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Impressum Links zur Tornadoliste Mail † Nikolai Dotzek
Verdacht = Fall wird noch untersucht W = Wasserhose

Datum Ort Stärke Beschreibung
05.08.1920 Graftlage, Diepholz, Wehrenkamp, Dickel
Niedersachsen
F2 Gegen 17:55 Uhr MEZ von Südwest nach Nordost. Länge der Schneise ca. 12 km, Breite über 50 Meter. (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

17.07.1920 Büsum
Schleswig-Holstein
W Wasserhose westlich von Büsum (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

12./13.07.1920 Westerstede
Niedersachsen
F3 In der Nacht richtete dieser Sturm erhebliche Schäden in Westerstede an. (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

30.06.1920 Waren
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: M. Warnke, 1920: Windhose in Mecklenburg. Das Wetter, 37, 160.)

30.06.1920 Lüblow
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: Gefährdung von Kernkraftwerken durch Tromben. Bericht des Deutschen Wetterdienstes von G. Jurksch und A. Cappel vom 03. September 1976).

28.06.1920 Oebisfelde, Weddendorf
Sachsen-Anhalt
F2 Gegen 17 Uhr MEZ richtete der starke Tornado in Oebisfelde und Weddendorf erhebliche Schäden an. (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

28.06.1920 Lüblow, Wöbbelin
Mecklenburg-Vorpommern
F2 Gegen 17 Uhr MEZ richtete der starke Tornado in einer 3 km langen und etwa 100 m breiten Schneise in Lüblow und Wöbbelin erhebliche Schäden an. (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

28.06.1920 Hagenow
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quellen: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41 und Gefährdung von Kernkraftwerken durch Tromben. Bericht des Deutschen Wetterdienstes von G. Jurksch und A. Cappel vom 03. September 1976).

28.06.1920 Kölzin, Karft
Mecklenburg-Vorpommern
F2 Gegen 16:15 Uhr MEZ richtete der starke Tornado in einer 12 km langen Schneise u.a. in Kölzin und Karft erhebliche Schäden an. (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

28.06.1920 Neu Gallin, Lüttow
Mecklenburg-Vorpommern
F1 Gegen 16:10 Uhr MEZ richtete ein Tornado in einer 7 km langen Schneise u.a. in Neu Gallin und Lüttow Schäden an. (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

28.06.1920 Sachsenwald, Schretstaken
Schleswig-Holstein
F2 Gegen 15:50 Uhr MEZ richtete der starke Tornado in einer ca. 20 km langen und etwa 150 m breiten Schneise u.a. im Sachsenwald und in Schretstaken erhebliche Schäden an. (Quelle: E. Kuhlbrodt, 1922: Über Tromben, insbesondere die sieben norddeutschen Windhosen vom 28. Juni 1920. Meteorologische Zeitschrift, (2), 33-41.)

28.06.1920 Bargteheide
Schleswig-Holstein
F3 Betroffen war ein recht massiv gebautes Stallgebäude für Rennpferde. Das Gestüt lag am damals am Ortsrand, weitere Gebäude wurden daher nicht beschädigt und Verletzte gab es nicht. (Weitere Quelle: Gefährdung von Kernkraftwerken durch Tromben. Bericht des Deutschen Wetterdienstes von G. Jurksch und A. Cappel vom 03. September 1976).

Tornado in Bargteheide

18.06.1920
Verdacht
Frankfurt a.M.
Hessen
n.bek. Funnelbeobachtung 14:17 bis 14:23 Uhr MEZ (Quelle: W. Heybrock, 1920: Wolkenschlauch. Das Wetter, 37, 159.)

16.05.1920 Rottum, Mittelbuch
Baden-Württemberg
F3 Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.05.1920: "Stuttgart, 19. Mai. In Rottum und Mittelbuch zerstörte am vergangenen Sonntag ein Wirbelsturm 13 Häuser und beschädigte 13 sehr schwer. Sieben Personen wurden schwer verletzt." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 20.05.1920: "Wirbelsturm in Württemberg. Aus Biberach wird berichtet, daß in Rottum und in Mittelbuch am letzten Sonntag ein Wirbelsturm 13 Häuser völlig vernichtet und 13 schwer beschädigt hat. Sieben Personen sind verletzt worden. Durch ein gleichzeitiges Hagelwetter ist sehr großer Schaden angerichtet worden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

16.05.1920 Memmingen
Bayern
F1 Gegen 16:10 Uhr MEZ trat dieser Tornado westlich des Flusses Iller auf, er zog von Nordwest nach Südost. (Quelle: F. Heß, 1920: Kristalline Hagelform. Das Wetter, 37, 159-160.)

11.01.1920
Verdacht
Heichelheim
Thüringen
n.bek. "Orkanartiger Sturm: Gestern Abend gegen 8 Uhr verstärkte sich der an für sich schon sturmartige Wind zu einem heftigen Orkan, der schweren Schaden anrichtete. Zäune wurden umgeworfen und Fenster zerstrümmert. Der Sturm, der erst von Süden wehte, brach später von allen Seiten herein und nahm den Charakter einer Windhose an. Er war von Regenschauern und Hagel begleitet, die abwechselnd auf unsere Dörfer niederprasselten und dem Unwetter etwas Unheimliches gaben. Dabei herrschte eine unnormale warme Witterung überaus merkwürdig und schwankend. Nach warmen Mittagsstunden, die eine Temperatur von 10 - 15 Grad brachten, schlug die Witterung um und fiel auf einige Grad Kälte, die alle Pfützen mit einer Eisschicht bedeckte. Eine solche schwankende Witterung ist für den Monat Januar höchst selten. Deutschland-Ztg. vom 12. Januar." (Quelle: Heichelheim.de)

Ortschronik Heichelheim (Heichelheim.de, pdf)

13.06.1919 Kleineichstädt, Oberschmon, Querfurt
Sachsen-Anhalt
F1 Genaues Datum unsicher, nichts Näheres bekannt. (Quelle: H. Troeger, 1919: Wasserhose. Das Wetter, 36, 157.)

01.06.1919 Plochingen
Baden-Württemberg
n.bek. Windhose in Plochingen mit erheblichen Gebäudeschäden, u.a. an der "Krankenhaus-Baracke" (Quelle: Alte Ansichtskarte)

29.04.1919 Aschara
Thüringen
F2 "Am 29. April warf eine Windhose die Windmühle um, deckte das Dach der nebenstehenden Scheune ab, warf die Gellhaarsche Scheune um und zerstörte etwa 60 Bäume. Die Windmühle wurde wieder aufgebaut. Bei einer späteren Reparatur wurden die Flügel abgenommen, da keine Mittel zum Erhalt vorhanden waren." (Quelle: Kirche von Aschara)

Windhose in Aschara (Wetterchronik)

15.04.1919 Donndorf
Bayern
F0 Gegen 17:40 Uhr MEZ trat im Bereich einer Böenfront dieser schwache Tornado bei Donndorf auf, er wurde auch von der Wetterwarte Bayreuth aus beobachtet. (Quelle: A. Schmauß, 1919: Ein interessanter Luftwirbel. Das Wetter, 36, 127.)

27.08.1918 Niederschmölen
Sachsen
n.bek. Nach einer Meldung der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2006 trat eine Windhose auf: "Windhose zieht im August 1918 von der Niedermühle in Niederschmölen über Roitzsch bis nach Kühnitzsch/Wirbelsturm verwüstet Transportanlagen - Von der Windhose, die am 27. August 1918 von der Neumühle in Niederschmölen kommend über den Südosten der Stadt mit Roitzsch bis Kühnitzsch [...]"

26.07.1918
Verdacht
Borod
Rheinland-Pfalz
n.bek. "Am 26.7.1918 zieht ein schweres Gewitter über Borod. Um 15 Uhr beginnt das Unwetter mit walnussgroßen Hagelkörnern. Der sich anschließende Sturm verursachte schwere Schäden an Obstbäumen und Hausdächern im Unterdorf." (Quelle: Ortsgemeinde Borod). Die genaue Schadensursache ist nicht bekannt.

Chronik der Ortsgemeinde Borod (Ortsgemeinde Borod)

18.07.1918 Frankfurt/Oder
Brandenburg
n.bek. "Die Windhose von Frankfurt a. d. Oder vom 18. Juli 1918 - Darüber berichtet H. Seilkopf (Met. Z. 40, 97 (1923)): Am 18. Juli wurde in Frankfurt a. d. Oder eine Windhose beobachtet. Gegen 1 1/2 p erschien im Nordwesten der Stadt ein Gewitter, das starke elektrische Entladungen brachte. Während es über die nördlichen Vorstädte und das Innere der Stadt zog, entwickelte [...]" (Quelle: Archives for meteorology, geophysics, and bioclimatology, 1971; weitere Quelle: Reinhard Joachim Süring, Leitfaden der Meteorologie, 1927)

30.06.1918 Lüblow
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "Windhose in Mecklenburg - Während eines Gewitters am 30. Juni ist das Dorf Lüblow bei Ludwigslust von einer Windhose heimgesucht worden, die an Gebäuden und Gartenan- [...]" (Quelle: Assmann, Richard: Zeitschrift für Angewandte Meteorologie; "Das Wetter", 1918, Bd. 35-38; S.160)

31.07.1917 Oftersheim
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 01.08.1917: "Hockenheim b. Schwetzingen, 31. Juli. (Bad. Br.) Bei einem Gewitter wurde durch Blitzschlag das Wohnhaus des Bahnarbeiters Joh. Bader eingeäschert. Erheblichen Schaden verursachte das Gewitter in der Gegend von Oftersheim, wo durch eine Windhose zahlreiche Bäume entwurzelt wurden. In Eppelheim ist der durch Sturm hervorgerufene Schaden an den Obstbäumen groß und auf der Plankstadter Gemarkung erlitten die schön stehenden Tabalfelder durch Hagelschlag vielfach Beschädigung." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

31.07.1917 Trossingen
Baden-Württemberg
F1 Zitat aus der Schwäbischen Zeitung vom 18.01.2007 (zur Windhose am 20. Mai 1908): "Eine ähnliche Verheerung richtete eine Windhose am 31. Juli 1917 im Neudorf an. Sie kam von SSW und zog nach NNO am Haus Breitestraße 19 westlich vorbei und deckte die Dächer Steppachstraße 14 und 12 ab...""

Grüne Winter gab es auch schon vor 120 Jahren (Schwäbische Zeitung)

08.06.1917
Verdacht
Heidelberg
Baden-Württemberg
n.bek. Funnelbeobachtung in Heidelberg (Quelle: F. Rossmann, 1951: Über Wolkentromben. Ann. Meteor., 3, 48-55.)

Jahr 1916 Lindow
Brandenburg
n.bek. Aus einer Meldung der Märkischen Allgemeinen vom 11.12.2010: "Walter Streblow stöberte in seinem Fundus und stellte Interessantes zum Handwerk zusammen: Ein Bild der letzte Windmühle von Lindow (eine Windhose knickte sie 1916 ab), [...]"

Branntwein und Schönfärberei (Märkische Allgemeine, 11.12.2010)

17.07.1916 Firrel
Niedersachsen
F1 In Firrel bei Oldenburg wurden zahlreiche Häuser abgedeckt, Vieh in Wassergräben geschleudert (wo es ertrank) und mehrere Menschen verletzt (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917).

17.07.1916 Seesen-Kirchberg
Niedersachsen
n.bek. Genaues Datum unsicher, aber vor dem 19.07.1916. Dazu aus einer Meldung des "Seesener Beobachter" vom 19.07.1916: "Kirchberg, 19. Juli. (Windhose) Kürzlich entwurzelte eine Windhose eine Unzahl Bäume und richtete in den Gärten und auf den Feldern nicht unbedeutenden Schaden an" (recherchiert von Bjoern Stumpf).

Zeitungsartikel "Seesener Beobachter" vom 19.07.1916 (Bjoern Stumpf)

10.07.1916 Mittweida
Sachsen
F3 In der Region Mittweida wurden zahlreiche Häuser abgedeckt und viele Bäume entwurzelt. Betroffen waren Weißthal, Ringethal und vor allem Hermsdorf: "10. Juli 1916 nachmittags gegen 17.00 Uhr fegte eine Windhose mit verheererender Wirkung über Weißthal, Ringethal, Kockisch und Hermsdorf. An der Leisniger Straße in Mittweida nahm die Windhose ihren Anfang und begann Bäume zu knicken und zu entwurzeln, genauso wie Strom-und Telegrafenmasten. In Hermsdorf schleuderte ein starker Baum über ein Haus, das regelrecht gespalten wurde." (Quelle: Geschichte Hermsdorfs)

Fotos der Schäden (Stadtarchiv Mittweida)
Postkartenansichten der Schäden in Hermsdorf (niederrossau.de)
Postkartenansichten der Schäden in Hermsdorf (Geschichte Hermsdorfs)
Windhosen im Erzgebirge (Claudia Hinz)

08.07.1916 Hochstadt
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 11.07.1916: "Aus Bockstadt wird geschrieben: Gestern abend gegen 1/4 10 Uhr hauste hier ein furchtbares Unwetter. Durch eine Windhose wurde sehr großer Schaden angerichtet. Die stärksten Linden- und Obstbäume, sowie Pappeln wurden vollständig umgerissen oder ihrer sämtlichen Äste beraubt. Die Straße von Harras nach dem Gestüt Bockstadt war unbegehbar und es dauerte mehrere Stunden, bis die umgerissenen Bäume und Aeste beseitigt waren. Eine Anzahl Dächer wurde abgedeckt. Die Windhose kam von Grattstadt her und führte Aeste und Heu mit sich. Beim Gestüt Bockstadt senkte sie sich."

08.07.1916 Eisfeld
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 11.07.1916: "Eisfeld, 8.Juli. Windhose. Gestern Abend nach 9 Uhr wurde ein Teil unserer Stadt von einer Windhose heimgesucht. Wie beobachtet wurde, kam vom Eichholz her eine schwefelgelbe Wolke, welche sich plötzlich löste und zur Erde senkte. Ein ungeheurer Sturm erhob sich, welcher am Damweg eine große Eiche entwurzelte, in der Bahnhofstraße Dächer abdeckte und Zäune umriß, im Friedhofsparke und dessen Umgebung starke Aeste von den Bäumen abriß. Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden noch die Siegeshöhe, der Sedansplatz und die Schalkauer Straße, woselbst durch Umknicken von Bäumen, Abreißen von Ästen bedeutender Schaden angerichtet wurde. Die Naturerscheinung dauerte vielleicht eine Minute."

27.05.1916 Chemnitz
Sachsen
F3 Ein größerer Tornado richtete gegen 17 Uhr erhebliche Schäden mitten in der Stadt an. Unter anderem zerstörte der Tornado einen Lokschuppen am Bahnhof und zwei einfahrende Personenzüge wurden durch umherfliegende Trümmer beschädigt: "Zwischen Pirna und Schandau wird die Bahnlinie an mehreren Stellen unterspült, so dass der Verkehr zeitweilig eingestellt werden muss. Eine Windhose zerstört den Ringlokschuppen 1 des Bw Chemnitz Hbf. Zwei einfahrende Personenzüge werden von umherfliegenden Trümmern getroffen." (Quelle: Eisenbahnen in Sachsen). Betroffen war auch der heutige Stadtteil Furth im Norden der Stadt: "1916: Eine furchtbare Windhose, aus Richtung Schlossteich kommend, verursacht in Furth große Schäden." (Quelle: Chronik der Stadtteile - Furth)

Fotos der Schäden
Die Windhose von Chemnitz am 27. Mai 1916 (WZ-Forum)
Die Windhose von Chemnitz am 27. Mai 1916 (Claudia Hinz)
Einfluss der Natur auf den Eisenbahnverkehr (Eisenbahnen in Sachsen)

03.01.1916 Greiz
Thüringen
F2 Starker Tornado im Bereich Greiz mit erheblichen Schäden an Dächern und in den Wäldern.

Berichte zum Tornado in Greiz

03.01.1916 Lahm - Grafenwöhr
Bayern
F3-F4 Der Tornado richtete nach verschiedenen Quellen auf seinem Weg von Nordwest nach Südost auf einer mindestens 85 Kilometer langen Spur gewaltige Schäden an. Allein in Steinfeld (bei Stadelhofen) und in umliegenden Dörfern sollen nach einer Quelle hunderte Häuser zerstört worden sein. Ob es sich tatsächlich um nur einen Tornado handelte, ist noch nicht geklärt. Die Stärke liegt mindestens im F3-Bereich (mehr als 255 km/h), könnte aber in einzelnen Abschnitten auch noch höher liegen.

Berichte zum Tornado in Bayern
Der F3+ Tornado vom 3. Januar 1916 in Nordostbayern (Oberfranken-Wetter)
Der Tornado vom 3. Januar 1916 (Marktgemeinde Schnabelwaid)

Jahr 1914 Thalheim
Sachsen
n.bek. "Eine Windhose vernichtet 1914 das Badehaus der Schwimmbadanlage Hammergrund in Thalheim." (Quellen: Claudia Hinz, Windhosen im Erzgebirge und Meldung der Freien Presse).
18.08.1914 Kleinbottwar
Baden-Württemberg
F1 Zeitpunkt: gegen 16:45 Uhr MEZ. Ein schwacher Tornado sowie ein weiterer Funnel wurden beobachtet. Es gab leichte Schäden an einem Schuppen.

Tornado bei Kleinbottwar

22.07.1914 Elters
Hessen
n.bek. "Elters, 22. Juli 1914. Heute, gegen 1/2 1 Uhr konnte man am östlichen Himmel eine merkwürdige Beobachtung machen. In beträchtlicher Höhe stand im Osten eine dunkle Wolke, aus dieser löste sich langsam nach unten ein walzenförmiges Gebilde, nach unten zugespitzt, mit der Wolke trichterförmig zusammenhängend und mit der Spitze die Erde berührend. So stand der dunkelgefärbte Kegel wohl 20 Minuten senkrecht zwischen Wolke und Erde. Dann bewegte er sich nach oben und verschwand in der dunklen Wolke. Die Erscheinung hatte das ganze Dorf auf die Beine gebracht. Es war für alle eine nie gesehene Erscheinung. War es eine Windhose? Um 1/2 12 Uhr bildete sich daselbst ein Gewitter." (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

05.05.1914 Großbärenweiler, Wolfskreut
Baden-Württemberg
n.bek. "Am 5. Mai um 5.30 Uhr traf ein Wirbelsturm Großbärenweiler - Wolfskreut - das Schadensfeld war ca. 70 m breit." (Quelle: Waltraud Düwel-Hößelbarth, Chronik der Hohenheimer Meteorologischen Beobachtungen der Jahre 1878 - 1977. Stuttgart. Mai 1982)

Jahr 1913 Butzen
Brandenburg
n.bek. Nach einer Meldung der Lausitzer Rundschau vom 03.02.2007 soll eine Windhose aufgetreten sein: "Udo Mietk hält Butzener Geschichte(n) lebendig: «Im Jahre 1910 hat Friedrich Zöllner sein Haus in der jetzigen Laasower Straße aufgebaut. Nur drei Jahre später zerstörte eine Windhose das Anwesen», erzählt der Ortschronist.[...]"

Jahr 1913 Schönberg
Schleswig-Holstein
n.bek. Eine Windhose zog über den heutigen Ortskern hinweg und deckte die Dächer von zwei Scheunen ab. Ein Foto der Schäden existiert im Heimatmuseum in Schönberg. Heute befindet sich am Schadensort u.a. die Förde Sparkasse und ein mehr als 100 Jahre alter Ahornbaum.

Tornado in Schönberg 1913

Sept. 1913 Bad Bergzabern
Baden-Württemberg
n.bek. Datum/Jahr unsicher, gegen 11 Uhr MEZ (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
09.09.1913 Helgoland
Schleswig-Holstein
(14 Tote)
n.bek. "L 1 - Grabstellen für Kapitänleutnant Hanne sowie Kurt Puzicha, dem langjährigen Vorsitzenden der Marine Luftschiffer Kameradschaft Hamburg: Über das Grabmal Hanne heißt es in dem Katalog des Friedhofs Ohlsdorf:: "Herr Kapitänleutnant Günther Hanne führte das Luftschiff L1 (erstes Marineluftschiff), das anlässlich der Herbstmanöver am 09.09.1913 vor Helgoland in eine Windhose geriet und in der Nordsee zerbarst. Es gab nur wenige Überlebende." Auf der Düne vor Helgoland ist seinerzeit für die untergegangene Besatzung der L1 sowie für die Toten der Torpedoboote "S 178" und "G 171" sowie des Hebebootes "Unterelbe" ein Ehrenmal errichtet worden, das jedoch durch die Kriegsereignisse in Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Das Denkmal wurde 1968 durch den Deutschen Marinebund wieder hergestellt." (Quelle: Luftschiffe - Geschichtliche Orte - Gedenksteine und anderes). Durch das Unglück kamen 14 Soldaten ums Leben.

Besuch an den Gräbern ehemaliger Luftschiffer (Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V.)
Luftschiffkatastrophen (Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V.)

Sommer 1913 Böblingen
Baden-Württemberg
n.bek. Näheres ist nicht bekannt. (Quelle: H. v. Rudloff, 1969: Meteorologische Rundschau, 22, 131.)

19.08.1913 Eutingen
Baden-Württemberg
n.bek. gegen 13 Uhr (Quelle: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917)
18.07.1913 Stade
Niedersachsen
n.bek. Aus dem Journal de Genève vom 19. Juli 1913: "Berlin, 18. - On mande de Hambourg qu'une trombe qui s'est abattue sur le district de Stade a causé des dégâts énormes aux récoltes et a détruit du bétail." - Trombe im Kreis Stade richtet erhebliche Schäden an Getreide und Vieh an. (recherchiert von François Paul)

14.06.1913 Baisingen, Bondorf
Baden-Württemberg
n.bek. "1913 zieht am 14. Juni ein Wirbelsturm von Baisingen heran. In Baisingen waren die meisten Häuser waren total abgedeckt. Dachschindeln wurden bis nach Bondorf geweht. Auch Mötzingen gab es großen Schaden. Der Wirbelsturm machte auf Bondorfs Markung „Bernloch“ halt, das Dorf selbst blieb deshalb verschont, der Wald „Bernloch“ wurde aber zum größten Teil vernichtet. Es hat etliche Jahre gedauert, bis der Wald wieder angepflanzt war." (Quelle: Ortsgeschichte Bondorf, Schützenverein Bondorf). Bondorf liegt im Landkreis Tübingen, etwa 9 Kilometer nordwestlich von Rottenburg am Neckar.

04.06.1913 Mühlen, Eutingen, Baisingen
Baden-Württemberg
F3 In Schwarzwaldnähe gab es erhebliche Schäden. (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg). Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 06.06.1913: "Gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr hat ein schwerer Gewittersturm den Schwarzwald und sein Vorland heimgesucht. Auf dem hiesigen Bahnhof wurden alle Dächer abgedeckt. Vier umgestürzte leere Personenwagen fielen eine 24 Meter hohe Böschung hinab. Von einem Güterzuge auf der Strecke Eutingen - Ergenzingen wurden fünf Wagen vom Sturm aus dem Gleis gehoben und über den Bahndamm geschleudert. Die Bahnstrecke war abends noch gestört. Die Züge wurden von Stuttgart über Tübingen und Horb geleitet. Auch auf der Neckarbahn heulte der Sturm in übler Weise, am schlimmsten am Bahnhof Mühlen, wo gleichfalls alles dem Erdboden gleichgemacht wurde. Außerdem fiel überall ein schwerer Hagel, der namentlich Eutingen heimsuchte. Verletzungen von Personen werden von da und dort berichtet, bisher aber nur ein schwerer Fall."

Vor 100 Jahren wütete ein Orkan im Gäu (Schwarzwälder Bote31.12.2013)

04.06.1913 Karlsruhe
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.06.1913: "Schwere Unwetter - Karlsruhe, 5. Juni. Nachdem sich gestern nachmittag schon mehrere leichte Gewitter über Karlsruhe entladen hatten, zog sich abends halb acht Uhr ein besonders schweres Unwetter zusammen. Dieses kam vom Südwesten her und entlud sich über der Mittelstadt um 8 Uhr. Plötzlich setzte unter und Donner- und Blitzschlägen ein orkanartiger Wirbelsturm ein, der in wenigen Augenblicken von zerstörender Wirkung war. Dutzende von Fensterscheiben fielen zum Opfer, von den Bäumen wurden massenhaft große Aeste abgeschlagen, viele Bäume wurden überhaupt entwurzelt oder umgebogen. Ein heftiger Regenguß folgte dem Sturme; das Unwetter hat ganz besonders in der Umgebung der Stadt übel gehaust; [...]" (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Juni 1913 Rottweil
Baden-Württemberg
n.bek. Näheres ist nicht bekannt (Quelle: Pforzheimer Zeitung, 03.08.1968)

01.06.1913 Glashütten, Arnoldshain, Anspach
Hessen
(2 Tote)
n.bek. "...Wirbelstürme des 1. Juni, von denen einer auch im Taunus hauste, ..." (Quelle: Professor Dr. Pilgrim (1914): "Über Wirbelstürme und die damit zusammenhängenden Vorgänge in der Atmosphäre im allgemeinen und über die vom 1. und 4. Juni 1913 in Plochingen und Mühlen-Eutingen im besonderen", Deutsches Meteorologisches Jahrbuch für 1913, Württemberg). Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 04.06.1913: "Ein schweres Unwetter im Taunus. Im westlichen Taunus ging am Sonntag ein ungemein schweres Unwetter nieder, das ganz erheblichen Schaden anrichtete. Die in Touristenkreisen berühmte Lanzenmühle wurde vom Blitze getroffen und verbrannte. In Heftrich wurde gerade ein Sängerfest abgehalten. Der Sturm riß die Halle in sich zusammen. Der Blitz schlug mehrfach ein. Zwei Scheunen wurden eingeäschert.
Auch Anspach hat unter dem Wirbelsturm schwer gelitten. Fast alle Häuser wurden beschädigt. Für die Gewalt des Sturmes ist bezeichnend, daß z.B. ein Gartentisch fünfzig Meter weit auf einen Acker geschleudert wurde und ein Schäfer, der sich auf dem Boden niedergelassen hatte, 25 Meter weit geschleudert wurde. Der Gesamtschaden wird die Höhe von 100 000 M erreichen.
Ebenso schwer wurde das im Vorder-Taunus gelegene Arnoldshain getroffen. Sämtliche Dächer wurden abgedeckt, die Schornsteine zu Boden gerissen und mehrere Personen schwer verletzt. Sämtliche Obstbäume wurden ausgerissen und die Turnhallen vollständig abgedeckt. Von den Turngeräten ist keine Spur mehr vorhanden. Sechs Hektar Wald sind vollständig vernichtet. Die Baumstämme liegen in den Straßen des Ortes umher." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.06.1913: "Frankfurt a.M., 4. Juni. Das schwere Unwetter, das am Sonntag im Taunus tobte, hat auch Menschenleben gefordert. Heute morgen wurden zwischen ... (unleserlich) und Glashütte die Leichen von zwei jungen Männern gefunden, die von umgerissenen Bäumen erschlagen worden sind. Man befürchtet, daß bei den Aufräumungsarbeiten noch mehr Opfer gefunden werden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

01.06.1913 Echterdingen, Wolfschlugen, Plochingen
Baden-Württemberg
F3 Um 17:30 Uhr richtete dieser Wirbelsturm Schäden in Plochingen an: "1913 Große Verwüstungen durch einen Wirbelsturm. Ein Wirbelsturm mit einer Stärke, wie er für unsere Gegend bisher ohne Beispiel war, fegte am Sonntag, dem 1. Juni 1913 über Plochingen hinweg. Augenzeugen schildern das Unglück mit folgenden Beschreibungen: "Um 17.30 Uhr zogen mit Eilzugsgeschwindigkeit zwei khakifarbene Wolkenballen auf fahlem Hintergrund, der sie begleitete, einander entgegen; die eine kam das Neckartal herauf, die andere scheinbar vom Neckartal (Köngen) herab. In dem dreigeteilten Talkessel von Plochingen, wo den Tag über eine unverrückbare Hitzewelle gelagert hatte, stießen die gewitterschweren Wolken aufeinander. Sie entluden sich unter Blitz und Donnerschlägen in gewaltigen Wassergüssen und gleichzeitig entfesselte sich ein Wirbelsturm von einer Wucht, wie sie sich der phantasievollste Naturschilderer nicht vorgestellt hätte. Von unserem Beobachtungsposten aus im Waldhornsaale sahen wir Ziegelplatten wie federleichte Papierschnipsel in der Luft umherfliegen; dazwischenhinein kam gelegentlich ein umfangreicherer Gegenstand dahergeschwirrt. Dazu erfüllte die Luft ein unbeschreibliches Getöse, wie es der mit klatschendem Regen vermischte Sturm, der durch Gassen, Hofräume und Baumgeäste heulend dahinbraust, hervorbringt. Fast so schauerlich als der Sturm selbst hörte sich das Sturmläuten und das Signalblasen der Feuerwehr an. Plötzlich ließ die Gewalt des Zyklons jählings nach und freundlich, wie wenn nichts Böses geschehen, schaute die Sonne das Trümmerfeld an" (Schwäb. Merkur)." (Quelle: Große Verwüstungen durch einen Wirbelsturm). Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 04.06.1913: "Das Städtchen Plochingen bietet ein Bild grauenhafter Zerstörung. Der Orkan, der nur wenige Minuten dauerte, war derart heftig, daß der Bahnhof und das Städtchen wie nach einer Beschießung aussahen. Die Vorderseite des massiven Bahnhofgebäudes wurde zum Teil eingedrückt und eine große Giebelwand aus dem Empfangsgebäude herausgerissen. Mehrere Dutzend Eisenbahnwagen, beladene Güter- und Personenwagen, die zum Teil ein Eigengewicht von dreißig Tonnen hatten, wurden glatt umgelegt und über die Gleise verstreut. Ein auf einem Gleis stehender Leerzug wurde mit der Lokomotive umgeworfen. Das Postgebäude wurde beinahe gänzlich abgedeckt. Sämtliche Telegraphen- und Telephonleitungen sind zerstört. Einen Neubau warf der Sturm glatt um. Von etwa 150 Häusern und Fabriken wurden die Dächer abgedeckt. Mehrere Fabrikschornsteine stürzten ein und schlugen im Fallen kleinere Gebäude zusammen. In vielen Häusern wurden auch die Wände eingedrückt, so daß man sie jetzt mit Balken stützen muß Auch das Johanniterkrankenhaus wurde stark beschädigt. Die hinter dem Krankenhaus befindliche Baracke wurde mit samt den Kranken weggeweht. Zuerst hob sich das Dach. Dann flogen die Betten mit den Kranken hinaus. Zwei Kranke wurden zwanzig Meter weit fortgeschleudert. Die Bettstücke mußte man später in den Weinbergen oben auf dem Berge zusammensuchen. Es ist geradezu ein Wunder, daß die Kranken, abgesehen von einigen leichteren Verletzungen, ohne Schaden davongekommen sind. Auch andere Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen. 40 Personen erlitten leichte Verletzungen. Der Schaden in den Obstgärten und Waldungen ist außerordentlich groß. Viele Eichen und Buchen liegen zerknickt da. Die Straßen sind mit Trümmern und Dachziegeln dicht übersät. Das Schaden dürfte über eine halbe Million betragen. Insgesamt wurden mehr als 300 Gebäude beschädigt. Zahlreiche Häuser müssen abgetragen werden."

Windhose in Plochingen (Wetterchronik)

01.06.1913 Nürtingen, Köngen, Plochingen
Baden-Württemberg
F1 Um 17:30 Uhr richtete dieser Wirbelsturm Schäden in Plochingen an: "1913 Große Verwüstungen durch einen Wirbelsturm. Ein Wirbelsturm mit einer Stärke, wie er für unsere Gegend bisher ohne Beispiel war, fegte am Sonntag, dem 1. Juni 1913 über Plochingen hinweg. Augenzeugen schildern das Unglück mit folgenden Beschreibungen: "Um 17.30 Uhr zogen mit Eilzugsgeschwindigkeit zwei khakifarbene Wolkenballen auf fahlem Hintergrund, der sie begleitete, einander entgegen; die eine kam das Neckartal herauf, die andere scheinbar vom Neckartal (Köngen) herab. In dem dreigeteilten Talkessel von Plochingen, wo den Tag über eine unverrückbare Hitzewelle gelagert hatte, stießen die gewitterschweren Wolken aufeinander. Sie entluden sich unter Blitz und Donnerschlägen in gewaltigen Wassergüssen und gleichzeitig entfesselte sich ein Wirbelsturm von einer Wucht, wie sie sich der phantasievollste Naturschilderer nicht vorgestellt hätte. Von unserem Beobachtungsposten aus im Waldhornsaale sahen wir Ziegelplatten wie federleichte Papierschnipsel in der Luft umherfliegen; dazwischenhinein kam gelegentlich ein umfangreicherer Gegenstand dahergeschwirrt. Dazu erfüllte die Luft ein unbeschreibliches Getöse, wie es der mit klatschendem Regen vermischte Sturm, der durch Gassen, Hofräume und Baumgeäste heulend dahinbraust, hervorbringt. Fast so schauerlich als der Sturm selbst hörte sich das Sturmläuten und das Signalblasen der Feuerwehr an. Plötzlich ließ die Gewalt des Zyklons jählings nach und freundlich, wie wenn nichts Böses geschehen, schaute die Sonne das Trümmerfeld an" (Schwäb. Merkur)." (Quelle: Große Verwüstungen durch einen Wirbelsturm).

Windhose in Plochingen (Wetterchronik)

Jahr 1912 Langholter Moor
Niedersachsen
n.bek. Zwei Jahre nach einem sehr starken Tornado mit erheblichen Schäden in West- und Ostrhauderfehn trat dieser schwächere Tornado auf. Quelle: Fehntjer Kurier vom 15.06.1989

16.09.1912 Bodensee
Baden-Württemberg
W (8-10x) gegen 7 Uhr morgens MEZ: "[...] Wenn z. B. bei Nr. 240 auf dem Bodensee "am 16. September 1912 sogar 8—10 gleichzeitig zu sehen gewesen sind" [...]" (Quellen: A. Wegener: Wind- und Wasserhosen in Europa, 1917 und Thurgauer Zeitung, N. 221. Nach Hess, Über die Entstehung der Trombe von Schönenbaumgarten. Beilage zum Programm der Thurgauer Kantonschule für das Schuljahr 1912/13. Frauenfeld 1913.)

15.06.1912 Rossau
Sachsen
n.bek. "Eberswalde, 24. Juni 1912. Prof.Dr.Eckstein. - Eine Windhose ist am 15. Juni nachmittags bei einem kurzen aber heftigen Gewitter in der Königlich Sächsischen Forst Rossau aufgetreten und hat in einer West nach Ost verlaufenden Bahn etwas 500 FM in bereits früher angebrochenen 80- bis 120-jährigen Beständen [beschädigt]. [...]" (Quelle: Deutsche Forst-Zeitung, Bd.27, 1912; Mitteilung von Prof.Dr.Eckstein, S.552)

Tornado in Rossau (Skywarn)

18.05.1912
Verdacht
Spessart
Bayern
n.bek. Datum nicht genau bekannt. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 19.05.1912: "In einem Teile des Spessart fügte ein Unwetter den Saatfeldern großen Schaden zu. Durch Wirbelstürme wurden viele Bäume entwurzelt."

12.05.1912 Sehlis bis Sitzenroda
Sachsen
F3 Zwischen 22 und 23 Uhr am späten Abend zog der Tornado über eine Strecke von mehr als 30 Kilometern von Plösitz aus über Sehlis, Tresenwald, Plagwitz und Püchau, dann über die Mulde hinweg und weiter über Großzschepa nach Hohburg und nach Sitzenroda. In mehreren Orten wurden Häuser schwer beschädigt, einzelne Gebäude stürzten ein. Danach überquerte der Tornado zwischen Belgern und Mühlberg die Elbe und zog damit nach Brandenburg. Die genaue Zugbahnlänge ist noch offen, sie dürfte aber 80 bis 90 Kilometer oder noch mehr betragen.

Tornado von Sehlis bis Sitzenroda
Steinarbeiterhaus zeigt historische Fotos (Leipziger Volkszeitung, 12.03.2010)
Das kommt einem doch bekannt vor (Torgauer Zeitung, 27.07.2010)
Die Sturmkatastrophe von 1912 (Sehliser Digitale Chronik)

12.05.1912 Alfeld
Niedersachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 15.05.1912: "In Alfeld (Hannover) wurde ein großes Zirkuszelt während der Vorstellung von einem Wirbelsturm erfaßt. Das Zelt wurde aus seiner eisernen Befestigung herausgerissen und in die Luft gehoben, so daß alles in Stücke ging. Nur mit Mühe konnten die Besucher sich in Sicherheit bringen. Etwa 20 Personen wurden durch umherfliegende Splitter verletzt. Einem Pferde wurde ein Bein abgerissen; ein Zirkusangestellter verlor ein Auge." Alfeld liegt an der Leine im Kreis Hildesheim, etwa 20 Kilometer südwestlich von Hildesheim.

12.05.1912
Verdacht
Dehmke
Niedersachsen
n.bek. "1912 Dehmke scheint vom Unwetter besonders heimgesucht zu werden. Am 12. Mai 1912 an einem Sonntagabends gegen 9 Uhr erhob sich ein furchtbarer Gewitterstürme mit Hagel vermischt. Der Hagel zog strichweise und richtete großen Schaden an. Die Versicherungen zahlten teilweise bis 90 % Entschädigung. Am schlimmsten wütete der Sturm, scheinbar ein Wirbelsturm, auf Piepers Hofe, wo das Dach des Viehhauses einstürzte; von den schönen Eichen wurden viele entwurzelt oder wie Streichhölzer abgebrochen. Das Haus des Vollköthners Fr. Lübbe brach fast vollständig zusammen. In Dehmke war fast kein Haus, das nicht am Dach beschädigt war." (Quelle: Entstehung des Dorfes Dehmke (Feuerwehr Dehmke). Dehmke liegt bei Aerzen im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Verdachtsfall Dehmke (Skywarn)

12.05.1912
Verdacht
Langensalza
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 15.05.1912: "In Langensalza deckte der Orkan eine ganze Anzahl Dächer auf, knickte ganze Bäume und trug sie eine ganze Strecke weit in die Felder."

12.05.1912
Verdacht
Bischhausen
Hessen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 15.05.1912: "In Bischhausen wurde das Bahnhofsgebäude vollständig abgedeckt und das Dach vom Sturm mit fortgerissen." Bischhausen liegt im Werra-Meißner-Kreis, etwa 10 Kilometer südwestlich von Eschwege. Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 16.05.1912: " Niederhone, 14. Mai. Der Orkan am Sonntag deckte hier eine so große Anzahl Häuser ab, daß die schleunige Beschaffung von Ziegeln aus Eschwege nötig wurde; von zahlreichen Häusern im benachbarten Wichmannshausen ist auch nicht ein Stein auf dem Dache geblieben!"

12.05.1912
Verdacht
diverse
NRW u.a.
n.bek. An diesem Tag könnten weitere Tornados aufgetreten sein, es liegen Meldungen über zahlreiche Unwetter in verschiedenen Teilen Deutschlands vor. Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 15.05.1912: "Der Gewittersturm, der gestern im ganzen rheinischen Industrierevier wütete, hat an Häusern, Bäumen und Gärten großen Schaden angerichtet. In Witten entstand eine Panik, als ein von 2000 Personen besuchter Zeltzirkus vom Sturme zerrissen wurde. In Duisburg wurde das Dach einer Bahnhofshalle abgerissen und auf die Gleise geworfen, wodurch Verkehrsstörungen eintraten. Bei mehreren Straßenbahnoberleitungen traten für kürzere Zeit Störungen ein. In Brüssel hat der Wirbelsturm an Telegraphen- und Telephonleitungen wie an Gebäuden schweren Schaden angerichtet. [...] Über die am Sonntag von dem Sturm angerichteten Verwüstungen treffen fortwährend neue Nachrichten ein. In Schlesien wurden zwischen Zawodzie und Rosdzin die Telegraphenstangen auf einer Strecke von 400 Metern abgebrochen. In Sachsen sind unzählige Obstbäume, darunter Stämme von 1/2 Meter Umfang, wie Strohhalme abgeknickt worden. Nach Sehlis, das durch eine Windhose zerstört wurde, sind zwei Pioniere von Riesa zur Hilfeleistung gekommen."

27.03.1912 Hammelspring
Brandenburg
F3 Teile eines Daches wurden bis ins 3 Kilometer entfernte Storkow verfrachtet.

27.02.1912 Butzen i. Spreewald
Brandenburg
n.bek. Näheres über diesen Tornado ist nicht bekannt (Quelle: T. Arendt, 1915: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen in den Jahren 1911 und 1912. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 282, Behrend, Berlin, 40 Seiten)

22.09.1911 Beberbeck
Hessen
n.bek. Näheres über diesen weiteren Tornado bei Beberbeck ist nicht bekannt (Quelle: T. Arendt, 1915: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen in den Jahren 1911 und 1912. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 282, Behrend, Berlin, 40 Seiten)

22.09.1911 Beberbeck
Hessen
n.bek. Näheres über diesen Tornado bei Beberbeck ist nicht bekannt (Quelle: T. Arendt, 1915: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen in den Jahren 1911 und 1912. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 282, Behrend, Berlin, 40 Seiten)

Juli 1911 Peißen, Plömnitz
Sachsen-Anhalt
n.bek. Genaues Datum nicht bekannt. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 29.07.1911: "Eine Windhose richtete in den Dörfern Unterpeißen und Plemnitz großen Schaden an. Am ersten Orte wurde eine Mühle zerstört und 6 Fuder Getreide umgeworfen. Der Schaden an den Obstbäumen und am Getreide ist groß. Auf der Kaligrube Plemnitz der Deutschen Solvenwerke wurde ein 40 m hoher Förderturm umgeworfen. Menschenleben sind nicht zu beklagen."

23./24.07.1911
Verdacht
Brandenburg n.bek. Näheres über diesen möglichen nächtlichen Tornado von der Prignitz über Eberswalde bis Landsberg a.W. ist nicht bekannt. (Quelle: T. Arendt, 1915: Ergebnisse der Gewitter-Beobachtungen in den Jahren 1911 und 1912. Veröffentlichung des Königlichen Preußischen Meteorologischen Instituts, 282, Behrend, Berlin, 40 Seiten)

19.06.1911 Bonn
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 22.06.1911: "Wie aus Bonn gemeldet wird, richtete ein Wirbelsturm am Montag abend in verschiedenen Stadtteilen von Bonn und in der Umgebung großen Schaden an. Mehrere Häuser wurden ganz oder teilweise abgedeckt. Auch Bäume wurden umgeworfen, wodurch wiederholte Verkehrsstörungen entstanden. Auch am Niederrhein wurden durch ein Unwetter schwere Verwüstungen angerichtet."

17.02.1911
Verdacht
Nauen
Brandenburg
n.bek. "Am 17. Februar 1911 riss ein Wirbelsturm den Uhrenturm herunter, welcher dann mit der Spitze im Dach stecken blieb, so dass glücklicherweise niemand zu Schaden kam." Quelle: Stadtgeschichte Nauen. Der Uhrenturm gehört zum Rathaus von Nauen im Havelland. Dazu eine Meldung der Coburger Zeitung vom 19.02.1911: "Eingestürzter Rathausturm. Nauen, 18. Febr. Gestern nachmittag hatten sich die Stadtväter zur Stadtverordnetensitzung versammelt, als ein Amtsdiener in den Saal stürzte, um von den bedenklichen Schwankungen des Turmaufsatzes des Rathauses Mitteilung zu machen. Der Diener hatte seinen Auftrag noch nicht erledigt, als ein ohrenbetäubendes, donnerähnliches Krachen und Poltern vernommen wurde. Durch den orkanartigen Sturm war der hölzerne Aufbau des Turmes, in dem die Uhr eingefügt war, und der Rundgang um den Turm auf die Straße gestürzt. Personen wurden nicht verletzt."
Anmerkung:
Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erweitert. Sollte ein Ihnen bekannter Tornado fehlen, dann mailen Sie mir bitte.


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