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Verdacht = Fall wird noch untersucht W = Wasserhose

Datum Ort Stärke Beschreibung
31.08.1910 Bodensee
Baden-Württemberg
n.bek. gegen 7 Uhr morgens MEZ Wasserhose auf dem Bodensee (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

22./23.07.1910 Nürnberg, Hersbruck
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 26.07.1910: "Nürnberg, 23. Juli. (Orkan.) Eine Vorstellung von den ungeheuren Kräften, welche der am Freitag nacht über Nürnberg hinweggegangene Orkan entfaltet hat, kann man sich machen, wenn man hört, daß der über 50 Meter breite Riesen-Portalkran der Firma Joh. Funk, Marmorwerke Nürnberg, im Gewichte von 2000 Ztr. unter Sprengung der Bremsen und teilweiser Zerstörung des Fahrwerkes, 60 Meter weit getrieben wurde. Derselbe überrannte sogar die Endpuffer, kippte und rammte sich in der Erde fest." - Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 26.07.1910: "Wirbelsturm in Nürnberg hat Stadt und Umgebung gewaltig verwüstet. Ein furchtbarer Wirbelsturm mit einem überaus heftigen Gewitter ging in der Nacht von Freitag auf Samstag über Nürnberg und die Umgebung nieder und richtete gewaltige Verheerungen an, deren Größe jetzt noch nicht zu übersehen ist. Der Blitz schlug an zahlreichen Orten ein; die Stallungen der Burg wurden auch davon getroffen, so daß jetzt Einsturzgefahr besteht und man Sicherheitsmaßregeln treffen mußte. Eine ganze Anzahl Häuser sind zerstört worden, ein Feuerwehrturm bei Schweinau wurde total abgedeckt, ebenso die Antoniuskirche. Auch an anderen Gebäuden wurde vielfache Beschädigungen angerichtet. Der Stadtpark, eine der schönsten Anlagen Nürnbergs, bildet einen einzigen großen Trümmerhaufen, die ältesten Bäume wurden umgeknickt, entwurzelt und durcheinander geworfen. Nicht einmal die stärksten Bäume vermochten dem Wirbelsturm Widerstand zu leisten. Auf dem Wirschaftsplatz auf dem Plaitenberg liegt alles wüst durcheinander, alle Telephon- und Telegraphenleitungen sind nahezu ganz zerstört. Fenster, Dachziegel usw. liegen überall auf Straßen und Plätzen herum und werden noch durch den Sturm durch die Straßen gejagt. Im städtischen Gaswerk wurde ein schwerer Aufzugskran und ein Gerüst zu einem Neubau umgeworfen. Der angerichtete Schaden ist ungeheuerlich. Auch am Dutzendteich und im Luitpoldhain sind die Verwüstungen groß. Und das geschah alles in knapp einer halben Stunde. Ebenso furchtbar wie in Nürnberg hat der Sturm in Hersbruck und in der Fränkischen Schweiz gehaust. Auch dort wurden die Hausdächer abgedeckt, die Telegraphenleitungen umgeworfen und besonders großer Schaden in den Hopfenpflanzungen angerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

22./23.07.1910 Pockau
Sachsen
n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 26.07.1910: "Ein schweres Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen ging Samstag nachts über Chemnitz und den nahen Teil des Erzgebirges nieder. In Chemnitz sind mehr als 100 Telegraphenleitungen nach den verschiedensten Orten unterbrochen und zahlreiche Bäume geknickt und entwurzelt worden. Sogar Gartenzäune von schweren Planken wurden zerstört. In Pockau ging eine Windhose nieder, die ebenfalls Dächer und Bäume schwere beschädigte. In Burkhardtsdorf schlug der Blitz in viele Gebäude ein und tötete auch einen Zimmermann. Verschiedene Gehöfte brannten nieder." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

22.07.1910 Fleckenberg, Finnentrop
Nordrhein-Westfalen
F2 Starker Tornado (Quelle: ESWD, u.a. Tagebuchaufzeichnungen)

22.07.1910 Bonn, Beuel
Nordrhein-Westfalen
F2 Starker Tornado (Quelle: Zeitungsbericht vom 23.07.1910) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.07.1910: "Aehnlich hauste das Wetter in der Weilburger, Bonner und Kölner Gegend. Am schlimmsten hat das Unwetter im Vorgebirge gehaust. Die Felder zeigen ein wüstes Bild der Zerstörung. Die Getreide- und Gemüseernte ist größtenteils zerstört. Der Blitz hat mehrfach eingeschlagen. In Beuel wurde das Dach eines Hauses abgedeckt. Durch das Unwetter wurde der Verkehr auf den Bahnen sehr beeinträchtigt. Der Schaden, den das Unwetter verursacht hat, ist unberechenbar." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

22.07.1910 Bartensleben
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einem Bericht zu den Gärten des Schlosses Bartensleben: "Ein schwarzer Tag in der Geschichte der Außenanlagen war der 22. Juli 1910. Steckhan: "Eine Windhose fegte über die Stadt hinweg, zerstörte innerhalb von drei Minuten 300 bis 400 Bäume in den Parks." 1912 ließ Frieda von der Schulenburg den Barockgarten wieder aufbauen – mit einem Teehaus und einer großen Wiese, umfasst von Hecken." (Quelle: newsclick.de)

Versailles bringt Barockgärten in Mode (newsclick.de, 10.10.08)

22.07.1910 Aschersleben
Sachsen-Anhalt
n.bek. Näheres über diesen Tornado ist nicht bekannt (Quelle: T. Arendt, 1913: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 Seiten)

22.07.1910 Fallersleben
Niedersachsen
n.bek. Näheres über diesen Tornado in Fallersleben bei Wolfsburg ist nicht bekannt (Quelle: T. Arendt, 1913: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 Seiten)

22.07.1910 Roda
Sachsen-Anhalt
n.bek. Näheres über diesen Tornado ist nicht bekannt (Quelle: T. Arendt, 1913: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 Seiten)

22.07.1910
Verdacht
Köckritz-Köfeln
Thüringen
n.bek. Aus der Chronik der St. Nikolauskirche zu Köckritz: "Am 22. Juli 1910 raste ein furchtbares Unwetter über Köckritz hinweg, dabei wurde durch einen orkanartigen Sturm das Dach des benachbarten Rittergutes hochgehoben und gegen den Kirchturm geschleudert. Dieser brach durch die Wucht vollständig bis zu den Glocken hin ab. Der Schaden wurde alsbald durch die Unterstützung der Großherzoglichen Landesbrandkasse finanziert." (Quelle: Evangelische Kirchgemeinde Weida)

Die St. Nikolauskirche zu Köckritz (Evangelische Kirchgemeinde Weida)

22.07.1910 Langendembach
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 28.07.1910: "Neustadt a.d. Orla, 26. Juli. Bei dem jüngsten Gewitter in dem Waldorte Langendembach wurde die Witwe Therese Rham durch die häufigen Blitze und Donnerschläge, sowie durch den wütenden Zyklon derart in Aufregung versetzt, daß sie an den Folgen starb." (Weitere Quelle: T. Arendt: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichungen des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 S., 1913)

22.07.1910
Verdacht
Weißkirchen
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.07.1910: "In Weißkirchen wurde das Dach des Schulhauses fortgeschleudert"(Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

22.07.1910
Verdacht
Pfalzfeld
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.07.1910: "In Pfalzfeld bei Sankt Goar wurde ein zum Aufenthalt der Reisenden dienendes Gebäude vom Platz gerissen und umgeworfen."(Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

22.07.1910 Platten
Rheinland-Pfalz
F3 Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 24.07.1910: "Trier, 23. Juli. Ein Wirbelsturm entwurzelte Hunderte von Bäumen." - weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.07.1910: "Trier, 25. Juli. Aus allen Orten des Moselgebietes werden fortgesetzt Einzelheiten über schädliche Wirkungen des Unwetters vom Freitag abend gemeldet. Tausende von Obstbäumen sind entwurzelt worden. In Platten stürzte der Kirchturm ein, ebenso eine Scheune; beladene Güterwagen wurden umgeworfen. Der Schaden in Ossan-Monzelfeld (schwer leserlich) und Platten beträgt über 100 000 Mark."(Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 26.07.1910: "In Trier entwurzelte ein Wirbelsturm während eines schweren Gewitters Hunderte von Bäumen, vielfach wurden die Straßen durch umgestürzte Bäume gesperrt. Die Telephon- und Telegraphenleitungen, besonders nach Saarbrücken und Metz, sind zerstört." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern). Weiter wird über heftige Unwetter in vielen Teilen des Rheinlandes und in Essen berichtet. - Weitere Quelle: T. Arendt: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichungen des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 S., 1913)

22.07.1910 Danndorf
Niedersachsen
n.bek. "Wirbelsturm" in Danndorf bei Wolfsburg (Quelle: Mitteilungen über die Wirtschaftsergebnisse der Herzoglich Braunschweiger Forstverwaltung, Braunschweig, 1913)

07.07.1910 Trebbin
Brandenburg
n.bek. Näheres über diesen Tornado in Trebbin ist nicht bekannt (Quelle: T. Arendt, 1913: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 Seiten)

06.07.1910 Bergedorf
Hamburg
n.bek. Gegen 09:00 Uhr MEZ trat dieser Tornado auf. (Quelle: P. Diesner, 1918: Über Wind- und Wasserhosen. Das Wetter, 35, Seiten 93-96.)

05.07.1910 München
Bayern
n.bek. Genaues Datum nicht bekannt. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 06.07.1910: "München. Eine Windhose hat im Englischen Garten die stärksten Bäume entwurzelt." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

29.06.1910 Eßfeld
Bayern
F1-F2 "29.6. Ein Wirbelsturm wirft alle Grabsteine im Friedhof um, deckt Dächer ab und knickt Bäume." Auszug aus der Zeittafel zur Geschichte Eßfelds (bei Würzburg).

Windhose in Eßfeld (Wetterchronik)

25.06.1910 Saarlouis
Saarland
n.bek. In einem bis zu 100 Meter breiten Streifen wurden bei Saarlouis Schäden angerichtet. (Quelle: T. Arendt, 1913: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 Seiten)

12.06.1910 Hohegeiß
Niedersachsen
(1 Toter)
n.bek. Im Harz "Wirbelstürme aus Südost mit Gewitter" (Quelle: Mitteilungen über die Wirtschaftsergebnisse der Herzoglich Braunschweiger Forstverwaltung, Braunschweig, 1913)

04.06.1910 Rhauderfehn
Niedersachsen
F4 Mehr über diesen starken Tornado finden Sie unter anderem in einem Bericht im Fehntjer Kurier vom 15.06.1989 Er richtete erhebliche Schäden in West- und Ostrhauderfehn an.

04.06.1910 Ocholt
Niedersachsen
F3 gegen 17 Uhr MEZ: "24 km westlich von Oldenburg, warf zwischen Ocholt und Zwischenahn 2 Güterwagen eines fahrenden Zuges um" (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917). Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 07.06.1910: "Oldenburg, 4.Juni. Eine Windhose hat heute nachmittag auf der Strecke Zwischenahn - Ocholt neun Güterwagen eines nach Leer fahrenden Güterzuges umgeworfen. Ein Bremser wird vermißt. Man nimmt an, daß er sich unter den umgestürzten Güterwagen befindet. Die Telegraphenleitungen nach Ocholt und Westerstede sind ebenfalls zerstört." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.06.1910: "Ueber einen Eisenbahnunfall auf der Strecke Zwischenahn-Ocholt (Oldenburg) wird amtlich vom 5. Juni mitgeteilt: Heute nachmittag 5 Uhr wurden von dem Güterzuge Nr. 6826 bei Kilometer 19,3 die neun letzten Güterwagen durch einen Wirbelsturm aus dem Gleise gehoben, vier davon sind in den Bahngraben gestürzt. Menschen sind nicht verletzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg). Die genaue Anzahl der umgestürzten Waggons ist nicht klar.

Tornado bei Ocholt (Drehscheibe Online)
Tornado bei Ocholt (www.laenderbahn.info)

18.05.1910 südwestlich Hannover
Niedersachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.05.1910: "Göttingen, 18. Mai. (Eine Wasserhose) von seltener Größe zog über den westlichen Teil Südhannovers hinweg. Gegen 5 Uhr sah man während eines Gewitters von einer graublauen Wolke einen mächtigen, scharf ausgebildeten Wolkenschlauch, der sich an den Wolken trichterförmig erweiterte, zur Erde herabhängen. Nach etwa 10 Minuten löste sich das eigenartige Naturphänomen auf und zwar von unten nach oben, wobei die Trichtergestalt nach den Wolken zu sich vergrößerte."

17.05.1910 Nitzow
Sachsen-Anhalt
n.bek. gegen 15 Uhr "Windhose" an der Mündung der Havel in die Elbe (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

16.05.1910 Udenhausen
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.05.1910: "Das Dorf Udenhausen im Kreise Hofgeismar wurde am zweiten Pfingsttage nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr in großen Schrecken versetzt. Man hörte ein eigentümliches Zischen und Brausen und sah ein Ungetüm in der Luft kreisen und auf das Dorf zu ziehen, das man anfangs schon für den Halleyschen Komet hielt, das sich aber dann als starke Windhose entpuppte. Bäume wurden umgeknickt und Dächer abgedeckt. Der Schaden würde noch viel größer geworden sein, wenn die Windhose nicht bald wieder in die Höhe gestiegen wäre."

11.05.1910
Verdacht
Siegen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 16.05.1910: "Siegen, 14. ds. Die letzten Gewitter, die von einem starken Sturm begleitet waren, haben namentlich im Siegerlande schweren schaden angerichtet. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt und starke Bäume entwurzelt. Die sechs Kilometer lange Seilbahn von Breitscheid nach Niederdresselndorf wurde zertrümmert. Bei der Ortschaft Caan wurden im Umfange von drei Hektar Buchen udn Eichen bis zu einer Dicke von 80 Zentimeter Durchmesser völlig zersplittert." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

11.05.1910 Haardt
Rheinland-Pfalz
n.bek. gegen 17 Uhr am Osthang der Haardt, südöstlich von Pirmasens (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
11.05.1910 Vorderpfalz
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 14.05.1910: "München, 12. Mai. (Gewitterstürme.) In Nord- und Mittelbayern, wie der Rheinpfalz haben am Mittwoch heftige Gewitterstürme gehaust und allerorten großen Schaden angerichtet. In Bamberg und Umgegend war das Wetter fürchterlich, die stärksten Bäume wurden entwurzelt. In der oberen Pfarrkirche daselbst hat der Sturm zwei gemalte Kirchenfenster eingeschlagen, so daß eine Panik unter der in der abendlichen Maiandacht versammelten Gemeinde entstand. Auch in der Vorderpfalz kam es zu stundenlangen Gewitterstürmen, die zum Teil regenlos und unter zyklonartiger Steigerung bei völlig verfinstertem Himmel niedergingen."

11.05.1910 Nieder-Seemen
Hessen
(1 Verletzter)
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 15.05.1910: "Hanau, 13. Sept. Wie nachträglich bekannt wird, haben die letzten Unwetter verheerend im Vogelsgebirge gewüttet. Wirbelstürme rissen bei Niederseeman große Flächen Fichtenbestand nieder, Dächer wurden abgedeckt. In Radmühl stürzte ein Gebäude ein; der Besitzer wurde schwer verletzt." Dazu aus dem Arbeitskreis Dorfchronik Nieder-Seemen: "Von der Windhose am 11.05.1910 wird folgendes berichtet: Ein schweres Unwetter mit orkanartigem Sturm zog über Mittel- und einen Teil von Nieder-Seemen. Der Weg, den das Unwetter genommen hatte, war an den Verwüstungen genau zu erkennen. Alte Obstbäume unterhalb und neben der Kirche wurden geknickt und entwurzelt. Der Holzschuppen neben dem Schulhaus und der des Hch. Kroth I. wurden umgerissen, die Dächer von verschiedenen Häusern wurden teilweise abgedeckt, das Kreuz auf dem Kirchturm schief gedrückt. Wilhelm Bach mußte sein erst vor wenigen Jahren unterhalb der Kirche neu erbautes Haus zum Teil wieder eindecken. Auch das Gemeindearmenhaus hatte viel gelitten." - Weiter aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 16.05.1910: "Hanau, 14. ds. Wie nachträglich bekannt wird, haben die letzten Unwetter verheerend im Vogelsgebirge gewütet. Wirbelstürme rissen bei Niederseeman große Flächen Fichtenbestand nieder, Dächer wurden abgedeckt." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

11.05.1910 Bad Brückenau
Bayern
n.bek. Erhebliche Schäden an Bäumen entlang der Bahnlinie bei Bad Brückenau.

Bad Brückenau, Windhose am 11 Mai 1910 (Nobis24)

11.05.1910 Rötzsch, Kemberg
Sachsen-Anhalt
n.bek. Dieser starke Tornado trat in Rötzsch bei Pratau und in Kemberg auf. (Quelle: T. Arendt, 1913: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen im Jahre 1910. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 266, Behrend, Berlin, 68 Seiten)

11.05.1910 Mürztal
Bayern
n.bek. Gegen 16:20 Uhr im Mürztal an der Semmeringbahn. Der Tornado zog anschließend eine lange Bahn über Böhmen. (Quelle: Ludwig Weickmann, 1912: Die Gewitter vom 11. Mai 1910. Ein Beitrag zum Studium der Böen. Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1911, München, 23 Seiten)

11.05.1910 Bayern n.bek. Dieser Tornado trat am Abend auf. (Quelle: Ludwig Weickmann, 1912: Die Gewitter vom 11. Mai 1910. Ein Beitrag zum Studium der Böen. Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1911, München, 23 Seiten)

24.02.1910
Verdacht
Drakenburg
Niedersachsen
n.bek. Eine Windmühle in Drakenburg stürzte durch eine "Windböe" komplett ein. Dabei kam der Müller ums Leben. Nachbarhäuser wurden nicht beschädigt, die Ursache ist unklar.

05.10.1909
Verdacht
Schaafheim
Hessen
n.bek. "Wimmenauer (1910) berichtet über den Windfall vom 05.10.1909 im Schaafheimer Gemeindewald. Es ist dies einer der wenigen wissenschaftlichen Artikel zu dieser Zeit, der sich mit Sturmschäden (Microbursts) durch Polarluftgewitter befasst. In dem Bericht allerdings geht der Autor seinerzeit ebenfalls von einer (unbewiesenen) Trombeneinwirkung aus." (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

11.08.1909 Schwarzburg
Thüringen
n.bek. Genaues Datum unsicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 13.08.1909: "Schwarzburg, 11. Aug. (Durch eine Windhose) wurden gegen dreißig der schönsten Baumriesen - 100jährige Tannen - entwurzelt oder umgebrochen. Die Straße nach Bechstedt mußte gesperrt werden. Die Fernsprechleitungen wurden durch die stürzenden Bäume zerstört."

02.08.1909 Heiligenstadt
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 04.08.1909: "Heiligenstadt, 2. Aug. (Ein furchtbarer Wirbelsturm) richtete heute nachmittag hier schweren Schaden an. Von etwa 50 Häusern wurden die Dächer zum Teil abgerissen, ebenso von einer Kirche. Starke Obstbäume wurden entwurzelt und von den übrigen die halbreifen Früchte abgeworfen. Eine mehrere 100 Jahre alte Linde wurde vom Blitz getroffen und total zerschmettert. Viele Tiere sollen vom Blitz getötet sein. Dem Wirbelsturm folgte ein Platzregen, der zum Teil mit Hagel gemischt war." (weitere Quelle: T. Arendt (Herausgeber), 1911: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen in den Jahren 1908 und 1909. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 231, Behrend, Berlin, 74 Seiten)

26.07.1909 Berlin n.bek. gegen 11:25 Uhr vormittags (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
25.07.1909 Berlin-Nonnendamm n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: "Berichte über Tromben und ähnliche Erscheinungen", Nachlass von J. Letzmann, Archiv der Deutschbaltischen Kulturstiftung, Lüneburg)

25.07.1909 Lörrach
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 30.07.1909: "Lörrach, 27. Juli. (Hagelschlag.) Vorgestern abend ging über der südlichen Markgrafschaft ein schweres Gewitter mit Hagelschlag und Wirbelsturm nieder. Hunderte von alten Bäumen wurden wie Streichhölzer geknickt. Der Schaden ist besonders in den Weinbergen sehr groß."

07.02.1909
Verdacht
Zons
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Eine Windmühle in Zons im Süden von Düsseldorf wurde beschädigt: "Zwei Jahre später, am 7. Februar 1909, wurden die Mühlenflügel durch einen Wirbelsturm abgerissen. Nachdem wenige Jahre später auch alle anderen Holzteile bis auf die Haube entfernt wurden, war die Mühle für Jahrzehnte ein Torso. Erst 1965/66 wurde die Mühle wieder vollständig hergerichtet." (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Zonser Geschichte (Dr. Thomas Schwabach)

02.09.1908 Höxter
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: "Berichte über Tromben und ähnliche Erscheinungen", Nachlass von J. Letzmann, Carl Schirren Gesellschaft, Lüneburg)

19.07.1908
Verdacht
Radebeul
Sachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 23.07.1908 zu Unwettern im Raum Dresden während eines Sängerfestes: "[...] Draußen vor der Stadt sah es ebenfalls trostlos aus. Starke Bäume waren entwurzelt und geknickt, die Getreidepuppen auf den Feldern weit fortgeweht. Erst nach Stunden kehrte bei den erschreckten Bewohnern die Ruhe und Besinnung zurück. Auf dem Bahnhofe Radebeul trat der Gewittersturm mit einer solchen Macht auf, daß ein dort stehender Güterzug der Schmalspurbahn Radebeul - Radeburg einfach umgeworfen wurde. Die Güterwagen lagen teilweise zertrümmert auf dem Bahnsteig, und erst nach vierstündigen Aufräumungsarbeiten, wozu Arbeiter aus Dresden herbeigerufen werden mußten, konnte der Verkehr auf der Strecke wieder aufgenommen werden. [...]"

19.07.1908 Tegeler See
Berlin
W Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 22.07.1908 zu Unwettern im Berliner Raum: "Das Gewitter am Nachmittag hatte die eigenartige Erscheinung einer Wasserhose im Gefolge. Zwischen Tegelort und Saatwinkel rhob sich plötzlich auf dem Tegeler See eine Wassersäule, die an ihrem Fuß etwa sechs Meter im Durchmesser stark und etwa 15 Meter hoch war. Sie kam, von Saatwinkel durch den Sturm nach Tegelort getrieben, mit großer Schnelligkeit an, fegte kurze Zeit über den See und fiel dann zusammen."

Juli 1908 Tollensesee
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Aus einer Meldung des Nordkurier vom 12.08.2009: "Der Allgemeine Mecklenburger Anzeiger vom 19. Juli 1908 berichtete über das „seltene Phänomen einer Windhose“ auf dem Tollensesee: „Ein Luftwirbel zog, von der Seite des Brodaer Holzes kommend, über den See nach der Richtung zwischen Badehaus und Augustabad. Es machte einen eigentümlichen Eindruck, daß auf der Bahn des Wirbels sich stark kreisende und schäumende Wellen erhoben, während sonst der See ganz ruhig war. Die Bäume am Ufer bogen sich an den betreffenden Stellen wie bei einem starken Sturm.“"

13.07.1908 Markt Hengersberg, Lalling, Zell
Bayern
F2-F3 Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 14.07.1908: "Orkan im bayerischen Wald. Im niederbayerischen Markt Hengersberg und in den Ortschaften der nächsten Umgebung des bayerischen Waldes hat während eines Gewitters ein furchtbarer Orkan gehaust. Viele Gebäude des Marktes, selbst solche aus Eisenkonstruktion sind zerstört, mehrere Dörfer fast vollständig entdacht und die Scheunen total vernichtet. Die eingebrachte Ernte wurde bündelweise vom Wirbelwind entführt. Auch in Feld und Wald sind die größten Verwüstungen angerichtet worden. Auf der Staatsstraße von Zweifel nach Theresienthal sind die Bäume wie Streichhölzer geknickt und total entwurzelt."

Tornado in Markt Hengersberg am 13.07.1908

12.07.1908 Hasselhorst
Niedersachsen
F2? "Um 20 Uhr zieht ein Wirbelsturm von Hasselhorst über Bleckmar, Hagen und Dohnsen gegen Hermannsburg und wirft viele alte Bäume" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976)

02.07.1908 Berlin n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 11.07.1908: "Das neue lenkbare Militärluftschiff des Berliner Luftschiffbataillons ist an demselben Mittwoch, da Zeppelin mit seinem starren System Lorbeeren davontrug, wie unsere Leser aus früheren Mitteilungen wissen, von einem schweren Unfall betroffen worden, bei dem glücklicherweise Menschen nicht verletzt worden sind, der aber zweifellos die Uebungen auf längere Zeit unmöglich machen dürfte. Das Luftschiff war auf einer Fahrt nach dem Grunewald begriffen und wurde von einem plötzlichen Wirbelwind erfaß, der das Fahrzeug 1500 Meter hoch in die Luft riß und manövrierunfähig machte. Gleich darauf preßte der Sturm das Schiff wieder zur Erde nieder, und es ist ein Beweis für die Güte der Konstruktion, wenn trotzdem die Insassen, zu denen in erster Linie der Erbauer, Ingenieur Basenbach, gehörte, die Herrschaft über das Luftschiff nicht verloren, sondern so landeten, daß sogar die glückliche Bergung des so empfindlichen Apparates ermöglicht wurde. Das Gerüst des Luftschiffes, das ganz mit Ballonstoff überzogen war, maß 66 Meter in der Länge. Die Gondel diente gleichzeitig zwei Motoren von je 75 Pferdestärken. Die Seitensteuer ähnelten dem Schiffruder, die Höhensteuerung Zellendrachen." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern) - ebenso aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.07.1908: "Berlin, 2. Juli. Das Militärluftschiff ist heute nachmittag in einer Höhe von 400 Metern auf Charlottenburg zugefahren. Dabei geriet es bei Gewitterbildung in einen aufsteigenden Luftstrom. Es wurde von einem Wirbel erfaßt und etwa 1600 Meter hochgerissen. Der Lufttrieb war so stark, daß sich das Luftschiff permanent im Kreise drehte. Nachdem es dann durch diese Wirbel erheblich aus seiner Gleichgewichtslage herausgehoben war, ist es stark gefallen und hat dabeis eine Form verloren, so daß es dem Steuer nicht mehr gehorchte. Beim Herablassen geriet es zum Teil zwischen die Bäume der Försterei Eichenkamp. Irgendwelche maschinellen Teile sind nicht beschädigt. Menschen sind nicht verletzt worden. Das Luftschiff wurde auseinandergenommen und nach dem Uebungsplatze Reinickendorf transportiert. Es wird binnen kurzem wieder fahrfähig sein."

05.06.1908
Verdacht
Zwickau
Sachsen
n.bek. Laut Titel einer Ansichtskarte stürzte am 05. Juni 1908 die Thost´sche Fabrik durch ein Unwetter ein. Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 07.06.1908: "Zwickau, 5. Juni. (Hagelstürme.) Furchbare Hagelstürme gingen heute nachmittag über unsere Stadt. Tausende von Scheiben wurden zerstrümmert, starke Bäume geknickt. Unermeßlich ist der Schaden. Eine Fabrikesse stürzte ein, viele Arbeiter wurden dabei verletzt."

Unwetter am 5. Juni 1908 (Alte Ansichtskarten)

05.06.1908
Verdacht
Jena-Burgau
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 07.06.1908 zu Unwettern im Raum Jena: "[...] Bei Burgau wurde durch den Sturm eine Feldscheune weggefegt. [...]" - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.06.1908: "Jena, 5. Juni. Ein mit Sturm und Hagel verbundenes Unwetter, das heute nachmittag über die Stadt und Umgebung niederging, hat namentlich im oberen Saaletal furchtbare Verwüstungen angerichtet. [...] Bei Borgau wurde vom Sturm eine Feldscheune weggefegt. In der ganzen Umgebung wurden viele Dächer abgedeckt und durch den Hagel die Fensterscheiben eingeschlagen. Bäume wurden entwurzelt und Telegraphenstangen umgeworfen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

22.05.1908
Verdacht
Erfurt
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 24.05.1908: "Erfurt, 22. Mai. (Ein furchtbarer Orkan) , der heute bei Tagesanbruch über dem westlichen Teil der Stadt Erfurt wütete, hat vielfach schweren Schaden angerichtet. Starke Bäume wurden mehrfach umgeknickt und entwurzelt. Besonders empfindlich wurden die Obstbäume, die mit ihrer Blütenfülle zu schönen Hoffnungen berechtigten, mitgenommen. Schweren Schaden haben auch die Gärtner im Dreibrunnengelände erlitten. Von einer Villa in der Steigergegend wurde ein Teil des Daches abgerissen, von anderen Dächern wurden die Ziegel in Massen herabgeschleudert und viele Balkons beschädigt." Der Begriff "Orkan" stand früher auch für einen Wirbelsturm, daher der Tornadoverdacht.

20.05.1908 Trossingen
Baden-Württemberg
F2 Zitat aus der Schwäbischen Zeitung vom 18.01.2007: "Am 20. Mai 1908, vormittags zwischen 10 und 11 Uhr, ging ein Wirbelsturm in südöstlicher Richtung über den nördlichen Teil des Ortes hinweg. Beim Sägewerk Meßner riss er einen Schuppen ein, schleuderte dessen Dach weit in die Wiesen hinaus, warf aufgeschichtete Bretter wie Spielkarten durcheinander, hob eine auf der Straße zwischen "Schöner Aussicht" und Haus Nr. 44 der Bismarckstraße vom Felde heimkehrende Frau in die Lüfte und setzte sie in einem angrenzenden Kartoffelacker vollständig unversehrt nieder. Die Frau erholte sich ziemlich rasch von ihrem Schrecken und setzte ihren Heimweg fort. An den Häusern Bismarckstraße 40, 42, 43 und 45 und Litschlestraße 3 beschädigte der Wirbelsturm die Dächer sehr stark, riss Fensterläden ab und drückte Fenster ein. Auch von den Gebäuden Kaiserstraße 56 und 58 riss er viele Ziegel ab und beschädigte im Tal noch Haus Nr. 47 und 62." - weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 23.05.1908: "Trossingen, 21. Mai. (Durch eine Windhose) wurden etwas 20 Häuser, darunter zwei Bauernhäuser stark beschädigt. Männer wurden zu Boden geworfen, ohne jedoch Schaden zu nehmen. Bei einem darauf einsetzenden Gewitter schlug der Blitze mehrere Male ein, ohne zu zünden." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 22.05.1908: "In Trossingen wurden durch eine Windhose etwa 20 Häuser, darunter zwei Bauernhäuser stark beschädigt. Männer wurden zu Boden geworfen, ohne jedoch Schaden zu nehmen. Bei einem darauf einsetzenden Gewitter schlug der Blitz mehrere Male ein, ohne zu zünden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Grüne Winter gab es auch schon vor 120 Jahren (Schwäbische Zeitung)

Jahr 1907 Bodensee
Baden-Württemberg
W "1907 - Festzuhalten bleibt des weiteren ein in diesem Jahr vorgekommenes seltenes Naturschauspiel, welches in Form einer 50 Meter hohen Wasserhose südlich der Argenmündung beobachtet werden kann." (Quelle: Gemeinde Langenargen)

24.07.1907 Greifswald
Mecklenburg-Vorp.
W gegen 7 Uhr morgens MEZ eine Wasserhose und zwei Funnelclouds auf dem Greifswalder Bodden: "„Ich ... sah nun aus den tiefsten Wolken drei Wolkentrichter niederhängen, die mit ihrer tiefsten Spitze in korkzieherartigen Bewegungen auf und nieder züngelten" (eine von ihnen wuchs ganz bis zum Meere herab)." (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
05.07.1907 Langstadt, Aschaffenburg, Laufach
Hessen, Bayern
F2 "Vogtherr (1908) berichtet über die Waldverwüstungen des Gewittersturmes vom 05.7.1907 in Südhessen zwischen Darmstadt und Aschaffenburg, wobei er der damals wie heute nicht seltenen, jedoch unbewiesenen Ansicht folgt, dass die Schäden durch eine Trombe verursacht werden." (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980). Schäden wurden aus Langstadt, Aschaffenburg und Laufach gemeldet. - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.07.1907: "Aus Aschaffenburg wird berichtet: Es stellt sich heraus, daß das hier niedergegangene Unwetter doch weit größere Verheerungen angerichtet hat, als anfänglich angenommen wurde. Schwerer Schaden wurde an Fenstern und Dächern angerichtet. In den Gärten und Aeckern der Umgebung ist eine Anzahl Obstbäume dem Sturm zum Opfer gefallen. In den zu Park Schönbusch führenden Alleen sind viele Bäume entwurzelt. Am schlimmsten sieht es jedoch im Schönbusch selbst aus, wo etwa 100 Bäume gestürzt sind. Ebenso sind im Schöntal und in der Fasanerie große Schäden zu verzeichnen. Auch Telegraphenstangen wurden umgeworfen und die Drähte beschädigt." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 10.07.1907: "Aschaffenburg, 10. Juli. Ein Gewittersturm hat am Freitag großen Schaden angerichtet. Der Schaden in den Wäldern der Gegend wird auf 150 000 M. geschätzt. In einem einzigen Forst wurden etwa 2500 Bäume, darunter hundertjährige Riesen, abgebrochen oder umgeworfen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

05.07.1907 Oberheimbach
Hessen
(1 Verletzter)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.07.1907: "Sturm und Unwetter. Ein Gewittersturm von seltener Heftigkeit richtete Freitag abend in den 2 1/2 Stunden von Bingerbrück entfernten Orten Ober- und Niederheimbach schweren Schaden an. In Oberheimbach wurde durch die Gewalt des Sturmes ein Haus demoliert und bei drei weiteren Gebäuden die Dächer abgedeckt. In den Gemarkungen hat der Sturm Bäume entwurzelt und auf weite Strecken fortgetragen. Ueberhaupt haben Obstbäume und Feldfrüchte schwer gelitten." - Aus einer weiteren Meldung der Freiburger Zeitung vom 10.07.1907: "Ueber Oberheimbach zog eine Windhose, die mehrere Häuser abdeckte. Einem 12jährigen Knaben wurde durch einen herabstürzenden Dachziegel die Schädeldecke eingeschlagen. Auch die Orte Niederheimbach, Henschhausen und Neurath haben an ihrem Feldbesitz starken Schaden erlitten." - weiter aus derselben Ausgabe: "Gleichzeitig mit dem Ende der letzten Woche über die Gemarkung Lorch a.Rh. niedergegangenen Gewitter herrschte ein orkanartiger Sturm, der im Distrikt Jägerhorn etwa 400-450 Festmeter Eichen- und Buchenstämme teilweise entwurzelte und abbrach. Das in der Plassenwies gelegene Bahnwärterhaus wurde fast gänzlich abgedeckt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

22.06.1907
Verdacht
Leipzig
Sachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 23.06.1907 zu Unwettern im Osten Deutschlands: "In Leipzig wütete ein Sturm, wie er dort in solcher Heftigkeit seit langem nicht erlebt wurde. Von Gartenhäusern und dergleichen deckte er Dächer ab und entführte sie, er zerbrach Fensterscheiben und entwurzelte starke Bäume zu Dutzenden, daß es nur so seine Art hatte." Die Verfrachtungen sind ein Indiz für einen möglichen Tornado.

22.05.1907 Solingen
Nordrhein-Westfalen
(Verletzte)
F2 Gegen 16 Uhr richtete dieser Tornado erhebliche Schäden in Stöcken an. Mehr zu diesem Tornado in einem Bericht im Solinger Tageblatt (damals: Solinger Kreis-Intelligenzblatt), zu finden auf der Seite von Michael Tettinger. Dazu noch aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 25.05.1907: "Köln, 23.Mai. Zu den Verheerungen, die durch die im nordöstlichen Seitenteile Solingens niedergegangene Windhose angerichtet wurden, wird noch gemeldet, das hauptsächlich die Ortschaft Stöcken arg mitgenommen worden ist. Dort wurden zahlreiche Dächer abgedeckt, starke Bäume entwurzelt und Gärten und Felder verwüstet. Ein an einer Ecke liegendes Wirtshaus wurde völlig zertrümmert. Tausende von Ziegeln bedecken die Straßen. Wunderbarerweise wurden nur etliche Personen leicht verletzt. Schwere Verletzungen sind überhaupt nicht vorgekommen. Vertreter der Regierung begaben sich heute an den Ort der Verwüstung." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.05.1907: "Eine Windhose, die in einem nördlichen Seitentale Solingens herniedergegangen ist, hat dort große Verheerungen verursacht. Dabei wurde die Ortschaft Stöcken besonders arg mitgenommen. Dort wurden unzählige Dächer abgedeckt, starke Bäume entwurzelt, Gärten und Felder verwüstet, eine an einer Ecke liegende Wirtschaft wurde zertrümmert. Wunderbarerweise sind nur etliche Personen leicht verletzt worden. Die Windsbraut prallte später an dem Bergrücken ab und verlor dadurch an Kraft." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

20.05.1907
Verdacht
Ostdeutschland n.bek. Dieser Tornado trat im Osten Deutschlands auf, der genaue Ort ist nicht bekannt. Da die Grenzen Deutschlands damals anders verliefen als heute, ist unbekannt, ob der Tornado sich auf (heutigem) deutschen Gebiet oder im heutigen Polen ereignete. (Quelle: C. Kaßner, 1909: Gewitter, Hagel und Wirbelsturm in Ostdeutschland am 20. Mai 1907 in T. Arendt (Herausgeber), 1909: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen in den Jahren 1906 und 1907. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 2xx, Behrend, Berlin, xx Seiten)

14.08.1906 Opladen bis Solingen
Nordrhein-Westfalen
(1 Toter, 25 Verl.)
F3-F4 Zeitpunkt: ca. 15:30 bis 16:00 Uhr MEZ. Durch diesen heftigen Tornado kam im Bereich Solingen - Remscheid und umliegenden Gemeinden ein Mensch ums Leben und etwa 25 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Zahlreiche Häuser stürzten ein oder wurden teilweise fortbewegt. Ein ganzer Baum (Buche mit fast einem Meter Durchmesser) fand sich nach Zeitungsberichten etwa 100 Meter vom Ursprungsort entfernt wieder. Der Tornado kam aus Südwesten und traf auf einer mindestens 15 Kilometer langen Bahn die Orte Opladen, Quettingen, Oberbüscherhof, Balkhausen, Scharfhausen, Schaberg, Dorperhof und Müngsten. Allein in Dorperhof stürzten 10 Häuser ein, ein Stallgebäude wurde von dem Sturm über 150 Meter fortgetragen und fiel dann zur Erde. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 16.08.1906: "Solingen, 14. Aug. In der Umgegend wütet ein folgenschweres Unwetter. Viele Häuser stürzen ein. Zwei Menschen wurden schwer, viele andere leicht verletzt. In Dorperhof (Anm.: heute im Südosten Solingens an der Burger Landstraße) wurde ein 13jähriger Knabe tot unter Häusertrümmern hervorgezogen."

Ausführlicher Fotobericht im Solinger Tageblatt (damals: Solinger Kreis-Intelligenzblatt, zu finden auf der Seite von Michael Tettinger)
Karte und Meldungen der Coburger Zeitung

14.08.1906 Köln
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 16.08.1906: "Köln, 15. August. Gestern nachmittag und abend gingen über das ganze Rheinland schwere Gewitter nieder. In Köln richtete ein Wirbelsturm großen Schaden an." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

10.08.1906 Eberswalde
Brandenburg
n.bek. Genaues Datum nicht bekannt. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 12.08.1906: "Ueber den Einsturz eines Zirkus während der Vorstellung werden aus Eberswalde folgende Einzelheiten gemeldet: Infolge eines starken Wirbelwindes wurde das Zelt des am Bahnhofe aufgeschlagenen Zirkus Island in die Höhe gehoben und entführt, während der ganze Bau mit furchtbarem Krach zusammenstürzte und die etwa 150 Zuschauer, meist Kinder, unter sich begrub. Der Sturm hatte sich in der Leinwand gefangen und mit gewaltiger Kraft den dreizehn Meter hohen und dreiundzwanzig Zentner schweren Mast, der das Zelt trug, mitten durchbrochen und die metertief eingegrabenen Holzstützen, an denen seitlich die Leinwand angebracht war, zum Teil aus dem Erdboden herausgerissen. Niemand wurde von den Zuschauern verletzt."

03.08.1906
Verdacht
Heinrichsruh
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 08.08.1906: "Schleiz, 6. Aug. Mit welcher furchtbaren Kraft der Gewittersturm am Freitag nachts hier plötzlich um die 9. Stunde eingesetzt hat, geht daraus hervor, daß u.a. der stärkste Baum in der hiesigen Gegend, die viele Jahrhunderte alte Buche mit 6 1/2 Meter Stammumfang auf dem Kirschbühl bei Heinrichsruh, etwa 1 Meter über der Erde vollständig abgebrochen wurde. Am gestrigen Sonntag fand eine förmliche Wanderung nach den betreffenden Waldungen statt, wo der Sturm so ungeheuren Schaden angerichtet hat." Der kleine Ort Heinrichsruh liegt etwa 3 Kilometer südlich von Schleiz, die Heftigkeit und das plötzliche Auftreten des Sturmes legt einen Tornadoverdacht nahe.

19.07.1906
Verdacht
Seedorf
Schleswig-Holstein
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 22.07.1906: "Lauenburg a. E., 20. Juli. Bei einem schweren Gewittersturm stürzte in Seedorf [Kreis Herzogtum Lauenburg] ein im Bau befindliches Wohnhaus ein. Der Bauunternehmer wurde getötet, zwei Arbeiter erlitten schwere, mehrere andere leichte Verletzungen." (Quelle: Bayerische Landesbibliothek)

19.07.1906 Hamburg n.bek. Zeitpunkt: gegen 13:30 Uhr MEZ. Auf einer historischen Postkarte sind massive Schäden und Gebäudeeinstürze zu sehen mit der Bildunterschrift: "Folgen der Windhose! Einsturz der Ruinen bei der englischen Planke am 19. Juli 1906 nachmittags 1 1/2 Uhr." Die "Englische Planke" ist eine Straße in der Hamburger Innenstadt und befindet sich direkt neben der Kirche Sankt Michaelis ("Michel").

Tornado in Hamburg am 19.07.1906

06.07.1906 Bodensee
Baden-Württemberg
W Zwischen 11 und 12 Uhr MEZ zwischen Langenargen und Kressbronn: "1906, den 6. Juli 11—12h a. bildete sich zwischen Langenargen und Kressbronn (besser Richtung Friedrichshafen-Walzenhausen) bei wolkigem Himmel eine Wasserhose aus. Der See war zuvor ruhig, die Luft still. "Dann kam ein Wind und aus einer schwarzen Wolke neigte sich ein gewaltiger Zapfen zum See nieder, jedoch ohne diesen zu berühren. Zapfen und Wolke bewegten sich in östlicher Richtung", Höhe 100 — 150 Meter, Dauer 2 Minuten. Nach andern stieg die Säule aus dem See empor. (Schoblnger 1. c. Schwab. Merkur Nr. 317 und Schweiz. Bodenseezeitung vom 7. Juli 1906). Seit 1890 soll nie mehr eine Hose von dieser gewaltigen Grösse gesehen worden sein." (Quelle: Früh, J., 1907: Wasserhosen auf Schweizer Seen. Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich. Band: 7 (1906-1907), Seiten 105-127. Link: http://dx.doi.org/10.5169/seals-8902 - Weitere Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

05.07.1906
Verdacht
Hohenheim
Baden-Württemberg
n.bek. "[...], wobei derjenige vom 5. Juli wolkenbruchartigen Charakter hatte: es wurden insgesamt 71,1 l/m² gemessen, davon fiel in einer Stunde (von 20-21 Uhr) allein 45.0 l/m², dabei kam es in Hohenheim zu einem schweren Hagelunwetter. Professor Mack schrieb hierüber: "Das Hagelwetter vom 5. hat in Hohenheim und überhaupt auf den Fildern erheblichen Schaden angerichtet. Der Geldwert des Schadens beträgt für die Hohenheimer Domäne ca. 10 000 Mark. Beginn des Hagels um 14.33 Uhr - Ende 14.44 Uhr, bei Beginn wallnußgroße Körner, nachher dichtes Niedergehen von erbsen- bis haselnußgroßen Körnern. Vor Beginn des Hagels war aus der höchst drohend aussehenden Hagelwolke ein mehrere Minuten andauernd eigenartiges Geräusch in Gestalt eines starken Säuselns und Brausens zu hören, während am Boden noch vollständige Windstille herrschte."" (Quelle: Waltraud Düwel-Hößelbarth, Chronik der Hohenheimer Meteorologischen Beobachtungen der Jahre 1878 - 1977. Stuttgart. Mai 1982)

14.06.1906 Pullach
Bayern
n.bek. 11:04 Uhr bis 11:10 Uhr MEZ Windhose in Pullach bei München (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
10.06.1906 Weixdorf
Sachsen
n.bek. "10.Juni 1906 - Heute vor 100 Jahren kam es in Weixdorf zu einer eine Windhose verursachenden Luftströmung. Gegen 13.00 Uhr hob ein etwa fünfzehn Minuten dauernder Sturm an, der vom heutigen Hohenbusch zum heutigen Waldbad (damals Hochbusch und Großteich genannt) eine Schneise der Verwüstung legte. "Starke Bäume wurden glatt abgedreht, andere wie Kornhalme niedergedrückt", schrieb ein Chronist damaliger Tage. Äste, Teile von Dächern, Schuppendächer und Gerätschaften wurden bis zu 100 m weggewirbelt. Zu Aufräumarbeiten wurde eine Kompanie Soldaten des Dresdener Arsenals abkommandiert, der Schaden wurde mit fast einer Million Mark beziffert. Vier Rinder wurden von herumwirbelnden Teilen erschlagen, 19 Menschen erlitten leichte Verletzungen." (Quelle: Weixdorfer Nachrichten, 2006). Weixdorf ist heute ein Stadtteil von Dresden, liegt aber mehr als 10 km nordöstlich der Innenstadt außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes.

31.05.1906
Verdacht
Maintal, Steigerwald
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 06.06.1906: "Bamberg, 2. Juni. Die Nachrichten über die Verheerungen, welche der Orkan am Donnerstag abend zwischen 8 und 10 Uhr in Franken angerichtet hat, mehren sich. Namentlich im Maintal und im Steigerwald wurden hunderte von Bäumen entwurzelt. In Kloster Ebrach wurden mehrere Dächer abgedeckt und ebenfalls zahlreiche Bäume entwurzelt. Die Bahnanlagen in Gädheim sind nahezu vernichtet; auch hier wurden viele Bäume umgeknickt."

31.05.1906
Verdacht
Mönchröden
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.06.1906: "Mönchröden, 1. Juni. Das Gewitter vom gestrigen Abend hat auch hier verheerende Spuren hinterlassen. Ganze Dächer wurden abgedeckt, Fenster herabgeschleudert und Gartenzäune umgeworfen, Schlote umgerissen und Holzstöße umgeworfen. Zahlreiche Bäume, z.T. von nahezu 1 m Durchmesser, wurden entwurzelt. Ein Glück war es, daß nur ein kleiner Teil des Dorfes berührt wurde und zwar betraf es den n.-w., den Riesberg. Im übrigen Teil des Ortes ist der angerichtete Schaden nur gering."

31.05.1906
Verdacht
Leihgestern
Hessen
n.bek. Zeitpunkt: gegen 19:15 Uhr MEZ. Ein schweres Gewitter mit heftigen Sturmböen zog über den heutigen Lindener Ortsteil Leihgestern hinweg. Aus einer Meldung der Gießener Allgemeinen vom 17.08.2008: "Eine Windhose ließ 1906 das Dach des Kirchenschiffes einstürzen und machte einen Wiederaufbau erforderlich, der 1908 abgeschlossen war." Dazu aus einer Meldung des Gießener Anzeigers vom 09.08.2008: "Das heftige Unwetter, das zum Einsturz der Kirche führte, richtete auch in der Umgebung großen Schaden an. Überliefert ist ein Augenzeugenbericht von Ludwig Strack: "Das Dach der Kirche wurde von einem Windstoß zur Hälfte in den Nachbarhof geschleudert, die andere fiel auf das Holzgewölbe, das keinen Widerstand leistete. Gewölbe, Orgel, Empore und ein Teil des Gestühls wurden zertrümmert. Der Kirchturm blieb unversehrt."" - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 03.06.1906: "Gewitterstürme am letzten Mai. Aus Gießen wird gemeldet: In der nördlichen Wetterau richtete ein heftiges Gewitter mit orkanartigem Sturm viele Verwüstungen an. In Leihgestern bei Gießen stürzte die alte Pfarrkirche ein." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

»Oper« zur Einstimmung Zwei Konzerte und ein Gemeindefest (Gießener Allgemeine, 17.08.08)
Auch die "Drei Stimmen" gratulieren zum 100. Geburtstag (Gießener Anzeiger, 09.08.08)
Als der Blitz ins Haus des Herrn einschlug (Gießener Anzeiger, 11.07.08)

31.05.1906
Verdacht
Gelnhausen
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 03.06.1906: "Ein Gewitter mit orkanartigem Sturm hat in Gelnhausen strichweise schreckenerregend gewütet. Von der Gewalt des Sturmes zeugt die Tatsache, daß auf dem Bahnhofe Güterwagen umgeworfen und andere Eisenbahnwagen in Bewegung gesetzt wurden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

31.05.1906 Birkenfelde, Heiligenstadt
Thüringen
F3-F4 Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.06.1906: "Heiligenstadt, 1. Juni. Ein furchtbares Unwetter hat heute Nacht den westlichen Teil des Eichsfeldes heimgesucht. Die Flur von Birkenfelde wurde durch Wolkenbruch und Hagel verwüstet. Der herrschende Wirbelsturm hat große Gebäude umgerissen und Dächer abgedeckt; große Bäume wurden entwurzelt. Der Schaden ist groß."

31.05.1906 Uthleben
Thüringen
F3 Zeitpunkt: gegen 20:15 Uhr MEZ. "Am 31. Mai 1906 zerstört eine Windhose die Kirche. Mit Unterstützung der Fürstin konnte die Kirche im Jahr 1907 renoviert wieder eingeweiht werden." (Quelle: Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland - Jahresbericht). Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.06.1906: "Nordhausen, 1. Juni. Ein furchbares Gewitter entlud sich gestern Abend und heute Nacht über den Helmetal. In Uthleben wurden mehrere massive Gebäude durch eine Windhose zerstört. Der Kirchturm wurde in der Mitte abgebrochen. Fast alle Dächer sind beschädigt. Die Obsternte ist völlig vernichtet. Der Schaden ist groß." - Ebenso aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 03.06.1906: "In Uthleben wurden zahlreiche massive Gebäude durch eine Windhose zerstört. Der Kirchturm wurde in der Mitte abgebrochen. Fast alle Dächer wurden abgedeckt. Die Obsternte des Helmetales ist völlig vernichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg). Betroffen war in Uthleben neben der Kirche vor allem der Bereich Hahnstraße - Hauptstraße.

Tornado in Uthleben am 31.05.1906

31.05.1906
Verdacht
Coburg
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 02.06.1906: "Im Osten und Westen stiegen gestern Abend gegen 9 Uhr unerwartet mehrere Gewitter auf, die sich über der Stadt zu dichtem Gewölkt vereinigten. Gleich einer Windsbraut fegte der Sturm daher, prasselnd fiel der Regen ein und dabei jagten die Wolken unter heftigen elektrischern Entladungen vorüber, [...]" Es folgte eine ausführliche Beschreibung der Schäden in Coburg und Umgebung. - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 03.06.1906: "Ein gewaltiger von Gewitter begleiteter Orkan richtete in Koburg und Umgebung großen Schaden an. Hunderte von Bäumen wurden entwurzelt. Der Verkehr auf den Straßen ist gestört und die Telegraphenleitungen sind zerstört." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

30.05.1906 Seemannshausen, Reicheneibach, Rimbach
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 01.06.1906: "Berlin, 30. Mai. Ein furchtbarer Orkan hat gestern den Bezirk Eggenfelden heimgesucht. Namentlich die drei Gemeinden Rimbach, Reicheneibach und Seemannshausen sind besonders schwer betroffen. Die Straßen sind mit hunderten entwurzelter Bäume bedeckt. Zahlreiche Bauernhöfe sind stark beschädigt, Dächer sind abgedeckt, mehrere Schuppen dem Erdboden gleich gemacht. Der Kuppelturm der Kirche zu Rimbach wurde auf das Feld geschleudert und drei Neubauten sind zusammengestürzt. Der Orkan hat 5 Minuten gedauert und war von starkem Regenschauer und Hagel begleitet." Eine nahezu gleich lautende Meldung erschien am 01.06.1906 in der Freiburger Zeitung.

09.03.1906 Lehre
Niedersachsen
n.bek. Kurz nach 15 Uhr MEZ am Flecken Lehre, 12 Kilometer nordöstlich von Braunschweig (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
09.03.1906 Korbetha
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 11.03.1906: "Corbetha, 9. März. Eine gewaltige Windhose riß an einem Gebäude das Dach vollständig ab. Es wurde gegen ein anderes Gebäude geschleudert und von diesem sämtliche Fenster und das Mauerwerk zertrümmert. Der Schaden ist groß, doch ist niemand verletzt."

Jahr 1905 Klevendeich
Schleswig-Holstein
n.bek. Jahr unsicher, Erwähnung in Zusammenhang mit dem starken Tornado von Uetersen am 10.08.1925. (Quellen: J. Georgi und H. Markgraf, 1928: Der Gewittersturm von Ütersen am 10. August 1925. Meteorologische Zeitschrift, 81-96. und E. van Everdingen, 1925: The cyclone-like whirlwinds of August 10, 1925. Proc. Koninklijke Akad. van Wetenschappen, 28(10), 871 ff.)

05.10.1905
Verdacht
Dreieichenhain, Rodgau
Hessen
F1 Aus der Offenbacher Zeitung, Nr. 236 vom 07.10.1905: "Zus: Am 05.10.1905 zwischen 12 und 13 Uhr bei niedrigen Temperaturen Polarluftgewitter mit Starkregen, Starkwind und Blitzen. Dauer ca. 30 Min. Über dem südlichen Rodgau Sturmschäden an Bäumen und Häusern, Wassermassen in Gehöfte und Straßen. Dabei wurde auch die "Phillippseiche" im Dreieichenhainer Gemeindewald gefällt." (Recherchequelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

10.09.1905
Verdacht
Hösbach
Bayern
n.bek. Genaues Datum nicht ganz sicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 13.09.1905: "Schwere Unwetter wüteten am Mittel-Main in Franken. In Hösbach schleuderte der Sturm den Turm des Kirchenneubaus herunter."

08.09.1905 Naumburg
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung der Mitteldeutschen Zeitung vom 28.08.2005: "Vor 100 Jahren - Starke Gewitter mit Wirbelsturm toben am 8. September zwischen 23 und 23.30 Uhr über Naumburg. Wie das Kreisblatt meldet ging eine Windhose aus Richtung Holländer Mühle über Schulstraße, Markt und Sedanstraße (Bebelstraße) hinweg. Dabei wurden Bäume mit dem Wurzelstock herausgedreht oder geknickt. Vom Richterschen Haus in der Marienstraße / Ecke Kleine Mariengasse seien weiter große Teile des Daches abgedeckt worden. [...]" - Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 12.09.1905: "In Naumburg richtete eine Windhose in der Nacht auf Freitag große Verheerungen an den Häusern und in den Gärten an."

Tornado in Naumburg (Skywarn)

07.09.1905
Verdacht
Dittelstedt
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 10.09.1905: "Erfurt, 8. Sept. Gestern abendwurde hier und in der Umgegend durch ein starkes Gewitter vielfach Schaden angerichtet. In Dittelstädt hat der Sturm eine neue massive zweistöckige Scheune umgeworfen und vollständig zerstört. In den umliegenden Waldungen wurde durch den Sturm sowie durch Blitzschlag großer Schaden angerichtet." Das heutige Dittelstedt ist ein Vorort im Osten der Stadt Erfurt.

Aug. 1905 Bodensee
Baden-Württemberg
W Gegen 6 Uhr morgens MEZ trat eine Wasserhose auf dem Bodensee zwischen Friedrichshafen und Arbon (Schweiz) auf: "1905, den ? August 6h a. in der Richtung Friedrichshafen-Arbon, nicht ganz Mitte des Sees. Der Himmel war sehr bewölkt und es blies etwas Westwind. Die von den Wolken gegen den See absteigende Hose war schwarz, mindestens 100—150 Meter hoch; vom See aus stieg ein weisser Zapfen empor, um sich mit dem schwarzen zu vereinigen. Das Ganze drehte sich um sich selbst. Die Säule bewegte sich in südöstlicher Richtung etwa mit der scheinbaren Geschwindigkeit eines Trajektkahnes. Dauer 7 Minuten, darauf starkes Aufschäumen des Sees, Wiederholung der Hose und endlich nach deren Zusammensturz heftiger Regen (briefl. Mitt. v. Hrn. Lehrer Schoblnger in Friedrichshafen, 12. Aug. 1906; Mitt. der Tagesblätter)." (Quelle: Früh, J., 1907: Wasserhosen auf Schweizer Seen. Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich. Band: 7 (1906-1907), Seiten 105-127. Link: http://dx.doi.org/10.5169/seals-8902 - Weitere Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917).

10.08.1905
Verdacht
Rheinland, Süddeutschland n.bek. Genaues Datum nicht ganz sicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 13.08.1905: "Das Gewitter am vorgestrigen Tage hat hauptsächlich in Süddeutschland ungeheuer großen Schaden angerichtet. Aus zahlreichen Orten der Rheinlande, Lothringens und Süddeutschlands kommen beängstigende Nachrichten über die Verheerungen furchtbarer Wirbelstürme, die einen Schaden von mehreren Millionen angerichtet haben dürften. Am heftigsten ging das Unwetter in Sedan nieder, wo ein Schaden von etwa anderthalb Millionen Mark verursacht worden ist." Die Stadt Sedan liegt im äußersten Norden Frankeichs, nahe der Grenzen zu Belgien und Luxembourg.

10.08.1905
Verdacht
Pfalz
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 13.08.1905: "Neustadt a.d. Haardt, 11. Aug. Das gestrige Unwetter in der Pfalz hat enormen Schaden angerichtet. Die Dächer sehen aus wie von Kugeln durchlöchert. Der Sturm hob Güterwagen aus dem Gleise. Die Tabakfelder, die Hopfenfelder und der Zuckerrübenbau haben erheblich gelitten. Die Weinernte ist teilweise vernichtet. Der Schaden ist ebsonders groß in den Gemarkungen Edenkoben und Landau sowie Maikammer, Haßloch und Diedesfeld. Der Landtagsabgeordnete Hammerschmidt richtete ein Schreiben an das bayerische Ministerium wegen der bedrängten Lage der Winzer sowie der Obst- und Tabakbauer."

10.08.1905 Stühlingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 13.08.1905: "Bei Stühlingen hauste ein Cyklon, der furchtbare Verwüstungen im Walde und an den Obstanlagen anrichtete. Hunderte der herrlichsten Bäume wurden niedergeworfen oder wie Reiser abgebrochen. Der Schaden an den Obstpflanzungen ist enorm." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

10.08.1905 Karlsruhe
Baden-Württemberg
(1 Verletzte)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 13.08.1905: "Karlsruhe. Ein Wirbelwind richtete hier große Verwüstungen an. In den Straßen flogen die Schindeln zu Tausenden in der Luft herum, fortwährend fielen Dachziegel von den Dächern; Kamine wurden in großer Zahl umgeworfen. In der Eisenbahn- und Kriegsstraße sind 20-30 Bäume umgeweht; viele Gartenzäune sind umgeworfen. Im Stadtgartentheater verursachte der Orkan eine Panik. Als er hereinbrach und der ehrwürdige Musentempel in allen Fugen krachte, verletzte ein Herr eine Dame durch eine ungeschickte Bewegung am Kopf." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

10.08.1905
Verdacht
Willstätt, Appenweier
Baden-Württemberg
(3 Verletzte)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 15.08.1905: "In Willstädt gibt es keine Tabakernte mehr. Viele Obstbäume bedecken das Feld. Es gibt Straßen, z.B. den Weg nach Hesselhurst, wo auch nicht mehr ein Baum mehr steht. Hunderte von Pappeln sind geknickt wie Streichhölzer. Tabakschuppen sind weggeblasen wie Kartenhäuser; zwei Wohnhäuser sind über den Köpfen der Bewohner zusammengestürzt. Der Schaden dürfte für Willstädt eine Viertelmillion übersteigen. So ist man nun beschäftigt, notdürftig zu flicken und auszubessern." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 16.08.1905: "Karlsruhe, 13. Aug. Ueber die Verheerungen, die das Unwetter auf dem Bahnhofe zu Appenweiher anrichtete, liegen folgende Nachrichten vor. Gegen 3/4 9 Uhr begann ein fürchterliches Krachen. Ehe man sich besinnen konnte, war das Unheil schon geschehen. Der Bahnhof gleicht einem großen Trümmerhaufen und sieht aus, als wenn er zusammengeschossen wäre. Die große mittlere Halle, die vor zehn Jahren mit einem Kostenaufwand von 150 000 M. errichtet worden, ist in ihrer ganzen Länge umgerissen, desgleichen die bei der Abfahrtstelle der Züge nach dem Renchtal. Die dicken gußeisernen Säulen sind abgebrochen wie Streichhölzer oder aus dem Zementboden herausgerissen. Das in der Wirtschaft beschäftigte Fräulein erlitt durch die zerbrochenen Gläser so schwere Schnittwunden in Gesicht und Händen, daß sein Zustand bedenklich ist. Einen ebenso trostlosen Anblick bietet die Güterhalle, die vollständig zerstört ist. Auch die umliegenden Gebäulichkeiten, die Stellwerke und Eisenbahnwagen weisen schwere Beschädigungen auf." Es folgen noch Schilderungen über Hagelschäden durch das gleiche Unwetter in Haslach, etwa 7 km ostnordöstlich. Weitere Beschreibungen der Schäden in Appenweier finden sich in einem Artikel des Offenburger Tageblattes vom 10.08.2005.

Heute vor 100 Jahren verwüstete ein Unwetter den Appenweierer Bahnhof (Stadtarchiv - Offenburg)

01.08.1905 Schmalnau, Dalherda
Hessen
n.bek. gegen 15:50 Uhr MEZ zwischen Schmalnau und Dalherda bei Fulda (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)

03.07.1905 Bremerhaven
Bremen
n.bek. Genaues Datum unsicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 05.07.1905: "Bremerhaven, 5. Juli. Von einem orkanartigen Wirbelsturm wurde Bremerhaven heimgesucht. Der an der Westseite des Hafens liegende, durch 3 1/2 Zoll starke Stahltrossen mit dem Lande verbundene Lloyddampfer "Neckar" wurde losgerissen, trieb quer über den Hafen und kollidierte mit dem an der Ostseite liegenden Lloyddampfer "Großer Kurfürst". Beide Dampfer wurden nicht unerheblich beschädigt."

30.06.1905
Verdacht
unbekannter Ort n.bek. "1905: Hitzewelle Ende Juni „ungeahnten Ausmaßes“. Viele Tote. 30.6. schwere Unwetter Windhosen beenden die Hitze. In Berlin steht das Wasser 2m hoch." (Quelle: Wettergeschichte)
28.06.1905 Arnstadt
Thüringen
n.bek. Genaues Datum unsicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 29.06.1905: "Bei Arnstadt ist eine Windhose beobachtet worden. Sie kam aus der Richtung von Rehestädt und richtete auf mehreren Grundstücken am Bahnhof Schaden an."

06.08.1904 Wittenberg
Sachsen-Anhalt
n.bek. In einem historischen Rückblick berichtet die Mitteldeutsche Zeitung im August 2004 über diesen Tornado.

17./18.06.1904
Verdacht
Bamberg
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 19.06.1904: "Bamberg, 18. Juni. In der vergangenen Nacht wütete hier ein heftiger Orkan ohne Regen, dem heute morgen ein furchtbarer Hagelschlag folgte. Großer Schaden wurde an den Obstanlagen angerichtet, tausende von Zentnern Kirschen sind zu Grunde gerichtet worden."

17.06.1904
Verdacht
Innerstetal
Niedersachsen
n.bek. Nach einer alten Postkarte gab es erhebliche Waldschäden im Bereich des Innerstetals am Nordrand des Harzes. Über deren Ursache ist nichts bekannt.

17.06.1904 Schierke
Sachsen-Anhalt
F2 Zeitpunkt: gegen 20 Uhr MEZ. Ein starker Tornado zerstört innerhalb einer mehrere hundert Meter breiten Schneise den gesamten Waldbestand.

Bericht zum Tornado bei Schierke

17.05.1904 Lübeck
Schleswig-Holstein
F2 Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.05.1904: "Lübeck, 18. Mai. Hier ist gestern ein schweres Gewitter, verbunden mit einer Windhose niedergegangen, das vielfach Schaden anrichtete. Mehrere Fabrikschornsteine, zahlreiche große Bäume und viele Dächer fielen dem Unwetter zum Opfer."

17.05.1904 Hausbruch
Hamburg
F1-2 "Unwetter mit Windhose zwischen 4 1/2 und 5 Uhr nachmittags. Die meisten Dächer im Ort werden beschädigt" (Quelle: Schulchronik Hausbruch

03.05.1904 Wiesbaden-Biebrich
Hessen
F1 "1904. 3. Mai, nachmittags 1 1/2 Uhr, trat in der Gärtnerei von Judith, an der Borkholder Straße, eine Windhose auf, wodurch 20 große eiserne Mistbeet-Fenster, jedes ca. 1 Zentner wiegend, in die Höhe gerissen und 50 Meter weit fortgeschleudert wurden." (Quelle: Winkler, R.: Biebrich. Wiesbaden 1994, S. 50. - Recherchequelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

02.05.1904 Kritzkow
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Der Tornado trat gegen 11 Uhr im Dorfe Kritzkow bei Güstrow auf. (Quellen: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917 sowie "Fortschritte der Physik", Physikalische Gesellschaft zu Berlin - Physics - 1905 sowie "Die Windhose bei Kritzkow", 2. Mai, Wetter 21, 137-138, 1904)
Jahr 1903
Verdacht
Juist
Niedersachsen
n.bek. "...eine wenige. Sekunden wthrende Windhose, die Hiuser abdeckend..." (Quelle: Aviphaenologischer Jahresbericht von der Nordseeinsel Juist für 1903)

Jahr 1903
Verdacht
Holzhausen
Sachsen
n.bek. "1903 zerstört ein Sturm - manche erzählen von einer Windhose - die Mühle auf dem Steinberg. Bis zur heutigen Zeit hat sich eine Fotoaufnahme aus dem Jahre 1903 erhalten, welche die Trümmer der alten Zuckelhausener Windmühle zeigt." (Quelle: Mühlengeschichte und Mühlengeschichten)

05.10.1903 Wilstedt
Niedersachsen
F3 Gegen 19 Uhr richtete der Sturm erhebliche Schäden in Wilstedt (Landkreis Rotenburg / Wümme) an. Daran erinnerte am 05. Oktober 2002 ein Bericht (ca. 450 KB) der Zevener Zeitung.

23.08.1903 Wettges
Hessen
n.bek. "(...) Darüber hinaus entsteht im südöstlichen Vogelsberg im Bereich einer eigenständigen Zelle eine Trombe (s.a. Reiss 1904), deren Schadensspur sich über viele Kilometer hinweg nordostwärts verfolgen lässt. Aus den Berichten über diese Schäden geht hervor, dass vor allem in Wettges starke Sturmschäden angerichtet werden, entsprechend findet sich dort ein weiterer Schwerpunkt der Sturmschadenstätigkeit." (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

23.08.1903
Verdacht
Lagendiebach
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 26.08.1903: "Hochwasser und Sturm. Ueber das Main- und Kinzigtal entlud sich am Sonntag lt. Frkf.Z. gegen Abend ein von wolkenbruchartigem Regen, Hagel und orkanartigem Sturm begleitetes Gewitter, das in der ganzen Gegend einen ungeheuren Schaden angerichtet hat. Das Obst wurde in Mengen von den Bäumen gerissen und Hunderte von mächtigen Bäumen wurden entwurzelt und niedergebrochen. Bei Langendiebach sind ganze Waldstrecken von dem aus Südwesten kommenden Sturme niedergemäht worden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Es liegen Hinweise auf einen möglichen Tornado vor.

16.08.1903 Grebenhain
Hessen
n.bek. Trombe im südöstlichen Bereich des Vogelsberges (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

18.07.1903 Gontershausen
Hessen
n.bek. "...in den Beobachtungen der Regenstation Homberg/Ohm lautet: "Windhose um 1 1/2 p bei Gontershausen aus NW"" (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

11.07.1903
Verdacht
Pforzheim, Vaihingen
Baden-Württemberg
(2 Tote)
n.bek. "1903: In der Nacht werden die Kreise Calw und Vaihingen sowie die Stadt Pforzheim von einem Wirbelsturm heimgesucht, der zwei Tote und 300 Verletzte fordert." (Quelle: Kalendarium des 11. Juli aus Börschig's Homepage)

29.06.1903 Osnabrück
Niedersachsen
F2 Starker Tornado in Osnabrück-Hellern (Quelle: Osnabrücker Tageblatt, 01.07.1903; Niedersächsisches Staatsarchiv Osnabrück) - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 01.07.1903: "Gewitter. Osnabrück, 29. Juni. Heute nachmittag ging ein schweres Gewitter, verbunden mit Hagelschlag nieder, welcher großen Schaden anrichtete. Hühnereigroße Schloßen fielen, zertrümmerten eine große Anzahl Fensterscheiben und vernichteten die Gewächse in den Gärten und Gewächshäusern. Das Getreide in der Umgebung ist niedergeschlagen und die Felder sind unkenntlich. Die Telephonverbindung ist gestört." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Es liegen Hinweise auf einen möglichen Tornado vor.

04.05.1903 Bennigsen, Gestorf
Niedersachsen
(viele Verl.)
F2+ Am Rande von Gestorf und in der Umgebung gab es erhebliche Schäden und zahlreiche Verletzte. Der Tornado ist durch viele Augenzeugen genau beschrieben. Ein ausführlicher Bericht der Chronik des Heimatbundes Gestorf. Die Gemeinde Gestorf gehört zur Stadt Springe am Deister und befindet sich südlich von Hannover. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 09.05.1903: "Eine Windhose. Die Bewohner von Bennigsen und Gestorf bei Hannover bekamen gestern eine Windhose zu sehen. Nachmittags bildete sich bei außerordentlich schwüler Temperatur über dem Limberge eine trichterförmige Wolke. Der drehende Trichter bewegte sich langsam vom Limberge auf die Bennigsen-Gestrofer Landstraße zu. Dort wurden zwölf der stärksten Apfelbäume mit ihrer Wurzel aus der Erde gehoben und führten einen seltsamen Reigen in der Luft aus. Ein auf dem Acker stehender, mit Kalk beladener Wagen war zuerst spurlos verschwunden; man fand ihn erst nach langem Suchen wieder, vollständig in seine einzelnen Teile aufgelöst. Einen traurigen Anblick gewährte der Gestorfer Molkereiwagen. Sein Inhalt lag zerstreut auf Straße und Acker, das Untergestell 20 Meter von der Straße auf dem Felde, die übrigen Teile wurden eine Viertelstunde davon gefunden, alles zerbrochen. Die Pferde waren, durch den Wirbelwind losgerissen, zu Boden geschleudert dann aber mit ihrem Besitzer davon gejagt. Nachdem dort das Zerstörungswerk vollendet war, bewegte sich die Windhose nach der Bennigsen-Hypeder Landstraße zu. Unterwegs erfasste sie eine Schafheerde. Der Schäfer rettete sich dadurch, daß er sich auf den Boden legte, während Schafe und Hund einen tollen Tanz aufführten. Auf der genannten Landstraße fielen drei starke Apfelbäume als Opfer, große Stücke der Straße mit sich herausreißend, dann löste sich der Wirbel allmählich auf. Als Nachspiel kam später ein starker Hagelschauer mit Körnern von Taubenei- bis Walnußgröße."

Windhose im Mai 1903 (Heimatbund Gestorf)
Die Windhose, ein außergewöhnliches Naturereignis in Gestorfs Fluren (Heimatbund Gestorf)

27.04.1903 Kleindembach
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.05.1903: "Ein seltenes Naturereignis in Gestalt einer Windhose wurde am Montag unweit Kleindembachs im sogenannten Bahngraben beobachtet. Mit einem schauderhaften Getöse, Scheite und Stämme mit sich in die Höhe nehmend, ging das Naturspiel vor sich, ja sogar starke Baumkronen hat es förmlich von den Stämmen abgedreht und zur Erde geworfen." Der Ort Kleindembach liegt etwa 20 Kilometer südlich von Jena im Saale-Orla-Kreis.

Jahr 1902 Stumsdorf
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Bei einem Sturm wurde die Windmühle 1902 wieder von einer -Windhose- erfasst und nochmals umgeworfen." (Quelle: Stadt Zörbig). Bereits am 10. Okt. 1840 wurde die Windmühle durch eine Windhose umgeworfen, danach erfolgte der Wiederaufbau. Stumsdorf liegt etwa 4 Kilometer westsüdwestlich von Zörbig im südlichen Sachsen-Anhalt.

Windmühle zu Stumsdorf OT Stumsdorf (Stadt Zörbig)

Jahr 1902
Verdacht
Weißensulz
Tschechien
n.bek. "Am 1. August 1901 wurde Weißensulz von einer Hochwasserkatastrophe und 1902 von einem Wirbelsturm heimgesucht, die erhebliche Schäden anrichteten und die Hilfe des Staates erforderlich machten." (Quelle: Heimatkreis Bischofteinitz). Weißensulz - heute Belá nad Radbuzou - liegt etwa 10 Kilometer östlich der bayerischen Grenze nahe Eslarn. Wegen der Stärke des Ereignissses ist nicht ausgeschlossen, dass - nach den heutigen Grenzen - auch deutsches Gebiet betroffen war.

Weissensulz (Heimatkreis Bischofteinitz)

20.08.1902 Herchenhain
Hessen
F1 Aus dem Lauterbacher Anzeiger, Nr. 99 vom 23.08.1902: "Vom Vogelsberg, 20. August. Heute nachmittag gingen trotz der ziemlich kühlen Witterung mehrere Gewitter über unsere Gegend, verbunden mit starkem Sturm und heftigen Regenschauern. Kaum war das eine vorüber, so brach das andere nach kurzem Aufleuchten der Sonne los. Dabei war in Herchenhain eine interessante Lufterscheinung zu beobachten, die aber leider Schaden nach sich zog. Eine Art Windhose, als grauer Nebel sichtbar, kam aus westlicher Richtung und strich über das Dorf weg, dabei die Bedachung der Häuser, als Ziegel oder Stroh, mit sich nehmend. Sie begann ihre erste Verwüstung an der Reuning`schen Wirthschaft, von deren neugedecktem Dache sie zirka 50 Firstziegel zur Erde warf, und zog dann in östlicher Richtung übers Dorf, in dem sie den ganzen Strich mehr oder weniger beschädigte." (Recherchequelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

Sommer 1902 Bodensee
Baden-Württemberg
W Wasserhose auf dem Bodensee zwischen Friedrichshafen und Arbon (Schweiz) beobachtet: "Sommer 1902 sehr schöne Wasserhose zwischen Friedrichshafen und Arbon (Dr. Graf Zeppelin 13. VII. 1905)." (Quelle: Früh, J., 1907: Wasserhosen auf Schweizer Seen. Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich. Band: 7 (1906-1907), Seiten 105-127. Link: http://dx.doi.org/10.5169/seals-8902)

11.08.1902 Kirchhundem
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "11. August: Das zur Fahnenweihe des Kriegervereins aufgestellte Festzelt auf dem Hofacker wird durch einen Wirbelsturm zerstört. Die Fahnenweihe findet einen Tag später planmäßig statt." Quelle: Chronik des Bürgervereins Kirchhundem.

28.07.1902 Ahrein, Niederaichbach
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung des Intelligenzblattes für die Stadt Bern vom 31.07.1902: "H. München, 30. ds. Die niederbayerischen Gemeinden Ahrein und Nieder-Aischbach wurden vorgestern von einem Sturme mit Hagelschauer und Windhose heimgsucht. Viele Bäume und Telegraphenstangen wurden einfach abgedreht. 26 Heimwesen wurden arg zugerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Bern)

28.07.1902
Verdacht
Reddighausen
Hessen
(1 Tote)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 31.07.1902: "Unwetter. Montag abend wüthete in Reddighausen bei Kassel ein furchtbares Wetter, begleitet von einem orkanartigen Sturme, der Bäume entwurzelte. Ein Karussel wurde mit furchtbarer Gewalt gegen den daneben stehenden Wohnwagen geschleudert, und dieser zerschmettert. Aus den Trümmern wurde die Schwester des Karusselbesitzers [...] aus Frankenberg, Mutter von neun unmündigen Kindern, todt hervorgezogen; einer 17jährigen Tochter des [...] waren beide Beine gebrochen. benso waren die übrigen Insassen alle mehr oder weniger verletzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

26.07.1902 Köln-Merkenich
Nordrhein-Westfalen
F3 Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 29.07.1902 zu einem schweren Unwetter im Rheinland mit Sturm und Hagel: "In dem benachbarten Merkenich entwickelte sich der Sturm zu einem Wirbelsturm, der Häuser und Scheunen umstürzte und zahlreiche Bäume entwurzelte." Merkenich liegt am Nordrand der Stadt, am Rhein gegenüber von Leverkusen.

26.07.1902 Aachen, Stolberg, Eschweiler, Jülich
Nordrhein-Westfalen
(2 Tote)
n.bek. Erhebliche Schäden gab es vom Bereich nördlich von Preuswald über Burtscheid, Forst und Rothe Erde im Osten Aachens, Eilendorf, Eschweiler, Kirchberg bis nach Jülich. Eventuell handelt es sich um zwei Fälle: Fall Aachen und Fall Stolberg, Eschweiler, Jülich.

Tornado von Aachen bis Jülich
Zur Geschichte des Hochgrundhauses und des Von-Halfern-Parks (Waldorfkindergarten Aachen)
Von Grotten und Baumraritäten - der "Von-Halfern-Park" (Ökologie-Zentrum Aachen e.V.)

02.07.1902 Biberach
Baden-Württemberg
n.bek. Mittags, Tornado in Biberach an der Riß, nördlich des Bodensees (Quelle: A. Wegener, Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
02.07.1902 Welfesholz, Zabenstedt
Sachsen-Anhalt
n.bek. In einem historischen Rückblick berichtet die Mansfelder Zeitung im Juli 2003 über diesen Tornado.

28.03.1902 Zorge
Niedersachsen
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: Mitteilungen über die Wirtschaftsergebnisse der Herzoglich Braunschweiger Forstverwaltung, Braunschweig, 1913)
Jahr 1901 Preschen
Brandenburg
n.bek. "Im Jahre 1901 wurde im Preschener Mühlbusch ein größerer Bestand von ihr durch einen Wirbelsturm niedergelegt. Da an dem Orte genügend Anflug vorhanden war, überließ man es der Natur, sich selbst wieder auf die Beine zu bringen." (Quelle: Verhandlungen des botanischen Vereins des Provinz Brandenburg, Botanischer Verein der Provinz Brandenburg, Bd. 77-78, 1937)

Jahr 1901 Daschow
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Jahr unsicher, eventuell 1900. Laut einer Infotafel am Schloss Daschow wurde der dortige Schlosspark durch einen Wirbelsturm erheblich beschädigt.

01.09.1901 Uftrungen
Thüringen
n.bek. Datum unsicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.09.1901: "Dieser Tage entwickelte sich in der Nähe von Uftrungen eine Windhose mit solcher Wucht, daß sie zwischen der Feuerwerkerei von F.B. Apel und der Schattenbergschen Pulvermühle einen starken Baum abbrach und zwei auf dem Schattenbergschen Grundstück stehende mannesstarke Kastanien in Meterhöhe abriß und ins Wasser warf."

20.08.1901 Falkenberg
Brandenburg
n.bek. Näheres über diesen Tornado in Falkenberg, etwa 10 Kilometer ostnordöstlich von Fürstenwalde/Spree im Landkreis Oder-Spree entfernt, ist nicht bekannt. (Quellen: "Fortschritte der Physik", Deutsche Physikalische Gesellschaft - Physics - 1902, Seite 216 sowie "Die Windhose am 20. August 1901 in Falkenberg O.-S.", Das Wetter 18, 264, 1901)
21.07.1901 Dannenberg
Niedersachsen
n.bek. Nach einer Meldung der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 28. Juli 2001 trat dieses schwere Unwetter auf: "Ein Orkan tobte am 21. Juli, einem Sonntag, über Dannenberg. Auch hier fiel Hagel. Bäume wurden entwurzelt. Das auf den Feldern in Stiegen stehende Getreide wurde auseinandergerissen und hunderte Meter weit weggeweht, es gab auch viele Dachschäden. Die »ältesten Leute» wussten sich nicht zu erinnern, ein solches Unwetter je erlebt zu haben."

21.07.1901 Zeuthener See
Berlin/Brandenburg
(7 Tote)
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 24.07.1901: "Sieben Personen bei einem Bootsunfall ertrunken. Eine furchbare Katastrophe hat am Sonntag Nachmittag unweit des beliebten Ausflugsortes Hankels Ablage (Anm.: heute Ortsteil von Zeuthen) bei Berlin sieben Menschenleben vernichtet. Infolge eines Wirbelsturmes kentere das mit drei Männern, drei Frauen und vier Kindern besetzte Segelboot "Albatroß" des Herrn Rich. Holzmann. Die Männer wurden durch eiligst vom Lande herbeieilende Rettungsmannschaften gerettet, während die Frauen und Kinder, die sich in der Kajüte befanden und diese nicht verlassen konnten, ertranken. [...]" Der Tornado trat vor einem kräftigen Gewitter auf, er drehte das Boot mehrfach im Kreise, bevor es auf die Seite schlug und dann kenterte.

21.07.1901 Solpke
Sachsen-Anhalt
n.bek. Nach einer Meldung der Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 28. Juli 2001 trat diese Windhose auf: "Solpke bei Gardelegen wurde von einer Windhose erfasst."

25.06.1901 Altenhain
Hessen
n.bek. Aus dem Lauterbacher Anzeiger, Nr. 53 vom 02.07.1901 / Aus der Darmstädter Zeitung: "Ein merkwürdiges Naturereigniß wurde am 25.d.M. hier beobachtet. Um 10 Uhr Vormittags zog ein starkes Gewitter aus nördlicher Richtung heran. Plötzlich sah man in dem einige Minuten nördlich gelegenen Walde eine starke Rauchwolke aufsteigen, die sich sehr rasch näherte, sodaß man einen durch Blitzschlag entstandenen Waldbrand vermuthete. Doch schon trat sie aus dem Waldrande hervor und entpuppte sich als eine etwa 1 Meter im Durchmesser haltende und 10 Meter hohe Dampfsäule, die sich unter fortwährend um sich selbst drehender Bewegung blitzschnell dem Dorfe näherte. Hierbei wurde ein Geräusch wie etwa das einer arbeitenden Dampfbreschmaschine vernehmbar, untermischt mit einem Geknatter, als würden Platzpatronen abgefeuert. Auch wollen einige Beobachter Feuererscheinungen bemerkt haben. Der Weg der Dampfsäule ging über Gerste- und Kartoffelfelder, Wiesen etc. und waren diese wie gewalzt. Am ersten Gebäude erhob sie sich und zog unter demselben Geräusch quer über das Dorf hin, um sich am andern Ende wieder zur Erde zu senken. Hier kam ein Huhn hinein und ging zu Grunde. Dann bewegte sie sich über bestellte Felder - überall ihre Spuren hinterlassend - weiter, riß einige Bohnenstangen aus und führte sie eine Strecke mit, entwurzelte eine Eiche und verschwand dann in dem etwa 10 Minuten südlich gelegenen Walde. Manchmal schien sie bis zum Himmel zu reichen. Die Dampfentwicklung war eine so kolossale, daß im Felde arbeitende Leute nach Hause stürzten in der Meinung, es sei ein Brand ausgebrochen. Die Strecke, die die Erscheinung in unserem Beobachtungskreise zurücklegte, betrug etwa 2 Kilometer. Das sie begleitende Geräusch war noch auf eine Entfernung von 10 Minuten hörbar. Es wäre interessant, zu erfahren, ob das Phänomen auch anderswo beobachtet worden ist." (Recherchequelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

Mai 1901
Verdacht
Gedern
Hessen
n.bek. Aus dem Oberhessischen Anzeiger und der Friedberger Zeitung, No. 87 vom 05.06.1901: "Gedern, 31. Mai. Einen großen Schaden hat ein orkanartiger Sturm vor einigen Tagen im Gräfl. Revier angerichtet. In einer Länge von 40 und einer Breite von 20 Meter liegen mächtige Buchen entwurzelt am Boden" (Recherchequelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980) - Es handelt sich offensichtlich um ein lokales Windschadensereignis im Rahmen einer Wärmegewitterlage in der letzten Maiwoche 1901 – entweder 25. oder 26. Mai (an beiden Tagen gab es im Umkreis von Gedern Gewitter), oder aber der 28. Mai, auch da gab es in der Umgebung Gewitter).

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

26.05.1901 Altglietzen
Brandenburg
F2-F3 "Unwetter. Ein Teil der Ziegelei von Bailfier & Co. in Alt-Glietzen (Neumark) wurde durch eine Windhose am Pfingstfeste in einen Schutthaufen verwandelt." (Quelle: Tonindustrie-Zeitung und Keramische Rundschau: Zentralblatt für das Gesamtgebiete der Steinen und Erden, Band 25, Teil 1; S.1077)

Anmerkung:
Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erweitert. Sollte ein Ihnen bekannter Tornado fehlen, dann mailen Sie mir bitte.


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