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| Köddingen, Meiches, Dirlammen 19.08.2026 | von Thomas Sävert |
| Zeitpunkt: gegen 21:05 Uhr MESZ. Laut Förster vom Revier Lautertal ist der Startpunkt des Ereignisses von eben dort (etwa Köddingen) und zieht sich dann bis nach Schlitz. Er berichter von auf Kniehöhe gebrochenen Stämmen (ähnlich den anderen Fällen). Im Bereich Helpershain – Meiches – Dirlammen baute sich das Windgeschehen aus Westen von der Ortschaft Köddingen her auf. Hier kam es zu massiven Schäden im Feld und an der letzten Häuserreihe. Dann zog das Geschehen hangaufwärts und es in einem ca. 90-jährigen Wald massiv zu Windwurf, wobei alle entwurzelten Bäume in eine Richtung gen Osten liegen. Auch hier ist es lediglich ein schmalerer Streifen von ca. 250-300m. In einem weiteren Bereich kam es ebenfalls zu eltichen Windwürfen. Die dortigen Bäume lagen aber allesamt in Richtung Südosten. Im darauf folgenden Bereich kam es dann zu einem ganz anderen Schadbild. Die Bäume sind alle ab Kniehöhe bis auf eine Höhe von 6-8m abgerissen und abgebrochen. Das Holz liegt kreuz und quer und ist größtenteils massiv zersplittert. Der betroffene Streifen hier ist ca. 150m breit. Als das Windgeschehen den Wald im Osten verlässt, dreht das Geschehen gen Süd bis Südost in Richtung Dirlammen. Dort kam es dann zu einem erneuten Schadbild von lauter wild abgebrochenen Bäumen. Als der Wind dort den Wald gen Bach verlassen hat, hat das Geschehen wieder gedreht und zog Richtung Osten Richtung Dirlammen weiter. Das Windgeschehen ist dann über Dirlammen Richtung Frischborn und weiter Richtung Schlitz gezogen. Der Bericht von Jonas Popp: "Gegen 20:50 Uhr kam es im Bereich von Köddingen zu einem Unwetter, das entlang einer mehrere Kilometer langen Zugbahn erhebliche Schäden an Vegetation, Gebäuden und Dächern verursachte. Aufgrund des Schadensbildes, der teilweise konvergenten Fallmuster, der schneisenartigen Schäden sowie der durch Dopplerradar festgestellten starken Rotation besteht der dringende Verdacht auf einen Tornado. Eine direkte visuelle Beobachtung des Tornados war aufgrund des während des Ereignisses sehr starken Niederschlags nicht möglich. Das Schadensbild liefert jedoch mehrere Hinweise auf eine rotierende Windströmung. 1. Köddingen: Die ersten bekannten Schäden traten gegen 20:50 Uhr in Köddingen auf. Dort wurden erhebliche Schäden an Bäumen und Gebäuden festgestellt. Unter anderem wurden: Dächer teilweise oder vollständig abgedeckt, Bäume entwurzelt und umgeworfen, Schäden an Häusern verursacht. Besonders auffällig ist das teilweise konvergente Fallmuster der Bäume, welches auf eine rotierende bzw. zusammenlaufende Windströmung hindeuten kann. Die festgestellte Schadensschneise weist in diesem Bereich eine Breite von etwa 200 Metern auf. 2. Schadensgebiet Lautertal-Meiches: Das Unwetter zog anschließend über ein Waldgebiet weiter in Richtung Lautertal-Meiches. Dort wurden erhebliche, schneisenartige Schäden in den angrenzenden Waldgebieten festgestellt. Die Schadensschneise erreicht in diesem Bereich eine Breite von ungefähr 300 Metern. Auch hier zeigen die umgestürzten Bäume teilweise ein auffälliges und für eine rotierende Windströmung charakteristisches Fallmuster. Besonders bemerkenswert ist eine Schadensstelle an einem kleinen Waldweg. Dort wurden zwei Bäume in einem Abstand von etwa fünf Metern voneinander entwurzelt. Die Bäume lagen beziehungsweise fielen dabei in einem nahezu 180° zueinander entgegengesetzten Winkel. Ein solches kleinräumig unterschiedliches Fallmuster kann ein Hinweis auf eine rotierende Windströmung sein und ist daher für die weitere Bewertung des Ereignisses von besonderem Interesse. 3. Zugbahn zwischen Meiches und Dirlammen: Im weiteren Verlauf zog das Unwetter über Felder, Waldflächen und Wiesen in Richtung Lautertal-Dirlammen. Zwischen Meiches und Dirlammen wurde eine Scheune von der mutmaßlichen Tornadoschneise getroffen. Dabei wurde das Dach der Scheune vollständig abgedeckt. Besonders auffällig ist die große Verfrachtungsweite von Teilen des Wellblechdaches. Einzelne Dachteile wurden in einem Waldgebiet in einer Entfernung von mehr als 500 Metern vom ursprünglichen Standort der Scheune aufgefunden. Die große Distanz der Verfrachtung stellt einen weiteren wichtigen Bestandteil der Schadensanalyse dar. 4. Lautertal-Dirlammen: Im weiteren Verlauf erreichte die Schadensspur Lautertal-Dirlammen. Auch dort wurden erhebliche Schäden an Bäumen, Dächern und weiteren Gebäuden festgestellt. Besonders markant ist der Verlust eines kompletten Gebäudedaches, das durch die Windkräfte verfrachtet und auf einer gegenüberliegenden Straße abgelagert wurde. Darüber hinaus wurden mehrere Hütten und weitere Gebäude beschädigt. Auch im Bereich von Dirlammen treten somit sowohl Vegetations- als auch Gebäudeschäden entlang der mutmaßlichen Zugbahn auf. 5. Meteorologische Einordnung: Eine direkte Sichtung eines Tornados war während des Ereignisses aufgrund der außergewöhnlich starken Niederschläge nicht möglich. Die Sichtverhältnisse waren so schlecht, dass eine visuelle Identifizierung eines möglichen Tornados beziehungsweise eines sichtbaren Kondensationstrichters nicht möglich war. Ein Abgleich mit Dopplerradardaten für den genannten Zeitraum zeigt jedoch eine deutliche und starke Rotation im entsprechenden Bereich. In Verbindung mit dem beobachteten Schadensbild, der über mehrere Orte nachvollziehbaren Schadensspur sowie den teilweise konvergenten beziehungsweise auffällig unterschiedlichen Fallrichtungen der Bäume ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild einer möglichen tornadischen Windströmung." |
![]() (Quelle: Open Street Map, zum Vergrößern bitte anklicken) |
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| Kurzes Video der Schäden (ca. 27.4 MB) |
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| Es folgen einige sehr interessante Drohnenaufnahmen. Hier erkennt man sehr gut ein konvergentes Fallmuster anhand der Fallrichtungen der Bäume im Mischwald von Meiches. Alle hier gezeigten Drohnenaufnahmen wurden bei dem schwarzen Kreis in der obigen Kartierung fotografiert. |
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| © by Jonas Popp
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