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Verdacht = Fall wird noch untersucht W = Wasserhose

Datum Ort Stärke Beschreibung
29.07.1900 Aschaffenburg
Bayern
F1-F2 In der Nacht zum 29. Juli zog ein Tornado vor allem durch den Schlossgarten, in dem sehr viele Bäume umgerissen wurden. Mehr dazu in der Aschaffenburger Chronik.
25.07.1900 Bruchhausen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Im Jahr 1900 trat am 25/07 in dem Ort Bruchhausen bei Unkel (Region Bonn) ein Tornado auf. Dieser hatte mehrere Eichen- und Buchenstämme geknickt und "in Stücke gerissen". Mehrere Arbeiter auf nahegelegenen Feldern beobachteten während eines Gewitters eine "weiße Wolkensäule"." Quelle: Lars Lowinski, Feedback bei TorDACH.

15.07.1900
Verdacht
Niederlausitz
Brandenburg
n.bek. Nach einer Meldung der Lausitzer Rundschau vom 17.07.2000 soll eine Windhose aufgetreten sein: "Vor 100 Jahren: 15. Juli 1900. Dramatisch beschrieb der "Niederlausitzer Anzeiger" die Begegnung eines Radfahrers mit einer Windhose: "die sich etwa 30 Meter von ihm /erhob, ... [...]"" Wegen der damals herrschenden Hochdrucklage ist nicht sicher, ob es sich tatsächlich um eine Windhose (= Tornado) oder lediglich um einen Staubteufel bei sonnigem Wetter handelte.

27.06.1900 Kiel
Schleswig-Holstein
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

23.06.1900 Müllheim
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 26.06.1900: "Sturm. Müllheim am Rhein wurde Samstag von einem furchtbaren Wirbelsturm heimgesucht, ähnlich dem, der vor zwei Jahren Bayenthal und Umgegend verheerte. Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt, Schornsteine umgeworfen, viele Fabrikanlagen schwer beschädigt. Besonders haben auch die Troponwerke gelitten. Sehr viele Einwohner sind obdachlos." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Der Ort ist nicht sicher, es könnte auch das heutige Köln-Mülheim in NRW gemeint sein.

16.06.1900 Chemnitz
Sachsen
F2 "Am 16. Juni 1900 entwurzelte eine Windhose in Chemnitz-Borna Eichen und verwüstete den umliegenden Waldbestand. Eine dicke Fichte wurde 20 Meter durch die Luft geschleudert." (Quelle: Claudia Hinz, Windhosen im Erzgebirge).

19.06.1899
Verdacht
Alsfeld
Hessen
n.bek. Trombe in der Nähe von Alsfeld bei Ostgewitter nicht zweifelsfrei nachgewiesen (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

24.08.1898 östlich Bahlingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 27.08.1898: "Eichstetten, 25. August. Eine besonders merkwürdige und interessante Naturerscheinung wurde gestern in Bahlingen vor Ausbruch des Gewitters beobachtet. Oestlich und nordöstlich von Bahlingen war nämlich je eine dicht schwarze Säule vom Boden bis an die Wolken sichtbar, ähnlich eines großen Fabrikschornsteins; plötzlich erschien es, als ob aus dem obersten Theile dieser Säule weißgrauer Rauch entstiege und gleichzeitig löste sich die Säule vom Boden aus langsamer nach der Höhe zu auf, bis nichts mehr sichtbar war. Diese Erscheinung konnte länger wie eine Viertelstunde beobachtet werden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

24.08.1898 nordöstlich Bahlingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 27.08.1898: "Eichstetten, 25. August. Eine besonders merkwürdige und interessante Naturerscheinung wurde gestern in Bahlingen vor Ausbruch des Gewitters beobachtet. Oestlich und nordöstlich von Bahlingen war nämlich je eine dicht schwarze Säule vom Boden bis an die Wolken sichtbar, ähnlich eines großen Fabrikschornsteins; plötzlich erschien es, als ob aus dem obersten Theile dieser Säule weißgrauer Rauch entstiege und gleichzeitig löste sich die Säule vom Boden aus langsamer nach der Höhe zu auf, bis nichts mehr sichtbar war. Diese Erscheinung konnte länger wie eine Viertelstunde beobachtet werden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

23.08.1898 Holzminden
Niedersachsen
n.bek. Es wird berichtet, dass der Helm des Stadtkirchenturms zu Boden gerissen wurde und dass einige Linden umstürzten (Quelle u.a.: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976) - Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 25.08.1898: "Holzminden, 24. August. Ein Wirbelwind wehte gestern Nachmittag den 60 Meter hohen Thurm der hiesigen evangelischen Stadtkirche um, deckte zahlreiche Dächer ab, warf mehrere Schornsteine um und richte auch noch anderweit bedeutende Verwüstungen an." - Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 26.08.1898: "Holzminden, 23. August. Dem furchbaren Unwetter, das heute Nachmittag über unsere Stadt niederging, ist, wie schon kurz gemeldet, das Wahrzeichen der Stadt, der Thurm der evangelischen Kirche zum Opfer gefallen. Der 64 Meter hohe Thurm wurde 1888 vom Blitze getroffen, brannte damals theilweise ab und wurde 1889 wieder neu gebaut. Der Thurm ist heute in Glockenstuhlhöhe abgeknickt. Das Tosen des Orkans war so gewaltig, daß selbst die Bewohner der Nachbarhäuser den Einsturz erst bemerkten, als sie die Trümmermassen auf der Erde liegen sahen. Glücklicherweise ist niemand verunglückt und auch die Häuser in der Nähe des Thurmes blieben unbeschädigt. Zahllose Bäume sind in der Stadt und Umgegend entwurzelt, Mauern eingestürzt und viele Dächer abgedeckt. Die Bade-Anstalt auf der Weser wurde auseinandergerissen und eine Strecke stromabwärts getrieben, die Badenden retteten sich mit Mühe. Der Hagel fiel nur vereinzelt, doch waren die Eisstücke sehr groß und haben zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Der Schaden ist bedeutend." - Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 26.08.1898: "Wirbelsturm. Holzminden, 23. August. Durch einen mit einem heftigen Gewitter verbundenen Wirbelsturm wurde der Thurm der Stadtkirche mitten abgebrochen. Der Sturm hatte viele Dächer abgedeckt, so daß die Stadt ein Bild traurigster Verwüstung bietet. Der Schaden ist sehr bedeutend." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Sommerlinde an der Lutherkirche

19.08.1898 Cottbus
Brandenburg
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 21.08.1898: "Kottbus, 19. August. Ein gewaltiges Unwetter suchte Kottbus und die Umgegend heim; mehrere Personen wurden vom Blitz erschlagen, darunter in Kottbus Frau Buettner und in Hartmannsdorf Gemeindevorsteher Elsner. Zahlreiche Fabriken und Häuser wurden durch niedergehende Blitze und Wirbelwind verwüstet, in den Wäldern großer Holzschaden angerichtet." - Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 21.08.1898: "Unwetter - Berlin, 20. August. Ein gewaltiges Unwetter suchte die Niederlausitzer Fabrikstadt Cottbus und deren Umgebung heim. Mehrere Personen wurden vom Blitz erschlagen. An Gebäuden wurde viel Schaden angerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

08.08.1898 Herzhausen, Ittertal
Hessen
n.bek. Aus der Wettergeschichte Hessen: "Am 8.August 1898 gegen Nachmittag richtete eine Windhose große Verwüstung an. Dieselbe begann oberhalb der Ederbrücke und zog das Ittertal entlang bis zur Wollspinnerei, überall die stärksten Bäume umwerfend oder die Kronen abbrechend. Die ganze Verwüstung nahm kaum die Zeit von fünf Minuten in Anspruch." (aus der Schulchronik Herzhausen)

07.08.1898 Kreis Arnsberg
Nordrhein-Westfalen
F3 Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 13.08.1898: "Eine Windhose zerstörte einen Theil des westfälischen Kreises Arnsberg auf viele Stunden Länge. Während eines schweren Gewitters zeigte sich eine lichthelle Wolke, die blitzschnell hin und herflog und überall wo sie hinkam, große Verheerungen anrichtete. Auf ihrem Wege sind fast sämmtliche Dächer abgedeckt und verschiedene Gebäude zusammengestürzt. Viele tausend Bäume sind entwurzelt, gewaltige Eichen liegen geknickt und zersplittert am Boden. Ein Schäfer rettete sich dadurch, daß er sich flach auf den Boden legte, ein Theil der Schafe wirbelte in der Luft. An der Eisengießerei Christianenhütte wurden die massiven Wände eingedrückt und das ganze Gebäude zerstört, während die benachbarte größere Schreibmaschinenfabrik und Papierfabrik ganz unbeschädigt blieb. An einem großen langen Bauernhof, der die aneinanderstoßenden Behausungen von zwei Besitzern unter einem Dach enthielt, wurde das Haus des einen Bauern fast vollständig zerstört, das Haus des Nachbarn nur ganz unbedeutend beschädigt. Der Gesamtschaden ist bedeutend, und viele der meist mit wenigen Glücksgütern gesegneten Bewohner dieses Theils des Sauerlandes trifft dieser Schaden sehr schwer." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

07.08.1898 Köln
Nordrhein-Westfalen
(1 Toter)
F4 Die Schneise zog sich durch die Stadtteile Raderthal, Raderberg, Arnoldshöhe, Bayenthal und Poll. Ein Mensch kam bei dem Tornado ums Leben, es gab erhebliche Zerstörungen, darunter z.B. die Gasanstalt der Kölner Maschinenfabrik in Bayenthal.

Bericht und Fotos der Schäden
Zeitungsausschnitte von damals (unten auf der Seite)

29.07.1898 Bodensee
Baden-Württemberg
W um 17:30 Uhr Wasserhose auf dem Bodensee vor Langenargen (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917).

22.05.1898 Waldau
Hessen
n.bek. gegen 10 Uhr vormittags in Waldau, heute Wahlen, Ortsteil von Grasellenbach im Landkreis Bergstraße (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
03.05.1898 Ziegelheim
Thüringen
F2 "Am 3.Mai wirft eine von Gösdorf kommende Windhose die Scheune im Mehlhornschen Gut um. Die Windhose kommt erst am Pfarrwald zum Stillstand." Quelle: Geschichtskalender Ziegelheim.

16.07.1897 Mörfelden
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 18.07.1897: "Marfelden (Hessen), 17. Juli. Gestern Nachmittag ging über die hiesige Feldmark eine heftige Windhose nieder und richtete an Feldern und Bäumen großen Schaden an. Personen wurden nicht verletzt."

27.05.1897 München
Bayern
F0 ca. 17:45 Uhr (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

18./19.03.1897
Verdacht
Grub am Forst
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.03.1897: "Grub a.F., 19. März. Gewitter. Gestern Nacht wüthete ein Gewitter derartig, daß von vielen Häusern die Ziegeln vom Winde abgerissen und auf die Straße geworfen wurden. Manche Ziegeln wurden sehr weit von den Gebäuden fortgeschleudert. An manchen Stellen hob der Wind sogar Gartenzäune auf und trug sie einige Meter davon. Der Regen ergoß sich in Strömen und verursachte dadurch großen Schaden, daß er durch die bloßgelegten Dächer in die untergebrachten Vorräthe drang."

18.03.1897 Fürth am Berg
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 21.03.1897: "Aus dem Steinachgrund, 19. März. Gestern Abend gegen 8 Uhr zogen mehrere schwere Gewitter über unsere Gegend, die von orkanartigen Stürmen begleitet waren und an Dächern, Schornsteinen und Waldungen vielfach Schaden anrichteten. Ein Wirbelsturm hat in Fürth am Berg die große Bretterhalle des Mühlenbesitzers August Mauer total niedergerissen und in einen Trümmerhaufen verwandelt. Ein Blitzstrahl traf das Wohnhaus desselben und zerschmetterte eine Reihe Dachziegel, sowie mehrere Scheiben eines Fensters, ohne glücklicherweise größeren Schaden anzurichten."

18.03.1897
Verdacht
Wiesenfeld b. Coburg
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.03.1897: "Wiesenfeld, 19. März. Sturm. Der gestrige Sturm (Abends 7 1/2 Uhr) hat den größten Theil aller Dächer auf der Südseite des Dorfes stark beschädigt und manche fast ganz abgedeckt. Er hat ein schweres Scheunenthor abgerissen, eine Scheune verschoben und eine, die durchaus nicht baufällig war, mit anstoßendem Bienenhaus umgeworfen, desgl. eine Holzhalle. Ein einstöckiges Haus ist derartig geschüttelt worden, daß der Kalk der Stubendecke an einigen Stellen abgefallen ist. Die wenigen Obstbäume, die die hiesigen Gärten aufweisen konnten, sind an der Krone abgebrochen. Die Straße und die Höfe sind mit Ziegel- und Kalkstücken besät. Menschen sind glücklicherweise nicht verletzt worden."

18.03.1897
Verdacht
Ummerstadt
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 24.03.1897: "Ummerstadt, 22. März. Furchtbaren Schaden hat der Sturmwind vorige Woche in der hiesigen Waldung angerichtet. Er kam von SW. und fing sich in einem Querthal, dem sog. Teufelsloch - nomen est omen -. Da er hier keinen Ausweg hatte, verwandelte er sich in einen Wirbel und riß alles, was ihm im Wege stand, nieder. - 500 Stämme oder mehr - man kann es vorläufig noch nicht übersehen, dabei solche mit einem Durchmesser von 35-40 cm und einer Länge von 25 m liegen theils entwurzelt, theils stehen sie zu 5 und mehr sich aneinander stützend da. Der Anblick ist ein grausig schöner und würde das Schlachtfeld einem Photographen erwünschten Stoff bieten. Die Hauptbeschädigten sind: Holzbauer Dressel und Bürgermeister Leipold."

18.03.1897 Bad Camberg, Kirberg
Hessen
(1 Toter)
F3 Zeitpunkt: etwa 17 bis 17:30 Uhr MEZ. "Am 18. März 1897 herrschte ein schöner milder Frühlingstag im Hintertaunus und Limburger Becken, bis ein Gewitter von Westen aufzog und ein F3-Tornado in den Orten Kirberg und vor allem Camberg schwere Schäden hinterließ mit einem Todesopfer - ein Bahnarbeiter suchte fatalerweise im Camberger Bahnhof Schutz hinter einem Güterwaggon, welcher auf ihn stürzte." Auszug aus 1897 - eine kleine Reanalyse von Bernold Feuerstein. Der starke Tornado hinterließ eine ca. 40 Kilometer lange und bis zu 350 Meter breite Schneise. "Der Sturm nahm seinen Ausgang westlich von Kirberg und zog bis in die Bad Homburger Gegend, wo sich am Rand der Wetterau schließlich seine Gewalt verlor." (Quelle: Bernold Feuerstein, "Tornados im heimischen Raum"). Möglich ist auch, dass der Tornado bereits bei Koblenz entstand, auch ein weiterer Tornado ist hier möglich.

Verheerende Windhose über Camberg (Historie des Kreises)
Fotos der Schäden (Stadtarchiv Bad Camberg)

18.03.1897 Stelzen
Thüringen
n.bek. "Am 18. März 1897 war der schicksalsschwere Tag des altehrwürdigen Stelzenbaumes angebrochen. Es war abends in der neunten Stunde, als in Stelzen und Umgebung ein furchtbares Unwetter tobte. Blitze durchzuckten die Luft. von gewaltigem Donner begleitet. Dabei erhob sich ein Wirbelsturm, der den Dächern. Hütten, Zäunen und Bäumen übel mitspielte. Diesem Unwetter fiel auch der Alte zum Opfer. Am nächsten Morgen stand nur noch der Stamm da, die Krone lag am Boden. Der Stamm war noch vier Meter hoch und hatte einen Durchmesser von l.50 m." (Quelle: Der Schatz unterm Stelzenbaum).

Windhose "köpft" den Stelzenbaum (Wetterchronik)

18.03.1897 Gelsenkirchen
Nordrhein-Westfalen
(3 Tote, 4 Verletzte)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 21.03.1897: "Unglücksfälle. Gelsenkirchen, 18. März. Ein Wirbelwind hat große Verheerungen angerichtet. Die "Frankf. Ztg." Berichtet: In Schalke's Spiegelmanufaktur ist die Schleifhalle eingestürzt. Ein Arbeiter ist todt, vier sind verletzt. Zwei Kinder in dem einstürzenden Hause wurden tödtlich verletzt. Viele Häuser, Ziegeleien und Fabriken wurden beschädigt. Der Schaden ist groß." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Tornado in Gelsenkirchen

18.03.1897
Verdacht
Solingen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung der Emscherzeitung vom 20.03.1897: "Solingen, 19. März. Ein schweres Gewitter mit orkanartigem Sturm richtete gestern Nachmittag schwere Verheerungen an. In Pilzhausen wurde ein 10jähriges Mädchen inmitten seiner Kameradinnen vom Blitz erschlagen, ein anderes teilweise gelähmt. Am Stöckerberg stürzten infolge der Stürme ein Neubau und auf der Krähenhöhe zwei Gebäude ein." (Quelle: Stadtarchiv Gelsenkirchen, Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen)

18.03.1897
Verdacht
Bonn
Nordrhein-Westfalen
(1 Toter, 13 Verletzte)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 21.03.1897: "Unglücksfälle. [...] Bonn, 18. März. Durch einen heftigen Sturm wurde ein Schlot der Wessel'schen Porzellanfabrik in Poppelsdorf umgeworfen. Das Kamin durchschlug das Dach der Blaumalerei und verschüttete die Maler. Einer ist todt, 3 sind schwer und 10 leicht verletzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

18.03.1897
Verdacht
Odenkirchen
Nordrhein-Westfalen
(1 Toter, Verletzte)
n.bek. Aus einer Meldung der Emscherzeitung vom 20.03.1897: "M.-Gladbach, 19. März. [Unwetter.] In Odenkirchen stürzte bei dem getrigen Sturm der Schornstein der Göbel'schen Gerberei um und erschlug einen Arbeiter. Mehrere andere Arbeiter wurden schwer verletzt. Der Getötete ist Vater von 5 Kindern." (Quelle: Stadtarchiv Gelsenkirchen, Institut für Stadtgeschichte, Gelsenkirchen)

10.07.1896 Coburg
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 12.07.1896: "Aus dem Itzgrund, 11. Juli. Sturmwind. Vor dem gestrigen Gewitter erhob sich auf hiesiger Flur ein heftiger Wirbelwind. Das noch auf den Wiesen liegende Heu wurde nach allen Richtungen hin zerstreut. Viele Obstbäume sind stark beschädigt worden."

10.07.1896
Verdacht
Lübeck
Schleswig-Holstein
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 14.07.1896: "Orkan. Lübeck, 11. Juli. Ein gestern mit einem Orkan niedergegangenes Gewitter hat im Fürstenthum Lübeck großen Schaden angerichtet. Nach den heute vorliegenden Meldungen sind gegen 40 Scheunen und Häuser theils abgedeckt, theils umgeweht. Viele Gebäude wurden durch Blitzschläge eingeäschert. In den Wäldern ist bedeutender Schaden durch Windbruch entstanden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

26.06.1896 Laibach
Baden-Württemberg
(1 Verletzte)
n.bek. gegen 10:45 vormittags, 1 Verletzte: "In St. Peter wurde eine Frau von der Windhose erfaßt und in ein Gestrüpp geschleudert, wo sie unsanft gebettet und zerschunden liegen blieb." (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

16.08.1895 Dagebüll
Schleswig-Holstein
n.bek. Datum unsicher, um 7 Uhr morgens an der Westküste Schleswig-Holsteins (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

01.07.1895 Calw
Baden-Württemberg
F2 "In der Inselgasse der Stadt Calw wütete am 1. Juli 1895 der Wirbelsturm, den Hesse in der Erzählung "Der Zyklon" beschreibt." - "Am 1. Juli 1895 nachm. zwischen 2 1/2 und 3 1/2 Uhr fanden verschiedene Gewitter im Nagoldgebiet statt, bei denen auch ein sich von Wildberg bis Calw hinziehender Sturm entstand, dessen Schadenfeld nirgends über 50 m breit war. Die Tannen waren alle parallel niedergelegt. Der Sturm hat sich nicht in die Täler herabgesenkt, die er überquerte, dort blieben die Bäume unversehrt. Hier handelt es sich wohl um einen Wirbel mit horizontaler Achse und geringer horizontaler Breite." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg) - Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 03.07.1895: "Calw (Württemberg), 1. Juli. Gestern Abends richteten hier ein fünf Minuten dauernder Wirbelsturm und ein starker Hagelschlag, wobei hühnereigroße Schlossen fielen, außerordentlich schweren Schaden an. Der Sturm deckte die Dächer ab, drückte Giebelwände ein und zerschlug eine Unzahl von Scheiben. Ganze Waldstrecken sind zerstört. Der Feldschaden ist sehr beträchtlich. Personen wurden nicht verletzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern) - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.07.1895: "[...(siehe Intelligenzblattes für die Stadt Bern)] Unmittelbar vor dem Orkan hatten zahlreiche Schulkinder die Badeanstalt verlassen. Dieselbe wurde vom Wirbelsturm völlig zertrümmert. Zahlreiche Feldarbeiter kehrten wundenbedeckt heim." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Hermann Hesse beschreibt das Sturmereignis und die Folgen in seiner Erzählung "Der Zyklon".

Windhose in Calw (Wetterchronik)

31.03.1895 Böhne
Brandenburg
n.bek. Gegen 14 Uhr in Böhne in der Altmark (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

1893/1894 Thiessow (Rügen)
Mecklenburg-Vorpommern
W (2-3x) Nach einer Mitteilung von Herrn v. Berlepsch sind 1893 oder 1894 bei Thiessow 2 oder gar 3 Wasserhosen gleichzeitig aufgetreten: "Bei schlechtem Wetter unternahmen wir ... eine Fahrt nach der Greifswalder Oie, Auf der Rückfahrt, die ziemlich stürmisch verlief, sahen wir, etwa in der Mitte zwischen der Oie und dem Göhrener Nordperd, also auf der Höhe von Thiessow, nach meiner Erinnerung nicht nur eine, sondern 2 oder sogar 3 Wasserhosen, und zwar in nicht erheblicher Entfernung vom Boot. Ich kann mich an diese Erscheinung, die mir einen unauslöschlichen Eindruck machte, genau erinnern. Aus den tiefhängenden Wolken senkte sich ein Schlauch herab, fast senkrecht stehend, aber mit leichter Krümmung, während von unten ein starker Wasserwirbel in die Höhe stieg." (Quelle: Harald Koschmieder: "Über Tromben". Wissenschaftliche Abhandlungen, Band VI, Berlin 1940)

02.09.1894 Göttingen, Albeck
Baden-Württemberg
n.bek. "1894 am 2. September nachmittags 4 Uhr ist in Göttingen, OA Ulm eine Windhose beobachtet worden, nachdem mittags sich mehrere Gewitter von verschiedenen Seiten im Donautal zusammengezogen hatten. Im NW erschien ein dunkler Gewitterwolkenstreifen, aus dem sich eine nebelgraue Säule zur Erde herabsenkte, die unter starkem Brausen die Dächer abdeckend einherzog. Leute aus Albeck wollen in dieser wirbelnden Säule einen schwarzen Fleck, so groß wie ein Bierfäßchen, entdeckt und erkannt haben, wie darin Vögel vom Wirbel eingeschlossen gewesen seien. Die Windhose traf ferner auf vier große Strohhäufen und wirbelte das Stroh in die Höhe, sie brach drei starke Bäume und schüttete über den nördlichen Teil von Göttingen einen wahren Regen von Stroh, Frucht, Öhmd und Baumzweigen. In einem Hause wurde das Fenster in die Stube auf den Tisch geworfen. Die Windhose wandte sich sodann nach Süden und zog durch das Sulzbachtal auf die Ebene, erschien aber nicht mehr gerade, sondern schlangenförmig gewunden, der obere Teil dem unteren voraus, auf dem Boden alles aufwirbelnd; dann wandte sich die Windhose wieder nach SO und zerriß endlich." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg; weitere Quelle: Waltraud Düwel-Hößelbarth, Chronik der Hohenheimer Meteorologischen Beobachtungen der Jahre 1878 - 1977. Stuttgart. Mai 1982)

14.07.1894 Forstinning, Forstern-Tading, Isen
Bayern
(2 Tote, Verl.)
F4 Am Nordrand des Ebersberger Forstes östlich von München zerstörte dieser Tornado zahlreiche Häuser, es gab 2 Tote und weitere Verletzte. Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 17.07.1894: "München, 16. Juli. Mehrere Ortschaften Oberbayerns wurden am Sonnabend von einer cyclonartigen Windhose heimgesucht; 200 Anwesen wurden zerstört. 100 Pioniere sind zur Hülfeleistung hingesandt." Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 16.07.1894: "Furchtbare Katastrophe in Bayern. München, 16. ds. Eine furchtbare Katastrophe fand am Sonnabend nachmittag an der württembergischen Grenze infolge einer großartigen Windhose statt. Ueber 200 Bauernhöfe sind zerstört, 12 Dörfer total vernichtet. Der Prinzregent wies sofort 30,000 Mark für die Geschädigten an. 100 Pioniere sind an die Unglücksstätte zur Hülfeleistung abgegangen." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

Berichte zum Tornado in Bayern
14.07 1894 -- Eine vergessene Katastrophe (Lars Lowinski)
Windhose am 14. Juli 1894 Original-Holzstich nach E. Kaiser (antiqpaper.de)

28.06.1893 Nebra
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 04.07.1893: "Nebra, 28. Juni. Gewittersturm. Bei dem heutigen Gewitter war der Sturm so gewaltig, daße eine große Menge Bäume umgebrochen, Fensterscheiben eingedrückt und viele Dächer stark beschädigt wurden. Den größten Schaden hat Herr Maurermeister Reinecke dadurch erlitten, daß ein ihm gehöriger großer Holzschuppen vom Sturm völlig zerrissen und das Dach mehrere Häuser weit fortgetragen worden ist. Die benachbarten Dächer wurden durch diesen ungewöhnlichen Transport ebenfalls arg mitgenommen. Zwei in dem Schuppen beschäftige Arbeiter erlitten leichte Verletzungen."

09.08.1892 Paderborn n.bek. "Durch einen Wirbelsturm aufgeschlürftes Wasser mit Teichmuscheln geht im Paderbornchen als "Muschelregen" nieder" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976)

31.08.1891 Reichstädt
Sachsen
n.bek. "1891: Getreidegarben flogen davon - "Reichstädt. Bei dem ziemlich heftigen Gewitter am Montag Nachmittag, das sich unter Begleitung von ganz kolossalen Regengüssen entlud, zog über die Gegend in der Nähe der Hofmühle eine Windhose, die mehrere starke Bäume umknickte; eine Partie Getreidegarben wurde in die Luft entführt und sind auch mehrere so weit entführt worden, daß sie noch nicht wieder gefunden wurden." (Quelle: Weißeritz-Zeitung“ vom 31.08.1819; Hofmühle ist eine frühere Bezeichnung der so genannten "Ehrlich-Mühle" im Niederdorf. Horst Schulz)" (Quelle des Auszuges: Professor Dr. Adolf Heger)

Reichstädter Nachrichten, Februar 2004 (Professor Dr. Adolf Heger)

04.08.1891 Holte
Niedersachsen
n.bek. Gegen 13:30 Uhr im Dorf Holte, 3 Kilometer von Stotel entfernt, in der Nähe von Bremerhaven (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
21.07.1891 München
Bayern
n.bek. Um 11:22 bis 11:26 Windhose, Tornadoschlauch zwischen Gewitterwolken gesichtet (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

21.07.1891 Heidenheim
Baden-Württemberg
n.bek. gegen 13 Uhr MEZ. (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

20.07.1891 Bendeleben
Sachsen-Anhalt
n.bek. Um 12:10 Uhr in Bendeleben am Kyffhäusergebirge zwischen Bad Frankenhausen und Sondershausen (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
01.07.1891 Lind, Dülken, Süchteln, Anrath
Nordrhein-Westfalen
(3 Tote, >100 Verletzte)
F4 Am 1. Juli, einem heißen Sommertage, gegen 6 Uhr am Abend, zog ein Tornado, der sich in der Nähe Boisheims gebildet hatte, über Dülken, Süchteln, Anrath bis in den Raum Willich/Krefeld. In Anrath gab es mehrere Tote, insgesamt 151 Häuser stürzten ein oder mussten wegen der schweren Schäden abgerissen werden. Danach beantragte die Gemeinde Anrath ihre Selbstauflösung. In Süchteln wurden 124 Häuser zerstört.

Einige Links zum verheerenden Tornado:
Berichte zum Tornado von Lind 1891
Hagelunwetter und Windhose: Ausführlicher Bericht
Der Tornado von Süchteln und Anrath (Lars Lowinski)
Der Wirbelsturm von 1891 (Bürgerverein Anrath e.V.)
Am Nachmittag des 1. Juli 1891 (Pfarrgemeinde St. Peter Boisheim, 10.09.1995)
Wegekapelle Lind (Baudenkmäler Viersen)

01.07.1891 Herzebrock
Nordrhein-Westfalen
F1-F2 Zeitpunkt: gegen 18 Uhr MEZ im Kreis Gütersloh. Starker Hagel und ein Tornado richteten schwere Verwüstungen an (Gebäude, Wald und Feld). Nach einem Bericht der Zeitung "Die Glocke" vom 2. Juli 1891 wurden auf einer Breite von 600 Metern Dächer ganz oder teilweise abgedeckt. Zahlreiche Obstbäume brachen ab oder wurden aus der Erde gerissen. Der Schonstein einer Ziegelei brach in der Mitte durch.

27.06.1891
Verdacht
Augsburg
Bayern
(1 Toter, 1 Verletzter)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 01.07.1891: "Augsburg, 27. Juni. (Gewitterorkan.) Um 7 Uhr Abends tobte hier ein Gewitterorkan. Ein stürzender Baum tödtete dabei einen Bankier Namens Wolf aus Frankfurt am Main und zerschmetterte dem Schwiegersohne des hiesigen Fabrikanten Landauer das Bein." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Jahr 1890
Verdacht
Lobbese
Brandenburg
n.bek. "Der junge Windmüller mußte 1890 einen herben Rückschlag hinnehmen, denn ein Wirbelsturm brachte seine Mühle zum Einsturz." (Quelle: Heimatverein Treuenbrietzen e.V.). Lobbese liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Verdachtsfall Lobbese (Skywarn)
Windmühlen im Fläming (Heimatverein Treuenbrietzen e.V.)

Jahr 1890 Frankfurt/Oder
Brandenburg
n.bek. Trat 18:25 bis 18:30 Uhr MEZ auf (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
24.11.1890
Verdacht
Esslingen
Baden-Württemberg
n.bek. "[...] ebenfalls am 24. waren Nachmittags Gewitter bei Ulm , Urach , Münsingen, Feldstetten, Reutlingen. Kirchheim u. T.. Heidenheim. Giengen a. B. ; über die Esslinger Gegend zog gleichzeitig ein Wirbelsturm und an vielen Orten im ganzen Land steigerte sich der herrschende Sturm zu verheerendem Orkan." (Quelle: Jahresheft des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, 1891/92 - Naturwissenschaftlicher Jahresbericht 1890)

Jahresheft des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, 1891/92 - Naturwissenschaftlicher Jahresbericht 1890 (Internet Archive)

28.08.1890
Verdacht
Legelshurst
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 30.08.1890: "Ein gewaltiger Gewittersturm brauste vorgestern durch das badische Land und richtete nach uns vorliegenden Berichten vieler Orts großen Schaden an. Das einem Drehsturm ähnliche Unwetter nahm seine Richtung nach Nordosten. Seinen Weg kennzeichneten große Verwüstungen. Dächer, Hopfenäcker, Obstbäume wurden schwer beschädigt. Zahlreiche Bäume wurden theilweise entwurzelt, theils abgeknickt. An einzelnen Häusern war der Anprall des Sturmes so stark, daß sich die Tafeln an den Wänden wie bei einem Erdbeben bewegten. Möge es der Abschluß der diesjährigen so verhängnißvollen Gewitterstürme gewesen sein. (Siehe unsern Bericht unter Legelshurst. D.Red.)" (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Möglicher Tornado in Legelshurst

16.08.1890 Rastede
Niedersachsen
n.bek. Zwischen 14 und 15 Uhr wird der Park von Rastede bei Oldenburg von einem Wirbelsturm beschädigt, Breite der Spur ca. 30 bis 90 Meter. Es gab unzählige Augenzeugen. Der Tornado entstand über dem Streeker Moor. Hier wurden bereits vor Erreichen des sichtbaren Schlauches Torfhaufen umgeworfen. Die Trombe zog "mit der Schnelligkeit eines Eisenbahnzuges nordwärts ... In dem Trichter wurden eine Menge Vögel, Holzstücke etc. herumgewirbelt." Ein Espenzweig wurde zwei Kilometer weit nach Norden verfrachtet und dort etwa 400 Meter rechts der Zugbahn gefunden. Der Tornado zog weiter nach Neuenwegermoor. (Quellen: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917 und F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976)

24.07.1890 Nauen, Grünefeld
Brandenburg
F2 Zeitpunkt: gegen 12:30 Uhr MEZ. Erhebliche Schäden in Grünefeld, die meisten Dächer abgedeckt, die Kirchturmspitze abgebrochen, eine Scheune und ein Schuppen komplett eingestürzt, eine Mühle zerstört. (QuelleN. Verschiedene Tageszeitungen sowie Richard Henning: Das Wetter in Deutschland, Franck'sche Verlagshandlung Stuttgart, Juni 1947)

Bericht zum Tornado in Grünefeld

12.07.1890 Schömberg
Thüringen
n.bek. "Am 12. Juli bewegte sich bei Schömberg in Sachsen-Weimar eine Windhose über eine Wiese, welche große Heumassen "trichterförmig" 20 m hoch hob und sie dann unter einem Winkel von 40° aufwärts führte; die drehende Bewegung derselben konnte man noch ca. 300 m über dem Boden deutlich sehen; 30 Schritte vom Centrum des Wirbels war Windstille." (Quelle: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896)

05.07.1890 Marne
Schleswig-Holstein
F1 Mehrere Tornados zogen über das nordwestliche Niedersachsen und Dithmarschen hinweg. Dabei wurden viele Bäume umgeworfen und einige Häuser zerstört. Der stärkste Tornado wütete auf einer ca. 30 Kilometer langen Bahn zwischen Oldenburg und Bremerhaven. (Quelle: A.Wegener, "Wind- und Wasserhosen in Europa", 1917) - weitere Quelle: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896.

05.07.1890 Bederkesa
Niedersachsen
F2 Mehrere Tornados zogen über das nordwestliche Niedersachsen und Dithmarschen hinweg. Dabei wurden viele Bäume umgeworfen und einige Häuser zerstört. Der stärkste Tornado wütete auf einer ca. 30 Kilometer langen Bahn zwischen Oldenburg und Bremerhaven. (Quelle: Alfred Wegener: "Wind- und Wasserhosen in Europa") - - weitere Quelle: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896.

05.07.1890 Flögeln, Süderleda
Niedersachsen
F1 Mehrere (mindestens 4) Tornados zogen über das nordwestliche Niedersachsen und Dithmarschen hinweg. Dabei wurden viele Bäume umgeworfen und einige Häuser zerstört. Der stärkste Tornado wütete auf einer ca. 30 Kilometer langen Bahn zwischen Oldenburg und Bremerhaven. (Quelle: Alfred Wegener: "Wind- und Wasserhosen in Europa") - weitere Quelle: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896.

05.07.1890 Westerstede, Burgförde
Niedersachsen
F1 Mehrere Tornados zogen über das nordwestliche Niedersachsen und Dithmarschen hinweg. Dabei wurden viele Bäume umgeworfen und einige Häuser zerstört. Der stärkste Tornado wütete auf einer ca. 30 Kilometer langen Bahn zwischen Oldenburg und Bremerhaven. (Quelle: Alfred Wegener: "Wind- und Wasserhosen in Europa") - weitere Quelle: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896.

05.07.1890 Wardenburg bis Nordenham
Niedersachsen
F3 Ein starker Tornado zog aus dem Raum Oldenburg in Richtung Norden bis Nordosten bis an die Weser zwischen Nordenhamm und Brake. (Quelle: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896.)

Starker Tornado bei Oldenburg

05.07.1890 Werpeloh, Esterwegen
Niedersachsen
F3 Aus der Region im Emsland wird in verschiedenen Quellen über diesen Tornado berichtet. - Quelle u.a.: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896.

01.07.1890 Giesenkirchen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Genaues Datum unsicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 05.07.1891 zum verheerenden Tornado vom 01.07.1891 am Niederrhein: "Ein Bericht aus Rheydt von einem Augenzeugen, der sich gerade auf einem Ausflug in der Gegend des Unglücks befand, erinnert zunächst an ein ähnliches Naturereignis, welches bei Giesenkirchen (Anm.: Im Südosten von Mönchengladbach) vor Jahresfrist große Verheerungen anrichtete [...]". Aus einer weiteren Quelle: "1890 - Ein Wirbelsturm richtete Schäden in Mülfort und Blaffert an." (Quelle: Geschichte des Stadtteiles Giesenkirchen).

21.08.1889 Krefeld
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Gegen 20:30 Uhr tritt ein Tornado in Krefeld auf (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

21.08.1889 Elmpt
Nordrhein-Westfalen
F3 Gegen 20 bis 20:30 Uhr zieht ein Tornado von den Niederlanden kommend über den Ort Elmpt im Westen des Kreises Viersen hinweg und dann weiter über die beiden Städte im Rheinland insgesamt auf einer 45 Kilometer langen Bahn (Quelle: Aachener Zeitung und A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

Gewaltige Schäden durch Windhose in Elmpt (Aachener Zeitung, 10.09.2002)

11.08.1889
Verdacht
Niederrödern, Seltz
Frankreich
n.bek. Tornado in Frankreich gemeldet, ca. 5 km westlich der Grenze zu Deutschland. Dazu aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 19.08.1889: "Deutschland. Ueber dem elsäßischen Dorfe Niederrödern brach am letzten Sonntag ein äußerst heftiger Wirbelsturm los, der etwa 700 m. südöstlich von der Ortschaft im Selzer Gemeindewald auf eine Fläche von etwa 200 m. Länge und 25 m. Breite mindestens 300 Bäume vollständig umknickte, so daß auf dieser ganzen Fläche nicht ein einziger stehen blieb. Der Wald bestand an dieser Stelle meist aus Kiefern von 20-25 cm. Durchmesser." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

05.08.1889 Cuxhaven-Lüdingworth
Niedersachsen
F3-F4 Aus einer Meldung der Cuxhavener Nachrichten vom 05.08.1989: "Lüdingworth, den 06. August 1889. Win wahres Unwetter hat gestern gegen 6 Uhr abends das Kirchspiel Lüdingworth heimgesucht und namentlich im dortigen Westerende ganz bedeutenden Schaden angerichtet. Hier ging um genannte Zeit eine große Windhose nieder und raste mit großer Geschwindigkeit über die Felder, Alles mit sich reißend, was sie auf ihrer Bahn antraf. So wurden, wie uns berichtet wird, vier Häuser theils gänzlich umgerissen, theils ihrer Dächer beraubt. Die Dächer und Haustheile wurden hoch in die Luft gehoben und weit weg getragen. Die auf dem Felde stehenden Kornhocken wirbelten hoch in der Luft umher, und das auf den Weiden befindliche Vieh wurde zu Boden geworfen und fortgeschleudert. Große alte Bäume wurden entwurzelt und eine Strecke mit fortgetragen. Viele Bäume wurden geknickt und soll die von der Windhose betroffene Strecke arg verwüstet sein. Die Windhose kam so plötzlich nieder, daß die auf dem Felde beschäftigten Menschen sich nur durch rasches Niederwerfen in Gräben retten konnten, trotzdem haben mehrere Leute doch durch die herumwirbelnden Steine und Erdmassen Verletzungen erlitten."

20.06.1889 Warnemünde
Mecklenburg-Vorpommern
W (einige) Eventuell am 19.06.? Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 22.06.1889: "Am Mittwoch Morgen bot sich den Badegästen von Warnemünde, die rechtzeitig aufgestanden waren, ein eigenartiges Schauspiel dar. Wasserhosen zeigten sich in großer Zahl auf der See. Der Wind wehte aus West, und am nordöstlichen Himmel hing wie ein Vorhang schweres finsteres Gewölk. Aus dem Rande dieses Gewölkes senkten sich kegelförmige Zapfen zur See hinab, denen entgegen die See sich in wirbelnder Bewegung erhob. So entstanden säulenartige Gebilde, welche See und Wolke mit einander verbanden. Das untere Stück einer solchen Säule bildete ein Kegel, der mit der Spitze nach unten in rotierender Bewegung wie ein Kreisel auf der Oberfläche der See hinzugleiten schien. Die Säulen standen nicht immer senkrecht, sondern schienen häufig wie vom Winde hin und hergebogen. Eigenthümlich sah es aus, wenn zwei Wasserhosen aneinander vorbeigingen. Sie bewegten sich langsamer oder schneller in der Richtung von Westen nach Osten. Wenn eine Wasserhose sich wieder auflöste, verschwand der untere helle Theil in der See, der obere dunkle zog sich mit reißender Schnelligkeit und noch immer in wirbelnder Bewegung in das Gewölk zurück.
Die ältesten Lootsen von Warnemünde hatten so viele Wasserhosen auf einmal noch nie gesehen. Sonst wußten sie Manches von dieser Naturerscheinung zu erzählen. So ein Ding sei nicht ungefährlich. Wenn ein kleines Fahrzeug dahineingeriethe, wäre es unbedingt verloren, aber auch einem großem Schiff könnten davon die Masten abgedreht werden.
An demselben Tage fiel über Warnemünde der erste etwas ausgiebige Regen seit vielen Wochen." (Weitere Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

16.06.1889 Scheibenberg
Sachsen
n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 20.06.1889: "Deutschland. Süddeutschland hatte in voriger Woche außerordentlich viele Gewitter, verbunden mit Platzregen oder Hagel. Das Hochwasser hat in einzelnen Gegenden, besonders im Württembergischen, ziemlichen Schaden angerichtet. Auch im obern Erzgebirge herrschen in diesem Jahre ganz abnorme Wetterverhältnisse. So trat in der Gegend des durch seine Basaltbildungen bekannten Scheibenberges unter wolkenbruchartigem Regen und starkem Hagel am Sonntag eine starke Windhose auf, die zahlreiche Bäume entwurzelte und Zerstörungen an den Häusern anrichtete. Ein mit vier Pferden bespannter Ackerwagen wurde mit dem Kutscher in die Luft gehoben und eine Strecke fortgetragen. Der Wagen ging in Trümmer." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

Mai 1889 Zetel
Niedersachsen
n.bek. Ende Mai überquert an einem Nachmittag gegen 16 Uhr ein Tornado das Dorf Zetel bei Wilhelmshaven. Das Datum ist unsicher, der Tornado dürfte einige Tage vor dem 01. Juni aufgetreten sein (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917).
27.11.1888 Krossen
Brandenburg
n.bek. Bei Krossen auf der Oder (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
Sommer 1888
Verdacht
Mummelsee
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einem Beitrag der FAZ vom 18.11.2007 über den Mummelsee: "1888 entstand an einem schönen Sommertag aus dem Nichts eine Wasserhose über dem Mummelsee, raste als Mini-Tsunami auf das Ufer zu, flutete eine Schutzhütte, durchnässte und erschreckte eine Gesellschaft von Wanderern." Es gab natürlich keinen "Tsunami", die Meldung deutet aber auf einen Tornado hin.

Der Mummelsee im Schwarzwald (FAZ)

18.06.1888 Berga a.d.Elster
Thüringen
n.bek. Gegen 15 Uhr zog dieser Tornado über Berga, südlich von Gera (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

09.06.1888 Bansleben
Niedersachsen
n.bek. Gegen 13:10 Uhr zog der Tornado über Bansleben bei Schöppenstedt, südöstlich von Braunschweig (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917).

Sommer 1887 Drielake, Ohmstede
Niedersachsen
F2 Zwischen Drielake und Ohmstede wird eine Windhose in Nordoldenburg unweit der Huntemündung beim Queren des Flusses zur Wasserhose (Quellen: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917 und F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976) - weiter: "[...] sowie eine andere, die im Sommer 1887 (Datum nicht erinnerlich, Tagszeit 3h p) über die Hunte ging. Mein Gewährsmann, Herr Bertram, Elsfleth, beobachtete dieselbe vom Rangirberge bei der Knochenmühle aus und sah die von Drielake gegen Ohmstede ziehende Windhose das Wasser der Hunte so aufpumpen, daß das Flußbett auf eine Strecke, die größer als die Breite der Hunte war, freigelegt wurde. Die Hose wurde auf der Hunte sichtlich schwärzer und breiter; sechs bis sieben Blitze fuhren durch die Hose, worauf diese ins Flußbett fiel." (Quelle: Dr. W. Köppen, Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg und die Gewitterböe vom 10. Juli 1896 in Ostholstein. Sonderabdruck aus den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Heft X, XI und X11. 1896)

25.08.1887 Altenroxel
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Kurz nach 13 Uhr in Altenroxel bei Münster (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

12.07.1887 Siegersleben
Sachsen-Anhalt
n.bek. gegen 17:30 Uhr Tornado bei Eilsleben (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

06.07.1887 Enkirch
Rheinland-Pfalz
n.bek. Der Kirchturm zu Enkirch wurde bei diesem Tornado erheblich beschädigt (Quelle: Der Kirchturm zu Enkirch).

Windhose beschädigt Kirchturm in Enkirch (Wetterchronik)

02.05.1887 Albisheim
Rheinland-Pfalz
n.bek. Nichts näheres bekannt (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
30.04.1887 Mittelbach
Sachsen
n.bek. Ein von Ursprung kommender Tornado beschädigte den Giebel einer Scheune beim oberen Gasthofe (Quelle: Ortschronik von Mittelbach).

Windhose in Mittelbach (Wetterchronik)

21.10.1886 Fell
Rheinland-Pfalz
n.bek. Tornado in Fell im Landkreis Tier (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
10.09.1886 Ansbach
Bayern
n.bek. nachmittags, genaues Datum ist nicht ganz sicher (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
10.08.1886 Northeim, Katlenburg
Niedersachsen
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: Dove, Karl: Der Orkan vom 10. August 1886 bei Northeim und Catlenburg / Von K. Dove in Göttingen)

10.08.1886
Verdacht
Heidelsheim
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 14.08.1886: "Heidelsheim, 11. August (Ldpst.) Gestern, Nachts nach 10 Uhr, ging ein von Westen kommender Gewitterregen über unsere Stadt und Gemarkung hin, der zwar nur etliche Minuten anhielt, aber große Verheerungen an Dächern, Fenstern, Zäunen und Bäumen anrichtete. Er war von Hagel begleitet, der sich bald in heftigen Regen verwandelte, welcher zum Glück auch nicht lange anhielt, aber doch eine Menge Wasser in die Häuser warf. Am neuen Kirchthurm wurden große Steinblöcke eines Seitenthürmchens herabgeschleudert. Am Schulhausbau, an dem eben die Umfassungsmauern des zweiten Stockes erstellt werden, that der Wind ziemlich Schaden. Wagen, die an der Straße standen, wurden vom Winde weit fortgetrieben und Reisende auf der Landstraße mußten ihr Gefährt (sammt den Zugthieren) dem Sturme überlassen und sonstwo Schutz suchen. Die Straßen sind diesen Morgen mit Trümmern bedeckt. Der größte Schaden ist der Verlust so vieler Obstbäume." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Heidelsheim liegt etwa 23 Kilometer ostnordöstlich von Knielingen.

10.08.1886
Verdacht
Knielingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 13.08.1886: "Knielingen, 11. Aug. (Ldpst.) Gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr wurde unsere Gemeinde von einem verheerenden Orkan heimgesucht, der großen Schaden verursachte. Sehr viele Bäume wurden entwurzelt oder abgeknickt, darunter auch sehr starke Nußbäume, oder einzelne Aeste abgerissen, Ziegel von den Dächern gejagt, Fensterläden, Hofthore etc. zerrissen, Spaliere umgeworfen, das Obst von den Bäumen geschüttelt etc. Aerger noch als hier sollen die Verheerungen am Rhein (bei Maxau) und jenseits des Rheins in den pfälzischen Gemarkungen Wörth, Pforz, Hagenbuch u.s.w. sein. Glücklicherweise dauerte der Orkan nur sehr kurze Zeit und brachte er auch einigen Regen, der den Staub wegnahm und die Luft reinigte." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

22.07.1886
Verdacht
Schweinfurt
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 27.07.1886: "(Unwetter). Aus Schweinfurt, 24. Juli, wird berichtet: Durch ein schreckliches Unwetter am 22. d. M., Abends 7 1/4 Uhr, Gewitter mit strömendem Regen, fürchterlichem Orkan und Hagelschlag ist in kaum einer Viertelstunde auf einem großen Theile der hiesigen Flurmarkung die reiche Ernte gänzlich vernichtet worden, fast 300 Morgen Weinberge wurden völlig verwüstet, viele Hunderte von Bäumen entwurzelt und entzweigerissen, in dem Wehrwäldchen die stärksten Eichen zum Falle gebracht. In der Stadt selbst sind sieben hohe Fabrikkamine eingestürzt, zwei Thürme, viele Häuser beschädigt und Tausende von Fensterscheiben eingeschlagen worden; große freistehende Hallen wurden wie Kartenhäuser in Trümmer gelegt, vom Sturme schwere Holzstücke 100 - 200 Meter, selbst ganze Dächer weit fortgeführt. Der Blitz schlug mehrmals ein, ohne zu zünden. Menschenleben sind nicht zu beklagen. In Sennfeld, bekannt durch seinen ausgedehnten Gemüsebau, ist auf einem großen Theil der Felder alles vernichtet, ebenso in mehreren zwei bis drei Stunden von hier entfernten Orten." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

21.07.1886 Wehrsdorf
Sachsen
n.bek. "1886: Am 21. Juli fegte ein Wirbelsturm quer durch den Ort, knickte die Bäume wie Streichhölzer, sodaß die Chaussee eine Zeit lang gesperrt war. Auch herrscht während desselben völlige Dunkelheit zur Tageszeit." (Quelle: Chronik von Wehrsdorf, 1700 - 1900). Wehrsdorf liegt im heutigen Landkreis Bautzen bei Sohland a.d. Spree, nahe der tschechischen Grenze.

02.07.1886 Beuel
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Gegen Mittag zog dieser Tornado über Beuel bei Bonn hinweg. (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

23.05.1886 Alsfeld
Hessen
n.bek. "(...) eine sehr gut ausgeprägte Trombenerscheinung vom 23.05.1886 aus SE (!). Dieser Fall war, ebenso wie jener vom 09.06.1931, Gegenstand mehrerer Untersuchungen (s. z.B. Assmann 1887)" (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

23.05.1886 Wetzlar
Hessen
(1 Verletzter)
F2+ Am späten Nachmittag zog ein heftiger Gewittersturm mit einem Tornado über Wetzlar hinweg, dabei 1 Schwerverletzter.

Trombe von Wetzlar (Wetterchronik)
Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

Jahr 1885 Langeoog
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Über eine Reise von Esens nach Bensersiel aus diesem Jahr berichtet der Studienrat Henke, die wahrscheinlich aber noch mit der alten "Hoffnung" durchgeführt wurde: Wir sind mehrere Tage vom Lande abgeschnitten gewesen, haben die Postsachen naß erhalten und mein letzter Brief wird sich auch wohl verspätet haben, weil das Schiff gestrandet ist. Bei Rückfahrt vom Festland wurde es nämlich von einem Gewittersturm überfallen. Der alte Kapitän, der seit 19 Jahren das Schiff führt und nie einen Unfall gehabt hat, nahm plötzlich eine furchtbar schnell nahende Windhose war. Leider gelang es nur noch, ein Segel einzuziehen. So brachte er die Passagiere in die Kajüte und ließ das Schiff auf eine Sandbank laufen. Hier faßte es der Wirbelsturm. Auf offener See wären allerdings alle verloren gewesen. So aber lag das Schiff fest. Die Leute schlugen die Luken ein und befreiten die Passagiere aus der Kajüte, wo sie schon zum halben Leibe im Wasser standen. Sie wurden im Rettungsboot nach Esens zurückgefahren und sind erst ... hier angekommen. Das Schiff wurde wieder aufgerichtet und liegt in Bensersiel im Hafen. Ein anderes vermittelt den Verkehr." (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

Grössere Fahrzeuge und häufigere Fahrten (Schiffahrt der Inselgemeinde Langeoog)

25.08.1885 Warnemünde
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Erneut eine Wasserhose in der Nähe von Warnemünde, zwischen 09 und 10 Uhr morgens (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
19.08.1885 Warnemünde
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Eine Wasserhose bei Warnemünde gegen 07:30 Uhr (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
18.08.1885 Warnemünde
Mecklenburg-Vorpommern
W/F1 Eine Wasserhose streife gegen 08:30 Uhr morgens auch den Ort Warnemünde (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
18.08.1885 Warnemünde
Mecklenburg-Vorpommern
W (2x) Zwei Wasserhosen treten in der Umgebung von Warnemünde auf (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
04.07.1885 Karlsruhe
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 07.07.1885: "Karlsruhe, 5. Juli. Gestern Abend richtete eine Windhose im Schloßgarten und vornehmlich im Wildpark erheblichen Schaden an. Ueber dreihundert prächtige Eichen und Linden wurden entwurzelt. Die Stadt blieb unberührt. (So wird der Frkf. Ztg. unterm gestrigen telegraphirt. Bezüglich des letzten starken Gewitters, das über Karlsruhe niederging, war demselben Blatte ein Telegramm zugegangen, das die Folgen des Gewitters sehr übertrieben darstellte Red.)" - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.07.1885: "Karlsruhe, 6. Juli. In dichten Schaaren besuchte gestern das Publikum den Großherzoglichen Schloßgarten und den ausnahmsweise dem allgemeinen Zutritt geöffneten Wildpark, um die Verheerungen in Augenschein zu nehmen, die dort ein am Samstag Nachmittag wüthender Wirbelsturm angerichtet hatte. Die seltene Naturerscheinung war am Samstag zwischen 5 und 6 Uhr während eines an der Stadt vorüberziehenden Gewitters aufgetreten, und der durch sie verursachte Schaden erweist sich als ein recht beträchtlicher. Von dem Ende des Schloßgartens, in welchem auch mehrere Bäume dem Wirbelsturm zum Opfer fielen, bis in die Gegend von Hagsfeld erstrecken sich die Verheerungen. Gegen dreihundert, zum Theil sehr starke und kräftige Bäume, meist Eichen, Linden und Tannen wurden mit den Wurzeln aus der Erde gehoben oder umgebrochen, das Dach des Försterhauses leicht beschädigt." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 09.07.1885: "Hagsfeld, 6. Juli. Am Samstag Abend zwischen 5-6 beobachtete man im großh. Hardtwald eine eigenthümliche Naturerscheinung. Vom Schloßgartenthor bis zur Gegend von Hagsfeld längs des sogen. Blankenlocher Weges wurden durch eine Windhose streckenweise die größten Bäume entwurzelt und niedergelegt. Die Hauptverheerung ist in dem Eichwald beim Schloßgartenthor bis gegen Rintheim mit ungefähr 120-130 entwurzelten Eichen und beim Hagsfelder Thor mit ungefähr 70-80 entwurzelten und abgegipfelten Forlen (Anm.: Kiefern). Die Hölzer sollen als Gabholz an die gabholzberechtigten Gemeinden abgegeben werden, weil das gefällte Holz im Saft nicht zu Bauholt zu verwenden sei." (Quelle jeweils: Universitätsbibliothek Freiburg, weitere Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
30.06.1885 Weinheim
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.07.1885: "Weinheim, 1. Juli. Wir hatten Gelegenheit, gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr eine sogen. Windhose zu beobachten, eine merkwürdige und seltene Erscheinung. Zwischen hier und Sulzbach zog sich eine Gewitterwolke zusammen; es senkte sich ein Dunstkegel zur Erde herab, der sich zu einer mächtigne Wettersäule entwickelte, die in südlicher Richtung fortschritt und unter dumpfen Brausen Staub, Erde und dergl. vom Boden aufwühlte und in einer Spirale in die Wolken hinaufführte. Es wurden Bäume entwurzelt und die auf dem Felde arbeitenden Menschen nicht wenig in Schrecken versetzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

29.06.1885 Berlin F2 Aus der Berliner entomologischen Zeitschrift von 1888: "Hier waren im vorigen Jahre auf einer breiten, sich quer durch den Wald ziehenden Strecke sämtliche Bäume, darunter Stämme von 2 Fuß Durchmesser, in einer Höhe von 8-10 Fuß über dem Boden durch eine Windhose abgeknickt."

08.06.1885 Oldenburg
Niedersachsen
F3 Der Tornado zog über Nadorst, einem nördlichen Vorort von Oldenburg und zerstörte hier mehrere Häuser (Quellen: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917 und F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976).

Bericht zum Tornado bei Oldenburg

16.05.1885 Coburg
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 18.05.1885: "Coburg, 16. Mai. Eine Naturerscheinung eigenthümlicher Art versetzte am vorgestrigen Mittwoch einige fünfzig auf dem Ketschenanger mit Wäschetrocknen beschäftigte Frauen und Mädchen in nicht geringe Aufregung. Kurz vor Mittag kam von der Ostseite her eine wohl 15 bis 20 Fuß im Durchmesser haltende Windhose, welche, indem sie in westlicher Richtung über den Anger strich, alle in ihrem Bereich liegenden und in ihrem Laufe von ihr berührten Wäschestücke thurmhoch in die Höhe und mit sich fortnahm. Die so entführten sehr zahlreichen Wäschestücke glichen in der Höhe kleinen, in wilder Hast umherschwirrenden Vögeln und konnten, nachdem die seltsame Naturerscheinung vorüber war, nur mit großer Mühe wieder gesammelt und - da sie bunt durcheinander gewürfelt waren - von den einzelnen Frauen und Mädchen als ihr Eigenthum ausgeschieden werden. Einige Wäschestücke sind gar nicht mehr vorgefunden worden und es mögen dieselben in die Itz gefallen sein, zu anderen wieder fanden sich erst nach langem Hin- und Herfragen die betreffenden Eigenthümer." (Weitere Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

04.05.1885 Erfurt
Thüringen
n.bek. Kurz vor 16 Uhr MEZ zeigte sich dieser Tornado (Quellen: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917 sowie "Die Fortschritte der Physik", Deutsche Physikalische Gesellschaft - Physics - 1891, Seite 412, Windhose in Erfurt).

Sommer 1884
Verdacht
Norsingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.08.1930: "Sturmgebraus vor 46 Jahren Norsingen, 5. Aug. Noch unter dem Eindruck des fürchterlichen Sturmwetters vom 2. August wird die Erinnerung an das Toben eines Sturmes im Sommer 1884 wachgerufen, der den vom Samstag noch übertraf. Damals, vor 46 Jahren, wurden gebundene Garben von der Kraft des Windes durch die Lüfte fortgetragen. Einige von ihnen blieben in den Kronen von Nußbäumen hängen. Das ist nicht etwa eine Münchhausiade, sondern eine feststehende Tatsache, an die sich die älteren Leute hier noch gut zu erinnern vermögen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) Norsingen liegt etwa 10 Kilometer südwestlich von Freiburg.

Juli 1884 Lendringsen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Nach einer Meldung der Westfalenpost vom Juli 2004 trat im Jahre 1884 (vor 120 Jahren) ein Tornado auf. Dabei ist aber nicht klar, welches Lendringsen gemeint ist (Sauerland oder Kreis Soest).

29.07.1884 Altenberg
Sachsen
n.bek. Über den Tornado bei Altenberg im Erzgebirge ist nichts näheres bekannt (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917).

16.07.1884 Externsteine
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Ein mit Gewitter verbundener Wirbelsturm zieht aus der Senne gegen die Externsteine und wirft viele hundert kräftige Bäume im Teutoburger Wald; allein in den Lippischen Forsten 6100 rm" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976).

16.07.1884
Verdacht
Hartheim
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 18.07.1884: "Hartheim, 16. Juli. Heute Nachmittags halb 3 Uhr zog von Südwest nach Nordost ein orkanähnlicher Sturm, verbunden mit Gewitter über unsere Gemarkung. Die gemähten Früchte und Garben sind von den Feldern weggeweht; leere und mit Frucht beladene Wagen umgeworfen; Bäume entwurzelt, hier ein Haus eingestürzt, die meisten Dächer mehr oder weniger beschädigt. Vom Hagelschlag blieben wir verschont. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Schaden ist jedoch ein sehr großer." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Schäden wurden auch aus dem französischen Blodelsheim, etwa acht Kilometer südwestlich von Hartheim gemeldet.

16.07.1884
Verdacht
Heitersheim, Bad Krozingen, Mengen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 19.07.1884: "Heitersheim, 17. Juli. Gestern mittags etwa um zwei Uhr entlud sich über unsere Gegend ein Gewitter, das von einem orkanähnlichen Sturme begleitet war und den Staub derart aufwirbelte, daß man völlig in ein Dunkel gehüllt war. Ziegel flogen von den Dächern, Bäume wurden geknickt und Aeste davon getragen. Auf dem Felde wurden geladene Garbenwagen umgeworfen. Gebundenes und ungebundenes Getreide flog davon und zwar so, daß beispielsweise ein Bauer von 200 Garben nachher nur noch 90 wieder finden konnte. Ein einzeln stehender mit Wein beladener Eisenbahnwagen wurde aus den Schienen gehoben und neben den Bahnkörper gestellt. Selbst einige nicht unerhebliche Körperverletzungen sind vorgekommen." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 18.07.1884: "Krozingen, 16. Juli. Um 1 3/4 Uhr Nachmittags erhob sich hier plötzlich ein orkanartiger Sturm. Das Tageslicht wurde gelblich, der Wind nahm an Stärke zu, ein unheimliches Heulen, Sausen, Brausen, Klirren tönte von allen Seiten an das Ohr. Die Natur schien im Aufruhr. Die Ziegel rasselten von den Dächern, Häuser wurden abgedeckt Tabakschuppen umgeworfen, Bäume geknickt, zerrissen und entwurzelt, heimeilende Arbeiter unfreiwillig zum Liegen gebracht, Garbenwägen überwältigt, geschnittenes Getreide weiß wohin zerstreut. Dieses die Wirkungen einer ganz kurzen Zeit. Darauf folgte ein kurzer Regen ohne Hagel. Aeltere Leute können sich eines solch starken Windes mit genannten Wirkungen nicht erinnern." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 18.07.1884: "Mengen, den 16. Juli. Heute Nachmittag 2 Uhr zog von Südwesten kommend, ein schweres Gewitter über unsere Gegend. Dasselbe war von einem Sturm oder viel- (?) Orkan begleitet, wie er in vielen jahren nicht vorgekommen ist und welcher bedeutenden Schaden anrichtete. Dächer wurden abgedeckt, Bäume von jeder Dicke in großer Zahl abgebrochen, Aeste weggerissen. Die von dem Orkan verursachten Zerstörungen sind um do beträchtlicher, als wir uns in voller Ernte befinden. Geschnittenes Getreide wurde mehr oder weniger fortgetrieben und zerstreut; es gibt Aecker, denen alles genommen und so weggeweht wurde, daß nichts mehr zusammen zu bringen ist. Selbst Garben findet man über mehrere Aecker weit fortgeweht. An noch stehendem reifen Getreide ist viel ausgeschlagen, hauptsächlich Welschkorn, Bohnen, Hafer, Hanf. Geladenen Getreidewagen wurden umgeworfen. Bedeutenden Regen, der so erwünscht wäre, brachte das Gewitter nicht und glücklicherweise auch keinen Hagel." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Weitere Berichte über ein extremes Sturmereignis liegen aus Freiburg und Mahlberg vor.

16.07.1884
Verdacht
Ihringen, Bickensohl
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 19.07.1884: "Ihringen, 17. Juli. Der Orkan, welcher gestern unsere Gegend durchtobte, war ein Naturereignis so schrecklicher Art, daß ich Ihnen dasselbe nicht zu schildern vermag, obglich ich dasselbe von Anfang bis zu Ende im Freien durchleben mußte. Viele hundert Bäume sind zerbrochen und aus der Erde herausgerissen; von sehr vielen Aeckern ist das abgeschnittene Getreide fortgeweht und nicht mehr zu finden; überaus groß ist der Schaden an den Reben, deren Pfähle in wirrer Unordnung durcheinander liegen. Der Obstsegen war ohnedies nicht reichlich und jetzt liegen die unreifen Aepfel werthlos auf der Erde." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 19.07.1884: "Bickensohl, 16. Juli. Nachdem seit einiger Zeit eine fast unerträgliche Hitze herrschte und der Thermometer heute Mittag 27° Reaumur zeigte, brach plötzlich gegen 2 Uhr ein Gewitter aus, begleitet von einem orkanartigen Sturme, der in wenigen Minuten großen Schaden verursachte. Die größten Bäume wurden entwurzelt, an andern die Aeste mit den Früchten abgerissen, die Dächer theilweise abgedeckt. Personen die auf dem Felde arbeiteten, wurden frei in die Höhe gehoben. Nur wenige Tropfen Regen fielen, und doch wäre solcher den schmachtenden Gewächsen von nöthen." (Quelle jeweils: Universitätsbibliothek Freiburg)

16.07.1884
Verdacht
Bom Renmagen (?)
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 19.07.1884: "Bom Renmagen (?), 16. Juli. Nachdem wir heute Vormittag bis über den Mittag hinaus eine beinahe unerträgliche Hitze gehabt hatten, zeigten sich um halb zwei Uhr von Süden herkommend gelbliche Wolken. Plötzlich erhob sich ein so furchtbarer Orkan, daß die ältesten Leute sich eines solchen nicht erinnern können. Nachdem dieser Orkan einige Zeit gewüthet hatte, gesellte sich unter Blitz und Donner zuerst schwacher dann heftiger Regen hinzu. Jedermann glaubte, das Ende der Welt trete nun ein. Zahllose Dachziegel wurden herunter geworfen. Dicke Bäume wurden theils abgebrochen, theils förmlich aus der Erde gerissen. Eine Menge Reben liegen auf dem Boden. Garbenwägen wurden umgeworfen. Garben und gemähte Früchte wurden umhergeschleudert wie Federn. Was auf den Aeckern ist, liegt darnieder, wie gewalzt. Das ganze Unwetter dauerte 1/4 Stunden. Ueber die Größe des Schadens kann noch nichts Genaues angegeben werden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

16.07.1881 Euskirchen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Auch Gewitterschäden durch Blitz und Hagel trafen die Eifelbewohner besonders hart. Am 16. Juli 1881 wurde der Voreifelkreis Euskirchen von einem besonders schweren Gewitter mit Wirbelsturm und Hagelschlag heimgesucht. Der gesamte Kreis war von der Katastrophe betroffen. Ein Aufruf des sofort unter Führung des Bürgermeisters Bachern von Weilerswist zusammengetretenen Hilfskomitees schilderte die Größe des Unglücks wie folgt: "Die ausschließlich Ackerbau treibenden Gemeinden Weilerswist, Vernich, Friesheim und Metternich wurden ebenfalls am Samstag, dem 16. des Monats, von dem alles verheerenden Unwetter heimgesucht. Kaum ein Halm oder eine Staude, geschweige eine Parzelle, wurde von der Katastrophe verschont. Man konnte kaum noch erkennen, was auf den einzelnen Parzellen stand ... Durch diese Kalamität werden Hunderte von Familien an den Bettelstab gebracht, denn leider haben der hohen Prämien und der schon herrschenden Armut wegen außer wenigen Gutsbesitzern fast keine Landwirte ihr Getreide versichert. Wir greifen nicht zu hoch, wenn wir den Schaden für jede der betroffenen Gemeinden auf mindestens eine halbe Million Mark veranschlagen."" (Quellen: Hans-Dieter Arntz, Eifel-Jahrbuch 1986, Seite 123-127 und Euskirchener Volksblatt vom 19.07.1941)

Naturkatastrophen und Notstände in der Eifel (Hans-Dieter Arntz)

19.11.1880
Verdacht
Goslar
Niedersachsen
n.bek. "Umwerfendes Ereignis: Orkan am Rammelsberg
Am 19. November 1880 wurde der nördliche Harzrand von einem Orkan heimgesucht. Dächer in der Stadt Goslar wurden abgedeckt und der Herzberger Teich drohte wegen des starken Wellenganges den Damm zu beschädigen, so dass der damalige Werksdirektor Friedrich Wilhelm Wimmer die Ausflut öffnen ließ, um die Wucht des Wassers zu mindern. Am schwersten aber wütete der Sturm am Hang des Rammelsberges: Zwar war das Maschinenhaus am Kanekuhler Schacht durch den quer stehenden Kohlebunker einigermaßen geschützt; den 36 Meter hohen Schornstein jedoch, der zwischen dem Gebäude und der Blockschutthalde des Kommunion-Steinbruchs errichtet worden war, traf es mit aller Gewalt. Zehn Meter über dem Erdboden knickte er ein und stürzte in das Maschinenhaus. Glück im Unglück: Weder die Maschineneinrichtung noch der Förderturm wurden beschädigt, und drei unmittelbar in der Nähe stehende Arbeiter kamen mit dem Schrecken davon. Aus Sicherheitsgründen wurde ein neuer Schornstein später in die Halde hineingebaut; seine Reste sind dem geschulten Auge noch erkennbar." (Quelle: Hans-Georg Dettmer, Bergbauspuren auf Schritt und Tritt, Goslar 2006, ISBN 3-929559-03-X, Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg, Recherche im Niedersächsischen Bergarchiv Clausthal, Hann 184, Acc. 9, Nr. 2978)

19.11.1880
Verdacht
Wertheim
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 24.11.1880: "In Wertheim wurde am 19. Nov. der "Werth. Ztg." zufolge während eines kurzen, aber heftigen Orkans Morgens zwischen 10 und 11 Uhr ein Erdstoß von schwankender, 1-2 Sekunden langer Erschütterung verspürt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

29.07.1880
Verdacht
Ladenburg
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.08.1880: "Ladenburg, 30. Juli. Der gestrige Tag hat für unsere Gemeinde einen bösen Schluß gehabt. Abends gegen 8 Uhr brach ein Gewitter mit Hagel und Sturm los, wie seit Jahren hier keines erlebt wurde. Ueber den Neckar ziehend, wurde von der Stadt an bis gegen Ilvesheim und zurück über den Bahndamm gegen Leutershausen der Tabak fast ausschließlich zerschlagen, die Frucht ist gottlob mit Ausnahme des Habers eingeheimst, sonst wäre der Schaden kaum zu ersetzen. Mit welcher Wuth der Sturm wüthete, dafür dienen folgende Beispiele: ein Holzschuppen in der Nähe des Bahnhofes, welcher solid gebaut war, wurde gehoben und vollständig umgeworfen, die dicksten Bäume entwurzelt, andere arg verstümmelt, ein Hopfenacker u.A. hatte z.B. 675 Stangen; als der Besitzer heute früh die noch stehenden zählte, standen noch 73 Stück; ein Mühlwagen, schwer beladen, wurde umgeworfen, kurz, man könnte nicht fertig werden, um all das zu schreiben, was geschah. Im nahen Neckarhausen schlug der Blitz ein, ohne jedoch zu zünden; ebendaselbst fielen einige Dachgiebel ein. In Feudenheim, welches vor einigen jahren stark durch Hagel heimgesucht war, soll es ebenfalls vielen Schaden angerichtet haben." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

26.07.1880
Verdacht
Gelbach
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 31.07.1880: "In Gelbach (Oberwolfach) hat der Sturm einen Neubau umgelegt und in einem großen Holzhaufen verwandelt. Der Schaden ist beträchtlich." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

26.07.1880
Verdacht
Kenzingen
Baden-Württemberg
(1 Toter)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 31.07.1880: "Am 26. d. (Monats) wurde Kenzingen und Umgebung von einem schweren Gewitter heimgesucht, das nach oberflächlicher Schätzung wenigstens 100 Bäume, meist Nußbäume, entwurzelte und auch sonst viel Schaden anrichtete. Viele Garbenwagen wurden umgeworfen und wurde in einem solchen Falle ein Knabe, der unter den Wagen kam, getödtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Eventuell handelt es sich um eine Fortsetzung der Schneise im Fall Burkheim, Bischoffingen, Leiselheim, allerdings sind aus den dazwischen liegenden Orten keine Schäden bekannt.

26.07.1880 Burkheim, Bischoffingen, Leiselheim
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 30.07.1880: "G. Altbreisach, 28. Juli. Am 26. Juli Nachmittags zog ein schweres Gewitter von den Vogesen über das Rheinthal mit seiner oberen Grenze am Kaiserstuhl vorüber, und entwickelte sich dabei eine Windhose verbunden mit Hagelschlag über die Gemeinden Wiedensohlen, Kuhnheim und Balzenheim im Elsaß, Burkheim, Bischoffingen und Leiselheim am Kaiserstuhl und richtete großen Schaden an Gebäuden, Bäumen, Reben und Feldfrüchten an. Letztere sind ganz verwüstet. In Balzenheim ist ein Gebäude vollständig zerstört und in Burkheim hat die Kirche schwer gelitten." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Die Zubahn betrug damit mindestens 14 Kilometer, teils auf französischem, teils auf deutschen Gebiet.

26.07.1880 Wiesbaden
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 29.07.1880: "Am 26. Juli Nachmittags zog eine Windhose von Westnordwest nach Osten über Wiesbaden und richtete großen Schaden an Gebäuden, Bäumen u.s.w. an. Die Kursaal-Anlagen wurden förmlich verwüstet." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 29.07.1880: "Wiesbaden, 26. Juli. (Gewitter.) Um 3 Uhr 50 Min. hatten wir ein Gewitter mit wenig Blitz und Donner, aber wolkenbruchartigem Regen und orkanartigem Sturm. Große Verwüstungen im Park, große Bäume entwurzelt, armsdicke Aeste bedecken die Rasenflächen, die eisernen Gitter um die Cascaden durch fallende Aeste theilweise demolirt. Dächer abgedeckt, Gartenmauern gänzlich umgeworfen mitsammt den Quadern und eisernen Traillen. Auch im Feld viel Schaden. Die Cascaden speien ganz dunkelgelbes Wasser und der Weiher ist von einer grünen Schicht des herabgefallenen Laubes bedeckt. Soweit bekannt, ist jedoch bis auf viele kleinere Verletzungen an Menschen durch Herabfallen von Schiefersteinen und zu Bodenstürzen durch den Orkan Niemand verletzt worden. - Eine Windhose richtete colossalen Schaden an, besonders in den Curanlagen. Eine Unzahl von Bäumen ist zerschmettert, zahlreiche Arbeiter sind mit der Wegschaffung der Trümmer beschäftigt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

29.07.1879 Minkwitz
Sachsen/S.-Anhalt
F3-F4? Der Tornado zog nach Berichten des Pegau-Groitzscher Wochenblattes und der Leipziger Volkszeitung gegen 13 Uhr vom Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt in den Kreis Leipziger Land. Durch den Tornado traten im Bereich südlich von Groitzsch und Pegau verheerende Schäden auf. Ein Augenzeuge beschreibt den 70 bis 80 Meter breiten "Wirbelsturm", er richtete "so gräuliche Verwüstungen an, wie sie schlimmer im Kriege nicht vorkommen können. Bäume, Holzstücke, Steine und Dächer, die es erfasste, flogen in die Höhe." Ein Haus sowie sieben Nebengebäude und Scheunen wurden "dem Erdboden gleich gemacht". Eine Fotografie der Schäden in Minkwitz befindet sich im Pegauer Museum.

Windhose wütete bei Groitzsch und Pegau (LVZ, 14.10.04)

24.05.1878 bei Lichtenau
Baden-Württemberg
W Ein Tornado zog über Bettenhoffen, Gambsheim (ca. 15 km nordöstlich von Straßbourg) und Offendorf in Frankreich hinweg. Nach den Beschreibungen mehrerer Augenzeugen zog der Tornado noch weiter bis auf den Rhein, erreichte das Badische Ufer aber nicht mehr. Auf dem Fluss konnte er aber noch als Wasserhose beobachtet werden. In Frankreich gab es Schäden bis in den F3-Bereich. (recherchiert von François Paul, Originalquellen: Bulletin de la Société d'Histoire Naturelle de Colmar. 18 et 19 e années. Colmar, Decker, 1878. p. 242 sowie L'Année scientifique et industrielle, par Louis Figuier. 22 ème année (1878). Paris, Hachette, 1879. pp. 58-61) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 30.05.1878: "Am letzten Freitag richtete, wie die "B.L." aus dem Elsaß gemeldet wird, ein füchterlicher Orkan in den Gemeinden Killstedt, Gambsheim und Offendorff a.Rh. großen Schaden an. Abgesehen von dem Verluste, welchen dieser wüthende Sturm auf dem Felde an Bäumen und Hopfenanlagen anrichtete, sind in Gambsheim allein 7 Scheunen völlig zusammengerissen. In Offendorff liegen mehrere Wohnhäuser armer Leute vollständig zerstört. Bei dem ganzen Unglück, welches viele Personen auf dem Felde überrascht hat, sind, soweit bekannt, keine Menschenleben zu beklagen, obwohl vielfache Verletzungen vorkamen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

01.08.1877
Verdacht
Zehdenick
Brandenburg
F3+ Zu diesem Ereignis in Zehdenick (an der Havel im Landkreis OHV, 55 km nördlich von Berlin) gibt es zahlreiche Berichte, die auf gewaltige Schäden schließen lassen. Wegen der Schwere und Art der Schäden innerhalb eines relativ eng begrenzten Gebietes ist mindestens ein Tornado zumindest als Mitverursacher denkbar. Allein in Zehdenick kamen 4 Menschen ums Leben, weitere 8 wurden zum Teil schwer verletzt.

Sturmkatastrophe August 1877 in Zehdenick (Skywarn)
Tornadoverdacht Raum Zehdenick 1877
Geschichte (Dorfverein Klein-Mutz e.V.)

24.07.1877 Rorichum
Niedersachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 02.08.1877: "Aus Ostfriesland wird von einer merkwürdigen Lufterscheinung berichtet, die sich am Morgen des 24. Juli in vielen Orten des Landes gezeigt hat. In Emden haben Sachverständige Morgens zwischen 6 und 7 Uhr nach vorherigem heftigen Winde eine tropische Hitze wahrgenommen, welche etwa 10 bis 20 Minuten dauerte. Ein früherer Seemann in Petkum constatierte, daß er ähnliche Witterungsverhältnisse nur bei Passirung der Linie (Anm.: Querung des Äquators) erlebt habe. In Rorichum wurde der heiße Luftstrom gegen 6 1/2 Uhr, als gerade von Süden eine dunkle Gewitterwolke heraufzog, in der Richtung von Westen nach Osten sich fortbewegend wahrgenommen, so daß man meinte, an der Mündung eines durchglühten Ofens zu stehen. Das Thermometer (Reaumur) stieg plötzlich von 21 auf fast 30 Grad, um später wieder eben so schnell zu sinken. Gleich darauf stellte sich eine mächtige Windsbraut ein, die starke Heuschober auseinanderschleuderte, leere Wagen vor sich hertrieb, volle umwarf und eine normale Temperatur schnell wieder herstellte." Der Ort Rorichum liegt etwa 11 Kilometer südöstlich von Emden.

08.07.1875 Pfahlheim
Baden-Württemberg
n.bek. "1875 am 8. Juli nachm. 2 Uhr erschien eine Windhose bei Pfahlheim, OA Ellwangen; sie zog sich südlich bis in die Markung Zöbingen. In Pfahlheim wurden zwei Scheuern in die Höhe gehoben, Ziegel abgedeckt und ein kleiner Weiher von der Windhose aufgesogen. Im Walde Nonnenholz sah man in einem ungefähr 100 Fuß breiten Streifen die Bäume, darunter die stärksten Eichen, ausgerissen, abgedreht, abgebrochen und abgeästet. Die Wind- und Wassersäule wurde weithin gesehen." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

04.07.1872 Bodensee
Baden-Württemberg
W (5x) Zwischen 07:00 und 08:30 Uhr entstehen auf dem oberen Teil des Bodensees mindestens fünf Wasserhosen und zwei weitere Ansätze dazu. (Quelle: Alfred Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917). "1872 am 4. Juli erschienen Wasserhosen auf dem Bodensee. Morgens nach 7 Uhr sank ein spitzer, oben breiter Wolkensack pfeilschnell herab, während ihm von unten her aus dem Seespiegel ein ähnlicher Kegel entgegenschoß." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 09.07.1872: "Vom Bodensee, 4. Juli. Gestern Abend schlug in Langenargen der Blitz in ein kleines Wohnhaus ein, welches sofort in Brand gerieth. Trotz des heftigen Windes konnte solcher bald gelöscht werden. - Heute Vormittag wurde auf dem See in der Richtung zwischen dem Rheineinfluß und Langenargen das seltene Phänomen einer Wasserhose wahrgenommen, welche von ziemlich starker Ausdehnung war. Segelschiffe kamen glücklicherweise nicht in ihren Bereich." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

25.07.1871 Grünberg
Hessen
n.bek. Trombe im Raum Grünberg (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

Jahr 1868 Nerchau
Sachsen
n.bek. Aus einem Artikel in der Knowledge Library: "1868: Furchtbarer Wirbelsturm deckt fast alle Dächer ab." Nerchau liegt im heutigen Muldentalkreis in Sachsen, etwa 30 Kilometer östlich von Leipzig.

06.08.1867 Niebüll
Schleswig-Holstein
n.bek. Jahr unsicher. "Am 6. August zeigte sich eine ähnliche Windhose bei dem Orte Deeßbull (Heute: Deezbüll, Stadtteil von Niebüll in Nordfriesland) in Schleswig-Holstein, die von Südost nach Nordwest über den Gotteskarg (Heute: Gotteskoog) zog und vielen Schaden anrichtete." (Quelle: Hermann Joseph Klein. Gaea, Natur und Leben, Band 4. Köln und Leipzig, 1868)

02.08.1867 Küstrin, Gorgast
Brandenburg
n.bek. Jahr unsicher. "Tromben und Windhosen. Eine solche, die starke Verwüstungen anrichtete, wurde am 2. Aug. bei Schaumburg a/O. in der Nähe von Küstrin während des Zusammenstoßes zweier Gewitter beobachtet. Sie entwurzelte während ihres Laufes die Bäume, auf welche sie traf, deckte die Dächer von Häusern ab und hob leichtere Gergenstände, wie Baumzweige u.s.w. kreiselförmig in die Höhe. Auf ihrem Wege überschritt sie die Oder und bot während dessen den Anblick einer Wasserhose. Auf dem Flusse schien ein umgekehrter Wolkenkegel zu ruhen, der das Wasser bis zu 40 Fuß Höhe emporsaugte und Fische selbst mit bis ans Ufer nahm. Eine am Oderteiche weidende Viehherde wurde herumgedreht und theilweise zu Boden geworfen. Das Phänom verlor sich in der Richtung nach Gorgast im Oderbruch." (Quelle: Hermann Joseph Klein. Gaea, Natur und Leben, Band 4. Köln und Leipzig, 1868)

19.07.1867 Butzbach
Hessen
n.bek. Aus der "Oberhessischen Zeitung" vom 23. Juli 1867: "Die Germarkung Butzbach durchzog am 19. Juli – von Westen nach Osten, von der Gießener Straße bis zur Griedler Grenze – bei einem Gewitter mit starkem Regen eine Windhose, die einen großen Theil der in ihrer Richtung stehenden, über 200, Nuß-, Aepfel-, Birn-, namentlich aber Zwetschenbäume zerstörte. Dieselben sind theils aus der Wurzel gerissen, theils an den Stämmen abgebrochen, zumeist einzelne Aeste abgerissen und oft längere Strecken fortgeschleudert. Da die Bäume mit Früchten versehen waren, ist der Schaden um so bedeutender, und kann auf einige tausend Gulden angenommen werden." (recherchiert von Johannes Hofmeister, (geo-geschi.blog.de/, auch Oberhessische Zeitung, 23.07.1867)

15.07.1867
Verdacht
Wiesloch
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 19.07.1867: "Wiesloch, 16. Juli. Gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr zog ein heftiges Gewitter über unsere Gegend, begleitet von einem solchen Sturm, wie selten noch hier erlebt wurde. Viele hundert Bäume liegen entwurzelt auf Straßen und Feldern. Maurer und Glaser haben vollauf zu arbeiten, um die Schäden an den Wohnungen auszubessern. Riesige Bäume liegen vom Blitzstrahl zerschmettert. Einem hiesigen Photographen wurde sein am Hause angebrachter Schaukasten vom Sturme losgerissen und einige hundert Schritte mit fortgetragen. Der Schaden ist groß." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Jahr 1865
Verdacht
Solingen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "1865 Orkan - Der Turm der Kohlsberger Kirche wird aufs Kirchendach geschleudert" (Quelle: Hans-Georg Wenke)

Mein Solingen - Wetter & Klima (Hans-Georg Wenke)

26.07.1864 Süsel
Schleswig-Holstein
n.bek. gegen 17 Uhr in Süsel bei Eutin: "Ein kleines Mädchen wurde von der Seite der Mutter in der Haustür vom Winde ergriffen, und kopfüber durch die Luft, über einen Zaun und einen Busch fortgeschleudert." (Quelle u.a.: Alfred Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

25.07.1864 Rosenfeld
Baden-Württemberg
n.bek. "1864 am 25. Juli richtete eine von Westen herkommende Windhose bei Rosenfeld, OA Sulz große Verheerungen an Obstbäumen an. Erst erschien ein Staubwirbel und eine halbe Stunde später ausgiebiger Regen." (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

03.12.1863 Kirchheim u.T.
Baden-Württemberg
n.bek. "1863 am 3. Dezember hat ein Wirbelsturm zu Kirchheim u.T. ein Dampfkamin eingeworfen." (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

10.08.1863
Verdacht
Koblenz
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 18.08.1863: "(Orkan.) Am 10. August hat in Koblenz und der Umgegend ein furchtbarer Orkan gewüthet, begleitet von Gewitter und Hagelschlag. Die Schloßen, viele in der Größe von Wallnüssen, fielen 10-15 Minuten lang und zertrümmerten unzählige Fensterscheiben. Der Schaden, den das Unwetter auf dem Lande angerichtet hat, ist außerordentlich. Glücklicherweise ist die Ausdehnung desselben eine ziemlich beschränkte geblieben."

Möglicher Tornado in Koblenz 1863

06.07.1862
Verdacht
Naumburg
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 11.07.1862: "Ueber die Verheerungen des großen Sturmes am 6. Abends liegen selbst Berichte aus Berlin und Naumburg vor. Am letzteren Orte wurde eine Vorstellung der Kunstreitergesellschaft Hinne unterbrochen, indem das luftige Gebäude im Nu aus Rand und Band gerissen wurde. Glücklicherweise lief es mit unbedeutenden Quetschungen ab." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

06.07.1862 Düdelsheim, Büdingen, Nieder-Seemen
Hessen
n.bek. "(...)die Gewalt des Sturmes war so groß, daß man an einigen Häusern Ziegelstücke tief in eichenen Pfosten eingedrungen fand, wo sie noch stecken.(...)" (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980). Düdelsheim liegt bei Büdingen, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Frankfurt. Dazu aus dem Arbeitskreis Dorfchronik Nieder-Seemen: "Starkes Gewitter mit Kieseln dick wie Walnüsse. In Nieder-Seemen gab es mehr Schäden als in Mittel-Seemen. Es zog von Büdingen herauf, wo die kräftigsten Bäume entwurzelt wurden. Im Forst zwischen Büdingen und dem Christinenhof lagen die Bäume kreuz und quer, selbst starke Bäume brachen in der Mitte entzwei. In der Gemeinde Wolf bei Büdingen und auf dem Erbacher Hof bei Düdelsheim soll es den meisten Schaden angerichtet haben. Ganze Dörfer wurden (die Dächer) abgedeckt, selbst Häuser stürzten zusammen."

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz und Chronik der Gemeinde Düdelsheim)

06.07.1862 Frankfurt
Hessen
(2 Tote, viele Verletzte)
F3 In Frankfurt gab es größere Schäden, hier gab es Tote und Verletzte. Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 08.07.1862: "Frankfurt a. M., 7. Juli. Ein unverhofftes Unglück hat sich noch vor dem großen Feste auf dem dafür bestimmten Platze ereignet. Es erhob sich gestern in den Nachmittagsstunden ein furchtbarer orkanartiger Sturm, welcher allenthalben Verheerungen anrichtete, Bäume entwurzelte und dgl. Um 4 Uhr Nachmittags wurde die Schützenfesthalle, welche bekanntlich zur Aufnahme von mehr als 4000 Personen erbaut ist, so heftig ergriffen, daß ein Theil des Gebäudes zusammenbrach, Obwohl gerade eine große Menschenmenge, gewissermaßen zu einem Probefestmahl, darin versammelt war, hofft man bis jetzt, daß kein Menschenleben zu beklagen sei, doch sind zahlreiche Verwundungen vorgekommen. Den Schaden am Gebäude glaubt man bis zu den Festtagen vollständig zu reparieren." Aus einer weiteren Quelle: "Im Sommer zog ein Tornado unter anderem über die Pfingstweide und richtete erhebliche Schäden an. Dächer, kleine Häuser und Menschen wurden weit durch die Luft gewirbelt." (Quelle: Geschichte der Bock-Apotheke (Anm.: Es wird fälschlicherweise das Jahr 1860 genannt).

Tornado in Frankfurt 1862

09.06.1862 Wermsdorf
Sachsen
n.bek. "... am 9. abends 1/2 9h Windhose von O nach W., welche ausserhalb des Waldes Windmühlen entflügelte, Dächer abdeckte etc., innerhalb des Waldes starke Stämme umbrach ..."; Quelle: Unwetter mit "Erdbeben" in Minden (Wetterchronik)
08.06.1862 Neuenkirchen
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Im Nemerower Holz (Anm.: Nemerow liegt ca. 10 km südlich von Neubrandenburg) bei Neubrandenburg wird eine Eiche vom Blitze getroffen und in Neuenkirchen bei Neubrandenburg ein Viehstall durch eine Windhose zerstört (vergl. Archiv XII, 144f)." (E. Boll, 1864: Die Gewitter der Jahre 1859-63. In: E. Boll (Hg.), 1864: Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg, 18, Brünslow, Neubrandenburg, 216 S., 159-181. und E. Boll (Hg.), 1862/3: Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg, 12, Brünslow, Neubrandenburg, ? S., 144 f.)

Jahr 1860 Dannenfels
Rheinland-Pfalz
n.bek. "Im Jahr 1860 setzte ein Wirbelsturm der Primärkrone der "Dicken Kescht" ein jähes Ende." (Quelle: Stefan Kühn et al.: Deutschlands alte Bäume, 2004, BLV-Verlag). Die "Dicke Kescht" ist eine 400 bis 600 Jahre alte Kastanie (Esskastanie) an der Ortsdurchfahrt in Dannenfels am Donnersberg im Pfälzer Wald. Von den enormen Schäden durch den Sturm hat sich der Baum nie wieder erholt, heute steht noch ein Teil des Stammes mit einem intakten Seitentrieb.

02.06.1860 Rietenau
Baden-Württemberg
F2 "1860 am 2. Juni um 6 bis 7 Uhr abends trat in den Oberämtern Hall, Backnang und Gaildorf ein Sturm auf. Bei Rietenau OA. Backnang wurde in einem 300´ breiten, vom Murrtal zum Mainhardter Wald sich 16 km hinziehenden Strich alles niedergeworfen, eine Scheuer abgetragen und alle Bäume in der Richtung nach der Strömung gelegt. Außerhalb des Strichs war fast keine Zerstörung wahrzunehmen. Das Ganze dauerte nur 8 Minuten. Hier scheint ein Wirbel mit horizontaler Achse (kondensierte Bö) vorzuliegen." (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg)

Tornado in Rietenau 1860

23.07.1858
Verdacht
Barförde
Niedersachsen
n.bek. "1858: Am 23. Juli gegen das Gebetläuten wurde die Umgebung Haidhofs von einem Hagelschlag und wütendem Sturmwind arg heimgesucht. Die Feldfrüchte wurden zerstört, Obstbäume fast ganz vernichtet, teils auf Jahre hinaus ihrer Fruchtbarkeit beraubt. Der Sturm wütete so heftig, dass unter anderem ein 1 1/2 Fuß dicker Birnbaum mitten entzwei gebrochen und die größere Hälfte 20 Schritt weit fortgeschleudert wurde. Zugleich entlud sich in den nächtlichen Stunden ein furchtbarer Gussregen, so dass an dem Haidhofer Weg gelegene Häuser von Thuisbrunn mehr oder weniger vom Wasser beschädigt wurden. Dem Bauern Strobel ertranken im Stall 6 jungen Schweine." (Quelle: Thuisbrunn)

Außergewöhnliche Ereignisse über Jahrhunderte (Thuisbrunn)

21.07.1858 Hamm
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Selber Fall unter dem Datum 19.07.? "21. Juli Vormittags eine Wasserhose bei Hamm, Westphalen, mit Verwüstungen an Gebäuden und Feldfrüchten." (Quelle: Oberstudienrath Dr. Plieninger: Jahresbericht über die Witterungs-Verhältnisse in Württemberg, Jahrgang 1855 und 1856. Stuttgart, 1862)

19.07.1858 Hamm
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Vermischte Nachrichten. Windhose. Aus Hamm schreibt man vom 20. Juli: "Gestern Nachmittag um 3 Uhr zog ein seltenes, merkwürdiges Meteor die Aufmerksamkeit der Bewohner unserer Stadt auf sich."" (Quelle: Wochenschrift für Astronomie, Meteorologie und Geographie. Mittwoch, den 11. August 1858; Weitere Quelle: Alfred Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

10.06.1858 Königswinter
Nordrhein-Westfalen
F0 Zeitpunkt: gegen 13:20 MEZ. Der Tornado überquerte zwei Mal den Rhein und sog sich voll Wasser. Bei einer der drei Landberührungen gab es eine 50 bis 60 Schritt breite Spur in einem Kornfeld. Schiffe wurden nur knapp verfehlt. (Quelle: Alfred Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917) - "10. Juni eine Wasserhose bei Rolandseck und im Siebengebirge." (Quelle: Oberstudienrath Dr. Plieninger: Jahresbericht über die Witterungs-Verhältnisse in Württemberg, Jahrgang 1855 und 1856. Stuttgart, 1862)

29.04.1858 Aschersleben u.a.
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 10.05.1858: "Deutschland. Die Zeitungen bringen aus Duisburg, Neuwied, Koblenz, Düsseldorf, Elberfeld, Dortmund, Mordhausen, Aschersleben, Halle, Erfurt, Bernburg, Dessau Berichte über eine schauerliche Windsbraut, die am 29. April, ungeheure Staubmassen mit sich führend, auf kurze Zeit alles in Dunkelheit versetzte, und zum Theil sehr schlimme Verheerungen anrichtete. Angstvoll, als ob der jüngste Tag käme, flüchteten die Menschen. Interessante Details gibt eine Mittheilung der Magd. Ztg. aus Aschersleben. "Ich befand mich - schreibt der Correspondent - am 29. Nachmittags 4 Uhr 28 Minuten im Postwagen auf der Straße zwischen Bernburg und Aschersleben, und zwar in der Nähe der Zuckerfabrik Zernitz, als ich bei ganz stiller Luft und halbbedecktem Himmel gegen Süden, rechts vom Dorf Aderstedt und dem Anscheine nach kaum eine Viertelstunde entfernt, eine imposante Wolkenmasse von dunkelbrauner Farbe sich entwickeln sah, welche, von der Erde aufsteigend, sich mit einem noch dunklern Gewölk am Himmel in beträchtlicher Höhe vereinigte. Mit jedem Augenblick wurde das Phänomen dunkler und drohender, der Postillon stieg vom Bock und hielt seine Pferde an; es war dieß jedoch kaum geschehen, als der Postwagen plötzlich von einer dichten Wolke Erde und Sand, ja selbst mit erbsengroßen Steinen überschüttet, von einem furchtbaren Sturm zur Seite geschoben und beinahe umgestürzt wurde. Die Dunkelheit war etwa eine Minute lange eine vollkommen nächtliche, die ganze Erscheinung jedoch in drei Minuten vorüber; der Wind blieb bei gelindem Regen noch etwa eine Viertelstunde ziemlich heftig, während der Himmelsich aufklärte und den schönsten Sonnenschein zeigte." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

29.04.1858 Duisburg
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "29. April in den Rheingegenden eine verheerende Windhose, 4-5h zu Duisburg, Neuwied, Coblenz, Elberfeld, Nordhausen, Aschersleben, Halle, Erfurt, Bernburg, Dessau." - "29. April starker Gewittersturm durch ganz Norddeutschland mit Verwüstungen an vielen Orten (Duisburg 3h Nachmittags, Elberfeld 4h, Frankfurt a.M. 5h, Magdeburg, Halle 8h, Berlin 11h)." (Quelle: Oberstudienrath Dr. Plieninger: Jahresbericht über die Witterungs-Verhältnisse in Württemberg, Jahrgang 1855 und 1856. Stuttgart, 1862)

16.07.1857 Deufringen
Niedersachsen
n.bek. "16. Juli 1h Mittags zu Deufringen, OA. Böblingen, ein Wirbelwind bei + 26°R., der Leinwand aufhob." (Quelle: Oberstudienrath Dr. Plieninger: Jahresbericht über die Witterungs-Verhältnisse in Württemberg, Jahrgang 1855 und 1856. Stuttgart, 1862)

04.07.1857 Artlenburg
Niedersachsen
n.bek. "4. Juli eine Windhose mit Hagel zu Artlenburg (Lübeck?) ein Dach dadurch halb zerstört und die Feldfrüchte ringsherum vernichtet." (Quelle: Oberstudienrath Dr. Plieninger: Jahresbericht über die Witterungs-Verhältnisse in Württemberg, Jahrgang 1855 und 1856. Stuttgart, 1862)

02.07.1857 Laubach
Rheinland-Pfalz
W "2. Juli zu Laubach bei Coblenz Gewittersturm mit Wasserhose, 25' hoch, 15 breit, auf dem Rhein 300 Schritte aufwärts, von 2 Minuten" (Quelle: Oberstudienrath Dr. Plieninger: Jahresbericht über die Witterungs-Verhältnisse in Württemberg, Jahrgang 1855 und 1856. Stuttgart, 1862)

29.06.1857 Barförde
Niedersachsen
(2 Tote)
F3? Durch einen Tornado wurden nahezu alle Gebäude in Barförde (Landkreis Lüneburg, etwa 19 km nordöstlich von Lüneburg) beschädigt oder zerstört. Zwei Menschen starben später an den Folgen ihrer Verletzungen. Genau 150 Jahre später erschien in der Landeszeitung ein Artikel über den Sturm. Die genaue Stärke ist nicht bekannt, dürfte aber etwa im Bereich F3 liegen. An einem nach der Katastrophe wieder aufgebauten Haus befindet sich eine Inschrift, die noch an den Sturm erinnert, sie wird im Artikel zitiert: "Ich baue nicht aus Lust und Pracht, die Not hat mich dazu gebracht. Das alte hat der Wind zerstört, das neue hat uns Gott beschert."

Wirbelsturm über Barförde (Landeszeitung)

15.05.1857 Heilbronn
Baden-Württemberg
n.bek. "am 15. Mai erhob sich zu Heilbronn ein 10 Minuten lang dauernder Wirbelsturm, der Bleichleinwand hoch in die Luft führte" (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg und Oberstudienrath Dr. Plieninger: Jahresbericht über die Witterungs-Verhältnisse in Württemberg, Jahrgang 1855 und 1856. Stuttgart, 1862)

Jahr 1856 Eystrup
Niedersachsen
n.bek. "(...)Aber das alles war im 1856 für einen Augenblick unwichtig. Denn in diesem Jahr hat es in Eystrup fliegende Fische geregnet, die eine Windhose aus dem Steinhuder Meer nach Eystrup befördert haben soll, wo sie dann aus dem Himmel fielen..." (Quelle: Kirchengemeinde Eystrup)

Kirchengemeinde Eystrup

31.05.1856
Verdacht
Regensburg
Bayern
(1 Toter)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.06.1856: "München, 2. Juni. Der heftige Sturmwind, welcher vorgestern hier tobte, ist nach Berichten, die uns gestern Abend aus Regensburg zukamen, dort in derselben Gestalt aufgetreten, wie der Orkan, welcher am 26. August v.J. (Anm.: = vorigen Jahres) den englichen Garten hier verwüstet hat, nur mit dem Unterschiede, daß sämmtliche im schönsten Stande befindliche Felder um Regensburg total verheert sind. Die Berichte lautend sehr betrübend, da auch ein Menschenleben durch das 20 Minuten dauernde Unwetter verloren wurde." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

26.08.1855 München
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 31.08.1855: "München, 26. Aug. Heute Nachmittag entlud sich über unsere Hauptstadt nach dreitägiger fast unerträglicher Hitze ein ungemein heftiges, von einem Orkan begleitetes Gewitter, welches, von einem Hagelschlag gefolgt, an Häusern und Gärten ungemeinen Schaden anrichtete und mit kurzer Unterbrechung bis gegen 8 Uhr Abends andauerte. Die ältesten Leute wissen sich eines ähnliches Sturmes nicht zu erinnern. Im englischen Garten liegen zahllose Bäume entwurzelt, so daß Fahr- und Gehwege förmlich verbarricadirt waren. Um 6 Uhr 50 Min. schlug es im englischen Garten ein mit einem einem Kanonenschusse ähnlichen Knalle. Der Hagel hatte die Größe von Hühnereiern und darüber und fiel mit außerordentlicher Gewalt zu Boden. Merkwürdigerweise ist bei diesem aus NW. kommenden Orkan die innere Stadt nicht berührt worden. Die Hauptschäden finden sich im äußeren Theile der Maxvorstadt. Während im Pfarrhause neben der Ludwigskirche alle Fenster eingeschlagen wurden, blieben die Fenster der nebenanstehenden Kirche unversehrt. Den vollen Umfang des durch diesen Orkan angerichteten Schadens kann man für jetzt nicht einmal annähernd bestimmen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Aus Journal de Toulouse, Lundi 10 Septembre 1855: "Le premier coup de tonnerre a été accompagné d'une trombe de vent et de la chute de grêlons de dimensions énormes (quelques-uns pesaient jusqu'à 30 onces). La trombe de vent n'a frappé, ainsi que la grêle, qu'une partie de la ville, et a seulement traversé le Jardin Anglais dans le sens de la largeur. Dans la Thérasien Strasse, l'Aldabert Strasse, la Koeniginn Strasse et une partie de la Ludwig Strasse, il n'est pas resté une fenêtre." - Der erste Donnerschlag wurde von einem Wirbelwind von Wind und Hagel von großer Größe (einige mit einem Gewicht von bis zu 30 Unzen) begleitet. Die Wasserhose Wind geschlagen hat, und Hagel, ein Teil der Stadt, und nur durch den Englischen Garten in Richtung der Breite. In Thérasien Strasse, Aldabert Strasse, Koeniginn Straße und ein Teil des Ludwig-Straße, hat er nicht ein Fenster zu bleiben. (recherchiert von François Paul)

25.08.1855 Schönau
Hessen
F3 Eine Windhose fegte über den Gilserberger Ortsteil Schönau hinweg und zerstörte 45 der insgesamt 47 Wohnhäuser. Dazu aus der Wettergeschichte Hessen: "Windhose in der Schwalm bei Moischeid richtete 11000 Taler Schaden an" (siehe auch Philipp Losch: Geschichte des Kurfürstentums Hessen 1803-1866, Marburg 1922, ND 1972, S. 328, Anm. 1)

Tornado in Schönau 1855
Luftige Spirale aus Stahl (HNA)
31.05.1855
Verdacht
Wiesbaden
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 03.06.1855: "Wiesbaden, 31. Mai. Um 6 Uhr diesen Abend erhob sich plötzlich ein heftiger Orkan, der außer dem chinesischen Häuschen am Curhaus die im Naubau begriffene Trinkhalle zur Hälfte zertrümmerte. Leider sind vier Menschen dabei verunglückt. Merkwürdig, daß die Arbeiter neben der Halle und die Blechschmiede, welche auf dem niedergestürzten Dache saßen, unbeschädigt blieben. (Zu derselben Zeit hatten wir auch in Frankfurt einen plötzlich ausbrechenden, sehr heftigen Sturm, der starke Aeste knickte, Bäume entwurzelte etc.)" (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

04.08.1854 Frankfurt a.M.
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 10.08.1854: "Am 4. Nachmittags 2 Uhr 30 Minuten wurde bei Frankfurt in Südwesten eine Wasserhose bemerkt. Aus einer dunklen Gewitterwolke senkte sich ein schwarzer in zwei Winkeln gebogener Streifen zur Erde, dessen dickeres Ende mit der Wolke in Verbindung stand, während die Spitze sich nach dem Boden senkte; in den Winkeln fing der Streif an aufzuschwellen, man bemerkte eine kochende, rauchende Bewegung in derselben, gleichzeitig fielen dicke Regentropfen etwa eine Minute lang. Der Streifen theilte sich in den Winkeln, die obere Hälfte zog sich der dunklen Wolke zu, das spitze Ende hielt sich noch mehrere Minuten sichtbar. Im Westen wurde der Himmel hell." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

02.08.1854
Verdacht
Landshut
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.08.1854: "München, 3. August. Gestern ist in der Gegend von Landshut ein verheerendes Sturm- und Hagelwetter zum Ausbruche gekommen. Der Postomnibus hatte hierherwärts Landshut passiert, als plötzlich dieser Sturm mit solcher Heftigkeit losbrach, daß durch seine Gewalt beide große belastete Hauptwagen auf ebener Straße umgestürzt und so beschädigt wurden, daß sie nicht weiter geführt werden konnten. Eine Beichaise wurde ebenfalls umgestürzt, von den Pferden fortgezogen und der Postillon an den Zügeln eine Viertelstunde weit mitgeschleift, so daß es ihn vielleicht den Arm kosten wird. Auch andere Passagiere waren so bedeutend verletzt, daß, nachdem sie mit den übrigen auf Leiterwagen bis zur Station Moosburg befördert worden waren, daselbst zurückgelassen werden mußten. Außerdem aber sind ausgerissene verwüstete Bäume noch Zeugen der furchtbaren Katastrophe und auf eine weite Strecke ist der Telegraph zerstört, die Stangen zertrümmert." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

14.07.1853
Verdacht
Frankfurt
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 09.07.1862 zu schweren Unwettern in Frankfurt am 07.07.1862: "In diesem Jahrhundert hat Frankfurt keinen ähnlichen Orkan erlebt; am 14. Juli 1841 und am 14. Juli 1853 tobten ähnliche Orkane wie gestern, und merkwürdigerweise ebenfalls an Sonntagen und zu derselben Nachmittagsstunde, doch waren sie lange nicht so heftig."

13.07.1853
Verdacht
Kaiserstuhl
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 16.07.1853: "Vom Kaiserstuhl, 14. Juli. Gestern Abend entlud sich ein fürchterliches Gewitter über unserer Gegend. Dasselbe war von einem wüthenden Orkan begleitet, der wieder Hunderte unserer herrlichen Obstbäume zusammengerissen, auch in den Weinbergen arge Verwüstungen angerichtet hat. Das Getreide, die Kartoffelstauden sind völlig zu Boden geworfen und der Hanf, der in guten Lagen bereits Mannshöhe erreicht hatte, liegt jämmerlich zerknickt und verheert da. Das Toben des Sturms und das Rollen des Donners machten die Häuser dermaßen erzittern und die Fenster klirren, daß man hätte glauben können, es habe sich noch ein Erdbeben in den wilden Kampf der Elemente eingereiht zur Vollendung dieser schauerlichen nächtlichen Scene." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

20.09.1852 Leipzig
Sachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Leipziger Zeitung, 1952, No. 230: "Windhose. Am 20. Sept., ungefähr in der 5. Nachmittagsstunde, hatten wir die in unserer Gegend so seltene Erscheinung einer Windhose. Dieselbe entstand während eines gewitterartigen Regenschauers, am nordwestlichen Ende des Dorfes Sommerfeld, durchlief im unregelmässigsten Zickzack ihre Bahn im schnellsten Wirbeltanze, ein starkes, brausendes Gezisch verursachend, dem ähnlich, dass die entweichenden Dämpfe eines Dampfkessels hören lassen, nur viel stärker. Der eigentliche Kern derselben war, von der Wolke herab bis zur Spitze des Kegels, der so ziemlich den Erdboden erreichte, mit dampfartigen, von dem rasenden Wirbeltanze ebenfalls mit ergriffenen Dünsten umgeben. Während ihres Auftretens durchlief der Wind im weiten Umkreise die ganze Windrose, vom äussersten Südost über Westen bis zum äussersten Nordwest; nur nordöstlich und östlich, ungefähr eine kleine halbe Stunde vom Phänomen entfernt, behielt der Wind seine ursprüngliche Richtung. Die Windhose beschädigte Dächer, welche sie zufällig berührte, warf, indem sie längs der Leipzig-Dresdener Chaussee hinlief, zwei Männer in den Strassengraben, entwurzelte einige Kirschbäume am Strassendamme, zerriss einem Fuhrmanne einen Ballen Baumwolle und wirbelte dieselbe mit sich fort, bemächtigte sich eines Russbuttenkarrens und verstreute dessen Ladung im bunten Durcheinander mit dem Strassenstaube, indem sie sich in östlicher Richtung unserem Gesichtskreise entzog." Sommerfeld liegt im Osten der Stadt Leipzig.

15.09.1852 Ohrte, Schandorf, Herbergen
Niedersachsen
n.bek. Aus einer Meldung des Cuxhavener Tageblattes vom 06.10.1852: "(Eine Windhose in den Kirchspielen Bippen und Menslage.) Am Mittwoch, den 15. September, Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr, bemerkte ein von Lengerich an der Wallage (Anm.: heute Langerich/Emsland) nach Freren fahrender Reisender rechts von sich am Himmel eine dunkle Gewitterwolke, aus welcher, während sie von Westen nach Osten zog, eine trichterförmige wirbelnde Dunstmasse berabhing, deren Spitze sich hebend und senkend mitunter die Erde die Erde zu berühren schien, zuletzt aber wieder in der schwarzen Wolke verschwand. Diese Wirbelwolke hat in der Bauerschaft Ohrte, Kirchspiele Bippen, und in den Bauerschaften Schandorf und Herbergen, Kirchspiele Menslage, große Verwüstungen angerichtet. Etwa um 4 1/2 Uhr Nachmittags wurde es plötzlich zu Ohrte dunkler von der herüberziehenden Wolke, man vernahm ein starkes Brausen, dazwischen das Krachen der vom Wirbelwinde zerbrochenen Bäume und Balken. Die Arbeiter auf der Ziegelei des Gutsbsitzers Schlump zu Lulle flohen in ein geschützteres Gemach der Ziegelei, von wo sie voll Schrecken dem Sturme zusahen. Ein Heuerling, welcher vor seiner Wohnung stand, als die Windhose heranzog, und sich gleichsam von den durch dieselbe ausgeübten Luftdrucke fortgeschoben fühlte, floh mit seinem neben ihm stehenden Kinde im Arme in die Wohnung. In Ohrte, wo die Wirbelwolke zuerst von Westen auf das Haus des Colonen (?) Vogtmann stieß, zerriß sie das Dach desselben, wandte sich dann nach Norden nach dem Hause des Colon Imke, wo sie dessen Wohnung gleichfalls abdeckte und einige Bäume umriß, andere, welche sie ganz erfaßte, aber nicht ausreißen konnte, alle Zweige entblößte. Von dort wandte sich die Windhose südöstlich zur Erbwohnung des Colon Föhren, deren Dach sie gleichfalls abdeckte und zerbrach, und ging dann in östlicher Richtung weiter zur Erbwohnung des Colon Welke. Hier riß sie ein großes Loch ins Dach, zerschmetterte einen auf dem Hofe stehenden Ackerwagen und tödtete einen ganzen Trupp Gänse, welche um den Wagen standen. Merkwürdig ist, daß an den Gänsen feine Verletzungen bemerkt worden und kann man daher annehmen, daß sie allein durch den Druck der Luft getödtet wurden. Vom Hofe des Colon Welke zog sich die Windhose nach Südosten fort.
Zu Schandorf und Herbergen zeigte sich die Wirbelwolke etwa gegen 5 Uhr. Hier wurde von ihr der Kotten des Colonen Rannshorst, auf den sie zuerst stieß, ganz abgedeckt, die neunzölligen eichenen Windbänder desselben zerbrochen, ein 2 1/2jähriges Kind, welches auf der Diele des Kottens spielte, etwa 6 Fuß hoch vom Wirbelwinde gehoben und dann unbeschädigt wieder niedergesetzt, auch ein Eichbaum von der Dicke der Lende eines erwachsenen Mannes abgebrochen."

27.07.1852 Niedernau
Baden-Württemberg
n.bek. "Am 27. Juli nachm. 3 1/4 Uhr zog bei Niedernau nach einem heftigen Regen eine Windhose über den Wald hin" (Quellen: Th. Plieninger: Württembergische Jahrbücher, 1816 bis 1865 und Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg und Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, Elfter Jahrgang, Stuttgart, 1855)

ca. 1852 München-Haidhausen
Bayern
n.bek. "Die Finanzierung und Wahl des Standortes erwies sich zunächst schwierig, doch eines Tages konnte die Gemeinde Haidhausen zwei Äcker erwerben, die hinter der bestehenden Krankenanstalt angrenzten. Auf diesem Gelände entstand ein vierstöckiger Neubau (Pavillon I), der im November 1848 in Betrieb genommen wurde. [...] Schon damals mussten sich die Architekten eine Reduzierung des Bauprogramms durch die Gemeinde gefallen lassen, denn die ursprünglich vorgesehene Dachkonstruktion wurde z. B. durch ein Eisenblechdach ersetzt, das einige Jahre später (vermutlich zur Schadenfreude der Planer) einem Wirbelsturm zum Opfer fiel." (Quelle: Bauamt TU München).

Klinikum rechts der Isar der TU München (Bauamt TU München)

Anmerkung:
Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erweitert. Sollte ein Ihnen bekannter Tornado fehlen, dann mailen Sie mir bitte.


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