirk bis nach Eppenheim ungeheuern Schaden den Wäldern zugefügt. Die stärksten Buch- und Eichbäume liegen zerschmettert am Boden, mächtige Stämme wurden über eine Viertelstunde weit fortgeschleudert. Gegen 5000 Klafter wird der dadurch entstandene Schaden von Forstbeamten geschätzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

Tornado im Raum Reilingen 1845
Die Windhose von Reilingen (Spargel-Gemeinde Reilingen)
Die Windhose von Reilingen, Teil 2 (Spargel-Gemeinde Reilingen)
Die Windhose von Reilingen, Teil 3 (Spargel-Gemeinde Reilingen)
Die Windhose von Reilingen, Teil 4 (Spargel-Gemeinde Reilingen)

07.07.1845 Bamberg
Bayern
n.bek. Genaues Datum nicht bekannt. Aus einer übersetzten Meldung des "Le Progrès du Pas-de-Calais" vom 11. Juli 1845: "Die Zeitungen melden, dass eine Trombe in Bayern Schäden in den Feldern in der Nähe von Bamberg verursachte." (recherchiert von François Paul)

22.06.1845 Straubing
Bayern
F2-F3 Eine Windhose / ein Wirbelwind richtete in und um Straubing erhebliche Schäden an.

Tornado in Straubing 1845


22.06.1845 Erpfingen, Engstingen, Kohlstetten
Baden-Württemberg
F3 Dieser Tornado hinterließ erhebliche Schäden in den Wäldern bei Engstingen. - "Windhose am 22. Juni bei Schloß Lichtenstein, wo ein 1 3/4 Stunden langes und 300 Schritt breites Verwüstungsgebiet entstand" (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg und Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855)

Ein Wirbelsturm auf der Reutlinger Alb (Marco Kaschuba, pdf-Datei)


22.06.1845 Onstmettingen
Baden-Württemberg
n.bek. Ein Orkan richtete in und um Onstmettingen erhebliche Schäden an. Der Ort Onstmettingen liegt etwa 15 Kilometer südwestlich von Erpfingen und ein Zusammenhang mit diesem Fall ist möglich.

Tornado in Onstmettingen 1845


17.06.1845 Ulm
Baden-Württemberg
W "1845. Am 17. Juni Nachm. erschien bei Ulm eine Wasserhose auf der Donau, die sich bald in Regen auflöste." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855)

Juni 1845 Bamberg
Bayern
n.bek. Aus Le Progrès du Pas-de-Calais, Mercredi vom 11. Juni 1845: "Les journaux bavarois annoncent qu'une trombe a causé des dommages considérables dans les champs situés aux environs de Bamberg." (recherchiert von François Paul) - Demnach richtete ein Tornado erhebliche Schäden in den Feldern in der Nähe von Bamberg an.

07.06.1845 Ulm
Baden-Württemberg
n.bek. "am 7. Juni eine Wasserhose bei Ulm" (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

16.08.1844 Oberkirchberg
Baden-Württemberg
n.bek. "Windhose am 16. August, 4-5 Minuten dauernd, zu Oberkirchberg bei Wiblingen" (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 23.08.1844: "Wiblingen, 19. Aug. Am vorigen Freitag Abend erhob sich in Oberkirchberg ein Sturmwind von N.O. her, welchem ein ähnlicher von Westen entgegenkam. An dem südlichen Ende des Orts gestaltete sich diese Erscheinung zu einer Windhose. Die Wirkung derselben äußerte sich auf eine Art, wie solche noch selten vorgekommen seyn mag. Ein schreckliches Brausen, begleitet von erdbebenartigen Stößen, welches beides aber kaum 4 bis 5 Minuten dauerte, wurde vernommen, über 50 der stärksten Bäume in Gärten und an der Straße wurden entwurzelt oder wie Strohhalme abgeknickt, die Dächer im Augenblick von den Platten entleert, und in einer Hopfen-Anlage waren wie im Nu ein paar Tausend Hopfenstangen umgerissen. Im unteren Theile des Dorfes und in der Umgegend verspürte man von allem dem nicht das Geringste." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - "1844. Am 16. Aug. Abends bildete sich zu Oberkirchberg bei Wiblingen eine Windhose, von NO herkommend, am südlichen Ende des Orts, dauerte 4-5 Minuten lang und richtete Verheerungen an Dächern, Bäumen und Hopfenanlagen an. Im untern Teil des Orts spürte man von allem diesem nicht das Geringste." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855)

15.10.1843 Sünninghausen
Nordrhein-Westfalen
F2 "1843 wird der Ort von einem Wirbelsturm am 15. Oktober heimgesucht. Das Pfarrhaus wird seines halben Daches sammt Sparren beraubt und das Kampann’sche Haus wird auf die Seite gelegt. Alle Häuser, welcher der Sturm streift wurden mehr oder weniger abgedeckt. Es handelte sich bei dem Sturm um eine Art Windhose. Pfarrer Ferdinand Tigges beschreibt in seiner Familienchronik das Naturschauspiel wie folgt: “Unser Vater war um die Zeit, als der Sturm im Anzuge war, bereits auf dem Wege nach Beckum, und bis etwa eine viertel Stunde vom Dorfe entfernt, als er über dem HoIsen HeIze, Ksp. Beckum zwei gleichsam spielende Wolken gewahrt, welche sich bald heben, bald senken, bald sich nähern, bald entfernen - und hört dabei bei jedem Niederlassen ein Brausen und Brechen der Bäume und Aste. Als er die gefährlichen Gäste gerade auf sich zukommen sieht, legt er sich zur Vorsicht hinter der Wallhecke in den trockenen Graben. Die Wolken ziehen über ihn hin, drücken die Wallhecke herüber, dass er nachher nicht ohne Mühe sich herausarbeiten kann - schlagen den Weg nach dem Dorfe ein - überall durch den Westernkamp des Meier Südhaus, Spuren der Verwüstung zurücklassend.«" (Quelle: Schützenverein Sünninghausen 1909 e.V.)

Sünninghausen - Das Dorf (Schützenverein Sünninghausen 1909 e.V.)

14.01.1843 Hanau
Hessen
n.bek. "Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wandte man sich rückwärts und zog einen erneuerten „gotischen“ Stil hervor. Die Katholische Kirche am Bangert in ihrer ursprünglichen Gestalt ist ein Bau dieser Zeit. Am Mittwoch, dem 11. August 1841, begann der Neubau. Am 2. Mai 1842 wurde der Grundstein unter dem rechten Portal gelegt. In ihm sind verschlossen die Urkunde der Grundsteinlegung auf Pergament, zwei Flaschen Wein von 1798 und 1841, eine Schaumünze von 1821 und mehrere Silbermünzen. Der Aufbau ging rasch seinem Ende entgegen; da stürzte das Gebäude am 14. Januar 1843 abends zwischen sechs und sieben Uhr zusammen. Ein Wirbelwind soll die Ursache gewesen sein. Ein kunstvoller Turm war geplant gewesen, wie auch die Höherführung des Mittelschiffes um einige Meter mit Oberfenstern, was später beim Neuaufbau unterbleiben mußte. (Das Holzmodell befand sich noch in einem Schrank der rechten Sakristei und ist leider ebenfalls verbrannt).
Der so verdiente Pfarrer Schaum mußte die Trümmer seiner jahrzehntelangen opferreichen Tätigkeit mit eigenen Augen sehen. Fast das ganze Kapital war verbaut, und nun brach diese schwere Heimsuchung über Pfarrer und Gemeinde herein. Niemand brachte Hilfe. Weitere Zuschüsse unterblieben; ein neuer Plan wurde verworfen. Das neue Gotteshaus lag fünf Jahre als Trümmerhaufen da, von 1843 bis 1848. [...] am 28. August 1850 wurde die Kirche feierlich geweiht." (Quelle: Peter Heckert) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 21.07.1841: "Kassel, 18. Jan. Nach einem Bericht aus Hanau in unserer heutigen hiesigen Zeitung ist der Einsturz der dortigen, noch im Bau begriffen gewesenen katholischen Kirche in Folge des heftigen Sturmwindes, welcher am Abend des 14. d. wüthete, erfolgt. Es heißt in gedachtem Berichte: "Nach Südwest der Thurmseite war der Bau noch nicht ganz vollendet und das Dach an seiner ersten Giebelseite offen, so daß sich der Wind gefangen, das große, aber leichte Schieferdach gehoben, und hierdurch die Unterstützungsmauern so erschüttert hat, daß auf der Südseite ein theilweiser Einsturz des obern Aufbaues bis in seine Pfeiler und des ganzes Daches erfolgt ist. Ungeachtet noch an demselben Tage an der Kirche gearbeitet wurde, ist glücklicherweise Niemand beschädigt. Der ausführende Architekt ist um so mehr von aller Schuld frei zu sprechen, da er bisher mit der größten Umsicht und wahrer Aufopferung der Ausführung des Baues vorgestanden hat."" (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Aus der Geschichte der Stadt Hanau (Peter Heckert)

25.08.1842 Heidelberg
Baden-Württemberg
n.bek. Der Tornado trat in Heidelberg auf, Näheres ist nicht bekannt. (Quelle: Fleming, J.R. and R.E. Goodman, 1994: International Bibliography of Meteorology. Diane Publishing Company, Upland, Pennsylvania, 701 S.)

12.07.1842 Ulm
Baden-Württemberg
n.bek. "1842. Am 10. Juli Abends und 12. Nachm. wurden zu Ulm Windhosen am westlichen Horizont bemerkt." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855)

10.07.1842 Ulm
Baden-Württemberg
n.bek. "1842. Am 10. Juli Abends und 12. Nachm. wurden zu Ulm Windhosen am westlichen Horizont bemerkt." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855)

März 1842 mehrere Orte
Sachsen
n.bek. Der Tornado (eventuell mehrere) trat in Sachsen auf, Näheres ist nicht bekannt. (Quelle: Fleming, J.R. and R.E. Goodman, 1994: International Bibliography of Meteorology. Diane Publishing Company, Upland, Pennsylvania, 701 S.)

18.07.1841 Steinbach
Thüringen
n.bek. Zu einer Gedenkveranstaltung am Reformationstag, 31.10.2008: "Warum nun die Pflanzung einer Buche? Christoph Neumann verweist dazu auf die einstige Lutherbuche bei Steinbach, die 1841 durch eine Windhose gefällt worden war." (Quelle: Thüringische Landeszeitung) - weiter: "In Folge eines schweren Sturmes der zeitgleich mit einer Sonnenfinsternis am Nachmittag des 18. Juli 1841 in Westthüringen tobte, brach der Stamm der Lutherbuche in drei Meter Höhe und es verblieb ein letzter Ast. Das Holz und Reisig der Lutherbuche wurde der Kirchgemeinde von Steinbach geschenkt, Handwerker fertigten aus dem Holz Erinnerungsstücke. Eine 1983 neu gepflanzte Blutbuche erinnert an die hier zuvor vorhandene Lutherbuche." (Quellen: Wikipedia und Gerd Schäfer: Die Lutherbuche bei Steinbach. In: Altensteiner Blätter. Jahrbuch 1995 S. 69)

Beine und Geist bewegen (Thüringische Landeszeitung, 24.10.2008)

18.07.1841 Gundelfingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 21.07.1841: "Gundelfingen, 19. Juli. Am Sonntag den 18. Juli Nachmittags gegen 2 Uhr wurden 3 bedeutende, von Süden nach Norden gehende Erdstöße wahrgenommen. Dabei wüthete ein heftiger Orkan, der viele Bäume entwurzelte, und die Hoffnung auf eine reiche Obsterndte vernichtete." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Auch aus Waldkirch werden Schäden durch einen Orkan gemeldet, wobei in diesem Fall kein Indiz auf einen Tornado hinweist und ein Zusammenhang zum Fall Gundelfingen nicht sicher ist.

14.07.1841
Verdacht
Frankfurt
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 09.07.1862 zu schweren Unwettern in Frankfurt am 07.07.1862: "In diesem Jahrhundert hat Frankfurt keinen ähnlichen Orkan erlebt; am 14. Juli 1841 und am 14. Juli 1853 tobten ähnliche Orkane wie gestern, und merkwürdigerweise ebenfalls an Sonntagen und zu derselben Nachmittagsstunde, doch waren sie lange nicht so heftig."

10.10.1840 Stumsdorf
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Erster Umsturz der Windmühle am 10. Okt. 1840, danach Wiederaufbau." (Quelle: Stadt Zörbig). Stumsdorf liegt etwa 4 Kilometer westsüdwestlich von Zörbig im südlichen Sachsen-Anhalt.

Windmühle zu Stumsdorf OT Stumsdorf (Stadt Zörbig)

03.07.1840 Echterdingen
Baden-Württemberg
n.bek. "1840. Am 3. Juli 10-11h Vorm. auf den Fildern bei Echterdingen eine Windhose, welche im Brachfeld einige Verheerungen anrichtete." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855) - "Windhose am 3. Juli zwischen 10 und 11 Uhr vorm. in Echterdingen" (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

Sommer 1839 Klein Bünzow
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Die Windhosen sind indeß in Pommern nicht selten. Im Sommer war nach glaubwürdigen Augenzeugen zu Kleinen-Bünsow eine recht merkwürdige. Eine große schwarze Wolke formirte sich trichterförmig, senkte sich nieder, kreiselte erst in dem gepflügten Acker und warf Sand und Steine um sich her. Dann ging sie auf das Dorf los, riß das Dach von einem Kathen, ergriff einen Holzhaufen und streuete die dicken Schleete (wahrscheinl. Scheite) weit umher, faßte nun ein ganz neues mit Rohr bedecktes Dach einer Scheune und riß das eine Ende sammt den Latten herunter. Es war ein Glück, daß die Windhose nicht das Wohnhaus und andere Gebäude faßte; sonst hätte sie noch mehr Schaden angerichtet." (Quelle: Unterhaltungsblatt fur Neu-Vorpommern und Rugen, Band 13. Hauschildt, 1839)

[Tornado] Sommer 1839 - Klein Bünzow (VG|MV) (Skywarn)

06.07.1838 Friedberg
Hessen
n.bek. Nach Recherchen (1998/1999) von Martin Gudd trat dieser schwache Tornado in Friedberg auf, Näheres ist nicht bekannt.

31.05.1838 Winnenden
Baden-Württemberg
n.bek. "1838. Am 31. Mai zu Gross-Glattbach O.-A. Maulbronn und Rieth O.-A. Vaihingen eine Windhose von NW - SO, die viele Bäume zerstörte. Ebenso ein zerstörender Wirbelsturm zu Winnenden von 3-4h Mittags." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855; weitere Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

31.05.1838 Großglattbach, Riet
Baden-Württemberg
n.bek. "1838. Am 31. Mai zu Gross-Glattbach O.-A. Maulbronn und Rieth O.-A. Vaihingen eine Windhose von NW - SO, die viele Bäume zerstörte. Ebenso ein zerstörender Wirbelsturm zu Winnenden von 3-4h Mittags." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855; weitere Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

Jahr 1836 Siek
Schleswig-Holstein
n.bek. Nach einer Meldung des Stormarner Tageblattes vom 07.03.2006 trat eine starke Windhose auf: "Die Windgilde trotzt den Stürmen der Zeit: 07.03.2006 – Im Jahre 1836 zog eine starke Windhose über Südstormarn und deckte zahllose Häuser ab. Und das hatte nachhaltige Folgen: Ein Jahr später war das der Anlass für einige Betroffene, zur Absicherung gegen Sturmschäden die „Windgilde von 1837 “ in Siek zu..."

29.11.1836 Solingen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Zeitpunkt: gegen 16:30 Uhr MEZ. Ein Wirbelsturm zerstörte den gerade wieder aufgebauten Turm der Evangelischen Kirche. Über die Nordhälfte Deutschlands zog an diesem Tag ein großflächiger schwerer Sturm hinweg, durch den verbreitet Schäden auftraten. Lokal gab es schwere Schäden mit eingestürzten Häusern, so in Pattensen bei Hannover, in Osnabrück, in Bramsche (hier zwei Tote und ein Schwerverletzter), in Ibbenbüren und in Bremen.

Ein Wirbelsturm am 29. November 1836 (Michael Tettinger)
Mein Solingen - Wetter & Klima (Hans-Georg Wenke)

29.11.1836
Verdacht
Zyfflich, Nütterden
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 09.12.1835: "Cranenburg, reg.-Bez. Cleve, 30. Nov. Gestern Nachmittag hatten wir von 2 Uhr bis 6 Uhr Abends einen furchtbaren Sturm, welcher sehr vieles Schaden an Gebäuden verursacht hat. In den Dörfern Nutterden, Frasselt, Zyfflich und Wyler blieb kein Gebäude unbeschädigt und sieben Wohnhäuser und eine Scheune stürzten zusammen. Zum Glück hat Niemand dabei das Leben eingebüßt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

12.07.1836
Verdacht
Maulbronn
Baden-Württemberg
n.bek. "1836. Am 12. Juli Abends 7h Gewittersturm im Bezirk Maulbronn, der nur eine Minute gedauert habe, mit grossen Verheerungen an Bäumen und Häusern." (Quelle: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855)

01.05.1835 Koblenz
Rheinland-Pfalz
F2 Menschen zu Boden geworfen, Häuser abgedeckt, Gewitter und Hagel nach der Trombe. Um 14:30 Uhr MEZ bildete sich bei Neuendorf der Tornado, der auf der linken Moselseite erste Schäden anrichtete, dann zur Wasserhose wurde, saugte sich hier mit Wasser voll und blieb dann vorübergehend am Deutschen Eck (Zusammenfluss Rhein-Mosel) stehen. Dann zog der Wirbel über den Rhein hinweg in Richtung Ehrenbreitenstein, wo er das Wasser 8 bis 10 Fuß auf das Ufer warf. Ein Garten wurde hier noch verwüstet, dann löste sich der Tornado an den Hängen wieder auf. (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

Tornado in Koblenz 1835

Jahr 1834
Verdacht
Donndorf
Bayern
n.bek. Aus Ingo Toussaint, Lustgärten um Bayreuth, Hildesheim 1998, 336 S.: "Während ich in den kahlen Mauern des leeren Hauses umherging, wo ein Beamter des Prinzen, der die neuen Arbeiten inspicirte, mir erzählte wie es sonst gewesen und mich auf die schönsten Aussichtspuncte aufmerksam machte, umzog sich der Himmel ganz schwarz und einer der fürchterlichsten Orkane überfiel uns, der einem Tornado glich. Wir wußten uns in den halb Fenster- und Thürlosen Stuben gar nicht mehr zu bergen, und glaubten nichts anderes als nächstens mit dem ganzen Schloß davonzufliegen. Die größten Bäume im Garten bogen sich bis zur Erde, viele wurden vor unseren Augen entwurzelt und dann den Abhang hinabgeschleudert. Regen und Hagel fiel dazu in Strömen. Durch alle Töne heulte und brauste der Sturm, es schien ein Beginn der Sündfluth.
Nach einer Stunde brannte die Sonne wieder, und ich betrachtete in ihrem Schein die älteste Linde Deutschlands, deren Stamm über fünfzig Fuß Umfang hatte. Der Sturm hatte ihr einen Ast geraubt und die noch dichte Krone häßlich zerzaust." - Das Lustschloß Phantasie liegt etwa 5 Kilometer westlich von Bayereuth.

Jahr 1834 Plauen
Sachsen
n.bek. "1834: Plauen Wirbelsturm/Windhose und Wolkenbruch, 30 Häuser zerstört." (Quelle: Gurski's.de)

Das Sachsenland zu allen Zeiten (Gurski's.de)

28.08.1834 Schwei
Niedersachsen
n.bek. "Gleich nach seiner Ankunft in Schwei (1834) begann Muhle mit der Führung seines Tagebuchs, in dem auch die Wetterbeobachtungen nicht fehlten. Eine Windhose sei am 28. August über Schwei hinweggefegt, schreibt er und wörtlich heißt es weiter: "Man sah eine Wolke, die sich erst übereinanderwälzte und dann seitwärts sich nach der Mühle ausdehnte. In diesem Luftzuge wurde dessen volle Kraft auf die Mühle ausgeschüttet und sie davon umgestürzt, wobei ein Flügel über das Müllerhaus geschleudert." Beim Umsturz kamen auch mehrere Menschen zu Schaden, die sich in der Mühle aufgehalten hatten. Den Müllerknecht fand man schließlich zwischen Säcken unter einem Mühlstein begraben, "wovon er doch nicht weiter beschädigt wurde, als daß er etwas hinkte."" (Quelle: Rüstringer Heimatbund)

Heimatkundlichen Klönabend am 01.06.1999 (Rüstringer Heimatbund)

18.12.1833
Verdacht
Großmonra
Thüringen
n.bek. "15.02.1833 verursachte ein furchtbarer Sturm großen Schaden an den Dächern der Gebäude und in den Forsten. August und September brachten auch stürmische Tage und am 18. Dezember tobte ein solcher Orkan, daß die Hallische Fahrpost unweit Köllleda umgeworfen wurde. Die Fahrgäste kamen zwar ohne Schaden davon, liefen aber, als sie aus dem umgestürzten Wagen heraus geklettert waren, Gefahr, von der Windsbraut davon geführt zu werden. Ein Fahrgast klammerte sich an den stämmigen Postschaffner an, dieser packte einen Reisenden, der sich an einem Baume festhielt. Plötzlich rieß der Sturm diesen mit den Wurzeln aus und führte ihn samt seinen Anhängseln ein Stück über die Felder fort." (Quelle: Ahnenforschung der Familie Hahn)

Chronik von Großmonra (Ahnenforschung der Familie Hahn)

26.06.1833 Konstanz
Baden-Württemberg
W (2x) Gegen 18:45 Uhr zogen zwei Wasserhosen in der Nähe von Konstanz über den Bodensee. Eine kleinere hielt sich drei, die größere fünf Minuten. (Quellen: Früh, J., 1907: Wasserhosen auf Schweizer Seen. — Jahresbericht der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich, 1906–1907, Zürich, 105–127 und A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

Mai 1833 Oschatz
Sachsen
n.bek. Nach einer Meldung der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2000 trat im Mai 1833 ein Tornado in Oschatz auf. Näheres ist nicht bekannt.

13.08.1832 Solingen
Nordrhein-Westfalen
F3 Ein Wirbelwind zog über Solingen hinweg, an den Häusern entstanden erhebliche Schäden und der Kirchturm stürzte um.

Unwetter in Solingen am 13. August 1832 (Michael Tettinger)
Mein Solingen - Wetter & Klima (Hans-Georg Wenke)

Jahr 1831 Urbich
Thüringen
n.bek. "Windhose über Urbich. Es wurden "Dächer abgedeckt und viel anderer großer Schade angerichtet." Die große Linde auf dem Friedhof wurde mehrerer großer Äste beraubt. Über 100 Stck. der schönsten Kirschbäume wurden entwurzelt, Getreideschober turmhoch in die Luft gewirbelt. Ähnlich war es 1831." (Quelle: Chronik Urbich).
15.04.1831 Horb
Baden-Württemberg
F2 "Am 15. April 1831 erschien eine verwüstende Windhose im Oberamt Horb; sie brach mit solcher Gewalt herein, daß sie fünf Gebäude ihrer Dächer, Fenster, Türen und aller nicht grundfesten Teile teils ganz, teils weniger beraubte. In der von dem Wirbelwind verursachten Staubsäule (Nebel?) wurde Feuer gesehen (Elektrizität?). Der Wirbelwind entwurzelte auf seinem weiteren Zuge viele Obstbäume, warf Menschen zu Boden und wirbelte zum Teil in außerordentliche Höhe eine große Anzahl Bäume, Latten, Schindeln, Kleidungsstücke, selbst Gänse und Enten mit sich fort." (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

Tornado in Horb am Neckar

14.04.1831 Glashagen
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Den 14. wüthete zu Malchin in Mecklenburg ein furchbares Gewitter, wodurch 44 Scheunen mit Futtervorräthen abbrannten. Am nemlichen Tag warf eine Windhose bis Wismar Wirthshaus - Gebäude um, wobei einige Menschen und vieles Vieh umkamen." (Quelle: Meteorologisches Jahrbuch von 1831 mit Inbegriff der meteorischen und astronomischen Beobachtungen, der Aspecten der Sonne, der Planeten und des Mondes, wie auch der Veränderungen der positiven und negativen atmosphärischen Electricität. Augustin Stark. Augsburg. 1836) - "Zu Malch in Mecklenburg hat am 14. April ein furchbares Gewitter gehaust und eingeschlagen; 44 Scheunen mit Vorräthen brannten ab. An demselben Tag warf eine Windhosen in Glashagen bey Wismar Wirthschafts - Gebäude um; einige Menschen und Vieh kamen um." (Quelle: Bayerische Landbötin, 1831) - "An demselben Tage eine Windhose bei Wismar mit Verwüstungen an Gebäuden, wodurch mehrere Menschen und beträchtlich vieles Vieh erschlagen wurden." (Quelle: Correspondenzblatt, Band 19. Württembergischer landwirthschaftlicher Verein, Stuttgart. 1831)

17.09.1830 Groß Buchholz
Niedersachsen
F3 "...Am gleichen Tage (17. September) vernichtet um 18 Uhr ein Wirbelsturm das Dorf Groß Buchholz bei Hannover; er kommt von Eckerde, über Göxe, Lenthe, Herrenhausen und rast über Heeßel nach Hänigsen weiter" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976). Ausführlich beschrieben wird das Ereignis in den "Hannoverschen Anzeigen" vom 22. September 1830 und in "Die List" - 700 Jahre Umschau aus der Dorf- und Stadtgeschichte des Arbeitskreises Stadtteilgeschichte List von Ernst Bohlius und Wolfgang Leonhardt: "[...] Es war am 17. September, Nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr, als bei einem heftigen Gewitter das Dorf Großen-Buchholz, Amts Langenhagen, in den Wirbel einer sogenannten Windhose gerieth. 15 große Wohnhäuser und 20 Nebengebäude litten dadurch dergestalt, daß nicht allein die Dächer ganz verloren gingen, sondern die größte Zahl derselben auch bis auf den Grund niedergerissen und der in den Häusern befindliche ohnehin sehr geringe diesjährige Erndteertrag von dem Wirbelwinde überall umher geschleudert wurde. Ein Knabe von elf Jahren, Sohn des Schäfers im Orte, und ein Mädchen wurden unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses begraben, letzteres jedoch lebend, der Knabe aber ganz zermalmt unter denselben wieder hervorgezogen. [...] Die ganze Aernte der Verunglückten hing theils in den Bäumen umher, theils war sie in die Straßen, Pfützen, Gräben und Brunnen geschleudert. Eichbäume waren ausgerissen, alle Obstbäume lagen darnieder. Ein dicker Apfelbaum war von seiner alten Stelle sogar über 100 Schritt weit vom Wirbel fortgetragen und in eine Wiese geworfen, ein neuer steinerner sehr starker Thorwegpfeiler von Grund aus umgestürzt und eine zwei Fuß im Durchmesser auf demselben eingegossene Kugel von Stein sechs Schritte weit fortgeschleudert. [...] Nicht nur das Dorf "Großen Buchholz" wurde am 17. September in Mitleidenschaft gezogen; auch in den Dorf Eckerde (Amt Wennigsen) wütete der Orkan. [...] und in wirbelndem Zuge Alles mit sich fortrissen, was ihnen irgend im Wege stand. Häuser, Bäume, Getreide, - Alles verschwand in einem Augenblicke unter der vernichtenden Gewalt dieser Windsbraut; massive, ganz neue Gebäude wurden dabei wie vom Erdboden erschüttert, und bekamen zollbreite Risse; dabei fiel Hagel, groß wie Hühnereier. Alle, die davon umgeben waren, umhüllte eine dicke Finsterniß [...] Fünf Scheunen mit dem Getreide liegen völlig in Trümmern darnieder [...]"

Jahr 1830 Urbich
Thüringen
n.bek. "Windhose über Urbich. Es wurden "Dächer abgedeckt und viel anderer großer Schade angerichtet." Die große Linde auf dem Friedhof wurde mehrerer großer Äste beraubt. Über 100 Stck. der schönsten Kirschbäume wurden entwurzelt, Getreideschober turmhoch in die Luft gewirbelt. Ähnlich war es 1831." (Quelle: Chronik Urbich).
24.06.1830
Verdacht
Volmarstein
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Seite über die ehemalige Burg Volmarstein: "1819 ging die Ruine in den Besitz von Graf Philipp von der Recke-Volmarstein über, der in der Zeit von 1822 bis 1854 auf seine Kosten erhebliche Sanierungsarbeiten durchführen ließ. So entstand auch die Mauerstütze an dem zerspaltenen Turm, das Symbol des heutigen Schlossbergs. Am 24. Juni 1830 wurde zwischenzeitlich die Hälfte des Ostturmes durch einen heftigen Orkan zerstört." (Quelle: Wikipedia).

Burg Volmarstein (Wikipedia)
Fotos der Burgruine

28.04.1830
Verdacht
Köln
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Sturm bringt St. Kunibert zum Einsturz - 1830 April 28: Die Kirche St. Kunibert wird am späten Abend durch einen Frühlingssturm schwer beschädigt. Der in Renovierung befindliche Hauptturm und ein großer Teil des Schiffes stürzen ein. Nach längeren Debatten über den Wiederaufbau beginnt dieser erst 1836 und wird 1847 fertiggestellt." (Quelle: Peter Fuchs, Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2: Von 1400 bis zur Gegenwart, Seite 178. Greven Verlag Köln, 1991) - In einem Bericht der Freiburger Zeitung zum Einsturz wurde kein Sturm als Ursache erwähnt.

10.04.1830
Verdacht
Plattling, Moos, Osterhofen, Passau
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 28.04.1830: "Bei einem Sturm und Gewitter, die am 10. April Mittags um Passau sich plötzlich erhoben, sind mehrere Bäume entwurzelt, Dächer abgedeckt, und eine sogenannte Matzille von den Wellen des Inns umgestürzt, und die Schiffleute in den Fluthen begraben worden. Dieser Orkan verbreitete sich weithin aufwärts des Inn bis Simbach zu, war mit Wolkenbruch, Donner und Blitzen begleitet, und richtete in Ortschaften und Fluren Verheerungen an." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.05.1830: "München den 27. April. Das Gewitter, welches am verflossenen Charsamstag in der Gegend von Passau, Pelsting und Landau so große Verheerungen anrichtete, war auch um Plattling und Osterhofen nicht weniger fürchterlich. In dem gräflich Preysingischen Schlosse zu Moos sah man einen der Schloßtürme von einer Seite zur anderen wanken, und die Glocken erthönten von selbst, was offenbar nicht die Folge des Orkans, sondern vielmehr eines Erdbebens seyn mußte, welches auch an andern Orten verspürt wurde. So wollte man bei dem vor einigen Tagen eingetretenen Sturmwinde auch hier in München ein Erdbeben verspürt haben, das 2 - 3 Sekunden gedauert haben soll." (Quelle jeweils: Universitätsbibliothek Freiburg)

August 1829 Freienbessingen
Thüringen
F1-F2 "Während eines im Monat August stattfindenden Gewitters wurden durch einen Wirbelwind viele Obstbäume entwurzelt, einige Haus- und Scheunendächer abgedeckt und ein kleines niedergerissen" (Quelle: Brände und andere Katastrophen in Freienbessingen, Freiwillige Feuerwehr Freienbessingen).
25.06.1829 bei Trier
Rheinland-Pfalz
n.bek. Ein mit einem Staubfuß wie ein leuchtender Meteor verbundener Tornado zog zwischen 14 Uhr und 14:30 Uhr in der Nähe von Trier über das Land. Ein Arbeiter wurde von einem Kalkofen heruntergeworfen, ein weiterer geriet in den Wirbel hinein, überlebte ihn aber (Quellen: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917 und Eléments de physique expérimentale et de météorologie Pouillet. Paris, Hachette, 1853 sowie Observations et recherches expérimentales sur les causes qui concourent à la formation des trombes par A. Peltier Paris, H. Cousin, 1840, pp. 45-47 - recherchiert von François Paul).

Jahr 1828 Neubrandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
W Wasserhose auf der Tolense, südwestlich von Neubrandenburg. Vor einem aufziehenden Gewitter hielt sich der Wirbel nach Augenzeugenberichten etwa eine halbe Stunde lang. "Wasserhose auf der Tolense im Jahre 1828. - Ueber dies in Mecklenburg sehr seltene Naturereigniß berichtet G. Christlieb, Prediger in A, Rhese (am südwestlichen Tolenseufer gelegen), im Freimüthigen Abendblatte No. 492 unter dem 29. Mai Folgendes: "Gestern Mittags um 1 Uhr zog eine starke Gewitterwolke von Strelitz heran. Anstatt daß andere dergleichen Wolken vom Wasser abgestoßen werden, und ihren Zug entweder diesseits oder jenseits um den See herum nehmen, schien diese angezogen zu werden. Sie stand gegen 2 Uhr über der Tolense, etwas mehr nach dieser Seite her, eine zeitlang unbeweglich fest. Mittlerweile entstand außer dem Getöse von der Wolke her auch ein großes Geräusch auf dem Wasser, wie ein dumpfes Sausen und Brausen. Das Wasser setzte sich an einer der Alten-Rheser Feldmark gegenüber liegenden Stelle in eine kreisförmige Bewegung, und drehte sich strudelartig, wie vom Wirbelwinde getrieben, immer schneller herum, die Wellen stürzten rings umher gewaltsam zusammen, so daß das Wasser schäumend, sprützend, sich aufthürmend, erst in Gestalt einer Schneckenlinie weit kreisend, dann immer enger zu einer Säule sich zusammenziehend, immer höher und höher emporging, bis es endlich an einer sich herabsenkenden Wolkenspitze, die in gleicher Are dem aufsteigenden Wasserkegel etwas entgegenkam, mit der Wolke in unmittelbare Verbindung trat. So aufrecht stehend, sich aufwärts schlängelnd, jedoch von Zeit zu Zeit sich etwas nach Neubrandenburg hin bewegend, und wie ein gewaltiges Saugrohr Wasser in die Höhe ziehend, nach dem Augenmaaß ohngefähr sechs Fuß im Durchmesser, stellte sich dieses merkwürdige Schauspiel unsern staunenden Blicken wohl fast eine halbe Stunde dar. Indeß hierauf ein Windstoß die Säule aus ihrer senkrechten Stellung brachte, sie immer mehr verdünnend in einen weiten Bogen auseinander zog, am Ende von der Wolke trennte und auf der Tolense die nämlichen Erscheinungen in umgekehrter Folge wie beim Anfange, zurückließ, - trat die Wolke seitwärts zurück gegen Penzlin hin, und entlud sich ihrer ungeheuer angehäuften Wassermasse und ihres Hagels meistens zwischen der gedachten Stadt und der Tolense, wodurch in den Gütern der hiesigen Herrschaft schreckliche Zerstörungen angerichtet sind."" (Quelle: Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg, Band 10, Seite 88. 1856).

02.07.1828 Mengen
Baden-Württemberg
n.bek. "Im Jahre 1828 am 2. Juli nachmittags 3 Uhr senkte sich in Mengen aus einer Gewitterwolke gegen Westen unter kurzem Regen und etwas Hagel eine wirbelnde weiße Säule über die Stadt herab, welche Dächer abhob, Fenster eindrückte, Menschen niederwarf, Bäume zerriß und entwurzelte. Ringsherum herrschte keine merkliche Luftstörung." (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

18.06.1828
Verdacht
Schliengen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 17.07.1828: "Am 18. war (sagt die Dorfzeitung) in Schliengen bei Basel der Himmel so schwarz bedeckt, daß man Abends um 7 Uhr Lichter anbrennen mußte. Plötzlich stand der ganze Himmel in einem ununterbrochenen Feuer und der Sturm kam so wüthend, daß kein Halm auf dem Felde blieb. Dicke Bäume wurden ausgerissen und fortgeschleudert, 100 Pfund schwere Felsstücke von den Bergen geworfen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

01.04.1826 bei Saarbrücken
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Der Tornado trat bei Saarbrücken auf, Näheres ist nicht bekannt. (Quelle: Fleming, J.R. and R.E. Goodman, 1994: International Bibliography of Meteorology. Diane Publishing Company, Upland, Pennsylvania, 701 S.)

29.06.1825 Niederbeerbach
Hessen
n.bek. "Am 29. Juni 1825, Abends um 5 Uhr, stießen unfern des Schlosses Frankenstein zwei Gewitter zusammen, und entluden sich theils in dem Malcher Tannenwald, theils in der Gemarkung von Niederbeerbach. Diese Gewitter wurden von einem Wirbelwind begleitet, der im erstern Wald gegen 5000 Bäume entweder zersplitterte oder entwurzelte, in Niederbeerbach die meisten Dächer und gegen 400 Obstbäume zerstörte und eine Scheuer zusammenriß. In dem Herrschaftl. Frankensteiner Wald wurden starke Buchbäume umgerissen, und deren Aeste über Niederbeerbach geschleudert. Zu Hassenroth, das in gerader Richtung 4½ Stunde östlich vom Frankensteiner Schlosse liegt, wurde um dieselbe Stunde, unmittelbar vor dem Ausbruch eines nicht bedeutenden Gewitters, gleichfalls ein außerordentlich heftiger Wirbelwind (Windsbraut) beobachtet. Dieser deckte in wenig Minuten die meisten Dächer ab, stürzte mehrere Wände und Giebel um, riß eine Scheuer gänzlich nieder, und entwurzelte fast alle Obstbäume, die einem Wald gleich den Ort umgaben, und nahm sie auf bedeutende Strecken mit sich fort. In einer Entfernung von einer halben Stunde, gegen Kinzig hin, also gegen Südosten, wurden Schindeln und andere Materialien, die der Wind mitgeschleudert hatte, gefunden. Alle diese Orte, nemlich Hassenroth, der Malcher und der Frankensteiner Wald, haben vor anderen Orten eine hohe Lage." (Quelle: Georg Wilhelm Justin Wagner: Hessisches Volksbuch oder Merkwürdigkeiten aus dem Vaterlande. Darmstadt 1834, S. 110f., recherchiert von Johannes Hofmeister, (geo-geschi.blog.de/)

29.06.1825 Hassenroth
Hessen
n.bek. "Am 29. Juni 1825, Abends um 5 Uhr, stießen unfern des Schlosses Frankenstein zwei Gewitter zusammen, und entluden sich theils in dem Malcher Tannenwald, theils in der Gemarkung von Niederbeerbach. Diese Gewitter wurden von einem Wirbelwind begleitet, der im erstern Wald gegen 5000 Bäume entweder zersplitterte oder entwurzelte, in Niederbeerbach die meisten Dächer und gegen 400 Obstbäume zerstörte und eine Scheuer zusammenriß. In dem Herrschaftl. Frankensteiner Wald wurden starke Buchbäume umgerissen, und deren Aeste über Niederbeerbach geschleudert. Zu Hassenroth, das in gerader Richtung 4½ Stunde östlich vom Frankensteiner Schlosse liegt, wurde um dieselbe Stunde, unmittelbar vor dem Ausbruch eines nicht bedeutenden Gewitters, gleichfalls ein außerordentlich heftiger Wirbelwind (Windsbraut) beobachtet. Dieser deckte in wenig Minuten die meisten Dächer ab, stürzte mehrere Wände und Giebel um, riß eine Scheuer gänzlich nieder, und entwurzelte fast alle Obstbäume, die einem Wald gleich den Ort umgaben, und nahm sie auf bedeutende Strecken mit sich fort. In einer Entfernung von einer halben Stunde, gegen Kinzig hin, also gegen Südosten, wurden Schindeln und andere Materialien, die der Wind mitgeschleudert hatte, gefunden. Alle diese Orte, nemlich Hassenroth, der Malcher und der Frankensteiner Wald, haben vor anderen Orten eine hohe Lage." (Quelle: Georg Wilhelm Justin Wagner: Hessisches Volksbuch oder Merkwürdigkeiten aus dem Vaterlande. Darmstadt 1834, S. 110f., recherchiert von Johannes Hofmeister, (geo-geschi.blog.de/)

04.02.1825 Hatzum
Niedersachsen
W "Joachim Battermann, Ziegelfabrikant und Landwirt; Hausmann in Bingumgaste; 1807 Schuster; 1827 Ziegler in Coldeborgstersiel, 1827-31 Ortsvorsteher in Critzum, "Man bemerkte in diesem Dorfe, am 4. Febr. [1825] Morgens, deutlich eine Wasserhose, die sich dem Deiche näherte, dann aber versank. Zwischen diesem Dorfe [Hatzum] und Coldeborgster Siel fanden sich drei Durchbrüche, zusammen 131 Fuß weit. Bei letztgenanntem Siel wurde der Deich auf 5 1/2 Ruthen Breite durchbrochen, eine dabei stehende Ziegelei mit Wohnhaus weggerissen, und die Steine und Erde in das Binnentief geschleudert, welches dadurch, auf eine kleine Strecke, beinah ausgefüllt wurde. Der Siel selbst wurde oben abgedeckt, und der westliche Flügel durchgebogen."" (Quelle: Vorfahren Folkerts)

24.08.1824 bei Bonn
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Der Tornado trat bei Bonn auf, Näheres ist nicht bekannt. (Quelle: Fleming, J.R. and R.E. Goodman, 1994: International Bibliography of Meteorology. Diane Publishing Company, Upland, Pennsylvania, 701 S.)

04.08.1824 Wesseling bei Bonn
Nordrhein-Westfalen
n.bek. zog gegen 12:45 Uhr als "Wind- und Wasserhose" bei Bonn über den Rhein hinweg: "Am Flusse wurden ein Paar dort spielende Knaben von acht bis zehn Jahren ins Wasser geschleudert und nur durch schnelle Hilfe noch gerettet." (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917) - Weiter: "Zu Wesseling richtet eine Windhose ungeheuern Schaden an. Fürchterliches Luftgeräusch." (Quelle: Graf Johann Berenyi. Chronologische Darstellung der merkwürdigen Weltbegebenheiten 1768-1833. Stuhlweissenburg 1833)

30.07.1824 Niederohmen
Hessen
n.bek. "Ueber Niederohmen, einem 2 Stunden von Grünberg gelegenen Dorfe, zogen am 30 Juli 1824 zwei Gewitter auf, und, nachdem Donner und Regen aufhörte, zogen zwei kleine Wolken im beständigen Umdrehen in entgegengesetzter Richtung auf einander los, und, nach ihrer Vereinigung, nach Osten weiter. Von diesem Augenblick an entstand in der Luft ein Getöse, das so stark war, daß viele Einwohner sich voll Angst eilig flüchteten. Zugleich bildete sich eine Rauchsäule in Form eines Trichters, der oben etwa 60 Fuß, und unten, wo er die Erde berührte, und wo seine Wirkung am heftigsten war, etwa 2 Fuß im Durchmesser hatte. Diese Windhose, in beständiger kreiselnder Bewegung, riß Kraut und andere Pflanzen aus, oder brach ihre Blätter ab, die sie in die Höhe zog, und jenseits des Dorfes wieder fallen ließ. Sie setzte über die Ohm, verursachte zuerst einen Strudel im Wasser, und hob es dann in starker Masse aus dem Bette. Der größte Theil des Wassers fiel aufs Ufer zurück, und das übrige stieg in schraubenförmiger Bewegung in die Höhe. An zwei Gebäuden von etwa 50 Schritte Entfernung, zwischen welchen die Windhose durchzog, wurden die Dächer beschädigt, ein starker Baum wurde etwas gedreht, und bekam drei Sprünge. In ihrer Bewegung wurde diese Windhose ¼ Stunde weit gesehen, und wurde dann hinter dem Dorfe, durch eine Anhöhe, den Augen der Beobachter entzogen." (Quelle: Georg Wilhelm Justin Wagner: Hessisches Volksbuch oder Merkwürdigkeiten aus dem Vaterlande. Darmstadt 1834, S. 110f., recherchiert von Johannes Hofmeister, (geo-geschi.blog.de/)

30.07.1824
Verdacht
Rittersbach
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.08.1824: "Mosbach, den 1. August. Ein furchtbares Gewitter, welches Schloßen, im Gewicht von 1 1/2 Pfund, mit sich führte, zog vorgestern Nachmittags, zwischen 4 und 5 Uhr, von Südwest nach Nordost, entladete sich zwischen Bienau und Rittersbach, und richtete in einer Viertelstunde die ganze noch ausstehende Erndte von 7 Gemeinden diesseitigen Amtes gänzlich zu Grunde; Fenster und Dächer wurden zusammengeschlagen, Gebäude und Bäume umgerissen, wobei ein Mann das Leben verlor, und viele schwer verwundet wurden. Die unglücklichen Bewohner dieser Gegend, welche nicht einmal die Saatfrucht zur Bestellung ihrer Felder zu erwarten haben, nehmen die Zuflucht zur Milde der hohen Regierung und fühlender Nebenmenschen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

18.07.1824
Verdacht
Odenwald
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 29.07.1824: "Frankfurt den 24. Juli. Dasselbe Hochgewitter am 18. Juli, das sonst in allen Theilen des Süddeutschlands verheerende Spuren hinterlassen, hat im Odenwalde die gesegnete nahe Erndte völlig, in anderen Orten größtentheils zerstört, hohe Bäume im Feld ausgerissen und fortgetragen, eine unzählige Menge in den Waldungen niedergeworfen. Kiesel, in der Dicke einer Faust, zerschlugen Tausende von Fenstern und eine Menge Dächer wurden zerrissen. Eine gelbe Feueratmosphäre vermehrte das Schreckliche dieses Naturschauspiels." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

15.07.1824
Verdacht
Ehingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 01.08.1824: "Ehingen. Am 15. d. Vormittags und am 18. Nachmittags wurden achtundzwanzig, zum Theil der größten, Markungen des Oberamts Ehingen von einem furchtbaren Hagelschlag getroffen. Das erstemal wüthete zugleich ein Sturm, der auf einigen Markungen starke Bäume wie Stäbe abbrach und fortschleuderte, überhaupt auch Fensterscheiben und Dachplatten zerstörte. Der Schaden ist noch nicht ganz eingeschätzt, es darf aber angenommen werden, daß er zum Theil als total, zum Theil zu 3/4, zur Hälfte, und nur bei wenigen zu 1/4 sich ergeben wird." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

17.05.1823 Westpreußen n.bek. "Fürchterliche Tromben und Windhosen in Westpreussen." (Quelle: Graf Johann Berenyi. Chronologische Darstellung der merkwürdigen Weltbegebenheiten 1768-1833. Stuhlweissenburg 1833)

Jahr 1821 Jever-Repsolt
Niedersachsen
n.bek. "Bei Jever. - Nach dem Berichte des Professors Wolke, in Gilberts "Annalen der Physik" (Bd. 70. S. 109), hat ihm einst ein Landprediger versichert, er habe zu Repsolt, drei Meilen von der See, eine Windhose nicht weit von sich vorüber ziehen sehen, die einen Weiher (aus welchem sie wahrscheinlich entsprungen war) fast wasserleer gemacht, und die Fische desselben auf das Land umhergestreuet hatte." (Quelle: Samuel Christoph Wagener: Das Leben des Erdballs und aller Welten - Neue Umsichten und Folgerungen aus Thatsachen: allen Erforschern und Sinnigen Freunden der Natur. Amelang, Berlin, 1828, 760 S.)

27.07.1821 Düsseldorf-Niederkassel
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer übersetzten Meldung des "L'Echo du Nord" vom 22. August 1821: "Geschrieben von Reuss (in Rhein-Preußen): Am 27. Juli brach ein Gewitter über unsere Stadt, [...] es bildet sich eine Trombe bei Nieder-Kassel auf dem Rhein. In einer Straße nahm sie drei Kinder mit, die sie nur wenige Augenblicke später langsam wieder zu Boden legte, ohne dass sie einen Schaden erlitten. Dann traf die Trombe in Niederkassel ein, verwüstete dort mehrere Gebäude, entfernte einige Dächer und entwurzelte zahlreiche Bäume. Nach Überquerung des Rheins zog die Trombe glücklicherweise zu weit nördlich, dass Düsseldorf sich auf seinem Weg befand. [...] In einigen Orten ist die Spur durch die Zerstörung 140 bis 160 Fuß breit, in anderen nur zwanzig Fuß." (recherchiert von François Paul)

09.06.1819 Aichstetten
Baden-Württemberg
n.bek. "Am 9. Juni sah man bey Aichstetten (im Würtembergischen) eine Windhose, die einen Durchmesser von 50 Schritten hatte. Wie groß die Kraft dieser Wirbelwolke war, ist daraus abzunehmen daß sie ein erst vor wenigen Jahren neu und massiv erbautes Bauernhaus mit großem Krache schnell zusammen riß und eine mit Eisen gebundene große Kiste in der Höhe über 200 Schritte weit forttrug." (Quelle: Augsburgische Ordinari Postzeitung von Staats-, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Moy, 1819)

[Tornado] 09.06.1819 - Aichstetten (RV|BW) (Skywarn)

22.04.1819 Trostberg
Bayern
n.bek. "Elektrische Einigung Alzflusses mit einem Wölkchen. - Am 22. April 1819, Abends nach 8 Uhr, zog zu Trosburg, im Pfarkreise eine schwarze Wolke herab, und senkte sich dergestalt über den Alzfluß nieder, daß die Augenzeugen dafür hielten, es steige aus dem Wasser eine Rauchwolke auf. Sie entzündete sich, und warf, gleich einem Feuerrade, einige Augenblicke leuchtende Kügelchen um sich her, welche im Zerplatzen krachten. Sie zog sich nach dem Wasser von Götzing hin, wo die Aeußerungen des Feuerrades sich über einen am Wasser liegenden Bauerhof viel stärker wiederholten. Zugleich hob ein plötzlich entstandener Wirbelwind - Windhose - unter Sausen und Krachen die Schindeln ab. Der starke Regen, welcher in diesem Augenblicke niederfiel, endete für die Einwohner zwei furchtbare Minuten." (Quelle: Samuel Christoph Wagener: Das Leben des Erdballs und aller Welten - Neue Umsichten und Folgerungen aus Thatsachen: allen Erforschern und Sinnigen Freunden der Natur. Amelang, Berlin, 1828, 760 S.)

10.05.1818 Böhme
Niedersachsen
n.bek. Nach Recherchen (1998/1999) von Martin Gudd trat dieser Tornado in Böhme bei Walsrode auf, Näheres ist nicht bekannt.

Jahr 1816
Verdacht
Untere Zeitelwaidt
Bayern
n.bek. "Im Februar 1816 zerstörte eine Windhose die im Binsig (südöstlich der Unteren Zeitelwaidt) vor etwa 10 Jahren errichteten Ziegelhütte." (Quelle: Geschichtsverein Bad Steben e.V.). Untere Zeitelwaidt liegt im Landkreis Hof im äußersten Nordosten Bayerns.

Verdachtsfall Untere Zeitelwaidt (Skywarn)
1816 Hungersnot und Teuerung (Geschichtsverein Bad Steben e.V.)

11.07.1813 Koblenz
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer übersetzten Meldung des "Le Moniteur Universel" vom 25. Juli 1813: "Coblentz am 11. Juli. Am 11. dieses Monats gab es im Thal-Ehrenbretstein eine Trombe, die große Schäden verursachte. Das Gleiche ereignete sich vor wenigen Tagen in Ruhrort. Schließlich trat vorgestern eine Trombe in Mülheim auf der Roer auf, die das Heu auf den Wiesen verstreute." (recherchiert von François Paul)

09.07.1813 Duisburg-Ruhrort
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Genaues Datum nicht sicher. Aus einer übersetzten Meldung des "Le Moniteur Universel" vom 25. Juli 1813: "Coblentz am 11. Juli. Am 11. dieses Monats gab es im Thal-Ehrenbretstein eine Trombe, die große Schäden verursachte. Das Gleiche ereignete sich vor wenigen Tagen in Ruhrort. Schließlich trat vorgestern eine Trombe in Mülheim auf der Roer auf, die das Heu auf den Wiesen verstreute." (recherchiert von François Paul)

09.07.1813 Mülheim a.d. Ruhr
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer übersetzten Meldung des "Le Moniteur Universel" vom 25. Juli 1813: "Coblentz am 11. Juli. Am 11. dieses Monats gab es im Thal-Ehrenbretstein eine Trombe, die große Schäden verursachte. Das Gleiche ereignete sich vor wenigen Tagen in Ruhrort. Schließlich trat vorgestern eine Trombe in Mülheim auf der Roer auf, die das Heu auf den Wiesen verstreute." (recherchiert von François Paul)

07.07.1813 Wildenstein
Baden-Württemberg
F0 Aus einer Meldung des "Le Moniteur Universel" vom 26. Juli 1813: "Am 7. Juli, zwischen zwei und drei Stunden am Nachmittag, es lag in der Nähe von Wildenstein (zwischen Dinkelsbuhl und Krailsheim), durch eine ruhige und in die Richtung von Süden nach Norden, ein Wirbel, aber bisher noch nicht sehr weit ausgedehnt, war begleitet von einem Geräusch ähnlich dem mehrere Wagen, die auf der Straße rollen, und wurde beendet durch Explosionen, wie eine Gewehrsalve. [...]" (recherchiert von François Paul)

27.07.1811 Rheinland
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Unterstützung der Einwohner des Rheindepartements, die Ernte und Häuser durch den Hagel und Wirbelsturm vom 27. Juli 1811 verloren haben; Nachweise über Einnahmen und Ausgaben im Münsteraner Land; Etat betr. die Eintreibung der Schulden alter Rechnungen, 1811" - Quelle: Landesarchiv Düsseldorf

08.07.1811 Würzburg
Bayern
n.bek. Aus Mémoires d'agriculture, d'économie rurale et domestique, tome XV, 1812. Résultats des observations météorologiques appliquées à l'agriculture, faites à Montmorency pendant l'année 1811, p. 190. Par M. Cotte: "Le 8 ((juillet)), trombe dans la principauté de Wurtzbourg." (recherchiert von François Paul)

26.12.1810 Crailsheim
Baden-Württemberg
n.bek. "Aus Kreilsheim im Ansbachsen - Der gestrige sehr heitere erste Christtag (1810) endete, mit dem Eintritte der Abenddämmerung höchst unfreundlich unter heftigen und anhaltenden Gewitterstürmen. Morgens gegen 6 Uhr zeigte sich, während des immer noch fortgesetzten Regnens und Stürmens, 20 Sekunden lang, eine sich allgemein verbreitende Helligkeit am Himmel, aus welcher eine Feuersäule von unermeßlicher Höhe, und von wenigstens 100 Fuß Breite, sich entwickelte. Diese majestätische Lufterscheinung zerplatzte mit heftigem Knalle an der Westseite des Städtchens. Die Säule lösete sich in viele tausend Feuerklumpen von verschiedener Größe auf. Thurm und Kirche waren jetzt phosphorartig glänzend. Die Erscheinung sprühete, gleich einem Vulkane, raketenartiges Feuer nach allen Richtungen hin. Das auf und niederspielende Feuer bildete eine Art von Pyramide. Sie breitete sich unten sehr aus, blieb, nach dem Knalle, wol noch 20 Sekunden sichtbar und erlosch dann gänzlich. Das Brausen des Sturmes dauerte fort." (Quelle: Samuel Christoph Wagener: Das Leben des Erdballs und aller Welten - Neue Umsichten und Folgerungen aus Thatsachen: allen Erforschern und Sinnigen Freunden der Natur. Amelang, Berlin, 1828, 760 S.)

05.07.1810 Wesermündung
Niedersachsen
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917; Originalquelle: Brandes (Brief an Gilbert), Gilberts Ann. d. Phys. 36, 404, 1810)

04.09.1809 Laasphe
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "[...] Die häufigsten meteorischen Erscheinungen waren ganz anderer Art, statt der Meteormassen sah man Wetterwirbel und statt der Erdbeben ungewöhnliche Fluth und Ebbe, oder Orcane von seltener Stärke. [...] dasselbe nur etwas schwächere Phänomen (trombe terrestre) sah man am 29sten May in den östlichen Vorstädten von Paris und wieder am 4ten September in der Nähe von Laasphe (in der Grafschaft Wittgenstein) hier war es auch eine schwarze Wolke, durch welche sich ein heller schlängelnder Streifen zog, das Meteor zog unter Schlägen und Toben heran." (Quelle: Friedrich Schnurrer, Chronik der Seuchen in Verbindung mit den gleichzeitigen Vorgängen in der physischen Welt und in der Geschichte der Menschen. Tübingen. 1823, Seite 483)

19.04.1809 Aufkirchen, Reisen, Niederlern
Bayern
F2 "Ich habe mich unlängst mit einem Heimatforscher aus Erding getroffen. Er hat einige Dokumente zu einem Tornado aus dem Jahre 1809 bei Erding gefunden. Das Ereignis fand am 19.04 nachmittags gegen 14h45 statt. Der Wirbel bildete sich bei Aufkirchen und zog über die Felder bei Ober- und Niederding nach Reisen, wo es große Schäden gab. Dann zog der Tornado weiter nach Eiting, wobei sich die Zirkulation bodennah jedoch abschwächte und es wenige Schäden gab, dann auf dem Weg nach Mitter- und Niederlern aber wieder stärker wurde und Dächer und Zäune beschädigt oder zerstört hat. Während des Tornados wurde nur wenig Regen beobachtet, wohl aber mehrmals Blitzeinschläge in der Umgebung und Donner. Nach dem Tornado gab es noch Hagelschlag, kurz darauf ein weiteres Gewitter mit heftigem Regen und stürmischem, kaltem Nordwestwind. Der Tornado soll etwa eine halbe Stunde gedauert haben. Es gibt einen sehr ausführlichen Bericht im "Litteratur- und Kunst-Anzeiger" vom 30.06 1809 mit genauen Augenzeugenberichten und sogar Wind- und Temperaturdaten." Quelle: Lars Lowinski, Feedback bei TorDACH - Weiter: "[...] Die häufigsten meteorischen Erscheinungen waren ganz anderer Art, statt der Meteormassen sah man Wetterwirbel und statt der Erdbeben ungewöhnliche Fluth und Ebbe, oder Orcane von seltener Stärke. Den 19ten April sah man eine schwarze bis zu den Wolken reichende Säule bey Niederding in Bayern sich bilden und über Raisen und Lern hinwegziehen wobey sie große Verwüstungen anrichtete, aber nur einzelne Hagelschlossen und keinen Regen fallen ließ" (Quelle: Friedrich Schnurrer, Chronik der Seuchen in Verbindung mit den gleichzeitigen Vorgängen in der physischen Welt und in der Geschichte der Menschen. Tübingen. 1823)

16.07.1806 Osterode am Harz
Niedersachsen
(1 Verletzter)
n.bek. gegen 09:45 Uhr vormittags. Ein Hausbesitzer wird beim Versuch, ein Fenster zu schließen, schwer verletzt (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

17.10.1805 Dörverden, Westen
Niedersachsen
n.bek. "Zwischen Dörverden a.d. Weser und Westen a.d. Aller geht ein "Fischregen" nieder, vermutlich durch eine Wasserhose zuvor aufgeschlürft" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976)

12.07.1801 Berstadt
Hessen
n.bek. "Den 12. Juli 1801, Abends 8 Uhr, zog ein sehr hoch gehendes Gewitter über Berstadt, einem in der Wetterau gelegenen Dorfe, weg. Unmittelbar darauf erhob sich mit auffallender Schnelligkeit ein Wirbelwind, welcher in einer Zeit von etwa 18 Sekunden Fenster einschlug, Bäume aus der Wurzel riß, viele Dächer stark beschädigte und zwei Scheuern mehr als zur Hälfte umwarf. Auf der Spitze des ziemlich hohen Kirchthurms hingen Strohbüschel und in manchen Stuben fand man ganze Ziegelsteine." (Georg Wilhelm Justin Wagner: Hessisches Volksbuch oder Merkwürdigkeiten aus dem Vaterlande. Darmstadt 1834, S. 109; recherchiert von Johannes Hofmeister, (geo-geschi.blog.de/)

Anmerkung:
Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erweitert. Sollte ein Ihnen bekannter Tornado fehlen, dann mailen Sie mir bitte.


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