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Verdacht = Fall wird noch untersucht W = Wasserhose

Datum Ort Stärke Beschreibung
August 1930 Bodensee
Baden-Württemberg
W Weitere Wasserhose auf dem Bodensee, nichts Näheres bekannt (Quelle: Letzmann-Archiv, Carl Schirren Gesellschaft, Lüneburg, 2001)

August 1930 Bodensee
Baden-Württemberg
W Weitere Wasserhose auf dem Bodensee, nichts Näheres bekannt (Quelle: Letzmann-Archiv, Carl Schirren Gesellschaft, Lüneburg, 2001)

August 1930 Bodensee
Baden-Württemberg
W Wasserhose auf dem Bodensee, nichts Näheres bekannt (Quelle: Letzmann-Archiv, Carl Schirren Gesellschaft, Lüneburg, 2001)

13.08.1930 Pötenitzer Wiek
Schleswig-Holstein
n.bek. Gegen 16:50 Uhr MEZ (Quelle: Letzmann-Archiv, Carl Schirren Gesellschaft, Lüneburg, 2001)

04.08.1930 Meldorf
Schleswig-Holstein
F2 Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 06.08.1930: "Schwere Verwüstungen durch eine Windhose in Dithmarschen. Hamburg, 6. Aug. Eine schwere Windhose, verbunden mit Wolkenbrüchen und schwerem Gewitter mit Hagelschlägen hat am Montagnachmittag die Umgebung von Meldorf heimgesucht und schwere Schäden angerichtet. Eine große Zahl von Bauernhäusern wurde stark mitgenommen. Die Dächer wurden abgedeckt und zahlreiche landwirtschaftliche Maschinen zerstört. Durch das eindringende Wasser wurden im Innern der Häuser große Verwüstungen angerichtet. Auch in Meldorf selbst wütete das Unwetter in verheerender Weise. In der Stadt wurden zahlreiche Alleebäume wie Streichhölzer umgeknickt. Die Schäden sind noch unübersehbar. Zwei Häuser mußten wegen Einsturzgefahr geräumt werden." - Ebenso aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.08.1930: "Verwüstungen durch eine Windhose Hamburg, 4. Aug. Eine schwere Windhose, verbunden mit Wolkenbrüchen und einem Gewitter mit Hagelschlägen, hat am Montag nachmittag dieUmgebung von Meldunf heimgesucht und schwere Schäden angerichtet. Eine große Anzahl von Bauernhäusern wurde stark mitgenommen. Die Dächer wurden abgedeckt und zahlreiche landwirtschaftliche Maschinen zerstört. Durch das eindringende Wasser wurden im Innern der Häuser große Verwüstungen angerichtet. Auch in Meldorf selbst wütete das Unwetter in verheerender Weise. In der Stadt wurden zahlreiche Alleebäume wie Streichhölzer umgeknickt. Die Schäden sind noch unübersehbar." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

02.08.1930 Bad Soden (Taunus)
Hessen
F1-F2 Gegen 17 Uhr MEZ (Quelle: Martin Gudd, 2004)

02.08.1930
Verdacht
Gütenbach
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.08.1930: "Kreis Villingen Gütenbach, 5. Aug. Bei dem Unwetter am Samstag abend erschlug der Hagel einem Bauer 21 Hühner, welche der Wirbelwind an die Hofmauerseite hinwarf, wo sie tot liegen blieben!" (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

02.08.1930
Verdacht
Freiburg
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 04.08.1930: "Wolkenbruch und Wirbelsturm Samstag abend gegen 05:30 Uhr ging über Freiburg ein schwerer, mit heftigen Gewittern begleiteter Wolkenbruch nieder. Das mit großer Plötzlichkeit auftretende Unwetter war von einem heftigen Wirbelsturm begleitet und dauerte etwa eine halbe Stunde. Der Sturm knickte in allen Teilen der Stadt große Bäume um. So wurde in der Unterwiehre eine alte zwischen Lugostraße und Günterstalstraße stehende Weide von respektabler Höhe umgelegt, in Haßlach wurde ein Baum entwurzelt und über die Straßenbahn geworfen. Am Stadttheater, am Friedhof, in der Oberau und an anderen Orten wurden ebenfalls große Bäume vom Sturm gefällt. Im Wald ist der Windbruch besonders groß. Die Wassermassen haben im Freien außerordentliche Verwüstungen angerichtet. Heu und Getreide wurden weggeschwemmt, an den Behängen grub sich das Wasser kleine Gräben und brachte Geröll und Schutt zu Tal. In der Stadt selbst drang das Wasser in verschiedene Keller ein, so daß die Feuerwehr alarmiert werden mußte. Das Unwetter beendete die sehr kurze Schönwetterperiode und leitete zu Regen über." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) Schwere Schäden entstanden auch in Feldkirch, etwa 15 Kilometer südwestlich von Freiburg, ebenso in St. Georgen, zwischen Feldkirch und Freiburg. Aus anderen Regionen im Süden Baden-Württembergs wurden ebenfalls erhebliche Schäden gemeldet, ein konkreter Tornadoverdacht liegt aber nicht vor.

28.07.1930 Schotten
Hessen
n.bek. Gegen 08:00 Uhr, sonst nichts Näheres bekannt (Quelle: Dr. R. Keie, Preußisches Meteorologisches Institut, Berlin, Februar 1934. Korrespondenz an Prof. Letzmann. Nachlass von J. Letzmann, Archiv der Deutschbaltischen Kulturstiftung, Lüneburg)

09.07.1930
Verdacht
Karlstadt, Thüngen
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 10.07.1930: "Die Unwetterschäden in Unterfranken. Karlstadt, 9. Juli. Ueber die Gewitterschäden in Unterfranken erfahren wir folgende Einzelheiten: Zu Thüngen wurden durch den Sturm Aeste von den Bäumen gerissen und die Läden an den Häusern aus den Angeln gehoben. Der Hagel schlug sämtliche Fensterscheiben ein. Strichweise wurde das Getreide bis zu 40 Prozent vernichtet. In Karlstadt richtete der Sturm an Gebäuden und Bäumen, hauptsächlich an Obstbäumen schweren Schaden an. Die Bäume wurden entwurzelt und Aeste abgerissen. Außerdem wurde das Badehaus vom Sturm sehr mitgenommen, das Dach wurde abgehoben und eine Wand eingedrückt. Der Hagel, der teilweise in Taubeneigröße fiel, richtete auch in den Gärten großen Schaden an. Wiesenfeld wurde vom Unwetter am stärksten mitgenommen. Hier soll der Ernteausfall an Getreide, Obst und Hackfrüchten 50-60 Prozent betragen. In Lohr (Anm.: Lohr am Main) können sich alte Leute an ein derart schreckliches Hagelwetter nicht mehr erinnern. In Bolkach (?) fielen ebenfalls Schloßen in Taubeneigröße und bedecken in dichter Lage den Boden. Der Schaden an den Weinbergen ist groß."

26.06.1930 Niedernissa
Thüringen
n.bek. Datum nicht sicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 27.06.1930: "In Niedernissa bei Erfurt wurde bei einem außerordentlich heftigen Gewitter eine 25 Meter lange Scheune durch einen Wirbelsturm vernichtet. Zur gleichen Zeit richteten Wolkenbrüche in Arnstadt und Umgebung große Schäden an."

24.06.1930 bei Leipzig
Sachsen
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: Dr. R. Keie, Preußisches Meteorologisches Institut, Berlin, Februar 1934. Korrespondenz an Prof. Letzmann. Nachlass von J. Letzmann, Archiv der Deutschbaltischen Kulturstiftung, Lüneburg)

24.06.1930
Verdacht
Kembs
Frankreich
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.06.1930: "Schweres Unwetter im Elsaß Paris, 25. Juni. Dem "Journal" wird aus Müllhausen gemeldet, daß gestern nachmittag ein gewaltiger Wirbelsturm über die Gegend von Kembs längs des Rheines niedergegangen ist. Regen, Sturm und Hagel hätten einen Teil der Ernte vernichtet. Während des Gewittersturmes hätten sich sechs Arbeiter, die eine Unterkunft suchten, in eine Holzhütte geflüchtet. Plötzlich sei der Blitz in die Hütte geschlagen und habe zwei Arbeiter getötet. Die anderen seien verletzt worden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg). Kembs liegt am linken Rheinufer in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze. Ob auch deutsches Gebiet betroffen war, ist nicht bekannt.

18.05.1930
Verdacht
Kirchdorf
Niedersachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.05.1930: "Schweres Unwetter um Hannover. [...] Hannover, 20. Mai. In Kirchdorf, einem Orte bei Wennigsen, hat ein Sturmwetter am Sonntag großen Schaden verursacht. Aus Anlaß eines Kriegerfestes waren mehrere Zelte errichtet, die infolge des Sturmes zusammenbrachen und eine weite Strecke auf das Feld fortgetragen wurden. Bei dem Zusammenbruch der Zelte wurden zahlreiche Personen verletzt. Ein Mann erlitt einen Schädelbruch und liegt hoffnungslos darnieder. Der Schaden, der durch das Unwetter verursacht wurde, wird auf etwa 20 000 Mark geschätzt."

26.04.1930 Gronau
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Der Tornado zog von Losser in den Niederlanden nach Gronau. (Quelle: Dr. R. Keie, Preußisches Meteorologisches Institut, Berlin, Februar 1934. Korrespondenz an Prof. Letzmann. Nachlass von J. Letzmann, Archiv der Deutschbaltischen Kulturstiftung, Lüneburg)

Jahr 1929
Verdacht
Aachen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Das früh entfaltete Talent erregte dort das größte Aufsehen. Kaum dem Knabenalter entwachsen, wurde er im J. 1829 als Schüler in die Düsseldorfer Akademie mit Gewährung eines Stipendiums aufgenommen. Die Vermögensverhältnisse der Eltern waren inzwischen durch Unglücksfälle aller Art sehr geschmälert. Haus Diepenbend wurde durch eine Windhose vollständig zerstört und das übrige heimathliche Besitzthum ging in fremde Hände über. Die Eltern verließen Aachen und siedelten nach Wetter an der Ruhr in Westfalen über, wo der Vater eine Stellung als Buchhalter bekleidete. Diese Veränderung im [256]Leben der Familie traf zusammen mit dem Eintritt Rethel’s in die Akademie." (Quelle: Allgemeine Deutsche Biographie: Rethel, Alfred, ADBRethel, Alfred - Wikisource) Das Haus Diepenbend befand sich im heutigen Aachener Stadtteil Steinebrück, wo noch heute die Stauanlage Diepenbenden zu finden ist.

Jahr 1929 Schweinhütt
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Passauer Neuen Presse vom 30. Juni 1960: "Schweinhütt. Nachdem hier schon am Fronleichnamssonntag ein Hagelunwetter niedergegangen war, kam es am Sonntag um die Mittagszeit erneut zu einem so schweren Hagelsclag von solchem Ausma&szli;, daß die Bevölkerung Vergleiche mit dem Unwetter von 1929 zog, wobei allerdings damals noch ein verheerender Wirbelsturm auftrat, der zum Glück diesmal fehlte. [...]" (Quelle: Bayerische Staatsbibliothek)

11.10.1929 Staaken
Berlin
n.bek. Aus dem Journal de Genève vom 12. Oktober 1929: "Une trombe sur Staaken - De Berlin, le 11 octobre: Une trombe s'est abattue vendredi après-midi sur Staaken, causant d'importants dégâts. Des toits ont été emportés ainsi que des pavillons de jardins." - Eine Trombe über Staaken - Berlin, 11. Oktober: Ein Tornado verursachte Freitagnachmittag in Staaken erhebliche Schäden an Dächern und Gartenpavillons. - Übersetzung aus dem vom 13. Oktober 1929: Die Katastrophe in Staaken: Berlin, 12. Oktober: Die Schäden durch den Wirbelsturm in Staaken sind enorm. Mehr als fünfzig Häuser hatten ihre Dächer verloren. Tausende von Wohnungen und Maisonetten, wo Menschen das Wochenende verbringen wollten, wurden zerstört und große Bäume entwurzelt. (recherchiert von François Paul)

18.08.1929
Verdacht
Steinbach
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einem Bericht von steinbach-im-netz.de: "18. August 1929. Orkan in Steinbach (übernommen aus original Unterlagen). Am 18. August, Nachmittag 16 Uhr ertönte das Hornsignal. Es hatte unseren Ort ein Hagelwetter mit Orkan heimgesucht. Die große Dorflinde war geknickt, und auf den Denkmalplatz geworfen worden. Gleichzeitig hatte der Wirbelsturm eine dort stehende Linde auf das Dach von A. Wiegand geschleudert. Die Wehr wurde von der Gemeinde ersucht, die geknickte Linde von dem Gebäude herunter zu holen. Anschließend wurde noch die Dorflinde am Denkmal aufgeräumt."

Geschichte (steinbach-im-netz.de)

04.07.1929 Kuhlhausen
Sachsen-Anhalt
F1 "Am Nachmittag des 4.07 fegte über das 10km von Havelberg gelegene Dorf Kuhlhausen eine Windhose hinweg, die große Verwüstungen anrichtete. Dächer von Scheunen, Ställen und Wohnhäusern wurden in die Luft gehoben und stürzten krachend auf Hof und Strasse nieder. Bei einem Gastwirt wurde die Veranda im Nu weggefegt." (Quelle: WZ-Forum und Recherche von Lars Lowinski in den Pressearchiven "Korrespondenzblatt des Kreises Eupen" und "Grenzecho") - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.07.1929: "Gestern nachmittag fegte auch über das 10 Kilometer von Havelberg gelegene große Dorf Kuhlhausen eine Windhose hinweg, die große Verwüstungen anrichtete. Dächer von Scheunen, Ställen und Wohnhäusern wurden in die Luft gehoben und stürzten krachend auf die Straße nieder. Bei einem Hause wurde die Veranda vor der Haustür weggefegt. Zwei Mägde, die Heu aufluden, wurden samt dem Heu zehn Meter weit fortgeschleudert." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Drei Tage später wurde in der Freiburger Zeitung ein Foto einer Scheune gezeigt, von der nur noch ein Teil der Außenmauern stand.

4.07 1929: ein grosser severe weather outbreak (WZ-Forum, 01.02.2002)

04.07.1929
Verdacht
Altdorf
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.07.1929 zu einem Hagelunwetter in Altdorf bei Nürnberg: "Starke Bäume wurden in der Mitte abgerissen und ihre Kronen bis zu 80 m weit fortgeschleudert. Auch wurden viele Bäume entwurzelt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

04.07.1929 Straubing, St. Englmar
Bayern
(1 Toter)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.07.1929: "Bei Straubing wurde ein Mann mit Pferd und Wagen in die Donau geschleudert und ist ertrunken." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) Zwei Tage später wurden aus der Nähe von Straubing gemeldet, dass viele Häuser abgedeckt wurden und es wurde das Foto eines komplett eingestürzten Hauses gezeigt. - Weiter aus einem Bericht über den 1.048 Meter hohen Berg Pröller, nördlich von St. Englmar: "Bereits bei Erwerb des Gipfelgrundstückes plante die Sektion die Errichtung eines Gipfelkreuzes. Gutsbesitzer Edenhofer in Klinglbach spendierte ein solches im Jahre 1923, das ein Wirbelsturm jedoch am 4. Juli 1929 stürzte." (Quelle: Bayerischer Wald-Verein e.V.). St. Englmar liegt etwa 16 Kilometer nordöstlich der Donau bei Straubing; daher ist ein Zusammenhang der beiden Ereignisse anzunehmen.

Gipfel des Pröller in Straubinger Hand (Bayerischer Wald-Verein e.V., pdf-Datei)

04.07.1929 Neuburg a.d. Donau
Bayern
F2 "In der Richtung Donauwörth - Ingolstadt wütete ebenfalls ein Wirbelsturm, der hunderte von Telegraphenmasten umlegte, hölzerne Masten buchstäblich knickte und sogar Eisenstangen in Kniehöhe abbog. Tausende von Vögeln und viel hundert Stück Wild findet man erschlagen auf. Der in Schwaben angerichtete Schaden wird auf weit über 1 Mio. Rm geschätzt." (Quelle: WZ-Forum und Recherche von Lars Lowinski in den Pressearchiven "Korrespondenzblatt des Kreises Eupen" und "Grenzecho".)

4.07 1929: ein grosser severe weather outbreak (WZ-Forum, 01.02.2002)

04.07.1929 Schönau/Königssee
Bayern
(2 Tote)
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.07.1929: "Auch Bad Reichenhall und Umgebung wurden durch die Unwetter schwer heimgesucht. Ein verheerender Wirbelsturm raste über das Berchtesgadener Land und richtete auch dort allenthalben großen Schaden an.
Am schwersten tobte der Sturm auf dem Königssee und zwar zu einer Zeit, wo fast sämtliche Boote der Königseer Schiffahrt unterwegs waren. Das Motorschiff Hochkaiser, auf dem sich etwa 100 Passagiere befanden, wurde vom Sturm erfaßt und abgetrieben. Das ganze Oberdeck des Schiffes wurde glatt abrasiert. Auf dem Schiff entstand eine Panik. Die Passagiere legten sich auf dem Deck nieder und schrieen um Hilfe. Dank der Umsicht der Schiffsleitung konnte ein größeres Unglück vermieden werden. In schwere Bedrängnis kamen vor allem die kleinen Ruderboote, doch gelang es den meisten, sich doch in Sicherheit zu bringen. Der Berliner Kaufmann Labuhn, der sich mit seiner Frau in einem Kahn befand, versank in den Wellen. Seine Leiche konnte bis jetzt noch nicht geborgen werden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

04.07.1929 Chiemsee
Bayern
W Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.07.1929: "Traunstein, 4. Juli. Heute nachmittag zog über den Chiemgau ein heftiges Unwetter. Die Bäume wurden durch den Sturm wie Streichhölzer geknickt, die Telephonleitungen zerstört, sogar der Eisenbahnverkehr mußte für einige Zeit eingestellt werden. Beladene Heuwagen wurden umgeworfen und in den Dörfern die Dächer fast durchweg abgedeckt. Auf dem Chiemsee herrschten Wirbelstürme, die das Wasser bis 30 Meter hoch stauten." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

04.07.1929 Entringen, Hohenentringen
Baden-Württemberg
F2 "In Entringen und Hohenentringen richtete ein Wirbelsturm großen Schaden an. Der Sturm setzte so plötzlich ein, daß die Landwirte auf dem Felde davon überrascht wurden. Tausende von Dachplatten wurden auf die Straße geschleudert. Menche Häuser sind völlig abgedeckt. Eine neue Scheune stürzte wie ein Kartenhaus zusammen. Über 100 Obst-, Nuss- und Kastanienbäume wurden völlig vernichtet. Ein Dienstmädchen wurde 20-30m durch die Luft getragen! Wie durch ein Wunder kamen Menschen und Tiere jedoch nicht zu Schaden." (Quelle: WZ-Forum und Recherche von Lars Lowinski in den Pressearchiven "Korrespondenzblatt des Kreises Eupen" und "Grenzecho") - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.07.1929: "Schwer mitgenommen wurde durch einen Wirbelsturm die Ortschaft Entringen im O.A. Herrenberg. Hunderte von Dachplatten bedecken die Straßen. Die Kirche wurde schwer beschädigt. Der Sturm riß ganze Reihen von Bäumen nieder. In den Hopfenanlagen wurden die Stangen umgelegt. Großer Schaden wurde auch in den Beständen von Nußbäumen angerichtet. Der Sturm hatte eine derartige Gewalt, daß ein Mädchen zwanzig bis dreißig Meter weit durch die Luft geschleudert wurde. Beladene Heuwagen wurden umgeworfen. Eine große Eiche hinter dem Schloß wurde wie ein Zündholz umgeknickt. Etwa 140 der schönsten Obstbäume wurden vernichtet. Der Schaden an Gebäuden ist sehr groß." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

4.07 1929: ein grosser severe weather outbreak (WZ-Forum, 01.02.2002)

24.05.1929 Elstorf
Niedersachsen
F3 Dieser Tornado richtete in Elstorf im Landkreis Harburg (südwestlich von Hamburg) erhebliche Schäden an. Damals wurden mindestens 22 Gebäude zerstört, viele weitere schwer beschädigt und mehr als 40 Familien wurden obdachlos.

Tornado in Elstorf 1929
Historische Einsätze und Grossschadenfälle (Feuerwehr Elstorf)
Beilage des Meißner Tageblattes am 01.06.1929

24.05.1929 Hove
Niedersachsen
n.bek. In einem Zeitungsartikel aus den Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 27.05.1929 über die Sturmkatastrophe in Elstorf hieß es: "Unwetterschäden im Kreise Jork: Das Gewitter am Freitag nachmittag hat in der ganzen Gegend schwere Flur- und Sachschäden angerichtet. Haselnuß große Schlossen schlugen Blätter, Blüten und Äste von den Bäumen. Ein Blitz traf den Bauernhof von F. Rüsch in Königreich. Das Gewese brannte vollständig herunter. In Hove schlug der Blitz in eine Scheune des Landwirts Lühnen und äscherte sie ein. Ein Wirbelsturm entwurzelte etwa 25 starke Bäume. Eine Frau, die sich an einem der Bäume festhielt, um nicht fortgeweht zu werden, wurde von dem Baum getroffen, als dieser vom Stamm entwurzelt wurde und umstürzte. Die Frau, eine Mutter von 7 Kindern, wurde schwer verletzt. Der Hagelschlag war am stärksten zwischen Ostmoor und Rübke bei Buxtehude, wo die ganze Ernte vernichtet ist."

24.05.1929 Hollenstedt
Niedersachsen
n.bek. In einem Zeitungsartikel aus den Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 27.05.1929 über die Sturmkatastrophe in Elstorf hieß es: "Unwetterschäden im Kreise Jork: Das Gewitter am Freitag nachmittag hat in der ganzen Gegend schwere Flur- und Sachschäden angerichtet. Haselnuß große Schlossen schlugen Blätter, Blüten und Äste von den Bäumen. Ein Blitz traf den Bauernhof von F. Rüsch in Königreich. Das Gewese brannte vollständig herunter. In Hove schlug der Blitz in eine Scheune des Landwirts Lühnen und äscherte sie ein. Ein Wirbelsturm entwurzelte etwa 25 starke Bäume. Eine Frau, die sich an einem der Bäume festhielt, um nicht fortgeweht zu werden, wurde von dem Baum getroffen, als dieser vom Stamm entwurzelt wurde und umstürzte. Die Frau, eine Mutter von 7 Kindern, wurde schwer verletzt. Der Hagelschlag war am stärksten zwischen Ostmoor und Rübke bei Buxtehude, wo die ganze Ernte vernichtet ist."

24.05.1929 Basdahl
Niedersachsen
n.bek. In einem Zeitungsartikel aus den Harburger Anzeigen und Nachrichten vom 27.05.1929 über die Sturmkatastrophe in Elstorf hieß es: "Über die Sturmschäden in der Hollenstedter Gegend ist noch zu berichten: Am Glockenberg fand der Wirbelsturm die ersten Angriffspunkte. Ein Schuppen des Fischers Lohmann, der mit Dachziegeln bedeckt war, wurde z. T. abgedeckt. Am schwersten wurde der Maurer Aldag heimgesucht. Von seinem weichgedeckten Wohnhaus riß der Sturm die gesamte Strohbedeckung herunter und wirbelte sie etwa 100 Meter hoch in die Luft. Außerdem wurde ihm ein eben neu aufgestellter Schuppen vollständig auseinandergerissen und die 20 Zentimeter starken Balken mehrere hundert Meter weit fortgeschleudert. Der Schaden für Aldag ist groß und, - da durch höhere Gewalt entstanden - durch keine Versicherung gedeckt. Man nimmt daher an, daß der Kreis und die Gemeinde ihm helfen werden, den Schaden wieder gut zu machen. Nach dem Übergang über den Bahnkörper fand der Wirbelsturm einen neuen Angriffspunkt in einem metertiefen, mit ausgesuchten Quecken angefüllten Graben. Stellenweise wurde der Graben bis auf den Grund entleert und die Quecken hunderte von Metern in die Luft geschleudert. Am verheerendsten war die Wirkung auf der Tostedter Landstraße. Hier wurden die alten übermannstarken Kirschen- und Birkenbäume wie Streichhölzer geknickt und mit den Wurzeln ausgerissen. Auch die Ehefrau Marquardt wurde hier vom Wirbelsturm überrascht. Sie wollte sich an einem Baum festhalten, doch auch dieser wurde ausgerissen und sie erlitt von dem fallenden Baume anscheinend schwere innere Verletzungen. Das Haus des Postbeamten Wiechern, das vom Rande des Wirbels gestreift wurde, hat durch die Bäume, die auf das Haus stürzten, ebenfalls schwer gelitten. Während es erst aussah, als ob die Windhose sich auf den Ort zu entwickeln wollte, nahm das Naturereignis seinen Weg über den Hofstedter Berg ins freie Feld. Hier ist einem Anbauer eine Kunstdüngermolle entführt, wohin, war bis zur Stunde noch nicht festzustellen. Über dem Hofstedter Berg bildete der Wirbelsturm den Trichter (die Windhose), was ja immer darauf hinweist, daß das Unwetter seinen Höhepunkt überschritten hat. - Alle Einwohner standen auf der Bahnhofstraße und beobachteten das seltene Naturschauspiel, das sich ihnen bot. Wie eine gefügige Masse faßte die Windhose die Wolken und drehte einen Trichter, dessen untere Spitze vielleicht in 500 Meter Höhe lag. Er hatte eine Länge von 5 - 800 Meter und einen oberen Durchmesser von 3 - 500 Meter. Nachdem der höchste Punkt des Hofstedter Berges überschritten war, löste sich die Spitze des Trichters in Wolkenfetzen auf und auf dem Wege nach Holvede zu wurde der Trichter dünner und dünner, um zuletzt nur noch als Band in der Luft zu hängen. Damit war die alles in ihren Bann ziehende Gewalt der Windhose gebrochen. Die hoch- gewirbelten Sand- und Staubmassen sanken wie ein schwarzer Regen auf die Erde nieder. Auf dem Wege nach Holtorf sind ebenfalls viele Vogelbeerbäume ausgerissen und umgeknickt, sodaß insgesamt ungefähr 50 Bäume von dem Sturm vernichtet worden sind. Klar und deutlich führt eine große Birke, die an der Straße zur Holtorfer Heide stand, die furchtbare Gewalt dieser Windhose vor Augen. Der übermannstarke Baum, der wohl nicht von zwei Pferden zu bewegen wäre, ist von der Windhose erfaßt und von der einen Straßenseite auf die andere geschleudert. Große Geistesgegenwart bewies der Rentier Brunkhorst, der an dieser Stelle von der Windhose überrascht wurde, indem er sich der Länge nach in einen Graben warf. Nur diese Geistesgegenwart hat ihn davor bewahrt, in den tosenden Wirbel mit hineingerissen zu werden. - Das Brausen der Lüfte war mehrere hundert Meter weit zu hören."

Jahr 1928 Recke-Püttenbeck
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung der Ibbenbürener Volkszeitung: "An einem Nachmittag des Jahres 1928 gab es ein Gewitter. Die 15-jährige Mia und der achtjährige kranke Hermann waren allein im Haus im Schlafzimmer. Es wurde immer finsterer. Auf einmal, so erzählte Mia, war es im Zimmer feuerrot. Es gab einen fürchterlichen Knall und die Haustür sprang auf. In ihrer Angst riss Mia den kleinen Bruder aus dem Bett und trug ihn ins Wohnzimmer nebenan. Zum Glück war der Heuermann im Stall, eilte herbei und tröstete die Geschwister. Eine Stunde später kamen die Eltern vom Krankenhausbesuch zurück und erschraken beim Anblick des Hauses. Der Ackerwagen war durch eine Windhose umgeworfen worden, mit den Rädern nach oben. Die meisten Dachpfannen waren heruntergefallen und viele Fensterscheiben zerstört. Die beiden Kinder liefen den Eltern entgegen und erzählten, was geschehen war."

24.09.1928 Bargteheide
Schleswig-Holstein
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: Gefährdung von Kernkraftwerken durch Tromben. Bericht des Deutschen Wetterdienstes von G. Jurksch und A. Cappel vom 03. September 1976).

20.09.1928 Warnemünde
Mecklenburg-Vorpommern
W Zweite Wasserhose nordöstlich von Warnemünde und Rosenort (Quelle: H. Markgraf, 1929: Drei Trombenberichte. Ann. Hydr. Marit. Met., 14-19.)

20.09.1928 Warnemünde
Mecklenburg-Vorpommern
W Wasserhose nordöstlich von Warnemünde und Rosenort (Quelle: H. Markgraf, 1929: Drei Trombenberichte. Ann. Hydr. Marit. Met., 14-19.)

Sommer 1928 Region nicht bekannt n.bek. Nichts Näheres bekant (Quelle: F. W. Preuß, 1929: Gewitterschäden, Bd. II. Selbstverlag, Altdamm b. Stettin, 89 S.)

15.08.1928 Bodensee
Baden-Württemberg
W Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 18.08.1928: "Schwerer Sturm auf dem Bodensee. Konstanz, 17. Aug. Am Mittwoch abend wütete auf dem Bodensee ein schwerer Sturm, bei dem verschiedene Schiffe in Seenot gerieten. Das Oberseeschiff, das um 7 Uhr abends in Konstanz fahrplanmäßig ankommt, wurde auf der Höhe zwischen Meersburg und Hagenau von einem Wirbelsturm erfaßt und mehrere Male im Kreise herumgedreht. Der Steuermann und die Maschinen konnten einige Minuten lang dem wütenden Elemente nicht Trotz bieten. Ein anderer Kursdampfer konnte in Staad erst nach dem dritten Versuch landen. Zweimal wurde er vom Landungssteg abgetrieben. Eine mit sechs Insassen besetzte Jolle kenterte vor dem Jachthafen von Ueberlingen und alle Insassen, darunter auch Damen, fielen ins Wasser. Sie konnten sich aber am Boot festhalten und wurden gerettet." - Aus einer weiteren Meldung: "Friedrichshafen, 16. Aug. Mittwoch abend 6 Uhr ging ein furchtbarer Gewittersturm über den See und die hiesige Stadt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg). Es folgen Berichte über die Notlandung eines Flugzeuges in Friedrichshafen sowie ein gekentertes Boot, dessen Insassen gerettet wurden.

15.08.1928 Dietfurt a.d. Altmühl
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 18.08.1928: "Dietfurt, 18. Aug. Eine Windhose über der Oberpfalz. Am Mittwochabend wurde der südwestliche Teil der Oberpfalz von einem windhosenartigen Orkan heimgesucht. In Hemau wurden Dächer abgedeckt und viele Bäume geknickt. In Beratzhausen wurde Brandleider Beitz das Hilfsdach von seinem Hause gerissen und die vordere Giebelseite des abgebranten Neubaues eingeworfen. Am schwersten betroffen wurde das Städtchen Dietfurt a. A. Hier wurde die große Maschinenhalle Wittl auf einer Breite von 10 Meter völlig abgedeckt. Durch das einstürzende Mauerwerk wurden die darin stehenden Dreschmaschinen vollständig zertrümmert. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Schaden beträgt mehr als 10 000 Mark. Auch in der Gegend von Töging brach der Sturm viele Bäume. Besonders die Obstgärten wurden in den betroffenen Gebieten schwer geschädigt."

15.08.1928
Verdacht
Hemau, Beratzhausen
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 18.08.1928: "Dietfurt, 18. Aug. Eine Windhose über der Oberpfalz. Am Mittwochabend wurde der südwestliche Teil der Oberpfalz von einem windhosenartigen Orkan heimgesucht. In Hemau wurden Dächer abgedeckt und viele Bäume geknickt. In Beratzhausen wurde Brandleider Beitz das Hilfsdach von seinem Hause gerissen und die vordere Giebelseite des abgebranten Neubaues eingeworfen. Am schwersten betroffen wurde das Städtchen Dietfurt a. A. Hier wurde die große Maschinenhalle Wittl auf einer Breite von 10 Meter völlig abgedeckt. Durch das einstürzende Mauerwerk wurden die darin stehenden Dreschmaschinen vollständig zertrümmert. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Schaden beträgt mehr als 10 000 Mark. Auch in der Gegend von Töging brach der Sturm viele Bäume. Besonders die Obstgärten wurden in den betroffenen Gebieten schwer geschädigt."

04.08.1928 Mistelbach, Bayreuth
Bayern
F3 Zwischen 21:30 und 22:30 Uhr MEZ richtete ein Tornado erhebliche Schäden im Bereich Glashütten - Mistelbach - Saas - Bayreuth an. Tausende Bäume stürzten um, darunter ganze Waldstücke. Außerdem wurden sehr viele Dächer abgedeckt, an einzelnen Gebäuden stürzten auch massive Mauern ein und vereinzelt fielen Scheunen komplett zusammen. Weitere Schäden gab es u.a. zwischen 18 und 19 Uhr im Raum Ansbach, in Bamberg, bei Hollfeld und gegen 22 Uhr in Weidenberg (östlich von Bayreuth). Ob hier weitere Tornados auftraten oder Gewitterböen für die Schäden verantwortlich waren, ist derzeit nicht bekannt.

Unwetter am 4. August 1928 (Oberfranken-Wetter)
Teileinsturz eines Kamins (Malzfabrik Weyermann)

04.08.1928 Gaustadt, Bamberg
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung des Bayreuther Tagblattes (heute: Nordbayerischer Kurier) vom 06.08.1928: "Die alte historische Stadt Bamberg und Umgebung wurde in der Nacht zum Sonntag von einem Unwetter heimgesucht, das in seiner Größe und Gewalt gewöhnlich nur in Amerika oder in tropischen Ländern vorzukommen pflegt. Mit ungeheurer Wucht setzte am Samstag nachts ein heftiger Sturm ein, begleitet von Hagelschauer, Blitz und Donner. Innerhalb kurzer Zeit hatte das entfesselte Element alle Bäume, die schönen Stadtanlagen von Bamberg, die berühmten Gärtnereien, die noch auf den Feldern stehende Ernte vollständig vernichtet. Der Schaden beläuft sich auf eine Million Mark. Das Stadion mit den Verkaufsbuden bietet ein Bild grauenhafter Verwüstung. Der in der Nähe von Bamberg gelegene Bruderwald ist wie durch heftiges Artilleriefeuer vollständig niedergelegt worden. Bäume von eineinhalb Meter Durchmesser wurden geknickt wie Streichhölzer. In der Stadt selbst ist fast kein Haus ohne Schaden geblieben. Die Straßen sind von herabgeschleuderten Ziegeln, Fensterscheiben, Mauerwerk vollständig übersät, sogar mehrere Fabrikschlöte wurden geknickt und umgeworfen, Dächer wurden abgedeckt und meterweit geschleudert. Die Zollscheune wurde vom Sturme vollständig zertrümmert. In der Schuhfabrik Ranz wurden Steinmauern auf eine Länge von 15 Meter umgeworfen. Der berühmte Naturgarten der Stadt, das beliebte und geheiligte "Bamberger Hain", ist völlig verwüstet. Die stärksten Eichenstämme sind auf hunderte Meter niedergelegt und bieten ein grauenhaftes Bild der Verwüstung. Reichswehr, Landespolizei, Feuerwehr und Sanitätskolonnen hatten die ganze Nacht hindurch zu tun, um die Verwüstungen beiseite zu schaffen. Alle Zufahrtsstraßen nach Bamberg sind durch umgestürzte Bäume gesperrt.
Bamberg, 6. Aug. Hier wurden sechs Personen in das Krankenhaus eingeliefert, die durch das Unwetter Verletzungen erlitten hatten. Der Bamberger Oberbürgermeister, der sich zur Zeit in Urlaub befindet, wurde telegraphisch zurück gerufen. Der Löwensteg, eine Verbindungsbrücke aus Holz und Beton, über die Pegnitz wurde vom Sturm vollständig niedergerissen."

Tornado in Bamberg am 04.08.1928

04.08.1928 Neustadt/Aisch
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung des Bayreuther Tagblattes (heute: Nordbayerischer Kurier) vom 07.08.1928: "Neustadt a. Aisch, 6. Aug. Ein starker Wirbelwind verbunden mit Hagelschlag richtete am Samstag Abend zwischen 1/2 7 und 7 Uhr in der Stadt und der Umgebung großen Schaden an. Eisstücke von Faustgröße sausten herab und zertrümmerten unzählige Fensterscheiben. Im Rathaus zu Neustadt ist kein Fenster mehr ganz. Das geschnittene Getreide wurde auf dem Felde ziemlich ausgedroschen. Auch der Hopfen, sowie die Obsternte haben schwer gelitten. Einige Kinder wurden durch Hagelschlossen verletzt."

31.07.1928 Klein Gottschow
Brandenburg
n.bek. Datum nicht sicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 01.08.1928: "Schwere Unwetterschäden in der Priegnitz. Priegnitz, 1. Aug. Ein schweres Unwetter richtete in dem zwischen Perleberg und Pritzwalk gelegenen Gebiet großen Schaden an. Besonders hart getroffen wurde das Dorf Klein-Gottschow. Starke Bäume wurden durch einen Wirbelsturm entwurzelt und versperrten die Landstraßen. Die Obsterne ist durch Hagel und Sturm fast völlig vernichtet. Auch das Getreide hat sehr gelitten."

28.07.1928 Schweicheln
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 31.07.1928: "Ein Wirbelsturm deckt 20 Häuser ab. Sonnabend mittag wurde die Gemeinde Schweicheln an der Strecke Herford-Löhne-Hannover von einer Windhose heimgesucht, die in Begleitung eines Gewitters hereinbrach. Hunderte von alten Bäumen wurden entwurzelt. Der schwerste Schaden wurde in der Gemeinde selbst angerichtet, wo über 20 Häuser völlig abgedeckt wurden. In verschiedenen Häusern stürzten infolge des zugleich niedergehenden wolkenbruchartigen Regens die Decken ein, doch wurde niemand verletzt. Auch auf den Feldern wurde großer Schaden angerichtet." - Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.08.1928: "Ein Wirbelsturm deckt 20 Häuser ab. Die Gemeinde Schweicheln an der Strecke Herford-Löhne-Hannover wurde von einer Windhose heimgesucht, die in Begleitung eines Gewitters hereinbrach. Hunderte von alten Bäumen wurden entwurzelt. Der schwerste Schaden wurde in der Gemeinde selbst angerichtet, wo über 20 Häuser völlig abgedeckt wurden. In verschiedenen Häusern stürzten infolge des zugleich niedergehenden wolkenbruchartigen Regens die Decken ein, doch wurde niemand verletzt. Auch auf den Feldern wurde großer Schaden angerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

28.07.1928
Verdacht
Konstanz
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 02.08.1928: "Der Wirbelsturm am Bodensee
Konstanz, 2. Aug. Wie erst jetzt bekannt wird, hat der Wirbelsturm am Samstag abend auch in den schweizerischen Ortschaften des Bodensees erheblichen Schaden angerichtet. So wurden Dächer abgedeckt, Kamine umgestürzt und stärkste Bäume entwurzelt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) Wegen der Nähe zu Deutschland und der Formulierung der Meldung ("auch in den schweizerischen...") besteht dieser Tornadoverdacht.

27.07.1928 Erfurt
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 30.07.1928: "Erfurt, 30. Juli. Sturm und Feuer. Am Freitag in der siebenten Abendstunde brauste über die Stadt als Vorläufer eines heftigen Gewitters ein starker Sturm, der sich auf dem Friedrich Wilhelmplatz zu einer wahren Windhose entwickelte, die Staub und kleine Kiesel aufwirbelte und die vor dem Zirkus versammelte Volksmenge in die Flucht trieb. Starke Aeste wurden von den Bäumen abgerissen und weithin durch die Straßen gefegt."

27.07.1928
Verdacht
Auggen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 31.07.1928: "Auggen, 30. Juli. Dem am Freitag abend niedergegangenem Gewitter ging ein Sturm voraus, der sich fast zum Orkan steigerte. Auf dem Felde wurde die auf dem Boden liegende Frucht zum Teil weite Strecken fortgenommen und zu Wellen zusammengedreht. Mehrere hochbeladene Fruchtwagen wurden umgeworfen und das Getreide wirbelte vermischt mit den grauen Staubwolken wie eine Windsbraut in der Luft herum." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

06.07.1928 Oderwitz
Sachsen
n.bek. "1928 wurden am 6. Juli durch eine Windhose im Niederdorf viele Bäume vernichtet." (Quelle: Gemeinde Oderwitz)

Oderwitzer Nachrichten (Gemeinde Oderwitz)

06.07.1928 Jena
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 09.07.1928: "Wirbelsturmschäden in Jena. Jena, 7.Juli. Der Gewittersturm, der am Freitagnachmittag über die Stadt Jena hinwegbrauste, hat im Stadtteil Jena-Ost ein im Bau begriffenes Wohnhaus, das bereits aufgerichtet war, wie ein Kartenhaus zusammengeworfen. Das gleiche Schicksal bereitete der Sturm dem nach dem Brande zu Anfang dieses Jahres wieder aufgerichteten, aus Holzfachwerk bestehenden städtischen Blechwalzwerk an der Saale. Hierbei wurde ein Pferd erschlagen und der Kutscher leicht verletzt. Uebel erging es auch einem Kraftwagenführer am Lutherplatz. Von der Allee vor dem Universitätsgebäude riß der Sturm mehrere starke Aeste ab und warf sie auf die Kraftdroschke, die erheblich beschädigt wurde. Der Chauffeur mußte im Krankenhaus aufgenommen werden, wo er sich inzwischen wieder erholt hat. Der Schaden, der an den Dächern angerichtet wurde, ist beträchtlich."

06.07.1928 Tambach-Dietharz
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 09.07.1928: "Unwetter in Thüringen. Erfurt, 7.Juli. Ueber den südlichen Teil Mitteldeutschlands gingen am Nachmittag des Freitag unter starker Verfinsterung des Himmels allenorten ziemlich schwere Gewitter mit starkem Regen nieder. Telephon- und Radioverkehr waren für längere Zeit unterbrochen. Besonders schwer wuerde die Gegend um Tambach-Dietharz heimgesucht, wo der Sturm die Dächer verschiedener Fabriken und Wohnhäuser abdeckte. Ein großer Teil einer Pappenfabrik wurde in die Luft gehoben und das 120 Zentner schwere Dach 80 Meter weit fortgeschleudert. Bäume von 40 Ztm. Stärke wurden wie Streichhölzer geknickt."

06.07.1928 Arnstadt
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 09.07.1928: "Auch über die Gegend von Arnstadt brauste eine Windhose und entwurzelte starke Bäume. In Dornheim wurde eine 60jährige Frau vom Blitze erschlagen, in ...stedt (Unstrutthal) ein Mann, der unter einem Baume Schutz gesucht hatte."

06.07.1928
Verdacht
Bad Salzungen
Thüringen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 09.07.1928: "Bad Salzungen, 9.Juli. Sturmschäden. Bei einem in der Salzunger Gegend wütenden orkanartigen Sturm wurden auf dem Pleß alte Baumriesen entwurzelt und an den Straßen nach Immelborn und Barchfeld Bäume quer über die Straße geworfen. Bei Breitungen wurde eine Feldscheune abgedeckt und zusammengedrückt."

04.07.1928 Berlin n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.07.1928: "Ein schweres Unwetter wütete durch ganz Mitteldeutschland und richtete auch in der Reichshauptstadt großen Schaden an. Der Berlin-Tempelhofer Flughafen wurde besonders in Mitleidenschaft gezogen. Die Windhose zerstörte völlig die Ostflughalle, die in zwei Teile zerriß. Viele Flugzeuge erlitten Havarien. Unser Bild zeigt eine startbereite Verkehrsmaschine der Luft-Hansa, die durch die Gewalt des Windes auf den Rücken geworfen und stark beschädigt wurde." - Aus einer weiteren Bildunterschrift derselben Ausgabe: "Die riesigen Bäume des Tiergartens, die vom Orkan umgelegt und quer über die Charlottenburger Chaussee geworfen wurden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Aus dem Journal de Genève vom 05. Juli 1928: "Un cyclone sur Berlin et violents orages en Prusse et dans le Harz - Berlin, 4 juillet. Mercredi, entre 14 et 15 heures, un cyclone de courte durée, mais d'une rare violence, a sévi sur Berlin, causant des dégâts considérables. Des toits furent emportés et des arbres déracinés. Tous les corps de sapeurs-pompiers furent alertés. A l'aérodrome de Tempelhof, le toit d'un hangar fut enlevé et les débris qui tourbillonnaient endommagèrent un aéroplane. Dans toute la ville retentissaient les signaux d'appel des automobiles du service du feu, roulant à toute allure. L'ouragan a causé des dégâts dans toute la ville. Près de la gare de la Friedrichstrasse, quelques passants ont été blessés par un arbre déraciné. Dans le sud-est, une femme a été grièvement blessée par des pots de fleurs tombés d'une fenêtre. Un couvreur qui travaillait sur une toiture fut enlevé comme un fétu de paille et projeté sur la chaussée, où il resta étendu, les membres fracassés. Le trafic sur la chaussée de Charlottenbourg a été, par instants, entièrement paralysé par les volets qui pleuvaient sur l'asphalte. Pendant l'orage, la vitesse du vent a atteint 60 km. à l'heure. Les dégâts ont provoqué la suspension d'une partie du service des tramways. A la Braunburgerstrasse, une colonne de la ligne électrique des tramways s'est abattue sur l'autobus. Plusieurs personnes ont été plus ou moins grièvement blessées." (recherchiert von François Paul)

04.07.1928
Verdacht
Ludwigshafen
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 05.07.1928: "Ludwigshafen, 5.Juli. Schweres Unwetter über der Vorderpfalz. In den frühen Morgenstunden ging über der Vorderpfalz ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen nieder, das auf den Feldern großen Schaden anrichtete. Verschiedentlich wurden Dächer abgedeckt und Bäume in großer Anzahl entwurzelt. Die Fernsprechverbindungen waren teilweise unterbrochen. Auch in Mannheim und Umgebung hat das Unwetter stark gewütet. In der Nähe von Mannheim wurde ein 20 Meter langer und 12 Meter hoher Tabakschuppen umgeworfen." - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.07.1928: "Unwetter Mannheim, 4. Juli. Ein halbstündiges sehr schweres Gewitter ging heute morgen gegen 4 Uhr über das Gebiet der Stadt Mannheim nieder, dem um 6 Uhr morgens ein nicht minder schweres Gewitter folgte. Die Unwetter waren von heftigem Sturm begleitet, der viele Ziegel von den Dächern riß und in den Anlagen umfangreiche Schäden verursachte. Viele Fensterscheiben wurden von dem heftigen Sturm eingedrückt. Auf dem Straßenheimerhof in Sandhofen stürzte ein Tabakschuppen von 120 Meter Länge ein. Auf dem Schützenfestplatz wurde die große Zelthalle schwer beschädigt, mehrere kleine Buden wurden zusammengedrückt. Auch in der Umgebung von Ludwigshafen wurden besonders in den Telephonleitungen große Zerstörungen angerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

04.07.1928 Bad Grund
Niedersachsen
(1 Tote, viele Verletzte)
n.bek. "Eichelberg-Pavillon am Eichelberg: Am 4. Juli 1928 wurde der Kurort von einem schweren Unwetter heimgesucht. Eine Windhose brauste durch das Tal und legte auf dem Gittelder Berg und Eichelberg etwa 5.000 Festmeter Holz um. Mit roher Gewalt wurde der Eichelberg-Pavillon zerschmettert und den Steilhang hinab geschleudert." (Quelle: Eichelberg-Pavillon auf Trenkners Höhe). Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 05.07.1928: "Ein Toter und ein Schwerverletzter im Harz. Das westliche Harzgebiet, das unter der Bezeichnung Oberharz zusammengefasst wird, wurde am Mittwochvormittag von einem schweren Unwetter heimgesucht. Die Schlechtwetterfront, die von Westen angetrieben wurde, setzte sich in breiter Front vor dem Brockengebiet fest und richtete stellenweise sehr großen Schaden an. Sehr großen Schaden richtete der Sturm in Bad Grund an. Dort wurde das Dach eines Pavillions vom Sturm emporgehoben und zur Erde niedergeschlagen, wo es einen Passanten traf. Eine Frau getötet und ein Herr schwer verletzt. Nach vermißten Gästen wird gesucht. Man rechnet mit einer größeren Anzahl Leichtverletzter. Auch in Clausthal-Zellerfeld riß der Sturm schwere Bäume um und beschädigte mehrere Häuser. Schwere Blitzschläge trafen in Wildermann ein Haus, so daß die Feuerwehren der Nachbarorte mobil gemacht werden mußten. Die Hilfsaktionen wurden durch gestörte Fernsprechverbindungen ge.... (?), da die Drähte durch Wildbrüche im Walde gerissen waren. Das Unwetter war von wolkenbruchartigem Regen begleitet, der die Harzgewässer in kurzer Zeit zu reißenden Gebirgsbächen anwachsen ließ. Das Unwetter dauert in unverminderter Heftigkeit etwa eine Stunde. Es wird mit großen Schäden gerechnet." Bad Grund liegt im Norden des Kreises Osterrode. - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.07.1928: "In Bad Grund im Harz hat der Orkan zahlreiche Häuser zerstört. Eine Gothaer Dame wurde getötet, zahlreiche Personen verletzt. Die sofort alamierte Feuerwehr sucht die Wälder ab, da noch mehrere Kurgäste vermißt werden. Die Kurverwaltung in Bad Grund, die sofort Rettungsmaßnahmen einleitete, hat sämtliche Veranstaltungen dieser Woche abgesagt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

04.07.1928 Bitterfeld
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 05.07.1928: "Große Schäden im Bitterfelder Bezirk. Aus Bitterfeld wird gemeldet: Am Mittwoch gegen 12 Uhr wurde Bitterfeld von einer starken Windhose in Verbindung mit einem Wolkenbruch heimgesucht, durch die erheblicher Schaden angerichtet wurde. Besonders gelitten haben Teile des Ratswalles, wo starke Bäume an der Birngärtenwiese entwurzelt, Kronen abgebrochen und Dächer beschädigt wurden. In der Röhrenstraße riß vor der katholischen Volksschule eine Starkstromleitung. Auch dort wurden starke Baumkronen wie Glas abgesplittert und Bäume entwurzelt. Erheblich litt auch der Garten der Schule. Vom Gebäude selbst wurde ein Turmaufsatz emporgehoben und weggewirbelt. Glücklicherweise kamen dadurch ebensowenig wie durch abgerissene Dachziegel, Dachfenster usw. Menschen zu Schaden. In der Lindenstraße wurden ebenfalls Bäume vollständig entwurzelt. Von einem Hause in der Steinstraße wurde das Dach abgedeckt. Bei der Sägemühle in der Röhrenstraße wurde ein großer Holzstapel von der Windhose umgerissen. Erheblich war auch der Schaden, der in dem Teil Windmühlenstraße - Ecke Bismarckstraße angerichtet worden ist. Die Verwüstungen in den Birnengärten sind ebenfalls mannigfaltig. Bei der Störungsstelle des Telephonamtes lagen von etwa 30 Teilnehmern Störungsmeldungen vor. Die Leitungen mußten vorübergehend ausgeschaltet werden. Die meisten dieser Anschlüsse befinden sich im Stadtgebiet Bitterfeld. In der Umgebung wurde verschiedentlich schwerer Schaden angerichtet. So liegen aus Pouch Nachrichten vor, nach denen dort Häuser zum Teil vollständig abgedeckt wurden. Große Bäume wurden wie Streichhölzer geknickt. Massenhaft wurden Baumkronen abgebrochen. Die Lichtleitung ist zerstört, während die Telegraphenleitungen nicht beschädigt worden sind."

04.07.1928 Wernigerode
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 05.07.1928: "Wirbelsturmschäden
Wernigerode, 4. Juli. (WTB.)
Heute vormittag nach 11 Uhr setzte ein furchtbarer Wirbelsturm ein, eine Windhose und eine Regenhose wüteten zugleich vom Brocken bis Wernigerode. In etwa 6 Minuten war die Katastrophe zu Ende. Eine Anzahl Dächer wurden abgehoben und fortgeschleudert. In verschiedenen Hotels in der Umgebung der Stadt wurden eiserne Geländerstangen zerschlagen, Stühle und Tische weit weggeschleudert. Auf dem Flugplatz hatte man ein gerade angekommenes Verkehrsflugzeug, nachdem Pilot und Fahrgäste ausgestiegen waren, fest verankert. Die Windhose riß das schwere Flugzeug hoch in die Luft und schleuderte es wieder zur Erde, sodaß es stark beschädigt wurde. Schwerer Schaden wurde auch in den Wäldern angerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

09.06.1928 Nenndorf
Niedersachsen
n.bek. "Nenndorf (bei Wittmund): WILFRIED JANßEN, Katastrophen gab es schon immer. Von Windhose vernichtete am 9. Juni 1928 das landwirtschaftliche Anwesen von Hinrich Peters. Bericht von HERMANN ZEUSKE in der Utteler Schulchronik; Artikel im „Harlinger“. Verwüstetes Gehöft Peters. Repro: E. EICHENBAUM, 25. Nov. 05" (Quelle: Anzeiger für Harlingerland, "aus Anlass des 60-jährigen Bestehens unserer Beilage „Friesische Heimat“" am 22.12.2009, weitere Quelle: Janßen, Wilfried: Katastrophen gab es schon immer: Windhose vernichtete 1928 das landwirtschaftliche Anwesen von Hinrich Peters in Nenndorf. Wittmund: Mettcker in Friesische Heimat, No. 15, 2005). Nenndorf liegt im Landkreis Wittmund in Ostfriesland.)

17.02.1928 Bad Lauterberg
Niedersachsen
n.bek. Aus dem Journal de Genève vom 18. Februar 1928: "De Berlin, le 17 février: Dans le Lüttertal, près de Bad-Lauterberg (Harz du Sud), une trombe a causé de graves dégâts. Les conduites à haute tension et tout ce qui se trouvait dans la zone du tourbillon ont été détruits." - Übersetzung: "Berlin, den 17. Februar: In der Nähe vom Lüttertal, bei Bad Lauterberg (Südharz), richtete ein Tornado schwere Schäden an. Die Hochspannungsleitungen und alles, was im Bereich des Wirbels war, wurden zerstört." (recherchiert von François Paul)

11.02.1928 Darmstadt
Hessen
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: Gefährdung von Kernkraftwerken durch Tromben. Bericht des Deutschen Wetterdienstes von G. Jurksch und A. Cappel vom 03. September 1976). - In der Nacht vom 10. zum 11. Februar 1928 wurden im Rahmen eines großräumigen Wintersturmes in vielen Landesteilen Deutschlands Gewitter mit heftigen Böen beobachtet. Dabei können durchaus weitere Tornados aufgetreten sein.

10.02.1928 "Westdeutschland"
Nordrhein-Westfalen
F1 Nichts Näheres bekannt (Quelle: F. W. Preuß, 1929: Gewitterschäden, Bd. II. Selbstverlag, Altdamm b. Stettin, 89 S. - In der Nacht vom 10. zum 11. Februar 1928 wurden im Rahmen eines großräumigen Wintersturmes in vielen Landesteilen Deutschlands Gewitter mit heftigen Böen beobachtet. Dabei können durchaus weitere Tornados aufgetreten sein.

Jahr 1927 Gunsleben
Sachsen-Anhalt
n.bek. "1927 hauste in unserer Gegend ein furchtbares Gewitter. Eine Windhose riß am Rötegraben in der Feldmark nach Gunsleben 53 große Pappeln um, und zwar 30 westlich und 23 östlich der Gunslebener - Aderstedter Chaussee." (Quelle: Gemeinde Aderstedt am Huy). Gunsleben liegt im Landkreis Börde im westlichen Sachsen-Anhalt.

Tornado bei Gunsleben (Skywarn)
Geschichtlicher Überblick über Aderstedt (Gemeinde Aderstedt am Huy)

Sommer 1927
Verdacht
Katensen
Niedersachsen
n.bek. "Sommerlicher Gewittersturm schädigt die Gegend von Katensen, Diesten, Beckedorf, Hermannsburg und Baven in der Lüneburger Heide schwer" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976).
27.07.1927
Verdacht
Dehmke
Rheinland-Pfalz
n.bek. "Am 27. Juli gibt es ein Unwetter, wie es von den ältesten Leuten noch nicht erlebt wurde. Einem Wirbelsturm fallen ungefähr 100 Obstbäume und 100-200 Festmeter schönsten Buchenbestandes zum Opfer. Einem armen Arbeiter deckt der Sturm das ganze Hausdach ab. Ein Landwirt will während des Unwetters sein Scheunendach abdichten, wird aber vom Sturm erfasst und vom Dach heruntergeworfen, dass er besinnungslos liegen bleibt. Zum Glück sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich." (Quelle: Die Oberahrer Schule (Oberahr.de). Oberahr liegt im Westerwald.

Verdachtsfall Oberahr (Skywarn)

17./18.06.1927 Berlin n.bek. Nach Recherchen von Raymund Windolf (1997, 1998) trat dieser Tornado nachts auf. - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 19.06.1927: "Schweres Unwetter. Kurz nach 3 Uhr heute früh gingen in Berlin mehrere schwere Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigen Regenfällen nieder, die an verschiedenen Stellen der Stadt Überschwemmungen verursachten." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

17./18.06.1927 Presseck
Bayern
F3 In der Nacht vom 17. zum 18. Juni zerstörte ein Tornado das Schützenhaus in Presseck. Mehr in der Chronik der Priv. Schützengesellschaft 1834 Presseck: "Das Schützenhaus wird bei einem schweren Unwetter in der Nacht vom 17. zum 18. Juli schwer beschädigt, das Dach fast vollständig abgedeckt. In einer Zeitung finden wir unter dem 18. Juni 1927 folgende Notiz: "Einen ganz enormen Schaden richteten die in vergangener Nacht über unsere Höhen gezogenen Gewitter an ... Am fürchterlichsten gehaust hat es an unserem Schützenhaus auf dem nahegelegenen Knock. Von einer Windhose oder vielleicht auch von einem sog. kalten Blitzstrahl wurde die Ostgiebel Seite des Hauses eingedrückt oder eingeschlagen. Der riesige Sturm erfasste einen Teil des Daches und schleuderte die Dachbeschallung mit dem Schiefer samt 15-18 cm starken Balken frei in der Luft mit solcher Wucht über die Längsseite des Übrigen Dachteils, dass der Stamm der am Haupteingang des Schießhauses vor dem Balkon stehenden, 1871 gepflanzten Friedenseiche vom Giebel bis auf Meterhöhe vom Boden zersplittert wurde. Ein Teil des abgerissenen Daches liegt halbwegs von der Bezirksstrasse zum Schiesshause auf freiem Platz der Anlagen, der andere Teil links vom Schützenhause auf dem Hasenstandhäuschen. Die Verwüstung ist mit Worten nicht zu schildern."".

17.06.1927 Meppen
Niedersachsen
n.bek. Nach Recherchen von Raymund Windolf (1997, 1998) trat dieser Tornado auf.

17.06.1927 Gräfenthal, Probstzella
Thüringen
F2 Nach Recherchen von Raymund Windolf (1997, 1998) trat dieser Tornado auf. - Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 20.06.1927: "Probstzella, 18. Juni. Unwetterverheerungen - 5000 Bäume umgeknickt. Das in der letzten Nacht hier tobende Unwetter hat besonders zwischen Probstzella und der Brauerei Falkenstein Verheerungen angerichtet. Es wurde eine große Waldfläche mit etwa 4-5000 Stämmen, bis zu 50 Ztm. stark, entwurzelt bzw. abgebrochen. Im Saalfeld sind verschiedene Blitzschläge zu verzeichnen; viele Bäume sind umgestürzt; man konnte desöfteren Kugelblitze beobachten. In Rudolfstadt sind die Keller größtenteils unter Wasser gesetzt. Mehrere Telegraphenmasten fielen auf die Bahngleise nach Jena, wodurch Zugverspätungen eintraten."

02.06.1927
Verdacht
Parchim
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Im Katalog der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern finden sich Hinweise auf ein schweres Unwetter in Parchim: "Fabrikschornstein durch Unwetter gebrochen: 1927 zwei Zeitungen in Parchim" (Otto Köhncke - In: Schweriner Volkszeitung, Bd. 57 (2002), 250(26./27.10.02), S.16) und "Ein fürchterliches Unwetter fegt über die Stadt: in der "Norddeutschen Post" geblättert und dabei alte Erinnerungen aus der Kindheit wachgerufen." (Otto Köhncke. - In: Schweriner Volkszeitung, Bd. 57 (2002), 244(19./20.10.02), S.16). Auch in der Wiener Reichspost vom 04.06.1927 wird über ein schweres Unwetter in der Region berichtet. "Heute wurde in den frühen Nachmittagsstunden auch das südliche Mecklenburg in großer Ausdehnung von einem orkanartigen Unwetter heimgesucht, das mit Hagelschlägen und Wirbelwinden verbunden war. Nähere Nachrichten liegen bis jetzt aus Parchim vor, während nach den Städten Plau, Malchow und Kaen die Telephonleitungen unterbrochen sind. In Parchim wurden von dem Sturm Fabrikschornsteine umgestürzt, die mit lautem Getöse zusammenfielen. Viele Dächer sind beschädigt. Schwere Regengüsse füllten die Straßen mit großen Wassermengen, welche oft tief in die Keller und in niedriggelegene Stuben drangen. Durch große Hagelschloßen wurden zahlreiche Fensterscheiben eingeschlagen. Arg gehaust hat der Sturm in den städtischen Anlagen und im Park des Krankenhauses von Parchim. Eine große Anzahl von Bäumen ist geknickt." Quelle: Lars Lowinski, Feedback bei TorDACH.
02.06.1927 Denzingen, Günzburg
Bayern
F2 "Ein von einem Gewitter begleiteter Wirbelsturm knickte heute Nachmittag die dicksten Bäume wie Streichhölzer, schleuderte Äste über hundert Meter weit fort und riß den Schornstein der Maschinenfabrik Günzburg um, der das Dach vollständig durchschlug. Der etwa 23 Meter hohe Wasserkühlturm der Fabrik wurde ebenfalls umgelegt. In Denzingen wurde eine Scheune vollständig zusammengedrückt und das Vieh unter den Trümmern begraben. Die Feuerwehr Günzburgs mußte die Straßen freimachen. Die Staatsstraße nach Dillingen ist gesperrt, weil hunderte Bäume und Telegraphenstangen auf der Erde liegen. Etwa 20 Minuten lang fielen taubeneigroße Hagelkörner. Die Stadt Günzburg ist noch ohne Licht (...)." Quelle: Lars Lowinski, Feedback bei TorDACH, Recherche von Lars Lowinski in den Pressearchiven "Korrespondenzblatt des Kreises Eupen" und "Grenzecho". - Ebenso aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 03.06.1927: "Günzburg, 2. Juni (WTB.) Ein von Gewittern begleiteter Wirbelsturm knickte heute nachmittag die stärksten Bäume wie Zündhölzer um, schleuderte die Aeste über 100 Meter und riß den Schornstein der Maschinenfabrik Günzburg um, der das Dach der Fabrik vollständig durchschlug. Der etwa 25 Meter hohe Wasserkühlturm der Fabrik wurde ebenfalls umgelegt. In Denzingen wurde ein Stall vollständig zusammengedrückt und das Vieh unter den Trümmern begraben. Die Feuerwehr mußte die Straßen freimachen. Die Stadtstraße nach Dillingen ist polizeilich gesperrt, weil hunderte von Bäumen und Telegraphenstangen auf der Straße liegen. Etwa 20 Minuten lang fielen taubeneigroße Hagelkörner nieder. Die Stadt Günzburg ist ohne Licht und Kraft. Menschenleben kamen nicht zu Schaden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

01.06.1927 Gresse
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. Datum unsicher, eventuell am 02.06. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.06.1927: "Schwere Unwetter bei Boizenburg. Nach zwei schweren Gewittern in der Umgebung von Boizenburg deckte ein Wirbelsturm in Gresse zahlreiche Dächer ab, von denen eines bis 100 Meter weit ins Feld geschleudert wurde. Alte Bäume wurden wie Streichhölzer umgeknickt. Ein Bauer wurde durch einen herabstürzenden Balken erdrückt. Der Schaden beläuft sich auf mehrere 100 000 Mark."

01.06.1927 Esche
Niedersachsen
F3 Mehrere Häuser wurden komplett zerstört. Betroffen war auch Hoogstede-Scheerhorn: "Am 1. Juni ist durch einen Wirbelsturm großen Schaden angerichtet. In der Nachbargemeinde Esche wurden verschiedene Bauernhäuser dem Erdboden gleichgemacht. Scheerhorn und Berge sind teilweise noch schwer geschädigt worden. Das Wohnhaus der Witwe Albers in Berge wurde abgedeckt, die Scheune umgerissen. Die Höfe von Kuiper, Keute und Engbert wurden arg mitgenommen. Schwere Bäume wurden wie Strohhalme geknickt, abgedreht oder auf die Häuser gedrückt. Die Waldungen im Berger Feld wurden teilweise vernichtet, so von Große Lambers, Berge, Alferink und Lahmann, Scheerhorn. In Scheerhorn sind die Heuer-mannshäuser von Hatger und Lahmann stark beschädigfi worden. Bei Nyenhuis nahm der Sturm seinen Weg über den Hof riss alle ihm im Wege stehende Bäume um, dann ging er weiter und beschädigt die Kötterei von Thys noch schwer. Im Scheerhorner Bruch ging der Wirbel hoch und hatte seine Wirkung verloren." (Quelle: Chronik der Schulgemeinde Scheerhorn Berge)

Tornado in Esche am 01.06.1927

01.06.1927 Auen-Holthaus
Niedersachsen
F4 In Auen und Holthaus bei Lindern sowie in Vrees tobte dieser verheerende Tornado. Mindestens 10 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, einige davon schwer. Da die Bahn sonst sehr lang wäre, könnte es sich hier auch um zwei starke Tornados handeln. Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.06.1927: "Häusereinsturz in Oldenburg. Nach einer Meldung aus Oldenburg wurden die Bauernschaften Auen und Holthaus bei Lindern von einer Windhose schwer heimgesucht. Die 27 Häuser von Auen wurden vollständig niedergelegt, dabei wurden acht Personen erheblich verletzt. In Holthaus wurden sieben Häuser und in Lindern ein Haus vernichtet, zwei Personen wurden verletzt. Die Chausseebäume wurden von dem Sturm teilweise niedergelegt, teilweise von ihrer Borke vollständig entschält."

Denkmäler in Auen-Holthaus
Bericht bei Mark Vornhusen
Fotos von Denkmälern (Mark Vornhusen)
01.06.1927: Auen (Emsland) Bilddokumentation (Skywarn)

01.06.1927 Schepsdorf, Lingen
Niedersachsen
F3 Enorme Schäden gab es, als der Wirbel gegen 17 Uhr über die Stadt hinwegfegte. Der Tornado war in der niederländischen Provinz Zwolle entstanden und zog dann bis nach Lingen im Emsland. Einen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos gibt es auf der Wirbelsturmseite der Castellschule in Lingen (Auch bei Mark Vornhusen), dies und weiteres auch aus dem Ort Lindern bei Mark Vornhusen. Weiter aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 03.06.1927: "Unwetter im Emsgebiet. Aus Lingen an der Ems wird uns gemeldet: Am Mittwoch abends gegen 5 Uhr brach über Lingen eine furchtbare Unwetterkatastrophe herein. In einer Breite von etwa 120 Metern ist eine Windhose genau zwischen den beiden Kirchen des Ortes durchgetobt. Beide Kirchen blieben unversehrt. In dem Felde zwischen den Kirchen jedoch sind sämtliche Häuser mehr oder weniger zerstört worden. Völlig bis zum Erdgeschoß eingestürzt sind etwa 15 bis 20 Häuser. Die Gesamtzahl der beschädigten Häuser dürfte sich auf etwa 300 belaufen. Im Lingener Krankenhaus liegen zwei Verletzte. Tot ist ein Kind, das durch herabfallende Steintrümmer eine tödliche Kopfverletzung erlitt, sonst sind keine Todesopfer zu beklagen. Die Zahl der Leichtverletzten ist noch nicht genau festzustellen., jedoch dürfte die Nennung von 100 Leichtverletzten nicht zu hoch veranschlagt sein. Auf den Straßen türmen sich Schutthaufen, die Häuserdächer zeigen erhebliche Lücken. Ueber zertrümmerten Scheunen liegen entwurzelte Bäume. Das Rathaus ist völlig abgedeckt und bis zum ersten Stock eingestürzt."

07.08.1926 Bad Soden
Hessen
n.bek. Trombe an der Kinzig (Quelle: Gudd, Martin; Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980)

Gewitter und Gewitterschäden im südlichen hessischen Berg- und Beckenland und im Rhein-Main-Tiefland 1881 bis 1980 (Uni Mainz)

06.08.1926 bei Fürstenberg
Baden-Württemberg
F0 Augenzeugen beobachteten einen zweiten Fall. (Quelle: J. Fischer, 1927: Eine Trombe im Donautal. Das Wetter, 44, 165).

06.08.1926 Fürstenberg, Riedböhringen
Baden-Württemberg
F1 Tornado richtet am frühen Nachmittag leichte Schäden an (Quellen: J. Fischer, 1927: Eine Trombe im Donautal. Das Wetter, 44, 165 und Gefährdung von Kernkraftwerken durch Tromben. Bericht des Deutschen Wetterdienstes von G. Jurksch und A. Cappel vom 03. September 1976).

06.08.1926 Harpolingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 10.08.1926: "Waldshut, 9. Aug. Ueber die hiesige Gegend zog am Freitag ein schweres Gewitter, das an vielen Orten großen Schaden anrichtete. Aus Harpelingen wird von einer Windhose berichtet, von der u.a. die abgemähte Frucht erfaßt und in einer Säule bis 120 Meter Höhe emporgeschleudert wurde. Auch im Wutachtal hat das Gewitter arg gewütet. In Aselfingen schlug der Blitz in die Volksschule und auch in die Transformatorenstation, so daß die Lichtversorgung teilweise unterbrochen wurde." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Anmerkung: Druckfehler in der Zeitung, der Ort heißt korrekt Harpolingen.

Juli 1926 Berlin n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 07.06.1927 über die Gefahr durch Windhosen in Deutschland: "In Berlin wurde im Juli vorigen Jahres durch einen im Anschluß an ein schweres Gewitter aufgetretenen Wirbelsturm großer Schaden angerichtet." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

19.07.1926
Verdacht
Parey
Sachsen-Anhalt
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 25.07.1926: "Sturm und Hagel. Montag nachmittag, besonders aber in der Nacht vom Montag zum Dienstag tobte über Parey a.d. Elbe ein Unwetter, wie es wohl seit Menschengedenken nicht vorgekommen ist. Der orkanartige Sturm entwurzelte die größten Bäume, während außerhalb der Ortschaft die Stämme vielfach wie Streichhölzer geknickt und die Kronen vom Sturme 100 Meter ins Feld getragen wurden. Viele Dächer wurden arg mitgenommen, manch ein Giebel vom Sturme eingedrückt. An allen Straßen und Wegen sieht man Menschen damit beschäftigt, die entwurzelten und geknickten Bäume zu beseitigen, um die Wege für den Verkehr freizumachen. Der nächtliche Gewittersturm hat Hagelschlag gebracht, und zwar in einer solchen Stärke, daß noch gegen 10 Uhr vormittags Hagel auf dem Felde lag." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Es folgen weitere Einzelheiten über die Hagelschäden auf den Feldern und die Möglichkeit der Versicherung, die in dem betroffenen Gebiet kaum wahrgenommen worden war.

19.07.1926 Riedlingen
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 22.07.1926: "Riedlingen (N. Lörrach), 21. Juli. Von dem Wirbelsturm, von dem auch die hiesige Gegend heimgesucht wurde, sind, wie die Markgräfler Nachrichten berichten, etwa 1000 Obstbäume entwurzelt worden. Die Fruchtäcker sehen auch hier wie gewalzt aus. Das Zerstörungswerk dauerte kaum zehn Minuten. Seit 50 Jahren soll hier ein ähnliches Unwetter nicht gehaust haben." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

19.07.1926 Gülpe
Brandenburg
(8 Verletzte)
n.bek. Genaues Datum nicht sicher. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 21.07.1926: "Unwetter bei Rathenow. Ein Gewitter, das von einem schweren Wirbelsturm begleitet war, richtete in der Rathenower Gegend erheblichen Schaden an. Die elektrische Lichtleitung wurde teilweise zerstört, Bäume wurden umgeknickt und über 30 Telegraphenmasten umgelegt. Bei Gülpe wurde eine Scheune niedergerissen, unter deren Trümmern 8 Personen begraben wurden. Einige Personen wurden schwer, andere leicht verletzt." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

19.07.1926 Münchingen, Mundelfingen, Oberbaldingen, Behla, Pfohren, Oberbaldingen
Baden-Württemberg
F2-F3 Innerhalb einer mindestens 23 Kilometer langen und bis zu 500 Meter breiten Schneise gab es erhebliche Schäden mit eingestürzten Giebeln und Scheunen, abgedeckten Dächern und tausenden umgestürzten Bäumen.

Tornado in Pfohren 1926

16.07.1926 Essen-Katenberg, Gelsenkirchen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus dem Journal de Genève vom 16. Juli 1926: "Une trombe s'abat près d'Essen - Essen, 16 juillet. Une trombe s'est abattue jeudi, au cours d'un violent orage, sur la région de Gelsenkirchen et du Katenberg, causant de grands dommages. Le toit des tribunes du terrain d'aviation a été presque entièrement emporté. Il en est de même de la toiture de plusieurs maisons de la contrée." - Großer Schaden durch Tornado in Essen-Katenberg und in Teilen Gelsenkirchens. (recherchiert von François Paul)

05.07.1926 Nebelschütz
Sachsen
n.bek. Evtl. am 06.07. (Dienstag)? "Am 5. Juli 1926 kam es in Nebelschütz zu einem eigenartigen Wetterphänomen. Es hatte sich eine Windhose herausgebildet, welche das Gehöft von Nikolaus Sauer zerstörte." (Quelle: Gemeinde Nebelschütz) - Dazu aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 08.07.1926: "Das Unwetter. Nach Blättermeldungen gingen am Dienstag nachmittag in der Umgebung von Bischofswerda (Ostsachsen) schwere Gewitter in Verbindung mit Hagelschlag nieder. In mehreren Dörfern wurden infolge Blitzschlages Scheunen mit ihren gesamten Vorräten ein Raub der Flammen. In der Umgebung von Kamenz decke eine Windhose die Dächer von Bauerngehöften ab, entwurzelte Bäume und schleuderte einen beladenen Heuwagen 50 Meter weit." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

Nebelschützer Geschichte (Gemeinde Nebelschütz)

04.07.1926 Schalkenmehren
Rheinland-Pfalz
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 06.07.1926: "Daun (Eifel), 5. Juli. (WTB.) In den gestrigen Nachmittagsstunden entluden sich hier und in der Umgebung heftige Gewitter, die zum Teil sehr großen Schaden verursachten. Besonders hart wurde der Ort Schalkmaaren betroffen. Die in den Talkessel niederströmenden ungeheuren Wassermengen und die von den Berghängen sich herabwälzenden Fluten verschlammten die Wiesen und ergossen sich dann in die Dorfstraßen. Die Maarbach war in wenigen Minuten so angeschwollen, daß seine Wasser zurück zum Maar gingen. Gleichzeitig fegten Windhosen durch das Dorf und deckten die Dächer ab. Der Schaden ist sehr groß." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

04.06.1926 Lindenberg
Brandenburg
F0 Gegen 18 Uhr MEZ schwacher Tornado etwa zwei Kilometer südlich von Lindenberg (Quelle: u.a. Mitteilungen des Aeronomischen Observatoriums Lindenberg, S. 58, August 1926)

30.03.1926 Böhrigen
Sachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Freien Presse vom 29.03.2011: "Windhose fegte vor 85 Jahren über Böhrigen hinweg - Kalenderblatt: Bei Unwetter wurden zahlreiche Dächer abgedeckt und Schornsteine abgerissen. Mittweida (fp). Böhrigen. Die Groß- und Urgroßeltern haben einst immer wieder von diesem schlimmen Unwetter erzählt: Am Abend des 30. März 1926 wurde Böhrigen von einer Windhose heimgesucht, die im ganzen Dorf eine Spur der Verwüstung hinterließ. Der Wirbelwind deckte zahlreiche Dächer ab, riss Schornsteine ab und richtete am Baumbestand großen Schaden an. Viele Bäume wurden entwurzelt oder unterhalb der Krone regelrecht abgedreht und zahlreiche Strom- und Telegrafenleitungen gekappt. Auf das Gebäude der Post prallte die Windhose mit voller Zerstörungskraft und riss einen Teil des Dachstuhles fort. [...]"

18.11.1925 Uetersen
Schleswig-Holstein
n.bek. Nichts Näheres bekannt (Quelle: Letzmann-Archiv, Carl Schirren Gesellschaft, Lüneburg, 2001)

11.08.1925 Nordseeküste
Niedersachsen
n.bek. "Ein Wirbelwind richtet im Küstengebiete großen Schaden an" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976).
10.08.1925 Uetersen
Schleswig-Holstein
(1 Toter, 13 Verl.)
F3 "Am 10. August 1925 verwüstete eine Windhose Uetersen und die Gemeinden Neuendeich, Heidgraben und Esingen." So beginnt eine Meldung der Uetersener Nachrichten vom 11. Juni 2004, kurz nachdem erneut ein Tornado im Raum Uetersen erhebliche Schäden angerichtet hatte. Bei älteren Menschen wurden Erinnerungen wach: 79 Jahre zuvor waren die Schäden enorm, ein Mensch starb, weitere 13 wurden verletzt. Die Beseitigung der Schäden dauerte Monate.

Tornado in Uetersen 1925
Als in Uetersen die Welt unterzugehen drohte (Uetersener Nachrichten)
Gedenkstein in Uetersen (Wikipedia)

10.08.1925
Verdacht
Bremen
Bremen, Niedersachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 12.08.1925: "Bremen, 11.Aug. Am Montag abend hat ein starkes Gewitter in Bremen und Umgebung großen Schaden angerichtet. Ein heftiger Sturm deckte zahlreiche Dächer ab und rief verschiedene kleinere Brände hervor. Viele Starkstromleitungen sind zerrissen. Der Straßenbahnverkehr war eine Stunde unterbrochen. Aus der Umgegend Bremens werden mehrere größere Brände gemeldet."

10.08.1925 Bad Bentheim
Niedersachsen
n.bek. "Am 10. August 1925 tobt ein Wirbelsturm über die Gemeinde; über 100 Eichen und Pappeln fallen ihm zum Opfer, ein Haus wird zerstört." (Quelle: Grafschaft Bentheim im Unterricht). Am selben Tag trat in Borculo (Niederlande) ein starker Tornado auf: De "cycloon" van Borculo (NL)

Grafschafter Schulgeschichte (Grafschaft Bentheim im Unterricht)

10.08.1925
Verdacht
Kleve
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "Zum 10.08 1925 habe ich schließlich noch einige Zeilen zu einem Unwetter bei Kleve, dieses Gebiet lag etwa in der Zugbahn der Unwetter von Noord-Brabant und Borculo: "Das schwere Unwetter hat zum Teil schlimm gewütet. In Cranenburg wurde von einer Lohgerberei das ganze Dach abgerissen und weit fortgetragen (Anm.: Hinweis auf möglichen Tornado). Bäume fand man entwurzelt und Telegraphenpfähle umgeweht. In Moog und Berg en Dal (Anm.: NL) wurden ganze Obstplantagen entwurzelt. In Schneppenbaum stürzte die fast neue Scheune des Landwirts Heuvelmann zusammen. Die Züge auf der Strecke Cranenburg-Kleve konnten bis 19h30 nicht verkehren, da die Telegraphenstangen in wüster Unordnung auf den Schienen lagen. Auf der Straße Kleve-Goch wurden viele Bäume entwurzelt. Allein 10 große, eiserne Masten der elektrischen Überlandzentrale wurden umgeworfen. Beim Gutshof Daniels wurden nicht weniger als 20 Pappeln umgelegt."" (Quelle: Lars Lowinski, Feedback bei TorDACH) - Weiter aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 14.08.1925: "Sturmschäden am Niederrhein. Die Ausläufer des Orkans, der in den letzten Tagen in Holland schwere Schäden angerichtet hat, richteten auch am Niederrhein schwere Zerstörungen an. Ein Ruderboot wurde von den hohen Wellen zum Kentern gebracht. Die drei Insassen ertranken. In der ganzen Gegend findet man reihenweise umgeknickte Bäume; zahlreiche Dächer sind vollständig abgedeckt worden." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

10.08.1925
Verdacht
Leuth
Nordrhein-Westfalen
n.bek. "In Leuth wurde das Dach eines Wohnhauses abgedeckt und 20 Meter weit fortgeschleudert." (Quelle: Lars Lowinski, Feedback bei TorDACH). Der Ort Leuth liegt bei Nettetal im Landkreis Viersen, nahe der niederländischen Stadt Venlo.

09.09.1924 Grafenhausen, Kippenheim, Sulz, Reichenbach, Fußbach, Zell
Baden-Württemberg
(2 Tote, viele Verletzte)
F3 Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 10.09.1924: "Verheerendes Unwetter. Lahr, 9. Sept. Ein verheerendes Unwetter suchte heute Nachmittag unsere Gegend heim. Von Südwesten nach Nordosten zog in mäßiger Breite eine Art Windhose über das Land und zerstörte alles, was in ihren Bereich kam. In Grafenhausen wurden zahlreiche Dächer abgedeckt. Am Bahnhof Kippenheim wurde eine etwa 30 Meter lange und 15 Meter breite, massive Halle der Mehlgroßhandlung Wilhelm Wertheimer dem Erdboden gleich gemacht. Ein großer Teil der Vorräte ging zugrunde. Zwei Eisenbahnarbeiter wurden verletzt, einer von ihnen schwer. An der Straße von Kippenheim nach Lahr wurde eine große Anzahl Telegraphenstangen umgelegt, beladene Oehmdwagen (Anm.: Oehmd = Heu, zweiter oder späterer Schnitt) umgeworfen, ungefähr 600 Obstbäume auf der Gemarkung entwurzelt. In Sulz hat das Unwetter gleichfalls schlimm gehaust, ganz besonders aber in Reichenbach, das einem beschossenen Ort gleicht, in dem viele Gebäude schwer beschädigt oder völlig zerstört wurden. In den Waldungen hat der Orkan bös gehaust. Auf dem Langenhard wurde eine Scheuer zerstört. Der betagte Landwirt Moser fand dabei den Tod. Der Schaden ist sehr groß. Zahlreiche Lastwagen schaffen Ziegel in die beschädigten Ortschaften, um die Dächer einigermaßen wieder in Stand zu setzen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Weitere Schäden werden u.a. aus Fußbach und im Bereich des Nordachtals gemeldet, die gesamte Zugbahn erstreckt sich über mindestens 27 Kilometer. Weitere Unwetter mit Sturm und Hagel an diesem Tag wurden aus dem Regionen Lörrach, Esslingen und Gmünd sowie aus Norddeutschland gemeldet.

Tornado bei Lahr 1924

August 1924 Blexen
Niedersachsen
n.bek. "Metallwerke Unterweser [...] im August 1924 warf ein Wirbelsturm zwei Kräne um." (Quelle: Klaus Dede). Blexen ist heute ein Stadtteil von Nordenham. Von hier aus verkehrt die Weserfähre nach Bremerhaven.

An Weser und Jade (Klaus Dede)

24.08.1924 Wittenberg
Sachsen-Anhalt
n.bek. "Einen anderen Unfall dieser Art stellt der Absturz einer allerdings nicht im regelmäßigem Luftverkehr, sondern auf einem Überführungsfluge sich befindlichen LVG G VI-Maschine am 24. August 1924 in einer Gewitterböe an der Elbe bei Wittenberg dar. Am Rande der Gewitterböe entwickelte sich eine Windhose mit stark wirbelnden Wolkenmassen, die sich rasch von der [...] Wolkenhöhe von 1000-1300m [...]" (Quelle: Heinrich Seilkopf, Über Luftverkehrsunfälle in Zeitschrift für Flugtechnik und Motorluftschiffahrt, 1925; recherchiert bei Google Books)

02.08.1924 Uerdingen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 05.08.1924: "Schweres Unwetter. Aus Düsseldorf wird gemeldet: Der südliche Stadtteil von Uerdingen wurde am Sonnabend nachmittag von einem Wirbelsturm heimgesucht, der dem Düsseldorfer Unwetter (Anm.: F2/T5-Tornado) vom Pfingstmontag gleichkommt. Binnen weniger Minuten wurden ganze Dächerserien abgerissen und zum Teil auf die Seite geschleudert. Dicke Baumstämme, Telegraphenstangen, Straßenlaternen und Straßenbahnmasten wurden glatt umgerissen; ein schweres Lastfuhrwerk wurde fortgeschleudert und mehrere Rheinschiffe ans andere Ufer geworfen. Das Strandbad und das Fahrhaus sind völlig verwüstet. Ueber Menschenopfer liegen keine Meldungen vor."

Tornado in Uerdingen (Skywarn)

24.07.1924
Verdacht
Sülze, Offen
Niedersachsen
n.bek. "Orkanartiger Gewittersturm zieht von Osten kommend über Sülze und Offen (Kreis Celle) dahin und wirft zahlreiche große Eichen" (Quelle: F. Hamm, Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschland, 1976).

08.06.1924 Düsseldorf
Nordrhein-Westfalen
(2 Tote)
n.bek. Zeitpunkt: nach 13:00 Uhr MEZ. Betroffen war der Düsseldorfer Süden von Flehe über Volmerswerth, den südlichen Friedhof bis nach Unterbilk. Die Haube des 105 Meter hohen Turmes der Martinskirche stürzte auf benachbarte Häuser. Dabei kamen ein Mann und ein Kind ums Leben. Auch sonst entstanden erhebliche Schäden an Dächern und an Bäumen.

Berichte zum Tornado in Düsseldorf
Kirchturmeinsturz in Unterbilk (Olaf Seelig)
Zeittafel zur Friedrichstadt und zum Kirchplatz (Wochenmarkt Kirchplatz)

10.05.1924 Elbeu, Wolmirstedt
Thüringen
n.bek. Genaues Datum nicht ganz sicher. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 12.05.1924: "Neues Unwetter im Südharz. Nachdem vor einigen Tagen das Dorf Klein-Berndten am Südharz das Opfer einer Windhose geworden war, sind jetzt die Städte Wolmirstedt und Elbeu von einem gleichen Unglück schwer heimgesucht worden. Der Sturm hat fast sämtliche Häuser der Stadt schwer beschädigt, Fensterscheiben zertrümmert, Bäume entwurzelt und sogar ganze Mauern umgelegt. Die Stadt gleicht einem Trümmerfeld."

Tornado Elbeu, Wolmirstedt (Skywarn)

03.05.1924 Kleinberndten
Thüringen
n.bek. "In den Abendstunden des 3.Mai wurde Kleinberndten (Anm.: Landkreis Nordhausen) von einem Unwetter, einer sogenannten "Windhose" verwüstet, es wurden 42 Gebäude beschädigt" (Quelle: Ortschaft Kleinberndten) - Dazu aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 08.05.1924: "Ein Dorf vom Wirbelsturm zerstört. Eine Windhose, die über den Ort Kleinberndten (Harz) hinwegging, hat das Dorf fast vollständig vernichtet, viele Häuser sind zusammengestürzt. Das Trümmerfeld sieht aus, als sei es von Artellerie beschossen worden. Von etwa 50 Häusern sind die Dächer vollständig abgedeckt, die Wände eingedrückt. Durch den nachfolgenden Regen sind die Decken der Häuser durchgeweicht und dem Einstürzen nahe. Fast keine Fensterscheibe ist ganz geblieben. Die Häuser und Straßen bieten einen jammervollen Anblick. Ackergeräte und -maschinen sind unter einem Durcheinander von Ziegelsteinen und Dünger begraben. Fast kein Obstbaum ist in dem vom Orkan erfaßten Gelände stehengeblieben. Wie durch ein Wunder sind Menschenleben verschont geblieben."

Tornado Kleinberndten (Skywarn)

Jahr 1923 Brüsewitz
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "In den 30er Jahren erhielt Brüsewitz eine neue Schule. Der letzte Lehrer war Bruno Strauß. Im Dorf standen zwei Windmühlen; die Besitzer waren Gustav Otto und Rudolf Spiekermann. Beide Mühlen wurden 1923 von einer Windhose erfaßt und zerstört. Die Mühle von Spiekermann wurde wieder aufgebaut und ist nach einer Mitteilung um das Jahr 1934 abgebrannt." (Quelle: Heimatkreis Saatzig)

Brüsewitz (Heimatkreis Saatzig)

Jahr 1923 Brunsbrock
Niedersachsen
n.bek. Genaues Jahr nicht bekannt. Aus einer Meldung des Weser-Kurier vom 12.06.2013: "Kirchlinteln-Brunsbrock. Zwanzig Jahre ist es jetzt her, dass die marode Windmühle am Schmobach in Brunsbrock vollständig renoviert wurde. Seitdem ist sie ein Schmuckstück in der Lintelner Geest. [...] 1904 erwarb der Zimmermann Heinrich Bremer die Windmühle mit dem Häuslingshaus (das renovierte Müllerhaus) für 12000 Goldmark. Bremer überholte die Mühle, und das Strohdach wurde durch ein Pappdach ersetzt. [...] Fast zwanzig Jahre später zerstörte eine Windhose Flügel und Zahnräder. Bedingt durch diesen großen Schaden wurde von 1945 an bis 1988 nur noch elektrisch gemahlen, bis Bremer schließlich ganz aufgab." - Kirchlinteln-Brunsbrock liegt im Landkreis Verden.

Wind siegt über Wasser (Weser-Kurier, 12.06.13)

Jahr 1923 Todtmoos
Baden-Württemberg
F1 Nach Recherchen von Raymund Windolf trat dieser Tornado in Todtmoos auf.

26.05.1923 Großenhain
Sachsen
n.bek. Erwähnt in der Bibliographie: "G.Dietschold "Die Windhose in der Amtshauptmannschaft Großenhain am 26. Mai 1923"" (Quelle: Meteorologische Zeitschrift, Band 42, 1925, Bibliographie)

08.08.1922
Verdacht
Barum, Borsum
Niedersachsen
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 14.08.1922: "Ein schweres Unwetter entlud sich im Freistaat Braunschweig. In Barum sind Holzhäuser und Scheunen niedergerissen worden, ebenso wurden Schornsteine und Dächer in Borsum heruntergerissen."

08.08.1922
Verdacht
Wallersdorf
Bayern
n.bek. Aus einer Meldung der Coburger Zeitung vom 12.08.1922: "Ein verheerendes Unwetter hat in Wallerdorf b. Landau an der Isar gehaust. In den umliegenden Ortschaften wurden Scheunen dem Erdboden gleichgemacht. Der Turm der schönen Wallersdorfer Kirche ist in 13 Meter Höhe abgerissen und in den Friedhof gestürzt. Der angerichtete Gesamtschaden ist riesengroß." Wallersdorf liegt im Landkreis Dingolfing-Landau.

08.08.1922
Verdacht
Löchgau
Baden-Württemberg
n.bek. "Jahr 1922, Heft 9: Unwetter/Wirbelsturm; Kirchturmdach repariert (ab Mitte)" (Quelle: Geschichte der Evangelischen Kirche in Löchgau). Löchgau liegt im Landkreis Ludwigsburg.

Bericht zum Tornadoverdacht Löchgau
Verdachtsfall Löchgau (Skywarn)

08.08.1922 Glashütten
Baden-Württemberg
n.bek. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 14.08.1922: "Glashütten (Amt Pfullenberg), 12. Aug. Am 8. d.M. stürzte hier der Halbneubau des Weißenriederschen Anwesens ein. Der Oberbau war von einer Seite noch ganz offen, so daß bei dem aufsteigenden schweren Gewitter sich der wirbelartige Wind in dem Gebäude fangen und den Aufbau herabwerfen konnte. Ein Kind wurde am Kopfe verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg)

16.07.1922 Cuxhaven
Niedersachsen
W Nach einem Bericht von Johannes Letzmann ("Die Trombe von Cuxhaven am 16. Juli 1922") in den Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie (Organ des Hydrographischen Bureaus und der Deutschen Seewarte, Herausgeber von der Kaiserlichen Admiralität, 1948 fortgesetzt unter dem Titel "Deutsche Hydrographische Zeitschrift") trat zwischen der Insel Neuwerk und dem Festland ein markanter Tornado auf.

05.07.1922 Münk
Rheinland-Pfalz
F2 Zeitpunkt: gegen Abend. Ein "Wirbelsturm" zog von Südwesten her über den Ort hinweg und hinterließ schwere Zerstörungen: "Zerstörung von Münk durch einen Sturm: Nach einem heftigen Gewitter brauste gegen Abend des 5. Juli 1922 ein fürchterlicher Wirbelsturm über Münk. Von Arbach Richtung Nachtsheim kommend, tobte er nur etwa 2 Minuten über der Ortschaft Münk. Benachbarte Orte blieben von diesem Naturereignis verschont. Da der Sturm so heftig war, reichte diese kurze Zeit, um keinen Stein auf dem anderen zu lassen. Kein einziges Haus im Ort blieb unbeschädigt. Selbst die Dorfschule erlitt größere Schäden. So wurde das Dach abgetragen und die Fenster zerstört. Nur die im Jahre 1888 fertig gestellte Dorfkapelle blieb von Sturmschäden bewahrt, während die Häuser ringsum stark beschädigt wurden. Ein Kugelblitz schlug in die Kapelle ein und beschädigte die Eingangstür und die Außentreppe. Ein im benachbarten Stall stehendes Pferd wird durch diesen Blitz getötet. Dachmaterial wie Dachpfannen, Bretter und Wäschestücke fand man in den benachbarten Orten Nachtsheim und Anschau. Sogar in Langenfeld wurden Dachpfannen und Schulzeugnisse aus Münk gefunden." (Quelle: Chronik der Ortsgemeinde Münk)

Jahr 1921
Verdacht
München
Bayern
n.bek. Datum: September oder Oktober, nach dem 17. September. "Die deutschen Achterbahnen waren vielleicht weniger spektakulär als ihre amerikanischen Vorbilder, dafür waren sie sicherer - von Anfang an überwachte der TÜV die Fahrtüchtigkeit der Bahnen. Selbst das half allerdings nicht immer: "Ruprechts Gebirgsbahn", die 1921 auf dem Oktoberfest Premiere feierte, half das nicht. Der Betreiber hatte - wohl um das Transportgewicht zu verkleinern - am Material gespart. Nach nur wenigen Tagen riss eine Windhose die Konstruktion um. Die Achterbahn wurde komplett zerstört, der Schaden betrug über eine Million Reichsmark." (Quelle: einestages). Eröffnung des Oktoberfestes war am 17.09.1921.

Kopfüber durch das Kurvenmonster (einestages)

Jahr 1921 Gevensleben
Niedersachsen
F2 Genaues Datum nicht bekannt. (Quelle: F. W. Preuß, Gewitterschäden, Bd. II. Selbstverlag, Altdamm b. Stettin, 89 S., 1929)

Jahr 1921 Ort unbekannt
Thüringen
F2 Genaues Datum nicht bekannt. (Quelle: F. W. Preuß, Gewitterschäden, Bd. II. Selbstverlag, Altdamm b. Stettin, 89 S., 1929)

03.11.1921 Kiel
Schleswig-Holstein
n.bek. Aus der Geschichte des Fußballvereins Holstein Kiel: "Am 3. November 1921 wurde das Tribünendach durch eine Windhose weggefegt. Da sich eine Reparatur als zu kostspielig erwies, entschloss man sich zu einem völligen Neubau auf der gegenüberliegenden Seite." - Aus einem Bericht über das Holstein-Stadion im Stadtteil Kiel-Wik im Preussen-Forum: "Das Stadion wurde dabei nicht nur erweitert und renoviert, es hat auch durch zwei Windhosen (1922 und 1971) sowie Bombentreffern im zweiten Weltkrieg ordentlich Schaden nehmen müssen."

1911 bis 1943 – Ursprung und Ausbau (Holstein Kiel)
Holstein-Stadion (Holstein Kiel) (Preussen-Forum)

28.07.1921 Gelsenkirchen
Nordrhein-Westfalen
n.bek. Genaues Datum unsicher. Aus einer Meldung der Freiburger Zeitung vom 30.07.1921: "Eine Windhose über Westfalen. Während eines Gewitters erhob sich über dem Schwarzthal Buer-Resse eine Windhose, die furchtbare Zerstörungen anrichtete. In einigen Straßen wurden, wie man meldet, sämtliche Bäume umgeknickt, Fensterscheiben, sogar große Schaufensterscheiben eingedrückt und zwanzig bis dreißig Dächer abgehoben. Zahlreiche Fernsprechleitungen wurden zerstört. Durch das Unwetter, das von einem wolkenbruchartigen Regen begleitet war, wurde auch eine Anzahl Siedlungsbauten in Mitleidenschaft gezogen." (Quelle: Universitätsbibliothek Freiburg) - Buer und Resse sind heute Stadtteile von Gelsenkirchen.

26.07.1921 Itzehoe
Schleswig-Holstein
n.bek. Ein Tornado zog über Teile des Itzehoer Stadtgebietes hinweg und richtete größere Schäden an. Zitat aus: Wolfgang Thomsen, "Itzehoe in alten Ansichten", 3. Auflage 1993, Europäische Bibliothek, Zaltbommel - Niederlande, Ansichstkarte 97: "Am 26. Juli 1921 gab es in Itzehoe ein großes Unwetter, über das der nordische Kurier folgendes zu berichten weiß: "Die am gestrigen Tage herrschende außerordentlich drückende Hitze ließ auf einen baldigen Witterungsumschwung schließen. Dieser ist in den frühen Nachmittagsstunden in schroffer Form eingetreten. Mit Beginn der Flut zog ein schweres Gewitter mit einem Orkan auf. Der Orkan nahm rasch an Stärke zu. Nur ganz kurze Zeit dauerte die Herrschaft des Wirbelsturms, aber diese kurze Spanne Zeit genügte, um unermeßlichen Schaden anzurichten."" Die größten Schäden durch den Tornado entstanden zwischen dem Bahnhof und der Brückenstraße.

26.07.1921
Verdacht
Lambrechtshagen
Mecklenburg-Vorpommern
n.bek. "1921, 26. Juli Ein Wirbelsturm hebt die Hälfte des Kirchturmdaches ab." (Quelle: Chronik der Gemeinde Lambrechtshagen). Bondorf liegt im heutigen Kreis Bad Doberan, wenige Kilometer westlich von Rostock.

10.06.1921 Ort unbekannt
Brandenburg
F1 Genaues Datum nicht bekannt. (Quelle: F. W. Preuß, Gewitterschäden, Bd. II. Selbstverlag, Altdamm b. Stettin, 89 S., 1929)

Anmerkung:
Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erweitert. Sollte ein Ihnen bekannter Tornado fehlen, dann mailen Sie mir bitte.


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